Das richtige Schlauchboot finden

Beliebteste Bootsklasse

Wohl kaum eine Bauart von Booten ist so weit verbreitet wie das Schlauchboot. Die Vorteile liegen auf der Hand: Vom Paddelboot, Angelboot, über Dingi bis hin zum hochmotorisierten Rib sind die Einsatzmöglichkeiten nahezu unbegrenzt. Schlauchboote sind leicht, flexibel, gut zu transportieren und in der Regel günstiger als Festrumpfboote aus GFK.

Die Vielfalt setzt sich in unterschiedlichen Größen, Ausführungen und Varianten fort. Häufig stellt sich daher die Frage, welches Schlauchboot zu welchem Einsatzbereich am besten passt,

Unser Schlauchboot-Ratgeber beantwortet die wichtigsten Fragen.

Kennzeichnungspflicht

Für Schlauchboote gelten die selben gesetzlichen Bestimmungen wie für alle anderen Bauarten und Ausführungen von Booten. Sportboote mit einer Motorleistung von mehr als 2,21 kW (3 PS) und Segelboote ohne Motor über 5,50 m Rumpflänge müssen auf allen deutschen Binnenschifffahrtsstraßen, auf denen die Binnenschifffahrtstraßenordnung gilt, gemäß der „Verordnung über die Kennzeichnung von auf Binnenschifffahrtsstraßen verkehrenden Kleinfahrzeugen (KIFzKV-BinSch)“, ein Kennzeichen führen.

Das Kennzeichen muss gut lesbar (hell auf dunkel, dunkel auf hell) und dauerhaft angebracht werden. Die Buchstaben müssen eine Mindesthöhe von 10 cm besitzen. Zwar können die Kennzeichen prinzipiell auch am Heckspiegel angebracht werden, bei einem motorisierten Schlauchboot reicht allerdings der Platz nicht aus, da der Motor das Kennzeichen immer verdecken wird. Deshalb müssen die Kennzeichen auf den Schläuchen des Rumpfes (beidseitig) angebracht werden. Im Handel gibt es entsprechende Klebebuchstaben für PVC-Schlauchboote.

Schlauchboote mit Lattenboden

Die einfachste und günstigste Lösung für ein Schlauchboot ist eine Ausführung mit Lattenboden. In diesem Fall besteht der Boden des Schlauchbootes aus PVC, der mit herausnehmbaren Latten oder einem faltbaren Lattenboden verstärkt wird. Der Vorteil: Schlauchboote mit Lattenboden sind gut zu verstauen, werden meistens mit passender Transporttasche geliefert. Sie sind leicht und günstig. Diese Boote bieten sich zum Beispiel als Beiboot (Dingi) auf kleineren Motor- bzw. Segelbooten an oder als Sportboote, mit denen nur kurze Strecken in geschützten Küsten- bzw. Binnenrevieren oder in der Ankerbucht gefahren werden.

Nach dem Gebrauch können sie einfach in der Backskiste an Bord oder im Kofferraum transportiert werden.

Die ideale Motorisierung liegt hier meistens bei 2,5 bis 5 PS. Zwar vertragen viele Modelle auch einen größeren Motor, allerdings lässt die Fahrstabilität bei höheren Geschwindigkeiten merklich nach.

Lattenboden Schlauchboot Lattenboden Schlauchboot

Schlauchboote mit Aluminiumboden

Speziell bei Anglern sind Schlauchboote mit einlegbaren Aluminiumböden sehr beliebt. Hier besteht der Boden wie bei Schlauchbooten mit Latten aus nicht aufblasbarem PVC – wird aber durch Platten aus Aluminium verstärkt. Der Boden wird stabiler und ist geschützt vor Beschädigungen durch spitze Gegenstände wie Angelhaken oder Messer. Der feste Boden führt zu einer höheren Stabilität und es lässt sich auch sicher darauf stehen. Da der Boden aus mehreren Teilen besteht, lassen sich die Boote auch gut verstauen.

Schlauchboote mit Alu-Böden eignen sich dazu auch gut als Beiboote, in denen oft viel transportiert werden soll. Die Stabilität ist höher als bei Lattenböden und feste Gegenstände und spitz können sicherer transportiert werden.

Schlauchboot Dingi

Schauchboote mit festem Rumpf

Festrumpf-Schlauchboote besitzen einen v-förmigen Rumpf aus GFK oder Aluminium. Durch die Rumpfform und dem festen Material besitzen sie eine hohe Stabilität, viel Auftrieb und ein gutes Kursverhalten. Somit eignen sich Festrumpf-Schlauchboote auch für längere Strecken mit höheren Geschwindigkeiten. Sie werden als Freizeitboote, Angelboote und Beiboote bzw. Tender genutzt.

Durch die hohe Stabilität sind Motorisierungen – je nach Herstellerangaben und Größe – von 5 oder 15 PS aufwärts möglich. Durch den festen Boden und die Stabilität gibt es hier zahlreiche Varianten – vom einfachen 3 Meter Dingi bis hin zu größeren Booten mit festem Steuerstand und Aufbauten, wie zum Beispiel für Zugboote zum Wakeboarden oder Wasserski-fahren. Die Möglichkeiten sind fast unbegrenzt, bis hin zu großen RIBs (Rigid Inflatable Boat) für den Transport mehrerer Personen oder als Rettungsboote mit mehreren hundert PS.

Festrumpf-Schlauchboote sind auch in Offshore-Revieren fahrbar, weshalb sie sehr häufig als Dingi für Yachten auf Langfahrt zum Einsatz kommen. Zum Transport sind jedoch in der Regel Davits erforderlich. Für kleinere Strecken, zum Beispiel von Ankerbucht zu Ankerbucht, können sie indes wegen der hohen Kurs-Stabilität sehr gut nachgeschleppt werden.

 

 

 

Wartung, Pflege und Reparatur

Schlauchboote gelten als nicht besonders Pflegeintensiv, es sollten aber dennoch einige Punkte beachtet werden.

  • Nach der Benutzung und vorm verstauen sollten die Schläuche immer mit klarem Wasser gespült und mit einem weichen Lappen gereinigt werden. Vor allem nach der Benutzung in Salzwasser
  • Vor dem Zusammenfalten muss das Boot vollständig getrocknet sein. Feuchtigkeit kann zu Schimmelbildung führen.
  • Bei der Lagerung zu starke und lange Sonneneinstrahlung vermeiden. Bei dem Transport an Davits eignen sich Persenninge zum Schutz vor UV-Belastung
  • Im Handel gibt es spezielle PVC-Pflegemittel, die das Material geschmeidig halten

Vor jeder Benutzung auf Undichtigkeiten prüfen. Bei längerer Nichtbenutzung sollte eine eingehende Dichtigkeitsprüfung erfolgen. Über die Zeit können die Weichmacher im Material ihre Wirkung verlieren und die Schläuche brüchig und rissig werden.

Risse, Löcher und Schäden können mit Reparatursets geflickt werden. In jedem Falle sollten die passenden Reparaturmaterialien benutz werden – Herstellerangaben beachten. Für Unterwegs gibt es auch klebefreie Reparaturkits im Zubehörhandel. Ein Reparaturset sollte stets an Bord sein, ebenso eine Pumpe.

RIB Schlauchboot

FAQs

  • Was bedeutet „RIB“?

RIB ist die Abkürzung von Rigid Inflatable Boat – was frei übersetzt aufblasbares Boot mit Festrumof bedeutet

  • Welcher Außenborder für ein Schlauchboot?

Wie stark die Motorisierung sein sollte, hängt von der Größe, der Bauart, dem Revier und den Herstellerangaben ab. Lesen Sie hier unseren Ratgeber dazu.

  • Was bedeutet Dingi?

Dingi, auch Dinghy oder Dinghi geschrieben, ist die englische Bezeichnung für ein kleines Boot, welches von einer Person bedient werden kann. Ursprünglich stammt der Begriff aus Indien.