Westliche Ostsee

Vom Kattegat durch die Südsee ins Haff

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Küsten- und Inselreviere sowie Boddengewässer, Belte und Sunde — Skipper finden in der westlichen Ostsee abwechslungsreiche Reviere, traumhafte Naturlandschaften und schöne Häfen.

Südlich der Linie Skagen – Göteborg erstreckt sich das Kattegatt zwischen Nord- und Ostsee mit den Anrainern Dänemark und Schweden. Meist geht es entlang der Küsten, selten quer übers Kattegatt, und zu den Inseln Læsø und Anholt. Dänemark lockt mit reizvollen Landschaften, traumhaften Buchten, schönen Stränden und romantischen Städtchen. Über 7000 km Küste, zahlreiche Fjorde und Inseln schaffen ein attraktives Revier. Kleine Fischerhäfen und moderne Marinas bieten für jeden Geschmack eine Liegemöglichkeit. Die Inseln Fyn (Fünen), Sjæland (Seeland) und Lolland lassen als Durchschlupf Belte und Sunde. Der Große Belt (Storebælt) ist die Hauptverkehrsader zwischen Kattegatt und Ostsee. Südöstlich des Kleinen Belt (Lillebælt) öffnet sich ein Inselparadies mit schönen Buchten und idyllischen Liegeplätzen: die ›dänische Südsee‹.
Die Kieler Bucht prägen die Förden vor Flensburg, Eckernförde, Schleswig und Kiel mit dem Olympiahafen. Auf der Schlei segelt man auf Spuren der Wikinger bis Haitabu. Nach der Insel Fehmarn öffnet sich die Mecklenburger Bucht, in der seit Beginn der Neuzeit Hansestädte wie Lübeck, Rostock, Stralsund und Wismar vom Seehandel profitieren.
Vor Fischland-Darß-Zingst im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft wird der Bootsverkehr weniger, die See aber rauer. Um Rügen, im Achterwasser und Stettiner Haff sowie vor Usedoms berühmten Kaiserbädern bevölkern wieder mehr Skipper die See.

ADAC Stützpunkte an der Ostseeküste

Vorteile für Skipper in fünf Marinas von der Flensburger Förde bis zum Stettiner Haff.

ADAC Stützpunkte – Entlang der deutschen Ostseeküste gewähren die zwei Stützpunkte der ADAC Sportschiff­fahrt Clubmitgliedern und Inhabern des Internationalen Bootsscheins vom ADAC (IBS) diverse Vorteile. Diese Häfen sind an der Flagge der ADAC Sportschifffahrt und am Stützpunktschild zu erkennen.

Die Ancora Marina in Neustadt in Holstein besitzt 1400 Liegeplätze an Schwimm- und Holzstegen. Festmachen können hier Schiffe bis 35 m Länge und 4 m Tiefgang. In der Nachbarschaft befindet sich der Marinestützpunkt mit entsprechendem militärischem Verkehr.

Nahe der Grenze zu Polen im sicheren Stettiner Haff empfängt die Marina Lagunenstadt Ueckermünde Skipper unter der ADAC Stützpunkt Flagge. Der im Mündungsbereich von Oder und Peene situierte Hafen ist von der Ostsee über Peenestrom und Achterwasser anzusteuern. Vom ›Kleinen Haff‹ folgt man dem betonnten Fahrwasser zur Uecker, in deren Mündung man Backbord in das Hafenbecken mit 379 sicheren Liegeplätzen einläuft. Dann macht man im Naturpark ›Stettiner Haff‹ neben dem Ueckerkopf fest.

Kattegat, Sund und Beltsee

An Dänemarks und Schwedens Gestaden erschließen zahlreiche Anlegestellen – vom kleinen Fischer­hafen bis zur modernen Marina – die Küsten, Fjorde und Inseln vom Kattegatt bis zur ›dänischen Südsee‹.

Kattegat, das Katzenloch, ist das Revier zwischen dem dänischen Jütland und der schwedischen Westküste. Diese Verbindung von der Nord- in die Ostsee gilt als ein schwierig zu befahrendes Revier.

Die Fahr­wasser des Kattegat sind tagsüber als auch nachts gut gekennzeichnet. Ab 4-5 Windstärken kann eine beachtliche Dünung entstehen.

Kleiner und Großer Belt

Der Kleine Belt zwischen Kattegat und Ostsee ist an seiner engsten Stelle bei Middelfart nur ca. 100 m breit. Nach Süden öffnet er sich
zur ›dänischen Südsee‹. Zwischen deren Inseln ist eine exakte Navigation unbedingt erforderlich.

Seit die Storebælt-Brücke die Inseln Fyn und Sjælland verbindet, hat der Fährverkehr durch den Großen Belt abgenommen. Ein genauer Blick in die Seekarte ist hier ein absolutes Muss, um nicht auf langgestreckten Riffen oder Untiefen aufzulaufen. Auch ist die teils starke Strömung zu beachten.

Smaalands-Fahrwasser und Öresund

Östlich des Großen Belts und südlich der Insel Sjælland erstreckt sich das Smaalands-Fahrwasser. Hier muss auf die Strömung geachtet und die Fahrrinnen genau eingehalten werden. Der Öresund ist der am meisten genutzte Verbindungsweg zwischen Ostsee und Kattegat. Die Öresundbrücke verbindet die beiden größten Städte am Sund – Kopenhagen und Malmö – miteinander. Die engste Stelle der Meerenge liegt zwischen Helsingör und Helsingborg. Je nach Windrichtung und -stärke kann hier starke ­Strömung stehen. Auch reger Fährverkehr bietet Gefahrenpotenzial.

Törnvorschlag - Die Westschären Schwedens

Von Kiel über Malmö nach Göteborg und weiter bis zu einer einzigartigen Inselwelt

Eine der atemberaubendsten Gegenden der westlichen Ostsee ist die Schärenwelt vor der schwedischen Westküste. Hier reiht sich eine Felseninsel an die andere, auf fast allen warten wundervolle Häfen und niedliche Orte, besucht zu werden. Auf dem Weg liegen die beiden großen Städte Malmö und Göteborg, deren Besuch sich darüber hinaus lohnt.  Auch ein Abstecher nach Kopenhagen oder ab Göteborg ins Landesinnere (siehe BTI 306 – Südliche und Mittlere Ostsee) ist während dieses Törns möglich.

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Suchnummern

In den hier dargestellten Karten und Texten sind Häfen und Bojenfelder mit Suchnummern versehen (z.B. DO775). Diese Suchkürzel können im ­digitalen ADAC Skipperportal eingegeben werden und führen ­direkt zur Detailbeschreibung der jeweiligen Marina.

A Fehmarn

Erstes Etappenziel nach dem Startpunkt in Kiel ist der private Hafen der Bootswerft Schaich (DO436) im Süden der Insel Fehmarn. Die Ansteuerung erfolgt aus dem Fahrwasser des Fehmarnsund. Etwas Acht geben sollte man auf die teilweise nennenswerte Strömung im Sund, die jedoch in Landnähe abnimmt.

Durch die ansässige Werft bietet der Hafen sämtliche Service- und Reparaturangebote. Hier finden etwa 100 Yachten auf bis zu 3 m Wassertiefe Platz.

Die Marina ist sehr ruhig gelegen und verfügt über einen herrlichen Ausblick auf den Fehmarnsund und die große Sundbrücke. Einkaufsmöglichkeiten findet man im 1,5 Km entfernten Ort.

B Gedser

Strategisch günstig, liegt der große Fähr- und Yachthafen von Gedser (SF830) auf der Insel Falster. Die Ansteuerung erfolgt aus dem Fahrwasser zum Fährhafen (Rødsand Rende). Vor dem Fährhafen gelangt man in den unbefeuerten Tonnenstrich zum Yachthafen. Wegen der drehenden Fähren ist Vorsicht geboten.

Der moderne und gut ausgebaute Lystbådehavn bietet Platz für 200 Yachten. 3 m beträgt die Wassertiefe. Die Versorgungsmöglichkeiten sind gut.

Für den Landgang bietet sich der Besuch des südlichsten Leuchtturms Dänemarks an, von dem ein schöner Ausblick genossen werden kann.

C Guldborg

Einen Tagestörn von Gedser entfernt, erreicht man den geschützten Hafen von Guldborg (SF820). Südlich der Klappbrücke befindet sich auf der westlichen Seite des Guldborgsunds der schöne und sehr ­gepflegte Sportboothafen. Die Ansteuerung erfolgt direkt aus dem Fahrwasser. Bei stärkeren Winden gilt es, auf die teilweise 3-4 Knoten Strömung zu achten. Die Versorgungsmöglichkeiten in der Stadt sind gut.

Um Guldborg nach Norden zu verlassen, muss die Klappbrücke passiert werden. Diese öffnet täglich zwischen 8:00 bis 20:00 Uhr auf Anforderung (VHF Kanal 16/12).

D Stege

Nach einem sehenswertes Stück entlang des Smålandsfahrwassers Richtung Osten erreicht man Stege auf der Insel Møn. Die beste Liegemöglichkeit bietet der nördliche Yachthafen (SF710) auf 3 m Tiefe. Die Marina wartet mit einem Werftservice auf und in der nahen Stadt findet man alle Versorgungsmöglichkeiten. Der Stadthafen ist sehr eng und meist­ens mit einheimischen Yachten belegt.

Stege eignet sich hervorragend, um die Insel zu erkunden. Der 4.000 Einwohner zählende Ort ist ein lohnendes Ziel für einen Landgang.

E Rødvig

Rødvig (SF130) ist ein betriebsamer Fischerei- und Handelshafen im Nordosten der Faxe-Bucht. Die Ansteuerung ist am Tag und in der Nacht problemlos. Eine gute Landmarke ist das große Packhaus am Hafen sowie die weißen Kreidefelsen.

Freie Plätze sind mit grünen Schildern gekennzeichnet, was für Sportboote auch im Fischerei- und Werfthafen gilt. Die Wassertiefe beträgt über 3 m.

Der Hafen ist sehr gut ausgebaut und verfügt über ein großes Angebot an Service und Versorgung.

Vor allem die Kreidefelsen lohnen sich für einen Besuch. An einer ­Abbruchkante der Felsen, knapp vier Kilometer vom Hafen entfernt, ist eine teilweise ins Meer gestürzte, sagenumwobene Kirche zu besichtigen.

F Malmö

Für den Aufenthalt in Malmö sollte ein ganzer Tag eingeplant werden. Um die Innenstadt zu erkunden, finden sich die besten Liegeplätze in der zentral gelegenen Dockan City Marina (WS700) in exponierter Lage. Als gute Landmarke eignet sich der >Turning Torso‹, einem in sich gedrehten 190 m hohen Hochhaus, das direkt neben der Marina liegt. Zur problemlosen Ansteuerung passiert man das von weitem sichtbare Hochhaus Richtung Norden und biegt danach in östlicher Richtung in das Fahrwasser zum Handelshafen ein. Das Feuer MA7 kennzeichnet die Einfahrt Marina.

Die mit 240.000 Einwohnern drittgrößte Metropole Schwedens ist das kulturelle Zentrum der Region. Auf einer spannenden Kanalrundfahrt lernt man die Stadt am besten kennen. Die belebte Altstadt mit ihren zahlreichen Cafés, Kneipen und Restaurant hat viel zu bieten und liegt in fußläufiger Entfernung zur Dockan Marina. Im wundervoll erhaltenen Zentrum wechseln sich kleine Gassen mit alten Fachwerkhäusern und große Plätze mit imposanten Bauten ab.

Als alternative Liegestelle empfiehlt sich auch das etwa 3 Kilometer südlich gelegene Limhamn (WS720).

G Hven

Nach dem Besuch der Metropole Malmö wird es nun beschaulicher und es steht der Besuch der kleinen Insel Hven (dänisch: Ven) im Öresund an. Im Hafen Kyrkbakken (WS620) ist es in der Hochsaison meist recht voll, so daß bei starker Belegung mit Heckanker angelegt werden muss. Das ist jedoch eine gute Übung für die Schärenwelt, in der diese Variante des Anlegens noch häufiger erforderlich ist. Die Wassertiefe des Hafens beträgt 2,50 m.

Die kleine Insel bietet mit ihrem hügeligen Hinterland eine fantastische Aussicht über den Öresund zur Küste von Seeland. Mit den am Hafen erhältlichen, gelben Leihfahrrädern lässt sich das Eiland sehr gut erkunden.

H Helsingør

Ein Schlag zur dänischen Küste Seelands lohnt sich allein schon wegen eines der touristischen Highlights dieses Törns: In Helsingør wartet das berühmte ›Hamlet-Schloss‹ Kronborg auf seine Besucher. Der Helsingør Nordhavn (SF350) ist einer der größten Häfen dieser Region und beherbergt bis zu 1.000 Sportboote. Die Ansteuerung erfolgt von SO einlaufend, die Molenköpfe sind beleuchtet. Bevor man in den Hafen einläuft, sollte man sich beim Hafenamt über VHF Kanal 16 oder Telefon +45 2531 1080 anmelden. In jedem Fall ist der Fährverkehr zu beachten.

Die moderne, schön gelegene Anlage bietet eine hervorragende Infrastruktur und lässt keine Wünsche offen.

Das Schloss Kronborg ist bereits vom Hafen aus zu sehen. Das imposante Bauwerk mit seinem Museum wird jedes Jahr von vielen Menschen besucht. Besonders beeindruckend ist der alte, über 60 m lange Rittersaal.  Direkt neben dem Schloss befindet sich das sehr empfehlenswerte Seefahrtmuseum mit einer interessanten Ausstellung über die Seefahrt und den Handel zur See.

I Arild

Nach der Umrundung des eindrucksvollen Kullens, einem Berg, der in die Ostsee ragt, erreicht man etwa 4 Seemeilen später den kleinen Hafen von Arild (WS490). Der Fischereihafen hat zwar nur etwa 25 Liegeplätze, besticht aber durch eine einzigartige Stimmung. Angelegt wird längsseits an der Nordmole oder mit Heckanker. Bei starkem Ostwind herrscht im Hafen starker Schwell.

Arild ist ein kleines Fischerdorf mit hübsch anzusehenden Holzvillen. Der Ort verfügt über ein paar Restaurants und das in der Region sehr beliebte ›Café Weber‹.

Für einen ausgedehnteren Landgang bietet sich ein Ausflug zum Kullaberg an.

Wer den kleinen Hafen scheut, kann vor der Umrundung der Spitze des Kullen auf dessen Südseite den größeren Hafen von Mölle (WS500) anlaufen.

J Hallands Väderö

Nun bekommt man den ersten Vorgeschmack auf das, was einem im weiteren Verlauf der Reise erwartet: Hallands Väderö ist ein kleiner Archipel nordwestlich der Stadt Torekov gelegen. Der Hafen Kappelhamn, im Süden der Insel, ist ein reiner Naturhafen, der gut geschützt zwischen kleinen Schären liegt. Mit Heckanker und Bug voraus wird an der kleinen Betonbrücke festgemacht, legt sich an eine der Schären oder ankert in der Bucht.

Die Insel wird tagsüber als Badeinsel von den Bewohnern Torekovs genutzt. Abends, wenn die Fähren nicht mehr fahren, ist es hier fast menschenleer und sehr idyllisch.

Nur im Westen in der Bucht Sandhamn gibt es einen kleinen Kiosk, ansonsten verfügt die Insel über keinerlei Versorgungsmöglichkeiten. Auch Sanitärräume sucht man vergeblich. Lediglich ein Trockenklosett steht in der Nähe des Hafens.

Wer es komfortabler mag oder Versorgungsmöglichkeiten sucht, weicht in den nur rund 1,5 Seemeilen entfernten Hafen nach Torekov (WS450) aus. Auch hier benötigt man in den meisten Fällen einen Heckanker.

K Varberg

Gut 40 Seemeilen nördlich von Hallads Väderö befindet sich der Handels- und Fischereihafen von Varberg (WS280) der Sportbooten auf 2-3 m Wassertiefe Platz bietet. Die gegenüberliegende Marina ist eine Alternative, liegt jedoch mit 4 Km Fußweg recht weit vom Zentrum der Stadt entfernt. Die Ansteuerung des betonnten Fahrwassers ist auch nachts möglich. Der stadtnahe Handelshafen liegt an der Ostseite der Hafenanlage.

Varberg bildet die Grenze zwischen der sandigen, flachen Küstenlinie im Süden und der Felsenküste, die nördlich der Stadt beginnt. Ab hier beginnt die Schärenwelt.

Touristische Sehenswürdigkeit Nr. 1 ist die Festung aus dem 13. Jahrhundert, die hoch über der Stadt liegt. Von hier oben hat man einen wundervollen Blick auf die Stadt und das Kattegat. Ein Besuch des mittelalterlichen Museums lohnt sich. Häufig werden rund um die Festung Aufführungen veranstaltet.

Direkt neben dem Hafen befindet sich der imposante Bau eines Warmbadehauses.

Die 20.000 Einwohner zählende Stadt bietet hervorragende Versorgungsmöglichkeiten sowie ein reichhaltiges gastronomisches Angebot.

 

Segeln in den Schären

Der Schärengarten an der Westküste erfordert einiges an Aufmerksamkeit. Aktuelles Kartenmaterial ist zwingend an Bord mitzuführen.

Oft sieht man die Durchfahrten zwischen den Inseln erst sehr spät, denn von weitem erscheinen die sich überlagernden Schären wie eine durchgehende Küstenlinie. Baken auf vielen Inseln helfen bei der Navigation. Man sollte die Baken stets mit der Seekarte abgleichen. Hat man sich verfahren, rät es sich, zum vorherigen Punkt zurück zu kehren und neu anzusetzen.

Teilweise können die Felsen in sehr geringem Abstand umfahren werden, denn es gibt für die Wassertiefe eine Faustregel: Die Felsen verlaufen unter Wasser häufig wie über Wasser. Fällt eine Schäre steil ab, kann diese in der Regel recht nah passiert werden. Verläuft sie flach ins Wasser, sollte man sich ausreichend freihalten. In jedem Fall wird zur vorsichtigen Navigation geraten. Bei Annäherung an eine Schäre muss zwingend die Wassertiefe beobachtet und sicherheitshalber auch eine Person auf dem Vorschiff zum Ausguck platziert werden.

L Lerkil

Mittlerweile ist man in den schwedischen Westschären angekommen. Lerkil südlich vom Fahrwasser nach Göteborg bietet einen modernen Hafen (WS200) mit Fingerstegen auf 3 m Wassertiefe. Die Ansteuerung erfolgt, indem zunächst nach Osten, dann Südosten gedreht wird. Auch nachts ist die Zufahrt unproblematisch. Etwas Aufmerksamkeit erfordert der westlich des Hafens gelegene, überspülte Felsen ›Hålleberg‹.

Lerkil verfügt nur über einfache Sanitärräume ohne Duschen, dafür jedoch bietet der Hafen gute Serviceleistungen. Die einzige Möglichkeit zum Einkaufen bietet der Kiosk am Hafen. Es gibt jedoch eine Busverbindung ins sieben Kilometer entfernte Kungsbacka.

M Vinga

Vinga ist eine kleine Lotseninsel westlich des Fahrwassers nach Göteborg. Hier kommt echtes Schären-Flair auf. Der Hafen (WS135) ist recht eng und klein. Der Hafenmeister erwartet einen meist persönlich und weist den Platz zu. Liegeplätze bieten sich an der Landungsbrücke an oder an Moorings auf 2 – 2,50 m Tiefe. Bei der Ansteuerung sollte man sich in der Mitte des Fahrwassers halten, da es am Rand schnell flach wird. Das Vinga Fyr, der wohl bekannteste Leuchtturm Schwedens, sowie die pyramidenförmige Bake sind schon von weitem auszumachen.

Vinga ist ein sehr beliebtes Ziel und der hafeneigene Kiosk ein Treffpunkt unter Seglern.

Lohnenswert ist ein Ausflug hoch zum imposanten Ensemble aus Leuchtfeuer und Bake. Die hoch gelegenen Felsen verfügen über einen atemberaubenden Ausblick über die Schären und den Schiffsverkehr von und nach Göteborg.

N Göteborg Lilla Bommen

Mitten im Zentrum der sehenswerten Metropole Göteborg liegt der Hafen Lilla Bommen (WS150). Die Ansteuerung erfolgt direkt aus dem Fahrwasser ›Göta Alv‹. Mit teilweise starkem Schiffsverkehr ist zu rechnen. Es ist ratsam, stets rechts im Fahrwasser zu bleiben. Der Hafen befindet sich direkt unterhalb des weit sichtbaren Hochhauses mit der roten Spitze, im Volksmund deshalb ›Lipstick‹ genannt. Vor der großen Viermastbark ›Viking‹ biegt man Steuerbord in den Hafen ein.

Angelegt wird auf 2,50 bis 3 m Tiefe mit dem Bug zum Steg, das Heck wird an den vorhandenen Moorings festgemacht. Heckanker sind verboten. An den Wochenenden ist der Hafen oft sehr voll.

Der Hafen ist von Restaurants, Kneipen und Cafés umsäumt und ein beliebter Platz für Einheimische und Touristen. Direkt neben dem Hafen befindet sich ein großes Einkaufszentrum. Der Weg in das Stadtzentrum ist von hier nicht mehr weit.

Mit über 500.000 Bewohnern ist Göteborg die zweitgrößte Stadt Schwedens. Die Stadt lässt sich auf einer Kanalrundfahrt sehr gut vom Wasser aus erkunden.

O Marstrand

Marstrand gilt als das Segelmekka Schwedens – entsprechend viele Liegemöglichkeiten gibt es hier. Freie Plätze sind ausgeschildert, die meisten Gästeplätze befinden sich im südlichen Teil (WS112). Die Ansteuerung von Süden kommend bietet mehrere betonnte Fahrwasser. Die Burg als Landmarke ist schon von weitem auszumachen. Zwischen den Inseln Koön und Marstrandsön herrscht starker Passagierverkehr, der Vorfahrtrecht hat.

Das Serviceangebot und die Infrastruktur sind überdurchschnittlich gut.

Marstrand ist ein mondäner Ort, dessen Stadtbild von Holzhäusern und der mächtigen Burg oberhalb der Stadt geprägt ist. Hier herrscht stets viel Trubel. Das gastronomische Angebot ist überaus hoch.

Die Burg ist eine echte Sehenswürdigkeit. Von der imposanten Anlage hat man einen fantastischen Ausblick über die Stadt und die Schärenwelt.

P Käringön

Die Ansteuerung nach Käringön (WS120) erfolgt über den Käringön-Fjord. Die Ansteuerungstonne mit Nord-Toppzeichen lässt man an Backbord und steuert auf den Hafen zu. Nachts ist das Einlaufen nur Ortskundigen empfohlen. Boote liegen an Heckbojen auf einer Wassertiefe von 3-5 m.

Käringön galt früher als der bedeutendste Ort für die Heringsfischerei. Heute ist es vor allem ein Badeort, der aber seinen ursprünglichen Charakter nicht verloren hat. Die rot getünchten, typisch schwedischen Holzhäuser prägen das Bild.

In den Sommermonaten ist der Hafen häufig überfüllt. Sehenswert sind das Museum und das alte Pfarrhaus, welches heute ein Gasthaus ist.

Q Smögen

Willkommen im ›Monte Carlo‹ der schwedischen Westküste. Smögen ist ein echtes Highlight im Schärengarten und der wohl bekannteste Fischerort von ganz Schweden.

Die Ansteuerung ist am Tag und in der Nacht möglich. In der Dunkelheit sollte man vorsichtig navigieren, weil die vielen Lichtquellen irritierend sein können. An den ausgewiesenen Gästeplätzen (WS125) wird längsseits oder mit den vorhandenen und ausliegenden Heckleinen angelegt. Das Festmachen im Fischerei-Bereich ist strengstens untersagt.

Smögen wimmelt nur so von Touristen. Verpackt in hübschen Holzhäusern finden sich gastronomische Angebote, Fischauktionshallen und kleine Einzelhändler. Eine weitere Attraktion im Inneren des Hafens sind die teilweise in den Felsen gebaute Holzhäuser. Hinter dem großen Felsen wartet einer der schönsten Aussichtspunkte der Schärenwelt.

R Nord-Koster

Das Koster-Archipel ist das nördlichste Ziel des Törns und befindet sich unmittelbar an der Seegrenze zu Norwegen. Nord-Koster ist etwas für Naturliebhaber. Die Insel beeindruckt durch eine reichhaltige Flora. Die Nordseite ist ein Naturreservat mit einer atemberaubenden Küste und schönen Badebuchten hinter einer Heidelandschaft.

Im Koster-Sund liegt der Gästehafen (WS128) auf der Insel Nord-Koster. Liegeplätze befinden sich an der Gästebrücke an denen mit Heckanker auf 2 bis 7 m Wassertiefe angelegt wird. Die Ansteuerung erfolgt von Nordosten aus und ist unproblematisch. Die Insel bietet nur eingeschränkte Versorgung und kaum Service. Proviant gibt es jedoch im Ort. Während der Sommermonate ist das Ankern im Sund nicht gestattet.

 

Infos zum Törn - Die Westschären Schwedens
Um die Schärenwelt ausgiebig zu erkunden, empfehlen sich drei bis vier Wochen inklusive Rückreise. Von Kiel bis Koster sind es etwa 400 Seemeilen.

Um schneller in die Schären zu gelangen, kann auch der Weg durch den großen Belt ins Kattegat und dort über die Insel Anholt gewählt werden. Beste Reisezeit ist Mai bis August. Im Juli ist es häufig sehr voll.

(Texte Törnbericht: Stephan Boden)

Das gedruckte TourSet ist in den ADAC Geschäftsstellen erhältlich oder kann per E-Mail unter sportschifffahrt@adac.de angefordert werden.

Törnvorschlag - Ostseeklassiker

Zu Besuch im Garten Dänemarks – Rund Fünen mit Dänischer Südsee

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Kaum ein Törn ist im Gebiet der westlichen Ostsee so beliebt wie eine Tour Rund Fünen. Auf der Strecke warten idyllische Inseln, gemütliche Häfen und erlebnisreiche Törns. Wegen der vorherrschenden Windrichtung aus West wird die Insel üblicherweise im Uhrzeigersinn gefahren.

Zunächst wartet eine abwechslungsreiche Umrundung der 3.100 km² großen Insel Fünen und zum Abschluss ein Abstecher in eines der beliebtesten Segelreviere der Welt, die Dänische Südsee. Dieses Revier mit über 50 Inseln eignet sich gut für den letzten Teil eines Urlaubstörns, denn das Revier liegt gut geschützt und so kommt hier auch bei Schlechtwetterphasen nie Zeitdruck auf, wenn sich der Urlaub dem Ende zuneigt.

Kleiner Belt

Der Törn beginnt mit Erreichen des kleinen Belts und der Insel Als am Ausgang der Flensburger Förde. Die Insel kann sowohl Innen als auch Außen passiert werden. Innen fährt man in Sønderborg in den Als Sund, der weiter nördlich zum Als Fjord wird. Für diese Route bieten sich zwei Törnziele an: Sønderborg und Dyvig.

A Sønderborg

Das mit 27.000 Einwohner zu den größeren Städten Dänemarks gehörende Sønderborg verfügt über zwei Anlegemöglichkeiten: Den westlich gelegenen Sportboothafen (Lystbådehavn) in der Flensburger Förde und den Stadthafen im Eingang zum Als Sund. Der Stadthafen ist in der Saison häufig überfüllt, auch weil dort viele Traditionsschiffe festmachen. Über mehr Platz verfügt der etwa 2 Kilometer vom Stadtzentrum entfernte Sportboothafen Lystbådehavn (JO160), der 650 Liegeplätze (110 Gastplätze) bietet. Freie Plätze sind durch grüne Schilder gekennzeichnet. Der Hafen bietet alle Annehmlichkeiten einer modernen Marina.

Vom Hafen führt eine schön gelegene Promenade entlang der Flensburger Förde in die Stadt, vorbei am alten Badehaus des Wikinger-Clubs, dann zu einem kleinen, bei den Bewohnern beliebten Badestrand, bis zum Schloss. Dieses beherbergt ein Museum mit einer historischen Sammlung sowie Kunst aus Jütland. Gleich neben dem Schloss befindet sich der alte Stadthafen, dessen Umgebung zum Flanieren und Verweilen einlädt. Durch eine Fußgängerzone gelangt man ins Zentrum Sønderborgs, in dem viele Geschäfte, Supermärkte sowie ein riesiges Einkaufszentrum warten.

B Dyvig

Fast am nördlichen Ende des Als-Fjords liegt die wohl beliebteste Ankerbucht (mit Hafen) der gesamten Region: die Dyvig. Die von allen Seiten geschützte Bucht bietet sich auch für Neulinge an, um eine Nacht vor Anker liegen. Als kleine Herausforderung gestaltet sich die Ansteuerung. Am nördlichen Ausgang des Als Fjords geht es genau in östlicher Richtung in die Bucht ›Stegsvig‹. Am Ende der Bucht befindet sich eine sehr schmale, betonnte Durchfahrt in die Dyvig. Diese Durchfahrt ist erst sehr spät bei der Anfahrt zu erkennen. Beim Erreichen der Engstelle rät es sich, auf entgegenkommende Boote zu achten und in der Durchfahrt keinesfalls zu überholen. Danach hat man die idyllisch gelegene Dyvig erreicht. Dort bieten sich bei 3-5 m Wassertiefe auf sandigem Grund mit etwas Kraut viele schöne Ankerplätze an. Am Ende der Dyvig befinden sich zwei Anlegemöglichkeiten: Der Sportboothafen (JO172) und die hauseigene Steganlage des Dyvig Badehotels (JO170) mit angeschlossenem Restaurant. Im Sportboothafen gibt es im Hafengebäude ein kleines Angebot an Lebensmitteln.

C Mommark Marina

Wer die Insel Als lieber im Kleinen Belt passiert, für den bietet sich der vor einigen Jahren wiedereröffnete und modernisierte ehemalige Fährhafen von Mommark (JO190) an. Hier warten bequeme Fingerstege auf die Gastlieger, in Einzelfällen kann auch weiter hinten bei den Fischern angelegt werden. Bei der Einfahrt ist unbedingt auf die Betonnung zu achten. Die Fahrrinne und der Hafen werden jedes Jahr auf 4 m ausgebaggert, in der Einfahrt kann es jedoch bei längeren Ostwind-Phasen schnell zu Versandungen führen, so dass dort manchmal nur noch um die 2,50 m Tiefe sind. Die beiden alten Leuchttürme an der Hafeneinfahrt sind schon von weitem gut auszumachen und weisen den Weg in die Anlage.

Mommark ist seit der Übernahme eines Kaufmanns aus Sønderborg zu einem echten Urlaubsparadies geworden. Gleich am Hafengelände findet man einen breiten Badestrand sowie ein Café und Restaurant mit fantastischer Aussicht auf den Kleinen Belt. Der Hafenmeister gibt sich hier redlich Mühe, seinen Gästen eine schöne Zeit zu bescheren. Abends bläst er mit dem Jagdhorn zum Zapfenstreich und später singt er im Restaurant. Für Kinder gibt es einen kleinen Streichelzoo mit Ziegen und Hasen. Bei den Fischern im Hafen kann man frische Meeresprodukte kaufen, Bauern aus der Region bieten am Hafengelände oft ihre Erzeugnisse an. Größere Einkäufe können nur mit dem Bus nach Sønderborg erledigt werden, der mehrmals am Tag direkt am Hafen hält.

D Årø

Am nächsten Tag wird es mit einem Besuch der kleinen Insel Årø sehr untypisch Dänisch. Die Insel ist durch den nur 750 m breiten Årøsund vom Festland getrennt. Der Hafen (JO200) bietet etwa 70 Liegeplätze auf einer Wassertiefe von 2 – 2,50 m.

Eine Besonderheit der Insel, die überwiegend vom Tourismus lebt, ist das Weinanbaugebiet Årø Vin­gård – eines von nur fünf in ganz Dänemark. Da das Klima in der Dänischen Südsee sehr mild ist, wächst hier tatsächlich Wein. In dem zugehörigen Laden kann man die Erzeugnisse der Insel kaufen.

E Middelfart

Middelfart ist das letzte Törnziel, bevor der Kleine Belt verlassen wird. Südlich der Beltbrücken befindet sich gegenüber der Insel Fænø die große Marina Middelfart (FN105). Der weitläufige, moderne Hafen bietet über 500 Liegeplätze und darüber hinaus vom Segelmacher über Yachtservice und Krananlage über eine gute Infrastruktur. Tipp: Sofern möglich, sollte man weiter innen im Hafen anlegen, da andernfalls der Weg zum Hafenbüro und den Sanitäranlagen sehr weit ist.

Bei der Ansteuerung unbedingt die Betonnung beachten und vor der Hafeneinfahrt mit teilweise sehr starker Strömung rechnen. Vor allem im Bereich der Beltbrücken herrscht oft sehr starker Strom mit teilweise erheblichem Versatz.

Gute Alternativen zur großen, modernen aber auch recht uncharmanten Marina bieten zwischen den beiden Brücken die Häfen Kongebro, Gammelhavn und der Nyhavn an. Diese liegen wesentlich zentraler in der Stadt.

Der Name Middelfart kommt von den früher drei Fährverbindungen zwischen dem Festland und der Insel Fünen. Die mittlere Fährverbindung gab der Stadt ihren Namen, der frei übersetzt ›Mittlere Überfahrt‹ bedeutet. Das Middelfart Museum bietet eine liebevolle Ausstellung über die Geschichte der Stadt.

F Endelave Seglerhafen

Nach ca. 27 NM in nördöstlicher Richtung heißt es Willkommen im Kattegat! Die kleine Insel Endelave verfügt über einen gerade erst ­sanierten Hafen (JO380) mit einem supermodernen Hafengebäude. Die Insel wird ›Perle im Kattegat‹ genannt, weil sie über eine wunder­volle Naturlandschaft verfügt. Ein beliebtes Ziel ist der Heilkräutergarten mit angeschlossenem Café/Restaurant, in dem viele Erzeugnisse der Insel verarbeitet werden. Auch bietet sich eine Wanderung zur Nordspitze an, wo man eine herrliche Aussicht auf das Kattegat genießen kann.

Wer die Küste der Insel Fünen nicht verlassen möchte und Serviceeinrichtungen sucht, sollte alternativ nach Bogense fahren. Dort wartet eine große und moderne Marina (FN500) mit Werftbetrieb und überdurchschnittlichem Angebot im Bereich Yachtservice.

G Korshavn/Fünen

Ein wundervoller Naturhafen mit schönen Ankerplätzen und einer Steganlage wartet an der Nordspitze Fünens auf einen Besuch. Die Ansteuerung ist etwas abenteuerlich, weil die Einfahrt sehr häufig verkrautet ist und die Echolote daher meist nur wenig Tiefe anzeigen. Man sollte sich in der Mitte des Fahrwassers halten.

In der Bucht lässt sich überall sehr gut ankern, nur bei westlichen Winden ist die Abdeckung begrenzt. In diesem Falle eignen sich die Mooringbojen oder die Steganlage zum Festmachen.

Korshavn ist vor allem für Naturliebhaber ein lohnenswertes Ziel. Von hier lassen sich schöne Wanderungen durch die unberührte Landschaft unternehmen.

In der Umgebung befindet sich ein Campingplatz, der über einen kleinen Kaufmannsladen verfügt.

H Kerteminde

Wohl jedem Ostseesegler ist der Ort Kerteminde ein Begriff, schließlich wurden hier bis vor einigen Jahren die legendären Folkeboote gebaut, bis ihre Produktion nach Estland verlagert wurde. Die Schifffahrtsgeschichte der Kleinstadt kann jedoch noch viel weiter in die Vergangenheit blicken, denn bereits im Jahr 925 n. Chr. wurde hier in einem Wikingergrab das berühmte Schiff aus Ladby als Grabbeigabe mitbestattet. Das 1934 konservierte Wikingerschiff kann im nahe gelegenen Museumsgrab Ladby besichtigt werden.

Der Hafen von Kerteminde (FN300) ist unproblematisch anzusteuern und mit etwa 700 Liegeplätzen die größte Marina auf der gesamten Strecke. Der Hafen verfügt über ein ausgezeichnetes Serviceangebot rund um das Thema Wassersport.

I Nyborg Lystbådehavn

Nyborg war früher ein bedeutender Fährhafen und das Bindeglied zwischen der Inseln Fünen und Seeland. Seit dem Bau der Storebælt Brücke hat die Stadt erheblich an Bedeutung verloren. Die große Hafen- und Fähranlage wirkt daher etwas trostlos. Der Sportboothafen (FN270) indes ist eine sehr moderne und gepflegte Marina, die sehr zentral gelegen ist. Die Ansteuerung ist tagsüber problemlos, nachts jedoch nicht zu empfehlen, weil die Befeuerung des Fahrwassers wegen der Lichter der Stadt nur sehr schlecht zu erkennen ist.

Die hübsche Stadt Nyborg zählt mit knapp 18.000 Einwohnern zu den größeren Städten auf Fünen und bietet gute Einkaufsmöglichkeiten. Sehenswert ist vor allem das Schloss.

J Lundeborg Havn

Bereits bei der Ankunft im Hafen von Lundeborg (FN230) wird man durch das direkt am Hafen stehende, prächtige Packhaus aus rotem Fachwerk begrüßt. Der südliche Teil der Anlage ist für Sportboote reserviert, im nördlichen Fischereihafen dürfen Sportboote an der Mole im Innenteil festmachen. Die Wassertiefe beträgt bis zu 3 m. Lundeborg ist ein kleines Paradies im Großen Belt. Schon der dänische Liedermacher Ove Bager schrieb: ›Bist du traurig und von Sorgen bedrückt, komm mit mir nach Lundeborg, denn das ist der beste Ort auf Erden‹. Der Hafen verfügt über alle Annehmlichkeiten einer modernen Marina und über eine gute Infrastruktur. Der nahe gelegene Kaufmannsladen versorgt Skipper mit den nötigsten Lebensmitteln. Vor allem der liebevoll angelegte Spielplatz ist bei segelnden Familien sehr beliebt. Die Restaurants und Cafés am Hafen runden das Bild ab.

Dänische Südsee

Nach dem Verlassen des großen Belts erreicht man die Dänische Südsee, ein Gebiet mit über 50 Inseln, welches im Dänischen als ›Sydfynske Øhav‹ (deutsch: südfünisches Inselmeer) bezeichnet wird. Hier kann man sich nach Lust, Laune und Windrichtung austoben. Kleine Inselhäfen, belebte Stadthäfen und traumhafte Ankerbuchten warten darauf, erkundet zu werden. Die Entfernungen zwischen den einzelnen Häfen sind gering, daher bietet es sich an, nach Belieben zu kreuzen und sich von Wind und Wellen treiben zu lassen.

Zwischen den Inseln erstrecken sich teilweise riesige Flachgebiete. Das betonnte Fahrwasser darf keinesfalls verlassen werden.

K Troense Bådehavn

Der kleine Hafen von Troense (FN750) liegt im östlichen Svendborg Sund auf der Insel Tåsinge. Die kleine Seefahrerstadt gilt als einer der hübschesten Orte im Süden Dänemarks. Yachten machen in Boxen mit Heckdalben auf einer Wassertiefe von 1,60 m bis 3,50 m fest. Größere Sportboote dürfen in Absprache mit dem Hafenmeister auch an der Außenseite der Steganlage festmachen. Yachten mit viel Tiefgang sollten den Hafen vom Nordosten ansteuern, da es westlich schnell flach wird. Der große Brückenkopf ist dem Fährschiff ›Helge‹ vorbehalten.

Der Ort selbst ist eine einzige Sehenswürdigkeit. Die Straße ›Grønnegade‹ wird mit ihren denkmalgeschützten Fachwerkhäusern als ›schönste Straße Dänemarks‹ bezeichnet. In zwei Kilometern Entfernung befindet sich das ›Waldemars Schloss‹, die größte private Schlossanlage Dänemarks mit Spielzeug-, Jagd- und Schlossmuseum. Mit im Hafen geliehenen Fahrrädern bietet sich ein Besuch der Kirche in Bregninge an. Vom Turm, der auf einem 70 m hohem Hügel steht, hat man bei klarem Wetter eine fantastische Aussicht über die dänische Südsee und zwanzig Inseln.

L Skarø

Der Hafen von Skarø wurde vor kurzem grundlegend saniert. Er bietet um die 40 Liegeplätze für Yachten auf 2 – 2,50 m. Im inneren Teil bis 1,60 m. Die nur 35 Einwohner zählende Insel Skarø ist über die Grenzen bekannt. Grund ist der kleine Eisladen in der Mitte des Dorfes, der tagsüber viele Wassersportler und Touristen anzieht. Das ›Skarø Is‹ ist eine besondere Spezialität der Insel und wird sogar am Königshof in Kopenhagen für Gäste serviert. Jedes Jahr findet auf der Insel ein großes Musikfestival statt, und Menschen kommen aus der Region hierher und bevölkern das kleine Eiland mit Zelten. Außerhalb dieser Veranstaltung findet man hier jedoch die für dieses Revier typische Ruhe des dänischen Inselmeeres.

M Ærøskøbing

Puppendorf – so nennen unter anderem die Dänen den historischen Ort Ærøskøbing mit seinen bunten, historischen Fachwerkhäusern. Der Hauptort der Insel Ærø bietet zwei Häfen, in denen Gastlieger festmachen können: Den nördlich gelegenen Sportboothafen und südlich davon den alten Gewerbehafen, der sich vor allem für große Yachten anbietet.

Beide Anlagen verfügen über eine hervorragende Infrastruktur und liegen nahe am Ortskern. Alle Einrichtungen sind fußläufig zu erreichen. Im Sportboothafen gibt es einen großen Kinderspielplatz sowie gleich daneben einen Supermarkt.

Ærøskøbing ist ein echtes touristisches Highlight der dänischen Südsee. Rund 13.000 Segler kommen deshalb pro Jahr in diesen sehr beliebten Hafen, die von einem in der Region sehr beliebten Hafenmeister in Empfang genommen werden.

Natürlich bietet sich ein Rundgang durch den historischen Ortskern mit den liebevoll restaurierten Fischerhäusern und den engen Gassen an, bei dem man in längst vergangene Zeiten zurückversetzt wird. Ein beliebtes Ziel für den Landgang stellen auch die niedlichen bunten Badehäuser dar, die man bereits vom Hafen sehen kann. Hier findet man auch einen schönen Badestrand.

N Marstal

Der große Hafen von Marstal (FN810) steht ganz im Zeichen der langen Seefahrertradition der Insel Ærø. Große Yachten machen gleich nach der Einfahrt an der Kaimauer mit 4 m Wassertiefe fest, alle anderen Yachten finden an der südlichen Steganlage durch grüne Schilder markierte Liegeplätze bei 1,70 bis 2,70 m Tiefe. Der Werftkai sowie der frühere Fähranleger müssen freigehalten werden. Das Liegegeld wird am Abend an den Stegen kassiert.

Die Ansteuerung ist aus dem befeuerten Fahrwasser auch nachts problemlos. Allerdings kann bei östlichen Winden in der Fahrrinne eine unangenehme Welle entstehen.

Der Hafen bietet viel für Groß und Klein. Ein großer Spielplatz, viele Grillplätze sowie ein Badestrand mit hübschen Badehäuschen befinden sich direkt am Gelände.

Die historische Seefahrerstadt mit ihrer wundervollen Kirche ist einen Rundgang wert. Vor allem dem Schifffahrtsmuseum mit einer liebevoll gestalteten Ausstellung rund um die Seefahrerzeiten Marstals sollte ein Besuch abgestattet werden. Hier befindet sich auch ein altes Modell des von den Einwohnern selbst gebauten Hafens, in dem früher bis zu 400 Schoner lagen.

O Bagenkop

An der Südspitze der Insel Langeland liegt der Fischereihafen von Bagenkop (FN930) mit 150 Liegeplätzen für Yachten bis 3 m Tiefgang. Sportboote liegen im nordöstlichen Teil des Hafens, das westliche Becken ist den Fischern vorbehalten. Bagenkop Havn verfügt über eine gute Infrastruktur und bietet neben einem Schiffsausrüster, Tankstelle und Yachtservice auch gute Versorgungs- und Freizeitmöglichkeiten. Direkt am Hafen findet sich auch eine Gaststätte.

Seit die frühere Fährverbindung nach Kiel eingestellt wurde, ist der Hafen besonders bei Seglern beliebt, um in die dänische Südsee zu gelangen. Etwa 4.000 bis 5.000 Yachten legen hier jedes Jahr an. In der Hochsaison kann es daher entsprechend voll werden.

Ein Landgang empfiehlt sich vor allem für Naturliebhaber. Im nördlich des Hafens gelegenen Naturschutzgebietes kann man wildlebende Ponys beobachten. Im Süden gelangt man zur Steilküste. Dort kann man bei guter Sicht vom etwa 40 m hohen ›Fakkebjerg‹ aus bis zur deutschen Küste blicken.

P Drejø

Die rund 65 Einwohner zählende Insel Drejø verfügt über zwei Häfen: Die meisten Besucher nutzen den Fähranleger im Südosten, wo man bei 2,50 m Wassertiefe an der Innenseite des Brückenkopfes festmachen kann. Im Norden befindet sich der Gamle Havn, der bei einer Tiefe von 1 bis 1,20 m recht klein und eng ist. Hier liegt man allerdings näher am kleinen Dorf.

Drejø ist eine typische Insel in der dänischen Südsee, mit viel Natur und einer gelassenen wie gemütlichen Atmosphäre. Im Dorf findet man einen recht gut sortierten Kaufmannsladen, ein Café sowie ein Heimatmuseum. Es lohnt sich, die Insel mit Fahrrädern zu erkunden. Leihräder bekommt man auf dem Weg vom Fährhafen zum Ort. Die Insel verfügt über herrliche Marschlandschaften, Steilküsten und traumhafte Badestrände.

O Avernakø

Ca. 2 NM südsüdöstlich von Dyreborg liegt die langgezogene Insel Avernakø und besteht aus zwei Inseln, Avernak und Korshavn, die durch einen schmalen Damm zu einem Eiland wurden. Im Nordosten befindet sich der Avernakø Bådehavn, ganz im Nordwesten der kleine Anleger Korshavn. Bei der Ansteuerung in die große Marina (FN165) sollte man sich unbedingt an die Betonnung zur Einfahrt halten. Vor allem die Untiefenmarkierung ›Avernakø-Trille‹ sollte umfahren werden. Schon häufiger sind hier unachtsame Skipper auf Grund gelaufen. Die Marina verfügt über ausreichend Gastliegeplätze bei einer Wassertiefe von etwa 2,50 m.

Der kleine Brückenkopf Korshavn (FN166) dagegen verfügt nur über wenige Plätze, die bei Ortskundigen sehr beliebt und daher oft früh belegt sind. Die Wassertiefe beträgt 1,50 bis 2 m. Bei auflandigem Wind kann es hier sehr unruhig werden.

Die Versorgung auf der kleinen Insel ist spärlich. Im Ort Avernak By gibt es einen Kaufmannsladen, der von Korshavn aus am besten mit einem der Leihräder besucht wird. Die Bauern auf der Insel bieten oft an den Hofeinfahrten ihre Erzeugnisse an. Auf Avernakø, im Herzen der Südsee, bieten sich ausgedehnte Spaziergänge durch wundervolle Natur an.

R Dyreborg

Der kleine Fischereihafen (FN160) rund 2 NM südlich von Fåborg ist ein gemütlicher und ruhiger Hafen, der sich immer größerer Beliebtheit erfreut. Yachten finden hier wenige Plätze auf 2 – 2,50 m Tiefe. Der südliche Teil des Hafens ist Sportbooten vorbehalten, die Mole im Nordosten den Fischern. Etwas Vorsicht sollte man an der Slipanlage walten lassen: Diese reicht weit in das Becken hinein.

Dyreborg versprüht die typische Atmosphäre eines Fischereihafens, in dem die Fischer ihrer Arbeit nachgehen, Fisch direkt vom Kutter verkaufen und ihre Netze zum Trocknen auslegen. Nahe des Hafens gelangt man in den Dyreborg Skov – dem größten, in Privatbesitz befindlichen Buchenwald Dänemarks. Hier lohnt sich ein ausgedehnter Spaziergang, bei dem man nicht selten das dort lebende Damwild sehen kann.

S Fåborg

Fåborg ist eine alte Handelsstadt auf der Südostseite der Insel Fünen. Gäste können im Handelshafen (FN150) sowie im großen Yachthafen (FN155) festmachen. Der Fährhafen ist für die Sportschifffahrt verboten.

In der Hauptsaison ist der beliebte Handelshafen im Stadtzentrum häufig früh belegt. Im nordwestlich gelegenen Yachthafen werden aber auch große Boote in den meisten Fällen einen Platz finden. Beide Häfen verfügen über 3 bis 3,50 m Wassertiefe und sind gut ausgestattet. Die nahe Stadt bietet reichhaltige Versorgungsmöglichkeiten.

Fåborgs Geschichte reicht bis in das 13. Jahrhundert zurück. Die wunderhübsche Stadt lädt zum Sightseeing und Einkaufen ein.

 

Infos zum Törn - Ostseeklassiker
Für den Törn sollten zwei Wochen eingeplant werden. Ab Start­ort Kiel beträgt die reine Inselrunde etwa 230 bis 300 NM, je nach Route. Mit Booten über 2,30 m Tiefgang können nicht alle Fahrwasser befahren werden. Beste Reisemonate sind von Mai bis September. Im Juli sind in ganz Dänemark Ferien - dann ist es häufig überfüllt.

(Texte Törnbericht: Stephan Boden)

Das gedruckte TourSet ist in den ADAC Geschäftsstellen erhältlich oder kann per E-Mail unter sportschifffahrt@adac.de angefordert werden.

Von Flensburg ins Stettiner Haff

Von der Kieler Bucht bis ins Oderhaff bieten moderne Häfen Schutz entlang der Küsten und in Boddengewässern.

Nirgends sonst an deutschen Küsten liegen so viele Boote und sind so viele Freizeitskipper unterwegs wie in der Kieler Bucht mit der Flens­burger Förde, Schlei, Eckernförder Bucht und Kieler Förde. Hier verlaufen internationale Fährverbindungen, Schifffahrtsstraßen, und es gibt Stützpunkte der Bundesmarine. Die Flensburger Förde teilen sich Dänemark und Deutschland. Südlicher schneidet die Schlei 43 km tief ins Land und gleicht mit teils nur 100 m Breite einem Fjord. An ihr liegen viele Sportboothäfen, sodass es stets starken Verkehr gibt. Beliebte Reviere sind die Eckernförder Bucht und die Kieler Förde. Landmarken an der Kieler Förde sind der Kiel- und Bülk-Leuchtturm, der große Baukomplex des Olympiahafens Schilksee am West­ufer der Außenförde und am Ost­ufer das 72 m hohe Marine-Ehrenmahl Laboe. Von der Kieler Bucht geht es durch Fehmarnsund oder Fehmarnbelt in die Mecklenburger Bucht mit der Lübecker Bucht samt Hansestadt.

Ruhiger ist es in den Gewässern östlich Klützer Winkel in der Wismarbucht im Schutz der Insel Poel. Im Hafen Wismar herrscht oft reger Schiffsverkehr. Der Küstenlinie folgend sind die unter Naturschutz stehende Vogelbrutinsel Langenwerder nördlich von Poel, das Sperr­gebiet vor Wustrow und die strenge Befahrensregelung im Salzhaff zu beachten. Über Kühlungsborn mit seiner Bäderarchitek­tur wird die Mündung der Warnow mit dem Ostseebad Warnemünde erreicht. Gefahrenpotenzial bieten hier Schnellfähren und die Großschifffahrt! Die Warnow ist bis Rostock für Sport­boote befahrbar. Bei Starkwind oder Sturm entstehen Kreuzseen zwischen der West- und Ostmole an der Warnowmündung.

Zwischen Gedser und Darßer Ort liegt mit gerade einmal 500-1000 m Breite das Verkehrstrennungsgebiet ›South of Gedser‹ als schmalste Stelle der 20 NM langen Kadetrinne — einer der am stärksten befahrenen Seewege Europas und einer der gefährlichsten. Zwischen Warnemünde und Barhöft bzw. der ­Insel Hiddensee am Eingang zum Strelasund existiert nur der Not­hafen Darßer Ort bei Prerow.

Weiter geht es in den Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft mit Kurs Rügen. Dann führt der Törn in den Großen Jasmunder und den Greifswalder Bodden. Durch Peenestrom und Achterwasser bei Usedom wird das Stettiner Haff mit Ueckermünde erreicht.

Törnvorschlag - Deutsche Inseltour

Von Neustadt bis nach Usedom. Ein Revier der Spitzenklasse in der westlichen Ostsee.

Ein abwechslungsreicher und in Teilen anspruchsvoller Törn ist die Route von Neustadt in Holstein nach Usedom ins Achterwasser. Auf dieser Route warten die deutschen Ostseeinseln Fehmarn, Hiddensee, Rügen und Usedom. Der erste Teil der Strecke führt entlang der Ostseeküste nach Mecklenburg-Vorpommern. Ab Barhöft warten dann die geschützten Boddengewässer und das Achterwasser darauf, erkundet zu werden.

(Klicken zum Vergrößern)

Vor dem Törnstart in die Lübecker Bucht können auf www.elwis.de die Schießzeiten in den Warngebieten Todendorf und Putlos sowie die weiteren auf dem Weg befindlichen Sperrgebiete abgefragt werden. Zusätzlich erfolgen jeden Tag um 7:30; 11:00 und 15:30 Uhr auf UKW-Kanal 11 Durchsagen zum Gefahrenbereich. In Ausnahmefällen auch samstags um 7:30 und 11:00 Uhr. Jeweils 5 Minuten vor den Gefahrendurchsagen erfolgen Ankündigungen auf Kanal 16. Zusätzliche Informationen geben die vor Ort befindlichen Sicherungsfahrzeuge.

A Burg / Fehmarn

Los geht es in der modernen und überdurchschnittlich gut ausgestatteten Ancora Marina (DO480) in Neustadt, die auch ADAC Stützpunkt ist. Die große Anlage mit 1.400 Liegeplätzen gehört zu den modernsten Full-Service Marinas in Europa. Die Ancora Marina hat alles zu bieten, was es rund um Yachten gibt: Werft, Yachtshop, Dienstleistungszentrum, Bootstankstelle und vieles mehr. Die Boxen mit Heckdalben sowie zahlreiche Schwimmstege sind großzügig und modern und bieten Yachten bis zu 35 m Länge auf 4 m Tiefe Platz. Wegen der hervorragenden Infrastruktur sowie der guten Versorgungsmöglichkeiten ist die Marina ein perfekter Starthafen für den anstehenden Törn.

Einen besonderen Service bietet die Ancora Marina ihren Besuchern mit dem Hafenshuttle: Eine Wassertaxi-Verbindung zwischen dem Yachthafen und der Innenstadt. Die Personenfähre fährt regelmäßig und ist kostenlos

Die Ansteuerung nach Fehmarn in den Hafen beginnt mit der Tonne ›Burg 1‹, die sich etwa 3,5 Seemeilen östlich der Fehmarnsundbrücke befindet. Von dort führt ein gut betonntes Fahrwasser die Bucht ›Burger See‹ mit ihren großen Häfen Burgstaaken (DO430) und Burgtiefe (DO435). Der moderne Yachthafen von Burgtiefe liegt im Süden der Insel direkt an einem der reizvollsten Strände Fehmarns. Er verfügt über 600 Liegeplätze auf bis zu 4 m Tiefe und eine gute Infrastruktur. Der Hafen liegt in unmittelbarer Nähe zu einem modernden Ferienzentrum.

Der im Norden der Bucht gelegene Handels- und Fischereihafen von Burgstaaken bietet 185 Liegeplätze für Yachten mit bis zu 2 m Tiefgang. Burgstaaken liegt in unmittelbarer Nähe zum hübschen Ort Burg auf Fehmarn.

In Burg befindet sich das ›Meereszentrum Fehmarn‹, das mit 4 Millionen Litern eines der größten Aquarien Europas ist. In beiden Häfen stehen Leihfahrräder für ausgedehnte Inseltouren zur Verfügung.

B Timmendorf/Poel

Rund 25 Seemeilen von Burg entfernt liegt das nächste Törnziel: Timmendorf auf Poel. Die kleine Insel liegt östlich des Fahrwassers nach Wismar. Der Fischerei- und Lotsenhafen (DO604) bietet an der nördlichen Mole für etwa 40 Yachten auf 2 bis 2,50 m Wassertiefe rund 40 Liegeplätze für Yachten.

Timmendorf ist ein beliebtes Urlaubsziel und so ist der kleine Ort mit seinem Leuchtturm im Sommer stets sehr belebt. In der Nähe der Marina befinden sich einige Restaurants und Souvenirläden. Ein 7 Kilometer langer Badestrand erstreckt sich vom Hafen bis zum Leuchtturm an der Nordspitze der Insel. In der Hochsaison touristisch geprägt, ist die Insel Poel in der Nebensaison sehr beschaulich und idyllisch. Am Hafen gibt es einen Fahrradverleih für Inselerkundigungen.

C Kühlungsborn

Nach ca. 20 Seemeilen erreicht man das belebte Seebad Kühlungsborn. Der Hafen (DO620) bietet Liegeplätze für 400 Yachten auf bis 2,80 m Tiefe. Die gesamte Anlage ist sehr modern ausgestattet und bietet alle Annehmlichkeiten einer modernen Marina. Die Ansteuerung ist am Tag und in der Nacht unproblematisch.

Auch wenn der Hafen sehr groß ist, liegt man in der Hauptsaison häufiger im Päckchen. Denn zum einen ist die Marina sehr beliebt, zum anderen liegt auf der Strecke zwischen Poel und Warnemünde keine alternative Anlegemöglichkeit. Kühlungsborn verfügt über ein großes Serviceangebot für Yachten.

Das mondäne Seebad Kühlungsborn ist vor allem wegen seiner neu renovierten Strandvillen und der mit 3 km längsten Promenade an der Ostseeküste bekannt. Nicht umsonst wird die von Wald umschlossene Stadt auch ›Grüne Stadt am Meer‹ genannt.
Der Ort hat immer einiges an Events und Ausstellungen zu bieten. Viele Restaurants, Geschäfte und Cafés befinden sich in unmittelbarer Nähe zur Marina. Hier kommt stets echte Urlaubsstimmung auf.

D Warnemünde

15 nautische Meilen östlich von Kühlungsborn befindet sich Warnemünde. Hier gibt es zwei Häfen, den urigen Fähr- Fischerei- und Yachthafen ›Alter Strom‹ (DO632) sowie am Ostteil der Warnowmündung gelegene neue Yachthafen ›Hohe Düne‹ (DO630). Während der ›Alte Strom‹ häufig sehr voll ist, bietet ›Hohe Düne‹ mit 800 Liegeplätzen genug Anlegemöglichkeiten auch für große Yachten.

Der ›Alte Strom‹ liegt mitten in der mit rund 13.000 Einwohnern belebten Stadt Warnemünde, einem der größten Urlaubsorte Mecklenburg-Vorpommerns. Von hier erreicht man zu Fuß schnell das prächtige Wahrzeichen der Stadt, den alten Leuchtturm, der an einem sehr breiten Sandstrand an der Warnowmündung steht und weit über die Stadt hinausragt. Im langgezogenen Hafen ist stets viel Trubel von Touristen, Yachten und der Schifffahrt. Ein Spektakel bilden auch stets die ein- und auslaufenden Kreuzfahrtschiffe, die hier zahlreich anlegen. Pro Jahr gibt es bis zu 200 Anläufe der Meeresriesen.

Die moderne ›Yachthafenresidenz Hohe Düne‹ auf der anderen Seite steht ganz im Zeichen von Yachten und Bewohnern des Ferienzentrums. Die Anlage verfügt über ein großes Angebot an Gastronomie, Einzelhandel, Freizeitaktivitäten und Wellness. Eine Fährverbindung bringt die Besucher rüber nach Warnemünde. Auch für einen Besuch der nahe gelegenen Stadt Rostock bietet sich eine Fährverbindung an, die im Halbstundentakt fährt.

E Barhöft

Mit dem Schlag von Warnemünde nach Barhöft wartet ein anspruchsvoller, weil sehr langer Törn auf den Segler. Zwischen beiden Törnzielen liegt kein Hafen, außer dem Nothafen ›Darßer Ort‹, der inzwischen traurige Berühmtheit erlangt hat. Die Zufahrt zum Darßer Ort, einer Station der DGzRS, versandet immer wieder und ist teilweise unpassierbar. Er wird zwar stets freigebaggert, mittlerweile sogar freigesaugt, aber die Zukunft des Naturhafens ist seit Jahren ungewiss, so dass man sich auch in Notsituationen nicht darauf verlassen sollte, dort anlaufen zu können. Deshalb ist diese Tagesetappe etwa 55 Seemeilen lang, bis man den geschützten Hafen von Barhöft (DO685) erreicht. In jedem Fall sollte man vor dem Törn ausreichend Informationen über die Wetter- und Windlage einholen, um keine unangenehmen Überraschungen zu erleben.

Der Hafen von Barhöft, ein kleiner und gut ausgebauter Lotsenhafen, ist vor allem durch seine Kasernengebäude geprägt. Er liegt gut geschützt südlich der Insel Hiddensee in der Einfahrt in den Darßer Bodden. Bis zu 100 Yachten finden bei bis zu 3,50 m Tiefgang Platz.

Hier werden Angeltouren, Wanderungen durch den Nationalpark sowie Fahrradtouren angeboten. Auch die Versorgung ist ausreichend. Barhöft ist ein außerordentlich ruhiger und sehr schön gelegener Hafen.

Für Yachten mit etwas weniger Tiefgang und für Segler mit viel Zeit bietet sich von hier auch ein Abstecher in den Darßer Bodden an, in dem viele schöne und idyllische Orte besucht werden können.

Rügen und Hiddensee

Hat man für den Törn viel Zeit, sollte man von Barhöft aus zunächst die Insel Hiddensee und danach die Boddengewässer der Insel Rügen besuchen. Hier warten zahlreiche, gut geschützte Häfen darauf, erkundet zu werden. Höhepunkt der Tour in die Rügenschen Boddengewässer ist dann der letzte Hafen Ralswiek (DO750). Hier finden in jedem Sommer die beliebten ›Störtebeker Festspiele‹ statt. Um nach dem Abstecher weiter nach Osten bis zur Insel Usedom zu gelangen, kann man, statt über den südlich von Rügen gelegenen Strelasund zu fahren, die Insel auch im Norden passieren. Für die Rückfahrt nach Westen bietet es sich an, die jeweils andere Route zu nehmen. Wegen der vorherrschenden Windrichtung von Westen empfiehlt sich für den Hinweg, Rügen im Norden auf der Ostsee zu umrunden. Das ist wesentlich angenehmer, als die Rückfahrt bei starkem Seegang gegenan zu segeln. Für den Rückweg hoch am Wind bietet sich dann die Südroute durch den Strelasund an.

F Stralsund Citymarina

Dass Stralsund eine alte Hansestadt ist, sieht man bereits von weitem an den gotischen Monumentalbauten. Die westlich des Strelasunds gelegene alte Handels- und Seefahrerstadt bietet in der großen und gut ausgestatteten Citymarina (DO700) Plätze für bis zu 300 Yachten mit 2 m Tiefgang an. Die Ansteuerung erfolgt problemlos aus dem Fahrwasser.

Stralsund eignet sich für einen ausgedehnten Landgang oder auch für einen Hafentag. Hier gibt es viel zu entdecken und man fühlt sich beim Rundgang häufig ins Mittelalter zurückversetzt. Die Altstadt steht auf der Welterbeliste der UNESCO und bietet 40 kulturgeschichtliche Denkmäler. Auch ausgedehnte Shoppingtouren können hier durchgeführt werden. Ein touristisches Muss ist das – nahe am Hafen gelegene – Ozeaneum, ein mit bisher über 6 Millionen Besuchern überaus beliebtes und weit über die Grenzen bekanntes Meeresmuseum. Mit teilweise atemberaubenden Ausstellungstücke wie Walskeletten, kommen Familien hier auf ihre Kosten.

Östlich von Stralsund befindet sich die Ziegelgrabenbrücke zwischen dem Festland und Rügen. Die Brücke hat feste Öffnungszeiten (5:20, 8:20, 12:20, 15:20, 17:20 und 21:30 Uhr) und öffnet für jeweils 20 Minuten. Der Berufsschifffahrt muss unbedingt Vorfahrt gewährt werden. Sportboote müssen sich jeweils zehn Minuten vor der Öffnung in Leitwerksnähe aufhalten.

G Lauterbach

Etwa 25 Seemeilen östlich von Stralsund befindet sich Lauterbach auf Rügen. Hier gibt es zwei Möglichkeiten zum Anlegen: Im alten Handelshafen bis 2,50 m Tiefgang an den beiden äußeren Stegen und in der IM Jaich-Marina (DO775) an den beiden ersten Stegen. Die Marina hat bis zu 3,50 m Wassertiefe. Die Ansteuerung ist betonnt.

In der Marina liegen viele feste Hausboote, deren Bewohner in der Hauptsaisonsaison für viel Belebung und Urlaubsstimmung auf dem Gelände sorgen. Der alte, geräumige Stadthafen (DO774) ist etwas beschaulicher. Die Versorgungs- und Servicemöglichkeiten sind gut.

In Lauterbach bietet sich vor allem der Besuch der zwei Kilometer entfernten ›Weißen Stadt‹ Putbus an. Das im Jahre 1810 vom Fürsten Wilhelm Malte gegründete Ensemble klassizistischer Gebäude gilt als einer der bedeutendsten Vertreter dieser Architekturepoche. Eine weitere ­Sehenswürdigkeit ist das nahe ge­legene und renovierte Badehaus Goor. Putbus und Goor sind durch eine imposante Allee miteinander verbunden.

Die touristisch geprägte Stadt Bergen lässt sich von Lauterbach aus mit dem Zug gut erreichen.

H Greifswald

Beim Besuch der alten Hanse- und Universitätsstadt Greifswald bietet es sich an, in die Greifswalder Wiek zu laufen und bis in die Stadt zu fahren. Dort liegt man entweder stadtnah im Museumshafen (DO825) oder im großen Yachtzentrum Greifswald (DO820). Hier gibt es Liegeplätze auf 2,50 m Tiefe für Yachten bis 25 m Länge. Die Ansteuerung ist nur tagsüber möglich, da das Fahrwasser von der Wieck nach Greifswald unbeleuchtet ist. Auf dem Weg wartet dazu eine Klappbrücke. Das Yachtzentrum bietet alle Arten an Servicemöglichkeiten und liegt nicht weit von der historischen Altstadt. Greifswald ist eine nahezu komplett sanierte, mittelalterlich geprägte Stadt mit vielen historischen Baudenkmälern. Freunde des gotischen Baustils kommen hier voll auf ihre Kosten. Yacht-Interessierte können bei der nahegelegene Hanse-Yachts-Werft viele neue Yachten besichtigen und dem Werftgeschehen beiwohnen.

I Freest

Am Eingang des Peenestroms empfängt die ›Sportgemeinschaft Seesegeln Freest e.V.‹ ihre Gäste. Der Hafen (DO834) liegt auf dem Festland gegenüber der Nordspitze Usedoms. Yachten liegen im südöstlichen Becken und im mittleren Werfthafen; der nördliche Teil ist den Fischern vorbehalten.

Freest ist ein altes, traditionelles ­Fischerdorf. Bekannt sind seine Fischerteppiche mit maritimen Motiven. Diese und weiteres Kunsthandwerk aus Freest kann im kleinen ­Museum ›Heimatstube‹ bewundert werden. Freest ist ein idealer Ort für Segler, die Beschaulichkeit, Ruhe und Natur suchen.

J Wolgast

Im Peenestrom liegt die Stadt Wolgast, deren größter Teil sich westlich von Usedom befindet, mit drei Anlegemöglichkeiten:

  1. Die ruhig gelegene, sehr gepflegte Steganlage des Segelclubs Wolgast – Dreilindengrund (DO847).
  2. Der recht unruhige Handelshafen nördlich der Klappbrücke (DO846).
  3. Der Stadthafen südlich der Brücke (DO845).

Wer lieber ruhiger liegt, entscheidet sich für den Hafen des Segelclubs im Dreilindengrund, der nördlich und etwas außerhalb der Stadt beheimatet ist.

Die beiden anderen Anlegemöglichkeiten sollten auch nach den täglichen Öffnungen der Brücke gewählt werden (www.elwis.de).

Im langgezogenen Becken des Stadthafens finden Sportboote im inneren Teil vor der Brücke auf bis zu 5 m Tiefe Platz. Im Yachtanleger nördlich der Brücke gibt es Boxen mit Heckdalben mit einer Wassertiefe von 1,20 bis knapp 3 m.

Prägend für Wolgast ist die große Peene Werft, die auffällige blaue Klappbrücke und das Museum gegenüber dem Rathaus.

Wolgast bietet gute Versorgungsmöglichkeiten, ist aber wegen des Autoverkehrs von und zur Urlaubsinsel Usedom oft sehr unruhig.

K Krummin

Eine echte Perle dieses Törns wartet im Achterwasser westlich der Halbinsel Gnitz: Der Hafen von Krummin (DO855). Die Ansteuerung erfolgt mit nördlichem Kurs durch die Krumminer Wiek in die betonnte Fahrrinne zum Hafen. Eine gute Landmarke ist der weithin sichtbare Turm der St.-Michael- Kirche. Krummin hat rund 150 Liegeplätze mit bis zu 2,30 m Wassertiefe. Die sehr schön gelegene und modern ausgestattete Marina bietet eine gute Infrastruktur. Besonders erwähnenswert ist die sehr schöne Hafenterasse.

Krummin gilt als eines der beschaulichsten Dörfer der Insel Usedom. Der kleine Ort besticht durch ein reichhaltiges Angebot an kulturellen Veranstaltungen. Direkt neben dem Hafen befindet sich mit dem ›Café Naschkatze‹ ein sehr beliebtes Ausflugslokal, bei dem die Gäste in einem liebevoll gestalteten Garten die Ruhe genießen. Leihfarräder können im Ort ausgeliehen werden. Krummin ist sicherlich kein Geheimtipp mehr, wird aber dennoch von vielen Seglern wegen seiner Lage in der Wiek häufig übersehen.

L Ueckermünde

Mit dem Einlaufen in den Stadthafen (DO915) von Ueckermünde ist die letzte Etappe des Törns erreicht. Die Ansteuerung erfolgt vom kleinen Haff aus in die Uecker. Der Stadthafen ist gut ausgebaut und bietet Service- und Versorgungsmöglichkeiten. Alternativ finden sich, dem Flusslauf folgend, weitere Liegemöglichkeiten der ortsansässigen Segelvereine.

Sehr zu empfehlen ist der große Hafen und ADAC Stützpunkt ›Lagunenstadt Ueckermünde‹ (DO910). Die Einfahrt zur Marina befindet sich nur 300 m flussaufwärts an der Backbordseite. Boote bis zu 20 m finden ausreichend Platz an 384 beleuchteten und festen Liegestellen. Die Anlage verfügt über hervorragende Service- und Versorgungsmöglichkeiten wie Tankstelle für Benzin und Diesel, Fäkalienabsauganlage, Doppelslipanlage, Strom und Trinkwasser am Steg, Sanitäreinrichtungen mit Duschen und WC, Waschmaschinen und Trockner. Die Saisonzeit in der Marina ist vom 01. April – 31. Oktober. Hier kann man sich gut auf die Rück- oder Weiterreise vorbereiten und Proviant bunkern. Die Lagunenstadt Marina bietet zudem Winterliegeplätze auf eigenem Trailer oder Lagerböcken an. Kraneinrichtungen sind vorhanden. Neben den Serviceeinrichtungen des Hafens gibt es auch Übernachtungsmöglichkeiten.

Im Umkreis von 5 km bieten 2 Werften und weitere externe Dienstleister ihren Service rund ums Boot an. Dazu gehören Boots- und Motorenservice, Segelmacherund Yachtausrüster.
Sehenswert ist das Wahrzeichen der Stadt, das Schloss Ueckermünde. Hier finden im Sommer häufig Konzerte statt und es beherbergt ein Museum mit einer Ausstellung über die lange Stadtgeschichte Ueckermündes.
Höhepunkt im Veranstaltungskalender Lagunenstadt ist die jährlich wiederkehrende Haff-Sail, eine Segelregatta, die seit dem Jahre 2005 regelmäßig ausgetragen wird.

 

Infos zum Törn - Deutsche Inseltour
Für den Törn sollten etwa zwei bis drei Wochen eingeplant werden. Von Kiel bis Ueckermünde sind es rund 250 Seemeilen. Fährt man die Tour nördlich Rügen, sind es cirka 30 Meilen mehr. Wegen der vorherrschenden Windrichtung West sollte für die Rückfahrt ein wenig mehr Zeit eingeplant werden, weil man überwiegend gegenan segelt.

(Texte Törnbericht: Stephan Boden)

Das gedruckte TourSet ist in den ADAC Geschäftsstellen erhältlich oder kann per E-Mail unter sportschifffahrt@adac.de angefordert werden.

Befahrensregeln und Besonderes

Internationale Handelsrouten, Fährverbindungen und Fischerei sowie der Naturschutz erfordern die Beachtung vielfältiger Regeln in der stark befahrenen baltischen See.

Allgemein – Die Ostsee bietet unterschiedliche Reviere, von Küsten­revieren bis hin zu Boddengewässern, die weitgehend geschützten Binnengewässern entsprechen. Schiff, Ausrüstung und Qualifika­tionen der Crew müssen dem zu befahrenden Revier angepasst sein. Navigieren mit aktuellen Seekarten ist, besonders in Regionen mit Flachwasser und Untiefen, absolut notwendig. Sportboote auf der Ostsee, die Toiletten an Bord haben, müssen, mit vereinzelten Ausnahmen, mit einer Abwasserrückhalteanlage ausgestattet sein. Auf Schiffen über 12 m Länge muss das Merkblatt zur Müllentsorgung an Bord mitgeführt werden.

Das Tankstellennetz ist relativ gut ausgebaut. In fast allen größeren Orten gibt es Bunkerstationen. Ein Verzeichnis schwedischer Werften und Motorservicestationen mit Kran- und Slipanlagen ist bei den örtlichen Fremdenverkehrsbüros erhältlich. Reparaturwerkstätten für gängige Motormarken gibt es in fast allen größeren Orten.

Schifffahrtsregeln

In Internationalen und in Küstengewässern gelten die Kollisionsverhütungsregeln (KVR). In den jeweiligen Hoheitsgewässern gelten ergänzende, bisweilen abweichende nationale Bestimmungen. Diese regelt in Deutschland die Seeschifffahrtsstraßenordnung, in Dänemark die ›Regler for Sejlads i national Farvande‹ (Schifffahrtsvorschriften), in Schweden die ›Sjötravikförordning‹ (Seeverkehrsverordnung) und die ›Sjöttrafikkungörelse‹ (Seeverkehrsbekanntmachungen).

In den Gewässern gilt das internationale Betonnungssystem A (rot von See kommend an Backbord). Als Verkehrsweg ist die Ostsee mit vielen Frachtverbindungen und Fährlinien eine Lebensader nicht nur der skandinavischen Anrainer.  Daher sind die Regeln zur Kollisionsverhütung für enge Fahrwasser und Verkehrstrennungsgebiete besonders in den Seegebieten vor den Häfen Kiel, Travemünde und Saßnitz in Deutschland, vor dem däni­schen Gedser und den schwedi­schen Häfen Malmö und Trelleborg unbedingt zu beachten.

In Schweden werden örtliche Geschwindigkeitsbegrenzungen auf einem gelben Schild mit der Aufschrift ›högst 5 knop‹ (höchstens 5 Knoten) oder auf einem weiß-ro­ten Schild mit der Ziffer der maximalen Geschwindigkeit angegeben. In den Schärengebieten vor Göteborg sollten nur die in berichtigten Seekarten ausgewiesenen Fahrwasser benutzt werden. Außerhalb kann die Vermessung lückenhaft sein, was die Gefahr einer Grundberührung mit Klippen und Untiefen erhöht.

Liegeplätze und -gebühren

Das Hafen- bzw. Liegegeld ist eine Bringschuld, die unaufgefordert beim Hafenmeisterbüro oder gemäß anderer Anweisungen bzw. am Automaten zu entrichten ist. In Dänemark und Schweden sind Zahlautomaten üblich, die meist einen Beleg als Aufkleber ausgeben, der an die Reling geklebt wird. Fehlen Büro oder Automat, kommt der Hafenmeister abends zum Kassieren mit dem Boot.

In fast allen dänischen Häfen wird Liegegeld verlangt. Freie Liegeplätze sind mit einer grünen Tafel ›Fri til‹ gekennzeichnet. Eine rote Tafel bedeutet, dass nicht festgemacht werden darf, da der Eigner die Box nur kurz verlassen hat. Da die Häfen oft überfüllt sind, liegen zum Festmachen viele Ankerbojen bereit. Sind diese mit ›DS‹ gekennzeichnet, dürfen sie ausschließlich von Mitgliedern der ›Dansk Sejl-Union‹ benutzt werden.

Entlang der schwedischen Küste sind Gasthäfen durch ein rundes dunkelblaues Schild mit einem Anker und der Aufschrift ›Gästhamn‹ gekennzeichnet – auf schwedischen Seekarten mit rotem Draggen (kleiner vierarmiger Bootsanker) auf grünem Grund. Schwedische Gasthäfen bieten meist keine ­Dauerliegeplätze, dafür Häfen für Dauerlieger oft keine Gastplätze. Ankerplätze des ›Svenska Krys­saklubben‹ (SXK) kennzeichnen blaue und rote Mooringtonnen, die nur von dessen Clubmitgliedern benutzt werden dürfen.

In schwedischen Yachthäfen werden Liegeplatzgebühren verlangt. Das Wasser und die Benutzung der Duschen ist im Hafengeld meist inbegriffen, während für Strom oft ein Zuschlag verlangt wird.

Sperrgebiete

Strikt beachtet werden müssen die auf Seekarten verzeichneten Sperr- und Schießgebiete. An Deutschlands Küsten finden sie sich vor allem nahe der Marinestützpunkte vor Flensburg, Eckernförde und Kiel. In Schweden übt das Militär zwischen Ystad und Simrishamn, in der Hanö-Bucht und im Vänern und Vättern. Ausländern ist es in Schweden gestattet, sich in Friedenszeiten in militärischen Schutzgebieten aufzuhalten. Allerdings können begrenzte Gebiete und Anlagen gesperrt sein.

Unter Sperrgebiete fallen auch Naturschutzgebiete, in denen zum Schutz der Fauna und Flora strenge Befahrensregeln gelten. In Deutschland schützt z.B. der Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft weite Seegebiete an den Küsten und die Boddengewässer südlich von Fischland-Darß-Zingst sowie Seegebiete um Hid­den­see. Unter Naturschutz stehen auch der Nationalpark Jasmund auf Rügen und Naturparks auf Usedom und in den Förden.

In Schweden ist es zu bestimmten Jahreszeiten – meist im Frühjahr und Frühsommer – verboten, Vogel- und Robbenschutzgebiete zu betreten. Diese Gebiete sind durch Schilder an Land gekennzeichnet und in See- und Sportbootkarten mit den Verbotszeiten eingetragen.

Jedermannsrecht

Das Allemansrätten (Jedermannsrecht) ist in Schweden gesetzlich ge­regelt. Aber Achtung: Dieses Recht zum Gemeingebrauch verpflichtet zu mehr als es erlaubt. Es erlaubt z.B. zu Fuß über fremde Felder, Wiesen oder unbebaute Grundstücke zu gehen und über Zäune zu klettern, aber nur, wenn dabei kein Schaden angerichtet wird. Darüber hinaus darf man fremde Gewässer befahren, ankern oder an unbebautem Land festmachen. Es ist jedoch nicht erlaubt, die Badebrücken fremder Grundstücke zu benutzen oder über bebaute Grundstücke zu gehen. Außerdem ist es verboten, unter Naturschutz stehende Pflanzen zu pflücken oder Äste von Bäumen abzubrechen (www.allemansratten.se).

Winde & Ströme: Topographie und Wind bestimmen Pegel, See und Strom.

Kattegat und Südsee – sowie das Revier bis zum Stettiner Haff – dominiert die Westtrift aus dem Atlantik. Sie bringt gemäßigt warme Luftmassen mit Wind aus westlichen Richtungen. Kühle Sommer, mäßig kalte Winter und viele Wolken mit Wind aus westlichen Richtungen sind die Charakteristika.

In Sunden und Belten steht ein meist nordgerichteter Oberflächenstrom um 1 kn, da salzarmes Oberflächenwasser aus der Ostsee ins Kattegat ausströmt, während gleichzeitig salzreiches Tiefenwasser aus dem Kattegat ins tiefe Ostseebecken einfließt.

Gezeitenstrom macht sich im Kattegat mit einem Tidenhub von unter 1 m bemerkbar. Anders ist dies in den engen und langen dänischen Ostseefjorden: Der Randers Fjord besitzt einen deutlichen Gezeitenstrom, der bei ruhigem Wetter mit ca. 2,5 kn einläuft und bis zu 3-5 kn ausläuft. Größere Wasserstandsänderungen kann der Wind bewirken, wie z.B. in der Schlei: Ostwind drückt Wasser in die Schlei und kann einen um bis zu 1,5 m höheren Pegel bewirken.

Für Wassersportler wichtige Oberflächenströmungen sind richtungsvariabel, da vom Wind verursacht. So in der Flensburger Förde, zwischen Falster und Darßer Ort sowie im Fehmarn­sund und -belt, wo bei Wind Strom mit bis zu 3-4 kn stehen kann.

Die Gefahr von Sturmfluten in der westlichen Ostsee besteht bei lang anhaltenden, starken NO-Winden insbesondere auch über der zentralen Ostsee.

Seewetterberichte hängen meist in Marinas und Hafenämtern aus.
www.dwd.de/seewetter

Wind-, Wellenvorhersagen
www.passageweather.com
www.windfinder.de

wie, wo, was: Notrufnummern und Adressen, die Ihren Törn im Revier erleichtern.

Service und Information:

Notrufnummer 112

ADAC Notrufzentrale München,
Tel. +49 89 22 22 22

Seenotrettung

Deutschland, MRCC Bremen UKW-Kanal 16, 70 (DSC), Grenzwelle 2187,5 kHz (DSC) über BREMEN RESCUE RADIO (24 h), Rufname: Bremen Rescue, Tel. +49 421/53 68 70

Dänemark, Küstenfunkstation
Lyngby Radio, UKW-Kanal 16, 70 (DSC), Tel. +45 666 348 00

Schweden, Sweden Rescue,
UKW-Kanal 16, 70 (DSC).
JRCC Göteborg, Tel. +46 31 69 90 50

Seahelp Ostsee – Pannendienst auf See, Blankwasserweg 125, Grömitz,
Helpline 24h +800 112 00 112,
www.sea-help.eu

Yachtcharter: Der ADAC Partner CharterCheck hilft bei der Yachtsuche.
www.adac.de/yachtcharter

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