Nordbrandenburg

Nordbrandenburg

Nördlich von Berlin und südlich der Mecklenburgischen Seenplatte findet sich mit Nordbrandenburg ein Traumrevier für Skipper. Zahlreiche Naturschutzgebiete, Sehenswürdigkeiten und historische Landschaften laden zu Bootsausflügen, wie z.B. in das Ruppiner Seenland, ein.

 

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Törnvorschlag: Von Berlin in die Fontanestadt

Von Spandau über Kanäle, Flüsse und Seen nach Neuruppin und Lindow

Eine wundervolle Tour durch malerische Gegenden Brandenburgs bietet der Törn von Berlin in das Ruppiner Seenland mit dem Besuch der ›preußischten‹ aller preußischen Städte, Neuruppin, der Geburtsstadt Theodor Fontanes. Unterwegs warten viele attraktive Liegeplätze und bezaubernde Orte auf abwechslungsreiche Landgänge. Dieser Törn auf Fontanes Spuren, der etwa 2 bis 3 Tage dauert, kann auf der Ruppiner Seenlandschaft um einige Tage erweitert werden.

Zu beachten ist, dass der Rhin vor allem in trockenen Zeiten an manchen Stellen nur 80 cm Wasser führt und teilweise stark verkrautet ist. Vor dem Törn sollte man sich also unbedingt über die aktuellen Wasserstände und Gegebenheiten informieren. Der Austausch mit anderen Skippern oder Hafenmeistern ist hilfreich. Auf dem Bützsee sollte auch bei nur wenig Tiefgang unbedingt nach der Betonnung gefahren werden. Der See ist stellenweise sehr flach.

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A Marina Lanke

Ausgangspunkt des Törns ist die Marina Lanke in Berlin-Spandau. Mit 450 Liegeplätzen und einem kompletten Angebot rund um den Wassersport gilt sie als eine der modernsten Anlagen in Berlin. Mehrere Service- und Werftbetriebe, ­Segelmacher, eine Bootstankstelle, ein Bistro und eine citynahe Lage zeichnen die Marina Lanke aus. An den Stegen finden Boote bis 16 m Länge mit bis zu 3,50 m Tiefgang Platz. Parkplätze sind ausreichend vorhanden.

Die gute Lage und die ebenso gute Anbindung an den ÖPNV macht sie zum idealen Starpunkt der Reise.

B Marina Spandau

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Am ersten Tag wartet nur ein kurzer Schlag. Von der Marina Lanke geht es in nördlicher Richtung bei km 4 (Pichelsdorfer Gemünd) in die Untere-Havel-Wasserstraße (UHW). ­Danach folgt eine Passage mitten durch Spandau. Hier teilt sich das Fahrwasser in die nach Osten abbiegende Spree-Oder-Wasserstraße (SOW) und die Havel-Oder-Wasserstraße (HOW), die weiter nach ­Norden führt. Hier erreicht man nur wenige Kilometer weiter die große Spandauer Schleuse, welche sich genau westlich der Zitadelle befindet. Um nach dem Durchfahren der 115 m langen Schleuse die Zitadelle zu besuchen, bietet sich die nördlich der Schleuse gelegene Marina Wasserfreunde Spandau 04 mit etwa 50 Liegeplätzen an. Die Ansteuerung des am Ostufer der HOW gelegenen Hafens ist problemlos. Ausschau halten sollte man in jedem Fall auf die hier oft sehr stark vorherrschende Berufsschifffahrt.

Die nahe gelegene Zitadelle gilt als eine der besterhaltenen Festungen der Hochrenaissance. Die mittelalterliche Burg wurde im 16. Jh. von einem mächtigen Festungsbauwerk umgeben. Heute dient die Anlage sowohl als Museum wie auch Veranstaltungsort. Für einen Landgang empfiehlt sich der Besuch der Altstadt mit ihren vielen Kneipen und Restaurants.

C Oranienburg

Am nächsten Tag führt der Törn nach Brandenburg, mitten in die Stadt Oranienburg.
In nördliche Richtung geht es weiter auf der HOW. Bei km 3,2 erreicht man den Seenebenarm Tegeler See, der im Osten liegt. An dieser Stelle herrscht oft viel Verkehr von Sportbooten und der Berufsschifffahrt und es gilt, stets gut Ausschau zu halten. Unsere Tour geht aber weiter nach Norden zum Nieder Neuendorfer See, nach dessen Passage die HOW bei Flusskilometer 10 als Kanal weiter bis Oranienburg verläuft. Bei km 20,8 in Pinnow teilt sich das Fahrwasser in den Oranienburger Kanal (links) und die Oranienburger Havel (rechts), welche direkt in die Innenstadt führt, die 5 km weiter erreicht wird. An km 24,8 biegt nach Westen die Flussstrecke Oranien­burger Havel ab, wo nach weiteren 2,5 km der Schlosshafen ­erreicht wird.

Die 82 Liegeplätze direkt am Oranienburger Schloss verfügen über ca. 1,60 m Wassertiefe und bieten Sportbooten bis 20 m Länge Platz. Zu beachten ist, dass in diesem ­Hafen das Liegegeld nur in bar entrichtet werden kann. Im Süden des Lehnitzsees bietet sich alternativ der Hafen des Wassersportzen­trums Oranienburg an. Der Hafen verfügt über 30 Plätze auf 2 m Wassertiefe und bietet eine gute Infrastruktur in zentraler Lage. Schiffsausrüster, Werftbetrieb und eine Tankstelle befinden sich in der Nähe. Auch ein Supermarkt ist fußläufig erreichbar.

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Mit etwa 45 000 Einwohnern ist Oranienburg die fünftgrößte Stadt Brandenburgs. Die bekannteste Sehenswürdigkeit von Oranienburg ist das wunderschöne Schloss. Hier gibt es viel zu entdecken. Für Kinder ist besonders die große Spiellandschaft mit vielen Angeboten ein beliebtes Ziel für den Landgang. Rund um das Schloss finden sich weitere Sehenswürdigkeiten, wie das Blumenthalsche Haus mit angeschlossener ­Gastronomie. Auch der Schlossplatz ist von zahlreichen historischen Gebäuden umsäumt. In der Stadt laden zahlreiche gastronomische Betriebe und Geschäfte zu einem ausgedehnten Landgang ein. Hier bietet sich auch die Verproviantierung für die kommenden Tage an.

D Kremmen

Von Oranienburg gelangt man auf der Flussstrecke Oranienburger Havel zum Kanalkreuz, einer Wasserstraßenkreuzung im Norden der Stadt. Bereits im frühen Mittelalter war die Havel ein wichtiger Transportweg für Waren aller Art. Das Aufstauen des Wassers für die ansässigen Mühlen führte zu einem ­Interessenskonflikt zwischen den Schiffern und Mühlenbetreibern. Deshalb wurden die Havel und ihre Arme rund um die Stadt kanalartig ausgebaut. Das Kanalkreuz besteht in seiner jetzigen Form bereits seit 1837. Hier treffen Ruppiner und Oranienburger Kanal zusammen.

Nach dem Passieren des Wehrs erreicht man die Kreuzung. Wegen die Zerstörung der Schleuse Sachsenhausen und der Schleuse Friedenthal im zweiten Weltkrieg sind nur der südöstliche Schenkel im Oranienburger Kanal und der nordwestliche Schenkel des Ruppiner Kanals durchgängig befahrbar.

Der Ruppiner Kanal führt nach Westen weiter auf der Route. Rund 156 km weiter wird die Wasserfläche Kremmener Rhin erreicht, wo gleich hinter der Mündung des Kanals der Wasserwanderrastplatz Kremmener Seelodge auf seine Gäste wartet. Die sehr idyllisch gelegene Anlage verfügt über 15 Liegeplätze auf 1,50 m Wassertiefe für Yachten bis 12 m Länge.

Die Kremmener Luch gehört zu den ökologisch wertvollsten Naturschutzgebieten in Deutschland. Die wundervolle Seelodge mit angeschlossenem Hafen ist ein beliebtes Veranstaltungszentrum für Hochzeiten und Feiern im Großraum Berlins. Auch die Crews der Yachten können je Umgebung in der Cafeteria oder dem Restaurant genießen. Die Anlage bietet einen Brötchenservice und verleiht Fahrräder, um die Umgebung zu erkunden. Einkaufsmöglichkeiten gibt es im rund 1 km entfernten Ort Kremmen.

E Wustrau

Der weitere Weg zu den Ruppiner Gewässern führt zunächst über den Kremmener Rhin, den Bützrhin und dem 2,7 km langen Bützsee bis ins ca. 15 km entfernte Wustrau. Hier bietet der Yachthafen Wustrau eine gute Anlegemöglichkeit. Er liegt im Südwesten des Ruppiner Sees an der linken Uferseite (LU) bei km 30,8. Die Ansteuerung ist unproblematisch.

Der Hafen bietet für 35 Yachten bis zu 12 m Länge Platz. Die Wassertiefe beträgt 2 m. Gute Einkaufsmöglichkeiten und Gaststätten befinden sich im 500 m entfernten Ort Wustrau.
Für den Landgang bietet sich ein Besuch der ca. 1200 Einwohner zählenden Stadt Wustrau mit seinem prächtigen Schloss an. Im Sommer findet an der Uferpromenade das sogenannte Seefestival statt, bei dem das Sommertheater auf einer Bühne auf dem Wasser verschiedene Stücke in sehr schöner Umgebung aufführt.

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Ein etwa 2 km langer Fußweg führt zur historischen Anlage rund um die Klappbrücke über den Rhinkanal in Altfriesack, die vor dem Erreichen des Ruppiner Sees bereits passiert wurde. Ursprünglich stand hier bereits 1787 eine hölzerne Brücke nach holländischem Vorbild, die 1927 durch die heutige, im Jahre 1994 vollständig erneuerte Stahlbrücke ersetzt wurde. Sie bildet mit der alten Schleuse, dem Schleusenhaus und dem dazugehörigen Wohnhaus ein denkmalgeschütztes Ensemble. Auch das kleine, beschauliche Fischerdörfchen Altfriesack ist durchaus sehenswert.

F Neuruppin

Nur etwa 10 km nach Wustrau wird auf dem Ruppiner See in nördlicher Richtung die Stadt Neuruppin erreicht. Auf der linken Uferseite (LU) gleich nach dem Erreichen des Ortskerns befinden sich mehrere Anlegemöglichkeiten. Für Gäste bietet der Yachthafen Neuruppin/Sonnen­ufer Liegeplätze auf 3 m Tiefe und bis zu 15 m Bootslänge. Der Hafen liegt mitten in der Stadt Neuruppin und bietet somit vielfältige Versorgungs- und Freizeitmöglichkeiten.

Der Geburtsort von Theodor Fontane ist auf dem Törn eines von vielen Highlights. Die Stadt im klassizistischen Stil ist absolut einen Besuch wert und es lohnt sich, hier einen Hafentag einzulegen. Natürlich steht hier alles im Schatten des berühmten Dichters Fontane. Daher sollte ein Besuch des Geburtshauses mit Löwen-Apotheke natürlich nicht fehlen. Aber auch sonst hat die 30 000 Einwohner zählende Stadt vieles zu bieten – sei es die fast vollständig erhaltene Stadtmauer mit teilweise mittelalterlichen Elementen oder die zahlreichen Denkmäler, unter anderem des auch in Neuruppin geborenen Architekten Karl-Friedrich Schinkel.

In der Hauptsaison bietet Neuruppin eine große Anzahl an kulturellen Veranstaltungen. An jedem ersten Samstag im August findet auf dem Rhin bei Alt-Ruppin ein Bootskorso statt. Alle zwei Jahre werden in der Stadt dazu von September bis November die überregional beliebten Fontane Festspiele durchgeführt.

G Stendenitz, Zermützelsee

Nach dem Verlassen Neuruppins geht es in nördliche Richtung auf dem Ruppiner See weiter in den Rhin und über den Molchowsee und Tetzensee weiter bis zum Zermützelsee, wo sich am Campingplatz Stendenitz bei km 51,2 am Westufer das nächste Etappenziel befindet. Die schön gelegene Anlage bietet 30 Sportbooten Platz. Die Wassertiefe beträgt jedoch lediglich 0,8 m. Tiefergehende Yachten sollten dieses Ziel überspringen und direkt weiter zum Gudelacksee nach Lindow fahren.

Die kleine, im Sommer sehr belebte Hafenanlage bietet einen herrlichen Ausblick über den idyllischen Zermützelsee, der mit 1,2 km² Wasserfläche mitten in der sogenannten Ruppiner Schweiz liegt. Der Campingplatz bietet eine Einkaufsmöglichkeit, Waschmaschine und Trockner sowie einen Brötchenservice.

H Lindow (Mark)

Die letzte Etappe des Törns in ­Fon­tanes Mark führt zunächst in nördlicher Richtung über den Zermützelsee und dann weiter mit südwestlichem Kurs auf dem Rhin, einem Nebenarm der Havel. Nachdem bei km 60 der Möllensee in seiner Nordbucht passiert wird, erreicht man nach einer kurzen Weiterfahrt auf dem Rhin den Gudelacksee. Dort wird zunächst nach Süden abgebogen und nach dem Passieren der ­Insel Werder geht es weiter nach ­Osten in den Yachthafen der Stadt Lindow. Rund um die Insel sollte unbedingt auf die Betonnung geachtet werden, weil es dort einige Flachstellen gibt.

Der Yachthafen Lindow ist ein Stützpunkt für Hausboote und verfügt über eine gute Infrastruktur und Werftservice für kleinere Reparaturarbeiten. Hier gibt es ca. 70 Liegeplätze auf 2 m Wassertiefe für Yachten bis zu 15 m Länge. Kleinere Boote können auch am renovierten Steg des nahe gelegenen Campingplatzes festmachen. Man sollte dies aber in jedem Fall vorher mit dem Betreiber absprechen.
Lindow hat den Beinamen ›Stadt der drei Seen‹, weil die ca. 3000 Einwohner zählende Stadt vom Gudelacksee, Wutzsee und Vielitzsee umgeben ist. Der beschauliche Ort bietet einen Supermarkt, mehrere Gaststätten und lädt zu Wanderungen durch die schöne Natur ein.

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