Berliner Gewässer

Ideale Wasserwelten in Berlin und Brandenburg

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Eine kurzweilige Mischung aus Boots-, Städte- und Kultururlaub erwartet Skipper in der Metropole Berlin und in den umliegenden Revieren an der Potsdamer Havel und den Brandenburger Havelseen.

Die Hauptstadt Berlin auf eigenem Kiel oder mit Charterboot auf der Spree oder einem der vielen Kanäle zu erkunden ist ein Highlight. Dabei kann dem Bundespräsidenten in den Garten geschaut und das Kanzleramt vom Wasser aus betrachtet werden. Selbst beschauliche Wasserwege mit viel Ruhe und Muße gibt es in der Metropole zu entdecken.
Skipper, die Berlin erstmals vom Wasser aus erleben, werden überwältigt sein von der weitläufigen, bezaubernden und interessanten Wasserlandschaft. Natur pur, pulsierendes Hauptstadtleben und his­torisch interessante Stätten – all dies kann quasi im Vorbeifahren erlebt werden.

Havelseen und Dahme

Idyllische Landschaften mit schilfbewachsenen Ufern an weiten Seen und romantischen Flussläufen wollen genossen, prachtvolle Schlösser und Gärten wie Charlottenburg und Sanssouci am Havel­ufer erkundet und historische Städte im Land Brandenburg erlebt werden. Die Potsdamer und Brandenburger Havelseen bieten den perfekten Urlaubsmix. Kunst- und Kulturliebhaber sollten aus­reichend Zeit für Landgänge einplanen.
Im südöstlichen Brandenburg locken Müggelspree und Dahme Richtung Königs Wusterhausen zum Schloss Friedrich Wilhelms I. und in die Natur zu traumhaften Ankerbuchten an ruhigen Ufern.

Mit dem Boot zum Kanzleramt

Auf der Spree von Spandau durchs Regierungsviertel und weiter auf der Dahme zum Müggelsee, dem größten See Berlins.

Spree Citytörn – Südlich der Zitadelle Spandau fließen Havel und Spree, die zur Spree-Oder-Wasserstraße (SOW) zählt, zusammen.
Spreeaufwärts geht es mitten hinein nach Berlin. An Steuerbord wird Schloss Charlottenburg passiert. Von der Sportbootliegestelle Charlottenburger Ufer (s. Nr. 17) sind Schloss und Park fußläufig zu erreichen. Richtung Regierungsviertel (hier ist UKW-Sprechfunk vorgeschrieben) häufen sich bald die Landmarken: Schloss Bellevue des Bundespräsidenten, das Kanzleramt, Humboldthafen, Reichstag, Schiffbauerdamm mit einer Sportbootliegestelle (s. Nr. 20), Museumsinsel, Berliner Dom, Stadtschlossbaustelle und Rotes Rathaus am Rande des Nicolaiviertels. Dieses ist von der Sportbootliegestelle Wallstraße (s. Nr. 21) im Spreekanal (SpK) hinter der Mühlendammschleuse gut zu erreichen. Nach dem Abzweig des Spreekanals wird die Spree breiter. Unter der neugotischen Oberbaumbrücke hindurch geht es am Badeschiff vorbei zur 30 m hoch aufragenden Skulptur des Molecule Man. Flussaufwärts liegt am linken Spreeufer eine Sportbootliegestelle (s. Nr. 22) gegenüber der Insel der Jugend und einer Wasserflugzeug-Startbahn. Bei km 26,3 der SOW zweigt der Britzer Verbindungskanal (BVK) nach Süden zum Teltowkanal (TeK) ab. Dieser ist die Umgehung der Berliner Innenstadt Richtung Potsdam. Bei km 28,3 des TeK, beim Hafen Britz-Ost, zweigt nahe der Autobahnbrücke an Steuerbord der Neuköllner Schifffahrtskanal (NK) ab. Durch die Selbstbedienungsschleuse Neukölln-Unterhafen geht es in den Landwehrkanal (LWK) und auf diesem zurück zum Ausgangspunkt in Spandau.

Rundtörn Köpenick

Die eintägige Rundtour (ca. 25 km) startet bei Schloss Köpenick und führt über Dämeritzsee, Müggelspree (MgS) und Großen Müggelsee zurück nach Berlin. Ab Köpenick befährt man die Dahme, die zur SOW gehört, bis in den zum Segeln idealen Langen See. An Backbord liegen die immerhin bis zu 114,7 m hohen Müggelberge. Bei km 44 der SOW geht es bei Schmöckwitz Richtung Nordost in den bei Seglern beliebten Seddinsee. Hier beginnt ein Charterrevier. Anschließend wird über den Gosener Kanal (GoK) der Dämeritzsee erreicht.
Östlich des Gosener Kanals erstreckt sich das größte Naturschutzgebiet Berlins, das seltene Farne und Blütenpflanzen schützt und ein Refugium zahlreicher Tierarten ist. Seeadler, Kraniche und der seltene Wachtelkönig können hier beobachtet werden.
Über den Dämeritzsee bei Erkner sind die Rüdersdorfer Gewässer (RüG) im Norden zu erreichen. Wegen geringer Wassertiefen kann die Müggelspree ab Dämeritzsee Richtung Ost nur von Sportbooten mit geringem Tiefgang befahren werden. An der Westseite des Dämeritzsees führt der Törn über die Müggelspree vorbei an der Kanallandschaft ›Neu Venedig‹ in den Kleinen und den Großen Müggelsee. Das Befahren der Kanallandschaft ›Neu Venedig‹ ist wegen geringer Wassertiefe (0,5 m) und sehr niedriger Brückenhöhen nicht zu empfehlen. Wochenendhäuschen und prächtige Villen säumen hier baumbewachsene Ufer. Der Große Müggelsee ist ein beliebtes Segelrevier, Motorboote dürfen die betonnte Fahrrinne nicht verlassen. Bei der Baumgarteninsel in Köpenick trifft die Müggelspree wieder auf die SOW. Backbord geht es zum Schloss Köpenick zurück, Steuerbord via „Alte Spree“ nach Berlin-Mitte.

Vom Seddinsee ins Umland

Ein Abstecher nach Süden verläuft von Schmöckwitz am Seddinsee in den Zeuthener See. Die Flussstrecke Notte der Dahme-Wasserstraße (DaW) führt Richtung Königs Wusterhausen, die Hauptstrecke durch die Schleuse Neue Mühle ins Charterrevier von Krimnick- und Krüpelsee. Kürzer ist der Rundtörn vom Zeuthener See über Großer Zug und Krossinsee nach Wernsdorf zur Steinfurter Schleuse. Nun leitet die SOW via Seddinsee zurück nach Berlin, und der Oder-Spree-Kanal (OSK) strebt nach Osten der Oder zu.

Berlin mit Spree, Havel und Dahme

Trubel beim Citytörn und beschauliche Naturerlebnisse zwischen Wannsee, Köpenick und den Wernsdorfer Gewässern.

Elf schiffbare Wasserstraßen mit fast 200 km Länge durchziehen Berlin. Die Spree erstreckt sich zwischen dem Dämeritzsee bei Erkner und der Mündung in die Havel in Span­dau über 46 km. Zwei Schleusen, in Charlottenburg und die Mühlendammschleuse, sind zu durchfahren, und die niedrigste Brückenhöhe mit 4,0 m wartet bei km 18,2. Die gemeinsam 6,7 km2 messenden Wannsee und Tegeler See im Westen und der alleine schon 7,5 km2 große Müggelsee im Osten sind beliebte Segelreviere.
Berliner Kanäle sind der Berlin-Spandauer Schifffahrtskanal (BSK), Westhafenkanal, Charlottenburger Verbindungskanal und der Britzer Verbindungskanal (BVK), die in Summe 22 km Wasserstraßen bilden. Nur 3,63 m Durchfahrtshöhe lässt auf diesen eine Brücke in Tegel (km 30,8), und es gibt auch nur eine Schleuse in Plötzensee. Wichtiger ist der 10,9 km lange Landwehrkanal (LWK), den in Kreuzberg mit 3,3 m die niedrigste Brücke bei km 5,6 überspannt und dessen ­Pegel durch die Unter- und die Oberschleuse reguliert wird. Weiter südlich umgeht der Teltowkanal (TeK) die City auf 38 km Länge, mit der Schleuse Kleinmachnow und der Böckmannbrücke mit 3,69 m Durchfahrtshöhe am Griebnitzsee. Der durch Kreuzberg fließende 4 km lange Neuköllner Schifffahrtskanal (NK) besitzt nur eine Schleuse. Hier wartet die niedrigste Brücke mit 2,71 m Höhe bei km 3,61.
Im Südosten bieten sich reizvolle Törns an, u.a. auf Müggel- und Dämeritzsee und der Dahme, die ab Eichwalde als Dahme Wasserstraße (DaW) die Wernsdorfer Seenkette, den Möllenzugsee mit dem Charterrevier Krüpelsee und die Zernsdorfer Lanke umfasst.
An öffentlichen Sportbootliegestellen in Berlin dürfen Sportboote bis zu 24 Std. kostenlos – ohne Strom und Frischwasser – liegen. Rettungsleitern dürfen nicht mit Leinen belegt werden! Neun der insgesamt vierzehn Liegestellen sind als ADAC Infopoints eingerichtet. Hinweistafeln mit Kartenausschnitten nennen Telefon- und Notrufnummern, nahe Arztpraxen und Krankenhäuser, Verkehrsanbindungen, Sehenswürdigkeiten, Apotheken, Supermärkte, Schleusen und Bootstankstellen.

Brandenburg und Potsdamer Havel

Rund 180 Flusskilometer, über 40 Seen, Kanäle und verschlungene Flussarme warten im Havelland auf Freizeitskipper.

Die Potsdamer Havel (PHv) ist eine 28,6 km lange V-förmige Nebenstrecke der Unteren Havel-Wasserstraße (UHW). Die Potsdamer Havel erscheint dabei als eine Aneinanderreihung großer, oft flacher Seen, zwischen denen schmale Flussabschnitte liegen. Die Kilometrierung folgt nicht dem gewohnten Schema in Fließrichtung. Stattdessen verläuft die Zählung der PHv gegen die Fließrichtung und damit bergauf. Ihr km 0 liegt im Göttinsee, und sie mündet in die UHW im Jungfernsee nahe der Glienicker Brücke – der geschichtsträchtigen Agentenbrücke – und dem Teltowkanal (TeK). Hier beginnt die Hauptstrecke der UHW, die kürzeste Verbindung von Potsdam über den Fahrlander See zum Göttinsee.
Auf der Flussstrecke Potsdamer ­Havel gilt eine Höchstgeschwindigkeit von 12 km/h, auf Seen und ab 250 m Breite 25 km/h bei mindestens 100 m Abstand zum Ufer.
Die geringste Durchfahrtshöhe ­beträgt in Werder 5,08 m, in Potsdam Neue Fahrt 5,32 m an der Langen Brücke und 5,20 m an der Eisenbahnbrücke. Auf der Alten Fahrt aber ist die Fußgängerbrücke nur 3,02 m hoch. Die Wassertiefen schwanken zwischen 90 und 140 cm.
Die Untere Havel-Wasserstraße verbindet Berlin-Spandau mit dem Jungfernsee. Dann folgt ihre Haupt­strecke dem Sacrow-Paretzer Kanal (SPK) in den Göttinsee und trifft dort wieder die Havel. Über Ketzin, Brandenburg an der Havel und Rathenow strebt die UHW bis Havelberg. Über den Elbe-Havel-Verbindungskanal wird schließlich die Einmündung in die Elbe bei km 148,43 km erreicht. Die Höchst­geschwindig­keiten entsprechen denen auf der Flussstrecke Pots­damer Havel.
Die Mittlere Havel, nach dem Zusammenfluss der Hauptstrecke mit der PHv, prägen große Seen, abkür­zende Kanäle und naturnahe Fluss­strecken unterhalb Ketzins, Flussmäander, Durchstiche und Inseln.
Der 34,6 km lange Havelkanal (HvK) verbindet den Göttinsee mit dem Nieder Neuendorfer See südlich von Henningsdorf. Der HvK ist mit nur einer Schleuse bei Schönwalde als Umfahrung von Potsdam und Berlin geeignet und zugleich die kürzeste Verbindung zwischen der UHW und dem Oder-Havel-Kanal. Auf dem HvK gilt eine Höchstgeschwindigkeit von 9 km/h (örtlich teils geringer). Die Wassertiefe beträgt 2,5 m, die geringste Durchfahrtshöhe 4,5 m.

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Auf Fontanes blauer Havel

Das Wasserreich der Havel verbindet Berlin mit Potsdam, den Brandenburger Havelseen, der Inselstadt Werder und Rathenow.

Theodor Fontane – beschrieb einst die Region um Werder, Töplitz und Caputh: »Blaue Havel, gelber Sand, Schwarzer Hut und braune Hand, Herzen frisch und Luft gesund, Und Kirschen wie ein Mädchenmund.«
Der Törn von Spandau über Potsdam bis Rathenow ist je nach Variante zwischen 92 und 103 km lang, mit nur drei Schleusen (Vorstadtschleuse Rathenow, Bahnitz, Vorstadtschleuse Brandenburg). Bei Bahnitz beträgt die niedrigste Durchfahrtshöhe 4,58 m.

Spandau – Pfaueninsel

Im Süden von Spandau, ab km 4
der Unteren Havel-Wasserstraße (UHW), verbreitert sich die Havel mit vielen Inseln wie Lind-, Schwanen- und Kälberwerder. Idyllische kleine Badebuchten vor bewalde­ten Hügeln säumen die Szenerie. Über den Baumwipfeln ragt der 56 m hohe Grunewaldturm, ein beliebtes Ausflugsziel, hervor. Nächste Landmarke ist die 67 ha große Pfaueninsel mit ihrem pittoresken Schloss. Hier gibt es keine Anlegemöglichkeit für Sportboote. Entlang der Kladower Seestrecke mit der Sacrower Heilandskirche an Steuerbord wird im Süden die Potsdamer Havel an der Glienicker Brücke erreicht.

Raus zum Wannsee

Eine Variante bietet sich kurz nach der Insel Schwanenwerder bei km 11 der UHW, also noch vor der Pfaueninsel, an. Hier öffnet sich an Backbord der Große Wannsee mit dem Strandbad – das Badeparadies der Berliner und Touristen schlecht­hin. Diese Rundtörn-Variante von einigen Kilometern führt im Uhrzeigersinn durch den Kleinen Wannsee mit seiner beeindrucken­den Uferbebauung in ­Pohle- und Stölpchensee. Über den Grieb­nitzkanal, auch Prinz-Friedrich-Leopold-Kanal (PFLK) genannt, wird der Griebnitzsee erreicht. In den Griebnitzsee mün­det, aus Berlin kommend, der Teltowkanal (TeK). Vorbei an Schloss und Park Babelsberg an Backbord folgen wir dem Teltowkanal zum Tiefen See, in dem wieder an der Glienicker Brücke das Ende der Potsdamer Havel (km 28,3) erreicht ist.
Gen Süden ist das nächste Ziel Potsdam, die Landeshauptstadt Brandenburgs mit vielen Sehenswürdigkeiten. Besondere Highlights sind hier die Schlösser Sanssouci und Cäcilienhof.

Nach Werder an der Havel

Der direkte Weg nach Brandenburg lässt Potsdam aus und bleibt auf der Hauptstrecke der UHW, dem Sacrow-Paretzer Kanal (SPK).
Die längere, dafür schönere Route über die Potsdamer Havel nach Süden ist jedoch ein Muss für jeden Wassersportfreund. Hier geht man der Berufsschifffahrt aus dem Weg, trifft allerdings auf zahlreiche Sportboote und Ausflugsdampfer. Der Potsdamer Havel folgt die Route vom Tiefen See südwärts in den Templiner See, an dessen Ufer Albert Einstein seinen Sommersitz hatte. Weiter führt der Schlag vorbei an Caputh mit dem barocken Lustschloss des Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg und durch das Caputher Gemünde in den Schwielowsee. Danach geht es in Richtung Werder an der Havel und Großer Zernsee. Nicht nur im Frühjahr, zur Zeit der Baumblüte, lockt das Obst- und Weinanbaugebiet um die Stadt zahlreiche Touristen an. Viele Orte lohnen einen ausgedehnten Landgang. So die Inselstadt Werder selbst, wo sich der Turm der Heilig-Geist-Kirche in den Himmel reckt, die Fontane eine ›Kleinstadtkathedrale‹ nannte. Anlege- und Versorgungsmöglichkeiten gibt es reichlich auf diesem Abschnitt. Die seenartigen Havelerweiterungen sind zudem ideale Segelparadiese mit ruhigen, idyllischen Ankerbuchten.

Kurs Brandenburg

Am Nordwestende des Zernsees befinden sich die ADAC Stützpunkte Ringel und Zernsee, nahe der Autobahnbrücke Zernsee (Durchfahrtshöhe ca. 10 m). Säum­ten bislang Villen und historische Orte die Ufer, so sind es jetzt Fischerdörfer in ländlicher Szenerie. Durch diese mäandert die Havel talwärts. Hier kommt man ohne Brücken und Schleusen bis nach Brandenburg an der Havel. Zuvor aber wird der Göttinsee erreicht, in den von Westen die UHW und von Norden der Havelkanal münden. Charterer müssen sich nun auf den Rückweg begeben, denn hier endet das Charterrevier der Potsdamer Havel. Weiter über Ketzin und ­Trebelsee havelabwärts ist der Sportbootführerschein Binnen Pflicht.
Durch die Osthavelniederung geht es nach Brandenburg a.d. Havel. Vor der Stadt öffnen sich dem Skipper zwei Wege. Brandenburger Stadtkanal und Niederhavel (Segelboote benötigen einen legbaren Mast) führen in die Stadt. Nördlich ist es der Silokanal, der durch die Vorstadtschleuse erreicht wird. Der Kanal mündet nordwärts die ¬wenig befahrene, langgestreckte Beetzseenkette. Diese ist wieder ein Charterrevier, welches im Nordosten des Sees endet. Westlich der Stadt Brandenburg sind die bei Segler und Charterer beliebten Havelseen: Breitlingsee, Möschener und Plauer See zu finden.

Rathenow

Kurs Nord führt vom Plauer See quer durchs Havelland bis Ra­thenow. Hier teilt sich die Havel in vier Arme und umarmt die kleine historische Stadt. Sie gilt als eine Wiege der optischen Industrie, wie im Optik-Industrie-Museum gezeigt wird. Im Ortsteil Böhne begegnet man wieder Theodor Fontane: Eines der Vorbilder seiner Effi Briest lebte als Baronin von Ardenne einige Jahre im hiesigen Schwedenhaus.

Törnvorschlag: Berliner Runde

Eine Zeitreise von Potsdam in das Zentrum der Weltmetropole Berlin.

Es gibt weltweit kaum eine aufregendere Tour, die so gespickt mit Sehenswürdigkeiten und atemberaubenden Erlebnissen ist, wie eine Rundfahrt von Potsdam in das Herz von Berlin. Die Tour gleicht einer Zeitreise durch die prunkvolle Geschichte Preußens. Los geht es in der mit historischen Bauten gespickten Landeshauptstadt Potsdam in Richtung Norden. Dort über den Wannsee nach Spandau und über die Untere-Havel-Wasserstraße (UHW) in die Berliner Spree. Auf dieser Strecke warten zahlreiche ­Sehenswürdigkeiten und das Regierungsviertel darauf, vom Wasser aus und zu Land erkundet zu werden. Danach bietet sich die Möglichkeit, die sogenannte ›Große Umfahrt‹ zu nehmen und bis zu den Müggelbergen zu fahren.
Anschließend geht es entweder über den Landwehr- oder den Teltowkanal auf den Rückweg nach Potsdam.
Unterwegs gibt es zahlreiche Liegemöglichkeiten, um den Törn zu einem unvergesslichen Erlebnis werden zu lassen. Für die Tour durch Berlin bestehen spezielle Befahrensregeln, die weiter unten in diesem Tourset aufgelistet sind und unbedingt beachtet werden müssen.

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A Potsdam

Potsdam ist mit seinen vielen Sehenswürdigkeiten nicht nur eines der beliebtesten Auflugsziele in Deutschland, sondern auch ein echtes Wassersportmekka. Zahlreiche Hafenanlagen und Marinas laden dazu ein, die Stadt bei einem ausgiebigen Landgang zu erkunden.

Marina am Tiefen See
Am Südwestufer des gleichnamigen Sees liegt die Marina am tiefen See (BB582) sehr schön am Babelsberger Park. Von hier sind es nur wenige Minuten zu Fuß ins Zentrum. Die Marina bietet Liegeplätze für 70 Yachten und Sportboote bis 15 Meter Länge. Die Wassertiefe ist mit 6 Meter angegeben. Der Hafen verfügt über ein reichhaltiges Serviceangebot, und die  Versorgungsmöglichgeiten sind sehr gut. Das hafeneigene Restaurant ist nicht nur bei Wasserportlern sehr beliebt. Ein Brötchenservice rundet den angenehmen Aufenthalt ab.

Yachthafen Potsdam
Am Nordwestufer des weiter südlich gelegenen Templiner Sees liegt der Yachthafen Potsdam (BB562) mit 240 Liegeplätzen.  Hier können Yachten bis 40 Meter Länge auf einer Tiefe von 1,90 Meter einen Platz finden. Der Hafen bietet ein reichhaltiges Angebot an Service rund um den Wassersport. Ein Lebensmittelmarkt ist in der Nähe vorhanden. Direkt am Hafen befindet sich eine Straßenbahn-Haltestelle. Der hafeneigene Biergarten lädt zum Sundowner ein.

Potsdam bietet seinen Besuchern viele Sehenswürdigkeiten. Über zahlreiche Schlösser und historische Gebäude verfügt die frühere Residenzstadt der preußischen Könige. Das berühmte Hohen­zollernschloss Sanssouci mit seiner Parkanlage gilt als eines der bedeutendsten Bauwerke des Rokoko. 1745 ließ sich König Friedrich II. das Sommerschloss anhand von eigenen Skizzen errichten.
Im Sommer finden hier, wie auch an vielen anderen Plätzen in Potsdam, häufig kulturelle Veranstaltungen und Konzerte statt. Neben Sanssouci findet man hier auch die Orangerie und mit dem neuen Palais einen weiteren Prachtbau.
Darüber hinaus gelten auch der Babelsberger Park, die Universität und das holländische Viertel als die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der his­torischen Stadt im Südwesten von Berlin. Um Potsdam zu erkunden, sollten mindestens ein bis zwei Tage eingeplant werden.

B Zum Wannsee

Nach dem Verlassen Potsdams wird hinter der historisch berühmten ­Glienicker Brücke, auf der in der Zeit des kalten Kriegs Agenten zwischen den Ost- und Westmächten ausgetauscht wurden, der Jungfernsee erreicht. Im Nordwesten befindet sich von weitem sichtbar die 1844 im italienischen Stil erbaute Heilandskirche. Diese ist bei Wasserportlern sehr bekannt, weil dort jedes Jahr am letzten Samstag im September der Sportschiffer-Gottesdienst stattfindet. Hunderte Sportboote versammeln sich dann auf dem Wasser, um den Saisonabschluss zu begehen.
Nach dem Jungfernsee wird die Havel erreicht, wo nach ein paar Kilometern die beliebte Pfaueninsel passiert wird. Das gleichnamige Schloss ist eines der beliebtesten Ausflugsziele der Berliner. Rund um die Insel befinden sich – je nach Windrichtung – viele gut geschützte Ankerplätze. In der Hauptsaison kann es hier jedoch von Ankerliegern recht voll werden. Dennoch eignet sich die Insel sehr gut, um hier eine Nacht vor Anker zu verbringen oder um ­einen Abstecher auf die Insel zu ­unternehmen. Die Insel kann sowohl nördlich als auch südlich passiert werden. Die südliche Durchfahrt ist jedoch eher Ortskundigen zu empfehlen, weil es hier stellenweise eng ist und starker Verkehr von Fahrgastschiffen herrscht.
Nachdem die Pfaueninsel im Heckwasser liegt, wird die Einfahrt in den Großen Wannsee erreicht. Hier gilt es unbedingt zu beachten, dass hier fast immer viel Verkehr von Motorbooten, Segelyachten und Fahrgastschiffen herrscht. Am Südwestufer des großen Wannsees befinden sich bei km 3,2 die beiden Bootswerften Nixe (BB612) und Ruhs (BB613), die zusammen insgesamt rund 250 Liegeplätze aufweisen.
Hier können auch größere Yachten auf bis zu 5 m Wassertiefe festmachen. Beide Marinas liegen sehr schön mit tollem Ausblick über den Wannsee. Die Servicemöglichkeiten sind gut. Gaststätte und Lebensmittelmarkt befinden sich etwa 2 km von den Häfen entfernt. Der Bahnhof Wannsee befindet sich in Laufweite.

C Spandau, Marina Lanke

Nur etwa 10 km vom Südufer des Wannsees entfernt liegt Spandau, das über viele Anlegemöglichkeiten verfügt. Dieser Ortsteil Berlins ist idealer Startpunkt, um am Folgetag auf der Spree durch die Berliner Innenstadt zu fahren. In Spandau bietet sich die Marina Lanke (BB625) als perfekte Zwischenstation an. Die Anlage ist der größte Sportboothafen von Berlin und bietet 270 Wasserliegeplätze und 150 Trockenliegeplätze für Yachten bis 16 m Länge. Hier gibt es allen erdenklichen Service für Wassersportler. Die Versorgung ist außerordentlich gut. Die Marina liegt sehr zentral (ca. 30 Min. bis ins Zentrum Berlins) an der Unteren-Havel-Wasserstraße mit fantastischem Ausblick.
Wer den Weg zu Fuß oder mit dem ÖPNV nach Spandau vermeiden will, kann direkt am städtischen Anleger in der Altstadt anlegen. Den Altstadthafen (BB634) erreicht man 300 m hinter der Spandauer Schleuse auf der rechten Uferseite (von ­Süden aus kommend links).
Für den Landgang nach Spandau eignet sich der Besuch der Zitadelle, einer Festungsanlage aus dem 16. Jh. Hier finden regelmäßig Ritter-Schaukämpfe sowie andere Events statt.
Wem der Abschnitt vom Wannsee nach Spandau zu kurz ist, kann auch einen Abstecher auf den weiter im Norden gelegenen Tegeler See machen. Hier gibt es auch mehrere kleine Sportboothäfen sowie gute Möglichkeiten zum Ankern.

D Durch die Berliner City

Diese Route zählt sicher zu den spektakulärsten Bootstouren weltweit. Da auf der Strecke sehr viel Verkehr von Ausflugsschiffen herrscht, unterliegt die Spree-Oder-Wasserstraße bestimmten Befahrensregeln. Man sollte sich unbedingt vorher über die Vorschriften informieren. Die wichtigsten Bestimmungen im Überblick:

Spree-Oder-Wasserstraße
Anforderungen an die Kleinfahrzeuge/Kleinfahrzeugführer: die Spree-Oder-Wasserstraße vom Kanzleramtssteg (km 14,10) bis zur Oberbaumbrücke (km 20,70) – einschließlich Spreekanal – darf von Kleinfahrzeugen nicht befahren werden, wenn
• sie ohne Maschinenantrieb fahren
• sie mit einer Antriebsmaschine ausgestattet sind, die eine Nutzleistung von weniger als 3,69 W (5 PS) aufweisen
• der Kleinfahrzeugführer nicht im Besitz einer Fahrerlaubnis zum Führen von Sportbooten (Sportbootführerschein gemäß SportbootFüV – Bin) ist (gilt hier auch für Fahrzeuge mit weniger als 15 PS).

Sprechfunkpflicht
Die Spree-Oder-Wasserstraße (SOW) von der Lessingbrücke (km 12,01) bis zur Schleuse Mühlendamm (km 17,8) darf von Fahrzeugen/Verbänden in der Zeit vom 01.04. bis 31.10. von 10.30 bis 19 Uhr nur befahren werden, wenn sie mit einem zugelassenen und betriebsbereiten UKW-Sprechfunkgerät ausgestattet sind.
Nachdem die Charlottenburger Schleuse durchfahren ist, wartet eine Strecke voller Highlights auf die Wassersportler. Direkt hinter der Schleuse geht es von Westen kommend nach rechts in die Spree-Oder-Wasserstraße. Der Westhafenkanal ist der Berufsschifffahrt vorbehalten.

ADAC Info Points
Auf dem Teilstück bis Köpenick gibt es sechs sogenannte 24-Stunden-Haltemöglichkeiten. Diese Haltestellen sind kostenlos, dafür ohne Versorgung. Es ist vor allem in der Hauptsaison damit zu rechnen, dass hier viele Sportboote liegen, um von dort die Berliner City zu erkunden. Wie man der Bezeichnung entnehmen kann, ist es nicht mehr als 24 Stunden gestattet, an diesen Stegen zu liegen. Viele dieser Anlegestellen sind mit ADAC Info Point Wegweiser ausgestattet und bieten einen Überblick zu Verkehrsanbindungen oder Versorgungsmöglichkeiten sowie Arzt und Apotheke. Als beliebteste Liegeplätze gelten der Anleger am Schiffbauer Damm, nahe des Reichstages und des Regierungsviertels, sowie der Anleger Spreekanal zwischen der Museumsinsel und der Jannowitzbrücke. Man sollte stets damit rechnen, eventuell keinen Platz mehr zu bekommen und zum nächstgelegenen Anleger weiterfahren zu müssen. Sollten alle 24-Stunden-Anleger belegt sein, rät es sich, eine der Marinas in der Rummelsburger Bucht anzulaufen. Auch von hier aus lässt sich die Stadt gut erkunden, und man darf dort auch in Absprache mit dem Hafenmeister mehrere Tage liegen.
Auf dem Weg passiert man zahlreiche Sehenswürdigkeiten: Schloss Charlottenburg, Schloss Bellevue, Kanzleramt, Hauptbahnhof, Reichstag, Regierungsviertel, Museums­insel, Mühlendammschleuse, Oberbaumbrücke und das Kunstwerk Molecule Man in Treptow, um nur einige zu nennen.
Die Durchfahrt durch Berlin ist leicht an einem Tag zu bewältigen. Die meisten werden sich aber ein paar Tage Zeit nehmen, um von den Anlegestellen die Umgebung zu erkunden und das bunte Treiben Berlins zu beobachten. Je nach Lust und Laune kann hier ein ausgedehnter Bootsurlaub mitten in Berlin verbracht werden. Mit der Rummelsburger Bucht ist die Berliner Innenstadt durchquert.

E Citymarina Rummelsburg

Die Citymarina Rummelsburg (BB816) befindet sich auf km 23,9 (LU) auf dem Rummelsburger See. Sie bietet 50 Liegeplätze für Sportboote bis 15 m Länge mit bis zu 2 m Tiefgang. Die Marina liegt im Stadtteil Treptow mit guter Anbindung an den ÖPNV. Ein Lebensmittelmarkt befindet sich in Laufweite.
Von der Citymarina Rummelsburg gilt es auch, die Rückfahrt nach Potsdam zu planen. Denn dafür gibt es gleich mehrere Möglichkeiten.

F Landwehrkanal

Der durch die Innenstadt führende 10,9 km lange Landwehrkanal (LWK) darf von motorisierten Sportbooten nur in Ost-West-Richtung befahren werden. Er beginnt vor der Oberbaumbrücke an der Sportbootwartestelle Oberschleuse. Dieser Weg ist nur für Sportboote geeignet, welche die Brücke bei km 5,6 mit nur 3,30 m Durchfahrtshöhe passieren können.
Nach dem Schleusen folgt man dem Kanal, an der Lohmühleninsel vorbei und biegt nach ca. 2 km leicht rechts ab entlang dem Maibachufer. Danach geht es unter Thielenbrücke, Hobrechtbrücke, Kottbusser Brücke und Admiralbrücke hindurch zum Urbanhafen.
Am Restaurantschiff van Loon gibt es einen Anleger, der sich gut eignet, um sich unterwegs zu erfrischen oder zu stärken. Danach geht es weiter vorbei am Prinzenbad, dem U-Bahnhof Hallesches Tor, der Möckernbrücke, dem Deutschen Technik Museum und dem Potsdamer Platz. Später passiert man die Neue Nationalgalerie und im weiteren Verlauf im Bezirk Tiergarten das Hotel Esplanade, bevor man schließlich bei km 1,6 die Unterschleuse des LWK erreicht.
Einen guten Kilometer weiter erreicht man dann auf Höhe der Universität wieder die Spree-Oder-Wasserstraße, über die man in umgekehrter Richtung wie auf dem Hinweg über den Wannssee nach Potsdam kommt.

G Teltowkanal

Um auf fast direktem Weg nach Potsdam zu kommen, fährt man von der Citymarina Rummelsburg zunächst nach Süden und biegt dort bei km 26,5 von der Spree zunächst in den Britzer Verbindungskanal und erreicht im weiteren Verlauf den Teltowkanal (TeK) ab.
Der Kanal führt südlich um Berlin herum und ist nicht all zu reizvoll.
Dennoch ist dieser in der Haupt­saison oft recht stark befahren. Zahlreiche Sportboote und die ­Berufsschifffahrt pendeln in beide Richtungen. Vor allem an der Schleuse Kleinmachnow (km 8,34) kann es oftmals zu erheblichen Wartezeiten kommen.

H Große Umfahrt

Mit der sogenannten großen Umfahrt lässt sich der Törn um 38 km erweitern.
Dazu folgt man der Spree bis zum großen Müggelsee. Von dort geht es über die Müggelspree zum Dämeritzsee, der im Süden mit der Hafenanlage Kellings Schifferstube (BB834) über eine Liegemöglichkeit verfügt. Sogar Boote bis 15 m können hier an Gastliegeplätzen festmachen. Sanitäre Anlagen sind vorhanden.
Die Fahrt erstreckt sich über den Gosener Kanal zum Seddinsee, an dessen südlichem Ende man die Dahme erreicht. Weiter folgt man dem Fluss, der namensprägend für das Dahmeland steht, in nördlicher Richtung, wo zahlreiche Häfen zum Übernachten oder Verweilen einladen. In Grünau geht es schließlich nach Westen in den Teltow-Kanal, der einen direkt bis nach Potsdam zurücklotst. Diese sogenannte Große Umfahrt beträgt etwa 38 km und führt durch herrliche Natur und über wundervolle Seen.

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