Die Bora – Winde des Mittelmeers

Die Bora – der Fallwind an der Adria

Die Bora ist zu der Familie der Fallwinde gehörende Wind. Ursprünglich stammt der Begriff vom griechischen Boreas (dem Gott der Nordwinde) ab. Der katabatische, also trockene und kalte Wind taucht ohne jegliche Warnung auch bei heiterem Himmel und bei niedriger Luftfeuchtigkeit auf. Es gibt zwei verschiedene Arten der Bora: Es wird zwischen der „schwarzen Bora“, die zyklonale Bora, die durch ein Tief über Oberitalien entsteht und der „weißen Bora“, die antizyklonale Bora, die durch ein Hoch über der Ukraine ausgelöst wird. Hauptsächlich wütet sie an der Ostküste der Adria. Der an sich schon böige Wind wird oft von Fallböen verstärkt.

Wie und unter welchen Voraussetzungen entsteht die Bora?

Polare Kaltluft aus dem Norden/Nordosten strömt in die adriatische Küstenregion und kühlt somit die Luft ab. Die Luft gelangt durch das Gebirge ans Meer und wird dabei kanalisiert und erheblich beschleunigt. Der sogenannte Fallwind stürzt die Hänge der Karstgebirge herunter und erlangt hohe Geschwindigkeit und Stärke. Die Bora weht weit bis auf das Meer hinaus und kann in Böen sogar Orkanstärke bis über 200km/h erreichen. Oft tritt dieser Fallwind ohne jegliche Warnung auf und erreicht innerhalb kurzer Zeit seine Höchstgeschwindigkeit. Neben der adriatischen Küsten kommt die Bora auch noch an der russischen Schwarzmeerküste bei Noworossijsk, auf Nowaja Semlja, in Skandinavien und in der Kantō-Ebene Japans vor.

Was sind die Anzeichen und Auswirkungen der Bora?

Anzeichen der Bora sind unteranderem Wolkenwalzen, die auf Bergen in Küstennähe zu sehen sind. Zerteilen sich diese Walzen in Stücke, so kann man davon ausgehen, dass die Bora bald einsetzen wird. Bilden sich auf dem Meer Schaumkronen, die der aus dem Osten kommende Wind entstehen lässt, schließt das wiederrum auch auf ein baldiges Eintreten der Bora. Die aufgewirbelte Salzgischt verursacht die Versalzung der Böden auf dem Festland, was das Wachsen der Bäume und Pflanzen fast unmöglich macht. In einigen Gebieten bringt die Bora eisige Kälte mit sich. Frost, Schneestürme und sogar andauernde Schneedecken sind im Winter in den von der Bora betroffenen Regionen nicht selten. Oft wird die Bora als „kaltes Gegenstück“ zum Föhn beschrieben, da beide grundsätzlich ähnliche charakteristische Merkmal aufweisen. Jedoch wirkt die Bora, im Vergleich zum Föhn, positiv und verursacht Lebhaftigkeit bei Menschen und bringt trotz der eisernen Kälte keine Beschwerden mit sich.

Wann tritt die Bora auf?

Die Bora weht zu jeder Jahreszeit, doch kommt häufiger im Winter vor. Während sie im Sommer nur 1-2 Tage andauert, weht sie im Winter manchmal bis zu 2 Wochen am Stück. Sie tritt nicht nur zu einer bestimmten Tageszeit auf, aber erreicht ihre maximale Stärke eher nachmittags bzw. abends.

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