Video-Interview: Corona-Flucht aus Indien durchs Rote Meer.

SY Chulugi

Nach einem „Corona“-Jahr in Indien segeln die Langfahrer Joanna Barck und Marcel Dolega 3.300 Seemeilen nach Europa.

Joanna und Marcel hatten wir bereits im vergangenen Frühjahr zur weltweiten Corona-Lage vor Ort im Videochat befragt. Seit nunmehr einem Jahr sitzen die beiden mit ihrer Koopmans 40 in Kochin, Indien fest. Eigentlich wollte das Paar, das bereits seit fast 8 Jahren unterwegs ist, weiter nach Osten. „Japan wäre noch mein Wunsch gewesen“, erzählt Joanna. Doch die weltweite Lage rund um das Virus Sars-CoV-2 verhinderte eine Weiterreise. Im letzten Moment gelang es den beiden im Frühjahr 2020, ihre Visa durch einen Auslandsbesuch per Flieger zu verlängern. Seitdem geht nichts mehr. Eine weltweite, durch die Bundesregierung organisierte Rückholaktion von Touristen im vergangenen Frühjahr nach Deutschland konnten sie nicht wahrnehmen, weil sie sonst ihren Bordhund Nico hätten zurücklassen müssen. Hunde waren bei der Aktion nicht vorgesehen.

Joanna und Marcel
Joanna und Marcel ©SY Chulugi

Paradiese, Piraten und ein Hund

Joanna und Marcel haben mit ihrer Segelyacht „Chulugi“ eine für Weltumsegler sehr untypische Route genommen. Über die Kapverden ging es nach Afrika, dann Südamerika und von dort rüber ans Kap der Guten Hoffnung. Über Madagaskar und Lamu erreichten die beiden schließlich Indien. Vor allem Brasilien und Afrika haben es den beiden in der Rückbetrachtung auf sieben eher paradiesische Jahre, die durch Corona eine sehr plötzliche Wendung nahmen, angetan. An eine Weiterreise Richtung Osten ist nicht zu denken, wie Skipper Marcel ausführt: „Zum einen wissen wir nicht, wie das mit Corona weitergeht, zum anderen ist jetzt gerade die Monsunsaison im Osten.“ Nachdem die Einreise auf die Seychellen wegen des Hundes, nicht wegen Corona, untersagt wurde, entschlossen sich die beiden Weltenbummler, auf direktem Weg nach Europa zurück zu segeln. Kreta soll das Ziel werden. Der Weg bis dahin ist nicht ganz ohne: Über den Indischen Ozean geht es durch den Golf von Aden ins Rote Meer. Ab dort ist die vorherrschende Windrichtung Nord – also genau auf die Nase. Im Port Sudan darf die „Chulugi“ Diesel bunkern und Proviant aufnehmen, „jedenfalls hat das der Agent vor Ort zugesichert“, so Marcel. Erst wenn der Suezkanal erreicht ist, befinden sich Crew und Schiff in sicheren Gewässern. Die Piraterie ist in den vergangenen Jahren vor der Küste Somalias zwar etwas zurückgegangen, aber sicher sein kann man sich nie. So hatten die beiden in der Vergangenheit bereits zwei Mal Situationen, in denen schwer bewaffnete Männer in Booten zu besuch kamen. „Ob das Piraten waren, wissen wir nicht“, erklärt Joanna. Beide Begegnungen gingen gut aus, was der Anwesenheit des Hundes Nico zu verdanken ist.

Die Route nach Europa
3.300 Seemeilen bis Kreta. ©Navionics Screenshot

Reise live verfolgen

Im Januar soll dann das Mittelmeer erreicht werden. Auf ihrem Blog www.chulugi.de wird es regemäßige Positionmeldungen geben.  Ob die Kommunikation funktioniert, steht indes noch nicht ganz fest, erklärt Joanna: „Wir haben uns ein Satellitenhandy Iridium Go angeschafft, dürfen es aber nicht ausprobieren, ja nicht mal einschalten, weil das in Indien streng verboten ist.“

Wir wünschen den beiden Fair Winds, eine sichere Überfahrt und eine gute Ankunft im Mittelmeer. Sobald die beiden angekommen sind, werden wir sie wieder kontaktieren. Auch über den Verlauf der Reise werden wir regelmäßig berichten. Am besten gleich den Newsletter abonnieren.

 

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