Mit der Drohne an Bord. Teil 1: Rechtliches

Segelyacht aus der Luft

Drohnen erfreuen sich auch im Wassersport immer größerer Beliebtheit. Wir haben Tipps zusammengestellt und erklären, worauf man achten sollte.

Die Yacht vor Anker, das Sportboot in voller Fahrt – wer wünscht sich nicht schöne Fotos aus der Luft von seinen Erlebnissen an Bord? Mit Quadrokoptern, sogenannten Drohnen, ist das mittlerweile denkbar einfach geworden. Für rund 500 Euro bekommt man bereits leistungsstarke Drohnen, die hochauflösende Bilder machen und ganz einfach ohne Erfahrung mit dem Smartphone gesteuert werden können. Automatisierte Flugaufnahmen auf Knopfdruck, wie z.B. 360°-Aufnahmen, Verfolger- oder Vorbeiflüge machen schöne Aufnahmen zum Kinderspiel. Aber Vorsicht: In den letzten Jahren wurden die rechtlichen Voraussetzungen verschärft, weil es immer wieder zu Problemen kam, wenn solch ein Fluggerät zum Beispiel in die Einflugschneise eines Flughafens geriet oder unerlaubt Privatgrundstücke ausspionierte. Daher gilt es, bestimmte Regeln zu beachten, weil die Strafen sehr schnell mehrere Tausend Euro betragen können.

Kennzeichnungspflicht

Grundsätzlich muss jede Drohne mit dem Namen und der Adresse des Halters gekennzeichnet werden. Dafür reicht kein herkömmlicher Adressaufkleber, denn die Sticker müssen feuerfest sein. Entsprechende Plaketten bietet der Fachhandel an.
Ausgenommen von der Kennzeichnung sind Drohnen unter 250 Gramm Fluggewicht, wie zum Beispiel die DJI Mini.

 

Mini Drohne
Mit 249 Gramm auch ohne Kennzeichen erlaubt: DJI Mini

 

Haftpflichtversicherung

Egal ob privat oder gewerblich genutzt – für das Fliegen mit Drohnen ist eine Haftpflichtversicherung gesetzlich vorgeschrieben. Die private Haftpflichtversicherung deckt dies in den meisten Fällen nicht ab. Deshalb muss eine Zusatzversicherung abgeschlossen werden, oder falls keine private Haftpflicht vorhanden, eine sogenannte Multicopter-Haftpflichtversicherung abgeschlossen werden. Solche Versicherungen gibt es bereits ab 3 Euro pro Monat.

Kenntnisnachweis

Für Drohnen über 2 Kilogramm Fluggewicht ist ein sogenannter Drohnenführerschein, ein Kenntnisnachweis, erforderlich. Je nachdem, ob man privat oder gewerblich fliegt, muss man verschiedene Prüfungen ablegen. Über Prüfstellen und Kurse gibt das Luftfahrt Bundesamt Auskunft. Die Prüfungen können auch online abgelegt werden.
Personen, die einen Pilotenschein besitzen, benötigen keinen Drohnenführerschein.
Für Drohnen über 2 Kilogramm ist ein gesetzliches Mindestalter von 16 Jahren erforderlich.

Maximale Flughöhe

Die maximale Flughöhe in Deutschland beträgt 100 Meter. Sie darf nur auf ausgewiesenen Modellflugplätzen überschritten werden.

Generelle Verbote

Ohne eine Ausnahmeregelung ist das Fliegen bei Nacht nicht erlaubt. Auch darf man nicht über privaten Wohngrundstücken fliegen. Für Wassersportler wichtig zu beachten: Auch das Fliegen in Naturschutzgebieten ist untersagt. Das betrifft auch Biosphärenreservate. Man sollte also darauf achten, ob beim Flug nicht gerade ein solches Gebiet befahren wird oder das Ufer ein Naturschutzgebiet ist.
Generell muss sich die Drohne immer in Sichtweite befinden. Nur per Monitor zu fliegen, das sogenannte FPV (First Person View) ist verboten.

 

Drohne mit Kamera
Für Drohnen über 2 Kg gelten Sonderbestimmungen

Abstandsregeln

Es müssen unbedingt mindestens 100 Meter Abstand gehalten werden zu

  • Menschenansammlungen. Das betrifft auch ein die Gäste eines Hafens
  • Industrieanlagen, Fernstraßen, Unglücksorte und militärische Anlagen
  • Krankenhäuser
  • Einsatzorte von Behörden. Darunter fällt natürlich auch ein Einsatz von Küstenwache oder DLRG.

Flugverbotszonen

Generell ist das Fliegen in der Nähe von Flughäfen strengstens verboten. Es gibt aber auch weitere Flugverbotszonen, in denen ein unerlaubter Start einer Drohne empfindlich hohe Strafen mit sich führt. Viele Modelle besitzen bereits eine Funktion, die den Aufstieg nicht möglich macht, sobald sich das Flugobjekt in einer Verbotszone befindet. Darauf sollte man sich jedoch nicht verlassen. Es gibt mittlerweile zahlreiche Apps (z.B. Map2Fly für Android und Apple), in denen man nachsehen kann, ob am aktuellen Standort geflogen werden darf.

Wenn diese Regeln beachtet werden, steht dem uneingeschränkten Spaß und tollen Aufnahmen nichts im Wege.

Im kommenden zweiten Teil verraten wir Tricks und Tipps, wie man eine Drohne sicher an Bord startet und vor allem landet.

 

Yacht aus der Vogelperspektive
Yacht aus der Vogelperspektive

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