Kanal von Korinth auf unbestimmte Zeit gesperrt.

Der rund 6,5 Kilometer lange Kanal von Korinth wurde wegen zahlreicher Erdrutsche bis auf Weiteres gesperrt. Der Umweg beträgt rund 400 Kilometer.

Etwa 15.000 bis 20.000 Kubikmeter Steine und Felsen haben den Kanal von Korinth nach mehreren Erdrutschen unbefahrbar gemacht. Felsen und Geröll ragen teilweise weit über der Wasserlinie hinaus und verstopfen die Durchfahrt. Der Kanal trennt das Festland von Peloponnes und verbindet den Saronischen Golf mit dem Golf von Korinth, wodurch der Schifffahrt der rund 400 Kilometer lange Umweg südlich um Peloponnes herum erspart wird. Als Besonderheit gelten die beiden Brücken an den Enden des Kanals, die für die Durchfahrt der Schifffahrt nicht hochgeklappt oder gedreht, sondern unter die Wasserlinie abgesenkt werden.

Sperrung Kanal Korinth
Durchfahrt zwischen Peloponnes und Festland gesperrt. ©Navionics

 

Nun haben die Bauarbeiten am Kanal begonnen. Laut dem griechischen Energieminister Nikos Tagaras wurde wegen der Dringlichkeit auf eine Umweltverträglichkeitsprüfung verzichtet, um die Bauarbeiten zu beschleunigen. Dennoch wurde von offizieller Stelle kein Wiedereröffnungstermin genannt, sondern die Sperrung als „auf unbestimmte Zeit“ kommuniziert. Die Bauarbeiten beschränken sich offenbar nicht nur auf das Wegräumen des Materials im Wasser, sondern umfasst auch die Absicherung des weichen Gesteins gegen weitere Erdrutsche.

In der Geschichte des 126 Jahre alten Kanals wurde er wegen Unbefahrbarkeit bereits mehrfach gesperrt, weil immer wieder Erde, Felsbrocken und Steine von den Hängen ins Fahrwasser fallen. Der bislang größte Erdrutsch im Jahre 1923, bei dem über 40.000 Kubikmeter Material sich von den Kanalwänden löste, hatte eine zweijährige Sperrung zur Folge. Zuletzt war der Kanal für ein paar tage im November 2020 unpassierbar.

Pro Jahr nutzen rund 11.000 Schiffe die Durchfahrt. Die Kanalgebühr beträgt für eine 10-Meter-Yacht um die 100 Euro.

 

 

Korinth Kanal

Themen

Griechenland Mittelmeer News