ADAC / BVWW fordern Entwicklungskonzept für den Wassertourismus

ADAC und BVWW fordern umfassendes Entwicklungskonzept
Bessere Rahmenbedingungen sollen den Wasser-tourismus fördern

ADAC und BVWW haben am 29. Juni 2018 ihr gemeinsames Positionspapier für die 19. Legislaturperiode „Handlungsbedarfe für die Sport- und Freizeitschifffahrt 2018“ im Rahmen eines wassertouristischen Expertenfrühstücks Bundestagsabgeordneten und deren Referenten vorgestellt. Das 13-seitige Positionspapier enthält einen umfassenden Forderungskatalog, für dessen Umsetzung die beiden Verbände um politische Unterstützung bitten.

Wassertourismus ist ein Wachstumsmarkt, dies unterstrich Kurt Heinen, Vizepräsident Tourismus ADAC in seinen einführenden Worten: „Der Wassertourismus in Deutschland ist ein Milliardengeschäft, von dem insbesondere ländliche und strukturschwache Räume profitieren. Aus Sicht des ADAC bestehen für die größte zusammenhängende Wasserfläche in Europa mit vielen naturnahen Gewässern weitere Wachstumschancen. Die Vereinfachung des Zugangs zum Wassersport, z.B. durch die Charterbescheinigung und die 15-PS-Führerscheinregelung, trägt bereits erheblich dazu bei, dass diese Potenziale ausgeschöpft werden.“

Das weitere Wachstum dieses Marktbereiches hängt von den richtigen Rahmenbedingungen ab. Deshalb lautet eine zentrale Forderung der beiden Organisationen, dass das bisherige Netz an Bundeswasserstraßen erhalten bleiben und dort, wo es notwendig ist, ausgebaut werden muss. Robert Marx, Präsident Bundesverband Wassersportwirtschaft brachte es auf den Punkt: „Der marode Zustand der maritimen Infrastruktur an den überwiegend touristisch genutzten Wasserstraßen ist besorgniserregend. Wir brauchen ein abgestimmtes Sanierungs- und Entwicklungskonzept sowie ausreichende finanzielle Mittel, die der Bund bereits 2016 im seinerzeit vorgestellten Wassertourismuskonzept als separaten Haushaltstitel in Aussicht gestellt hatte.“ Geschehen, so Marx, sei hingegen bisher nichts.

Auch die sonstigen Rahmenbedingungen bedürfen dringend einer Anpassung an moderne Erfordernisse. Das gilt für die Führerscheinausbildung ebenso wie für eine grundlegende Überarbeitung der Sportbootvermietungsverordnungen. Ein konsequent modular aufgebautes Führerscheinwesen soll höherwertige Ausbildungen erleichtern und fördern und im Bereich der Bootsvermietung sollen eine praxisgerechte Ausrüstung der Yachten sowie nachvollziehbare Zulassungskriterien die Sicherheit erhöhen.

Wachsam und die Interessen der Wassersportler vertretend werden sich die Verbände in die Umsetzung des „Bundesprogramms Blaues Band“ einbringen. Ziel dieses Programms ist die Renaturierung von Fließgewässern, insbesondere an den touristisch besonders interessanten Nebenwasserstraßen. Zwar unterstützen die Verbände eine ökologische Aufwertung der Gewässer, mahnen aber gleichzeitig eine gleichgewichtige Berücksichtigung ökologischer und ökonomischer Interessen an.

Der komplette politische Forderungskatalog für die laufende Legislaturperiode steht hier zur Verfügung.

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