Urlaubsparadies Schlei

Viele Bootstouristen besuchen die Schlei oft nur für ein paar Tage und fahren dort die üblichen Häfen an. Dabei bietet der einzige Ostseefjord in Deutschland sehr viel mehr als die meisten Wassersportler das wissen.

Kappeln – Missunde – Schleswig und wieder zurück. So sieht wohl die übliche Route aus, die sowohl Segler als auch Motorbootfahrer bei ihrem Abstecher in den rund 20 Seemeilen langen Fjord nutzen. Vor allem in der Hauptsaison ist es dann in diesen Orten immer sehr voll und gegen Abend wird es schwer, überhaupt noch Liegeplätze zu finden. Dabei liegen rechts und links am Wegesrand viele schöne Orte und Häfen, die sich für einen Besuch lohnen. Idyllische Ankerbuchten, wundervoll gelegene Häfen, große Wasserflächen und anspruchsvolle Passagen wechseln sich ab und laden dazu ein, die Schlei auch mal in einem ausgedehnten Bootsurlaub zu entdecken.

Wir stellen einige dieser Orte abseits der ausgetretenen Pfade vor.

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Schleimünde mit dem Sportboot

Schleimünde ist etwas ganz besonderes. Die ehemalige Lotsenstation am Ende der Schlei ist heute eine Naturschutzzone und kann nur per Schiff oder per Pedes erreicht werden. Bei Tagestouristen, die mit dem Ausflugsdampfer aus Kappeln kommen, ist die Halbinsel ein beliebtes Ziel.

Viele Segler meiden den kleinen Wasserwanderplatz Schleimünde e.V. , weil Sie befürchten, dass es a) zu voll wird, es b) zu flach ist oder man c) unruhig liegt. A passiert häufiger, flach ist es jedoch nur im inneren Teil, davor beträgt die Wassertiefe knapp über zwei Meter. In jedem Fall brauchen Yachten unter 10 Meter Länge sehr lange Achterleinen, denn die Dalben stehen weit entfernt vom Steg. Meistens hat man auch nur einen Heckdalben zur Verfügung, was aber kein Problem ist.

Hier anzulegen belohnt: Mit Ruhe und einem einzigartigen Naturerlebnis. Der Besuch des Leuchtturms, der vor kurzem komplett restauriert wurde, ist ebenso Pflicht wie ein Rundgang durch den kleinen Naturpfad, denn der Betreiber der Station, eine Naturschutzorganisation, wunderhübsch angelegt hat. Bordmüll darf hier übrigens nicht entsorgt werden und muss die Insel an Bord wieder verlassen.

Beim Hafenmeister kann man Brötchen bestellen und statt einem Papieraufkleber für den Bugkorb, der anzeigt, dass das Liegegeld bezahlt wurde, gibt es ein selbstgestricktes Wollbändchen. Der Abend lässt sich im Bistro-Restaurant auf dem Hafengelände idyllisch ausklingen. Schleimünde ist anders.

Maasholm - Yachtwerft Modersitzki / Wormshöfter Noor

Maasholm Maasholm

Die meisten Boote machen im großen Yachthafen von Maasholm fest, wenn dieser Ort besucht wird. Kaum jemand kennt die idyllische Alternative der Yachtwerft Modersitzki. Vom Fahrwasser aus kommend lässt man den von weitem sichtbaren Sportboothafen rechts liegen und steuert an den grünen Pricken vorbei. So gelangt man ins Wormshöfter Noor, wo gleich am Eingang der Yachthafen der Modersitzki Bootswerft liegt. Den Hafen steuert man von Norden aus an. Es rät sich ein genauer Blick in die Seekarte, denn das Fahrwasser dorthin ist schmal und daneben ist es sehr sehr flach. Auf dem richtigen Weg beträgt die Wassertiefe jedoch komfortable 2,10 Meter und mehr.

Der Hafen ist wesentlich beschaulicher, gemütlicher und nicht so betriebsam wie der Sportboothafen. Außerdem hat man eine fantastische Lage am Noor. Modersitzki ist im Gegensatz zum in der Hauptsaison oft sehr anonymen Sportboothafen sehr familiär und persönlich. Die Versorgungsmöglichkeiten im Hafen sind so, wie man das in einem Werfthafen erwarten kann: Es fehlt an nichts. Außerdem kann man von hier einen schönen Spaziergang in und um den Ort machen.

Sollte der Hafen voll sein, bietet das Wormshöfter Noor den wohl schönsten Ankerplatz auf der Schlei.

Kappeln mit dem Sportboot

Klappbrücke in Kappeln Klappbrücke in Kappeln

Viele Besucher legen in Kappeln im Stadthafen an, der sich von Seeseite aus kommend vor der Brücke befindet. Die Boxen sind jedoch häufig sehr früh belegt und das Anlegen seitlich zur Schlei, die zeitweise sehr viel Strömung aufweisen kann, führt hier bei manchen Bootsfahrern zu Problemen. Es lohnt sich jedoch, auf die Brückenöffnung zu warten (von Sonnenaufgang bis -untergang immer 15 Minuten vor jeder vollen Stunde) und in einen der Häfen südlich davon zu fahren. Der Vereinshafen des Arnisser Segelclubs Kappeln (ASC) ist gemütlicher, ruhiger und liegt ebenso gut und zentral. Klassische Yachten sind im Museumshafen gleich dahinter sehr gern gesehene Gäste, die sich mit anderen Freunden klassischen Bootsbaus dort gern treffen und beim abendlichen Schnack am Grill austauschen.

Sollte auch in diesen Häfen alles belegt sein, kann man noch weiter südlich bei den Werfthäfen, wie Mittelmanns Werft  anlegen. Auch hier liegt man sehr ruhig, wenn man mal von der Betriebsamkeit der Werft absieht, und hat einen atemberaubenden Blick auf die Schlei.

Sieseby mit dem Boot

Wer kleine, denkmalgeschützte Orte liebt, dem wird Sieseby am Südostufer der Schlei zwischen Arnis und der Brücke Lindaunis gefallen. Im ersten Drittel des Steges findet man Liegeplätze mit 1,40 Meter Wassertiefe. Skipper, die dort festmachen, werden schnell den Unterschied zwischen Hafen, Marina und Steg feststellen. Denn hier gibt es nichts außer einem Holzsteg und Heckpfählen. Puristen werden das lieben. Den nahe gelegenen, wundervollen Ort noch mehr. Dafür lohnt es sich allemal, hier anzulegen und auf jeglichen Komfort zu verzichten. Kochen Sie bloß nicht an Bord, denn in Sieseby gibt es ein tolles Restaurant, den Landgasthof. Nicht ganz billig, aber sehr gute, deftige und regionale Küche. Es gab bis vor ein paar Jahren noch den Schlie-Krog, der ebenso beliebt und gut war, doch der Betreiber hat den Laden geschlossen. Leider.

Geschäfte zum Einkaufen gibt es hier keine. Aber einige Bauern in der Umgebung verkaufen frische Eier, Milch, Gemüse und Honig. Sollten Bordfahrräder parat stehen, dann lohnt es sich, diese nun zu gebrauchen und die idyllische Umgebung zu entdecken. Sieseby ist ein echter Tipp, und wer zu viel Tiefgang hat, ankert Sie in der Nähe und fährt mit dem Dingi hin. Es lohnt sich.

Hülsen mit dem Boot

Die Brücke in Lindaunis Die Brücke in Lindaunis

Die Marina Hülsen  befindet sich rund 2,5 Seemeilen südlich der Brücke von Lindaunis auf der SE-Seite. Vor einigen Jahren wurde die Anlage modernisiert und gilt nun als Geheimtipp unter Wassersportlern und Touristen. Hülsen ist eine kleine Ferienanlage mit einer sehr idyllisch gelegenen Marina, die Wassertiefen von 1,50 Meter bis 3,50 Meter bietet. Auch größere Yachten finden hier Platz. Im Hafen selbst gibt es ein kleines Restaurant, dessen Flammkuchen in der Region als legendär gelten. Hier am Abend zu sitzen und den Sonnenuntergang auf der anderen Uferseite zu beobachten, macht Hülsen zu einem der schönsten Plätze für Bootsfahrer auf der Schlei.

Fleckeby

Reetdachhaus am Schleiufer Typisches Reetdachhaus am Schleiufer

Viele Besucher der Schlei nutzen die „Große Breite“ nur, um sie möglichst schnell in Richtung Schleswig oder zurück zu passieren. Dabei bietet diese große Wasserfläche im hinteren Teil des Fjords eine Menge zu sehen. Unter anderem den Hafen von Fleckeby.  Hier bieten sich zwei Möglichkeiten, das Boot festzumachen. Geschützt liegt man im Sportboothafen, dem östlichen Teil der Anlage. Der T-förmige Anleger im Westen ist der Hafen des Wassersportvereins, aber auch dort gibt es Gastliegeplätze. Schöner, weil gemütlicher ist aber der “echte” Yachthafen. Der bietet auch Yachten bis 2,30 Meter Tiefgang Plätze an. Die Versorgung ist ausgezeichnet, von der Fäkalienabsaugung bis zum WLAN hat man hier an fast alles gedacht. Wer hier festgemacht hat und an Land geht, dem wird sofort etwas auffallen: Es gibt hier nur ein Haus, und zwar das Hafengebäude. Ansonsten ist hier nichts außer Natur. (Okay, hundert Meter weiter steht noch ein Haus, das ist das andere Hafengebäude). Fleckeby ist ein wirklich wundervoller Ort, an dem man Wochentage vergisst und manchmal irgendwie nicht das Gefühl hat, in Deutschland zu sein.

Am Hafengebäude gibt es einen sehr lauschigen Grillplatz. Das entsprechende Grillgut dazu findet man im rund 800 Meter entfernten Ort, der über einen gut sortierten Lebensmittelmarkt verfügt. Und gleich nebenan gibt es eine Landbäckerei.

Fleckeby eignet sich hervorragend für ausgedehnte Spaziergänge durch die wundervolle Natur der Schlei-Region.

Haddeby

Die Mühle Nicola bei Schleswig Die Mühle Nicola bei Schleswig

Willkommen bei den Wikingern! Der TuS Busdorf e.V., der den Verein gebaut hat, nennt den Hafen selbst Sportboothafen Wiking-Haddeby. Der Grund ist das nahe gelegene Wikingerdorf Haithabu, eines der touristischen Highlights der gesamten Region.

Haddeby wird von der Tonne H2 mit SE Kurs oder von der Kardinaltonne Haddeby N mit SW Kurs angesteuert. Die Wassertiefe beträgt um 2,50 Meter, die freien Boxen sind wie immer grün beschildert.

Neben dem Wikingerdorf gibt es hier noch ein zweites Highlight, welches in er gesamten Region sehr bekannt ist: Das „Odins“ direkt am Hafen. Das ist ein wundervolles Restaurant, in dem man neben wirklich außergewöhnlich gutem Essen auch ein großartiges Frühstück bekommt. Allein die eigene Backstube zu besichtigen, lohnt schon den Törn hierher.

Ein kleiner Wermutstropfen ist die Bundestraße, die direkt hinterm Hafen verläuft, und je nach Windrichtung etwas lauter sein kann. Entfliehen kann man dem kleinen Minuspunkt mit einem Spaziergang ums Haddebyer Noor. Dort vergisst man, in der Zivilisation zu sein.

Auch die Stadt Schleswig, die auf der anderen Schleiseite liegt und von hier sehr schön zu sehen ist, kann von Haddeby aus auf sehr schönem Wege besucht werden: Und zwar mit der kleinen, ehemaligen Hafenbarkasse Hein, die heute als Personenfähre pendelt und auf der ab und zu kulturelle Veranstaltungen stattfinden.

Fazit:

Neben den hier vorgestellten Häfen abseits des Trubels gibt es auf der Schlei noch eine ganze Menge anderer Plätze zu entdecken. Es lohnt sich wirklich, etwas mehr Zeit für einen Besuch einzuplanen oder gar, seinen gesamten Urlaub an Bord hier entspannt und stets gut geschützt zu verbringen.

Yachtcharter Ostsee & Schlei

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