Italienische Adria Golf von Venedig

Glanzvolle Städte und tiefblaue Adria

Vom edlen Flair der alten K.-u.-k.-Stadt Triest über die Strände von ­Lignano Sabbiadoro und die verzauberten Lagunen von Grado und Marano bis nach Venedig, der ›Serenissima‹.

Wie ein natürliches Amphitheater umschließt die Küste die nördliche Adria zwischen Muggia, dem östlichsten Zipfel Italiens, bis zur Grenze Friaul-Julisch Venetiens an der Mündung des Tagliamento.
Hier hat die Natur beeindruckende Landschaften geformt: Steile Karstausläufer bei Triest und die Lagunen. Hier sonnen sich zahlreiche Touristen an den quirligen Stränden von Lignano bis Jesolo und bevölkern die Kulturkapitale Venedig. Dieser Küstenabschnitt zählt zu den abwechslungsreichsten Italiens.
Rund 800 Jahre lang war Triest habsburgisch-österreichisch. Noch heute servieren die Kellner in den Cafés der Palazzi an der Piazza dell’Unità d’Italia eine schier un­überschaubare Anzahl verschie­dens­ter Kaffeespezialitäten.
Über Triest, die ›Stadt der Winde‹, fegt die Bora mit aller Macht und bläst den Himmel blitzblank.

Königin der Adria

Auf Holzpfählen errichtet zählt Venedig zu den meistbesuchten Städten der Welt. Mit ihren Kirchen, Palästen, Brücken, Kunstschätzen und Kanälen gleicht die Stadt einem riesigen Freilichtmuseum und wirkt als Touristenmagnet.

Labyrinthische Lagunen

Die Lagunen durchzieht ein Labyrinth von natürlichen Kanälen. Ebbe und Flut bewirken täglich mehrfach den natürlichen Austausch des Wassers. Die Lagunen und Flüsse der Region sind ein Gemisch aus Salz- und Süßwasser und stellen ein Paradies für Vogelkundler, Motorbootfans und Segelbegeisterte dar.

Spuren des Löwen von San Marco

von Bibione über Venedig bis Chioggia

Die Serenissima – verkürzt aus dem Italienischen ›La Serenissima Repubblica di San Marco‹, zu Deutsch also ›Die allerdurchlauchteste Republik des Heiligen Markus‹ – ist ein Magnet zu jeder Jahreszeit.
Eine der eindrucksvollsten Erlebnisse einer Seereise in der nördlichen Adria ist das Einlaufen in die Lagune von Venedig.
Von Ost nach West gestatten drei Seegatts die Zufahrt: Porto di Lido mit zwei Leuchttürmen (Diga Nord und Sud) südlich Punta Sabbioni, Porto di Malamocco zwischen dem Faro Rocchetta und Faro Ceppe sowie Porto di Chioggia mit seinem Leuchtfeuer.

Festmachen nahe Centro storico

Ideale Häfen zur Erkundung Venedigs sind die attraktiven und ganzjährig geöffneten Marinas Sant‘ Elena (s. Nr. D) auf der gleichnamigen Insel sowie die ADAC Stütz­punkt­marina Vento di Venezia (s. Nr. E) auf La Certosa. Da der Ausflug auf eigenem Kiel ins Zentrum ­Venedigs (Centro storico) wie dem Markusplatz nicht möglich ist, ist die Fahrt mit dem Vaporetto, dem Wassertaxi, eine gute Alternative.
Skipper, die mit ihrem Schiff wie weiland James Bond in Casino Royale den Canal Grande zu befahren gedenken, werden enttäuscht – Ausnahmegenehmigungen zur Befahrung gibt es nur für Venezianer.
Sile- und Brentakanal sind mit Haus- und Motorboot befahrbar.

Kanal der Villen

Auf dem im 16. Jh. angelegten Brentakanal geht es von Fusina an der Lagune bis Padua. Seine Ufer, Riviera del Brenta genannt, säumen zahlreiche Patrizierhäuser und venezianische Villen. Berühmt ist die 1720-56 errichtete, prächtige Villa Pisani, und mit ihrem 14 Hektar großen Park ist sie ein beliebtes Ausflugsziel.

Kanal zu Glas und Spitzen

Besondere Momente des Besuchs von Venedig auf eigenem Kiel verspricht der Besuch der bekannten Inseln Venedigs: Murano mit seinen Glaswerkstätten, Burano mit bunten Häusern und der Spitzenherstellung sowie Torcello mit der ab 1008 errichteten Kirche Santa Maria Assunta mit ihren prächtigen Mosaiken des 12. Jh.

Tidenhub und Flachwasser

Auf Törn in der Lagune oder auf den Kanälen, sollte der Tiden­kalender beachtet werden. Denn die Strömung kann mehrere Knoten betragen und dadurch die berechnete Zeit für die Anreise leicht verdoppeln. Zudem sind Tablet-Navigations-Apps vage, wenn es um die Tiefenangaben in den ­Lagunen geht.
Im Winter erschwert häufig starker Nebel die Orientierung. Auch die Bora reicht im Winter bis nach ­Venedig, und die Strömung in den Kanälen kann stärker ausfallen.

Von Triest nach Venedig

Törnkarte Golf von Venedig West

Ausguck ist zwischen Triest und Venedig unerlässlich. Nach starken Regenfällen ist Treibgut, wie etwa große Baumstämme, die von den Flussmündungen ins Meer geschwemmt werden, eine große Gefahr – Ausschau halten! Auch manche nicht markierte Muschelfarm liegt auf dem Weg.
Es ist besser, sich nicht zu nah an die Küste heranzuwagen. Der Meeresboden fällt nur sanft ab, und das Wasser ist lange nicht tief genug, um sich problemlos freizukreuzen.

Porto Baseleghe (A)

Von der Mündung des Flusses Tagliamento, der die Grenze zwischen Friaul-Julisch Venetien und dem Veneto markiert, sind es nur knapp 5,5 Seemeilen bis Porto Baseleghe in Bibbione Pineda (SuchNr. GV195 – siehe Karte Rückseite). Der Hafen ist über einen 600 m langen, mit Dalben gekennzeichneten Zugang mit der Adria verbunden. Der Kanal ist bei mittlerer See 3 m tief, neigt aber zur Versandung. Porto Baseleghe ist durch seine der Lagune zugewandten Lage natürlich geschützt und bietet Booten zwischen 4 und 24 m Schutz.

Porto Turistico di Jesolo (B)

Etwa 19 Seemeilen weiter die Küste entlang und nur 7 Seemeilen vor Venedig befindet sich die ADAC Stützpunktmarina Porto Turistico di Jesolo (SuchNr. GV245). Von See kommend weist der schwarz-weiß gestreifte Leuchtturm die Zufahrt in den nur 2 bis 2,5 m tiefen Fluss Sile, dessen Molenköpfe an seiner Mündung befeuert sind. Bei Ebbe sollten Anweisungen des Hafenmeisters eingeholt werden.
Die Einfahrt in den Hafen ist gut erkennbar an den schwarzen Schleusentoren. Das Hochwassersperrwerk ist von 5 Uhr bis 2 Uhr geöffnet.

Marina Fiorita (C)

Nach der Ansteuerungstonne bei Porto di Lido führt der Kurs steuerbord vorbei an Punta Sabbioni. Dann wird die Marina di Lio Grando passiert und nach circa 2,5 Seemeilen auf der Steuerbordseite die Marina Fiorita (SuchNr. GV250) in Cavallino Treporti erreicht. An der Marina Fiorita treffen sich die Kanäle von Treporti, Saccagnana und San Felice.

Marina Sant‘ Elena (D)

Folgt man nach dem Porto di Lido für etwa 2 Seemeilen dem Canale San Nicolò und hält sich dann Backbord um die Biegung des Canale, so ist nach einer weiteren Seemeile die Insel Sant‘ Elena mit der gleichnamigen Marina (SuchNr. GV260) gegenüber der Hafeneinfahrt des Lido di Venezia erreicht. Als Landmarke dient der ziegelrote Kirchturm von Sant‘ Elena. Zu dessen Füßen liegen die Marina und das Arsenale. Zum Markusplatz, dem Zentrum Venedigs, sind es nur 30 Minuten Gehzeit. Noch bequemer ist die Fahrt mit dem Vaporetto. Bei Bora und Scirocco liegt das Schiff sicher.

Vento di Venzia (E)

Mit dem Blick über die Isola della Certosa zum Centro storico Venedigs gehört diese Marina (SuchNr. GV265) zu den wenigen, in der auch größere Schiffe festmachen können. Zwischen dem Seegatt Porto di Lido und dem historischen Zentrum Venedigs gehört zu ihr auch ein kleines Hotel und Restaurant. Mit dem Vaporetto sind es nur 15 Minuten zum Markusplatz.

Von Murano nach Burano (F)

Von der Marina Sant’ Elena führt der breite Canale Marani nach Norden zur Insel Murano. Wer sich von hier steuerbord hält, kommt auf ­eigenem Kiel bis Burano mit seinen bunten Fischerhäuschen und zur Dominsel Torcello. Wer sich nicht sicher ist, ob er das Inselchen mit seinem Schiff ansteuern kann, wählt besser ein Motorboot für den Ausflug.

Chioggia (G)

An der Innenseite des Lido und der Insel Alberoni entlang und für Tiefgang bis 2 m geeignet verläuft eine Dalbenstraße in den Canale di Malamocco. Dieser führt zur Spitze der Isola di Malamocco, der zweiten Zufahrt in die Lagune von Venedig. Die Zufahrt Porto di Malamocco führt wieder auf das offene Meer (Verkehrstrennungsgebiet beachten). Bis kurz vor Chioggia geht es auf dem Canale di Pellestrina und dem Canale Caroman.
In Sottomarina di Chioggia, nur wenige Hundert Meter von der ­Hafeneinfahrt für die Berufsschifffahrt entfernt, befindet sich die Marina Porto San Felice (SuchNr. GV285). Von See kommend weisen die befeuerten Molenköpfe von Por­to di Chioggia den Weg in die Lagune. Dabei unbedingt den Wellenbrecher vor der Einfahrt beachten. In der Lagune der Markierung in südliche, dann in östliche Richtung zur Marina folgen.

 

 

Schlösser, Schiffe, Segeln

Törnplanung Golf von Venedig Ost

Von Monfalcone bis Grado

Monfalcone in der Provinz Görz blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. Venezianer und Habsburger stritten sich mehrfach um die Vorherrschaft des rund 27 000 Einwohner zählenden Ortes in der Nähe des Isonzo. Dieser Fluss – im 1. Weltkrieg umkämpfte Front ­zwischen Italienern und Österreichern – ist heute im Mündungs­gebiet ein gut geschütztes Natur­reservat.

Monfalcone zählt seit Beginn des 20. Jh. zu den Zentren des italienischen Schiffbaus. Die Werft Fincantieri baut hier Kreuzfahrtschiffe. Zudem beherbergt der Ort geschützte, tidenunabhängige Marinas wie Marina Lepanto oder ­Marina Hannibal. Grado wiederum punktet – als einzige Stadt in der Adria – mit seinen nach Süden ­gerichteten Stränden und einer ­bezaubernden Altstadt als Touristenmagnet.

Von Sistiana zur Marina Lepanto (A)

Wer im mondänen Portopiccolo keinen Platz findet, wird in den Marinas von Monfalcone fündig. Dort liegen die Marina Lepanto (SuchNr. GV115) und etwas weiter entfernt die Marina Hannibal. Um zur Marina Lepanto zu gelangen, lässt man die Bojen, die die Fischfarmen vor Monfalcone kennzeichnen, an Backbord und fährt die spektakulären weißen Karstklippen entlang.

Wo Karst-Hochebene und Meer aufeinandertreffen, dominiert das Castello di Duino auf einem Felssporn die Küste. Das Schloss wurde ab 1389 auf den Ruinen eines römischen Vorpostens errichtet und integriert einen Wehrturm aus dem 16. Jh. Das verwinkelte Bauwerk ist eine Landmarke, die man kaum verfehlen kann.

In Schloss Duino gingen die Größen ihrer Zeit ein und aus. Rainer Maria Rilke schrieb hier seine Duineser Elegien. Kaiserin Sisi und Kaiser Franz Joseph I., Mark Twain ebenso wie Gabriele D’Annunzio zählten zu seinen Besuchern.

Vom Castello di Duino sind es nur rund 0,2 Seemeilen bis zu den gelben, mit  Blitzfeuer gekennzeichneten Fischfarmen, die man backbord liegen lässt. Nach einer halben Seemeile beginnt die Zufahrt zum Kanal, der zur Marina Lepanto führt.

Der Dalbenstraße folgend sind die ersten Schwimmstege der Marina Lepanto nach 0,5 Seemeilen in westlicher Richtung erkennbar. Platz bietet die mit dem Qualitätssiegel ›Resort‹ ausgezeichnete Marina für 220 Boote und ist auf 2,60 m im Hafenbecken ausgebaggert. Mit Scheuerleisten verkleidete Schwimmstege schützen den Rumpf.

Marina Hannibal (B)

Knapp 3 Seemeilen von Sistiana und westlich des Castello di Duino liegt die Marina Hannibal (SuchNr. GV120). Um sie zu erreichen, passiert man Portopiccolo. Im Bereich von Portopiccolo liegen Fischzuchten, ebenso zwischen der Zufahrt zur Marina Lepanto und Marina Hannibal. Daher umfährt man die Gefahrenstelle weiträumig und biegt erst anschließend in die mit Baken gekennzeichnete Zufahrt nach Monfalcone. Von der ersten grünen Lateralbake (grünes Blitzfeuer, alle 6 Sekunden sichtbar) sind es ca. 2,5 Seemeilen bis zur Marina Hannibal. Die für ihre Wassersportschule bekannte Marina bietet sicheren Schutz. Die Marina besitzt eine angeschlossene Werft.

Marina Primero (C)

Golfliebhaber kommen in der Marina Primero (SuchNr. GV130) auf ihre Kosten. Wer will, kann nach dem Einlaufen eine Runde im angeschlossenen Golfclub Grado spielen. Die Zufahrt erfolgt über eine ausgebaggerte Fahrrinne. Da das gesamte Revier der nördlichen Adria tidenabhängig ist, unbedingt vor der Ausfahrt einen Blick auf den Tidenkalender werfen!

Grado und seine Marinas (D)

Segelt man entlang der Küste weiter nach Südwesten vorbei an der Mündung des Isonzo mit dem Naturschutzgebiet Riserva Naturale della Foce, erreicht man die ausgebaggerte Fahrrinne nach Grado. Motorbootfahrer biegen gerne bereits am Isonzo am Leuchtfeuer der Punta Sdobba in den Fluss ab und ankern dort. In Grado gibt es zwei Marinas. In der Einfahrt an Steuerbord liegt die Marina Porto San Vito  (SuchNr. GV140). Bei 3 m Tiefe im Hafenbecken finden Yachten mit größerem Tiefgang Platz. Zu Fuß erreicht man in wenigen Minuten das pittoreske Zentrum von Grado. Dort befindet sich auch der Stadthafen, der von der Lega Navale verwaltet wird.

In der Marina Darsena San Marco (SuchNr. GV135) liegt die Schiffstankstelle Grados. Direkt gegenüber dem historischen Zentrum ist es hier im Sommer ruhiger als in den übrigen Marinas und man genießt den Blick auf die Stadt.

Infos zum Törn: Barbana

Nur mit einem Motorboot über die Kanäle von Grado aus erreichbar ist die kleine Insel Barbana mit ihrem weit über die Region bekannten Franziskanerkloster Santuario di Barbana. Die Legende besagt, dass die Jungfrau Maria die Bewohner von Grado vor einer Sturmflut gerettet habe. Jedes Jahr gedenken die Einwohner mit einer Bootsprozession diesem Wunder – dem ›Perdon de Barbana‹.

Verzweigte Wasserwege

Von Grado bis Marano -eine Vielzahl an Tieren und Pflanzen.

Zwischen Grado im Osten und ­Marano im Westen der Lagune erstreckt sich eine quasi unberührte Landschaft, die im Takt der Gezeiten zweimal täglich ihren Wasservorrat austauscht. Die Flüsse Natissa, Aussa, Corno und Stella speisen dieses Areal, bei dem oft nicht klar ist, was Wasser und was Land ist. Die neuzeitliche Navigation per Navigations-App versagt in diesem Gewirr aus kleinen und kleinsten Kanälen. Wer sicher navigieren will, benötigt eine gute Karte der Lagune sowie ein Boot mit geringem Tiefgang.

Schon immer war diese Landschaft aufgrund ihres Fischreichtums ein Revier der Fischer. Reetgedeckte ­Fischerhäuser – sogenannte Casoni – zeugen noch heute vom harten Leben auf engstem Raum. Romantik pur aus heutiger Sicht, doch hartes Los für die Fischer.

Wer die Lagune bis auf die wenigen jederzeit schiffbaren Zugänge erkunden will, nutzt ein Motor- oder Hausboot. Ein Hausbootverleih in Precenicco macht Erkundungsfahrten durch die Lagune und die Kanäle zum Vergnügen für alle, die nicht auf dem offenen Meer unterwegs sein möchten. Über die Binnenwasserstraße Litoranea Veneta gelangt man nach Venedig oder zur Mündung des Isonzo im Golf von Triest. Die Lagune und die Kanäle sind auch ein Eldorado für Stand-up-Paddler.

Sicherheit am Fluss: Marina Sant‘ Andrea, Marina Planais (A)

Die Marina Sant‘ Andrea (SuchNr. GV145) ist mit ihrer muschelförmigen Zufahrt in die beiden Hafenbecken ein Zentrum für Segler. Der Grund: Die Marina liegt gut zugänglich am Zusammenfluss der beiden Flüsse Aussa und Corno und ist über die auf 7,5 m tief ausgebaggerte Fahrrinne der Zufahrt zwischen Porto Buso und der Insel Sant‘ Andrea vom Meer aus einfach und sicher zu erreichen. Hierzu verläßt man Grado und segelt außen an den flachen Bänken des Banco d’Orio entlang. Der Innenweg über den Kanal ist nur für Boote mit geringem Tiefgang befahrbar. Da die Küste flach abfällt, hält man sich jenseits der 8-Meter-Tiefenlinie,
bis man die Ansteuerungstonne Richtung Porto Nogaro erreicht.

Der sichere Zugang in die Lagune liegt bei Porto Buso an der ehemaligen italienisch-öster­reichischen Grenze. Von dort aus verläuft die Dalbenstraße 3 Seemeilen nach Norden.

Die ADAC Stützpunktmarina Sant‘ Andrea ist für ihren hochwertigen Werftservice für Yachten der gehobenen Klasse bekannt. Ein großer Pool sorgt für Entspannung. Im Restaurant Ma:Ri kocht man auf hohem Niveau. Gleich nebenan befindet sich die Marina Planais. Im Süßwasser des Flusses Corno liegen Boote mit einer Länge bis zu 14 m. Ein Segelmacher sowie umfangreicher Werftservice stehen 365 Tage im Jahr zur Verfügung.

Cantieri Marina San Giorgio (B)

Wenn man dem Fluss Corno von der Mündung in die Lagune hinauf nach Norden in Richtung San ­Giorgio di Nogaro fo , gelangt man nach wenigen Kilometern zu der Cantieri Marina San Gior­gio (SuchNr. GV155).

Der für alle Schiffe bei jedem Wetter erreichbare Flusshafen mit 260 Wasserliegeplätzen plus 260 Land-/Hallenliegeplätzen gehört zu den Marinas, die angelaufen werden, wenn man selbst Hand anlegen will. Das Arbeiten am Schiff ist erlaubt, sofern man sich an die Umweltschutzbestimmungen hält.

Lagune von Marano (C)

Um Portomaran (SuchNr. GV160) zu erreichen, verlässt man Marina Sant’Andrea über die Dalbenstraße nach Süden und wendet sich mit ausreichend Abstand zur Küste nach Steuerbord in Richtung Lignano. Über die innen liegenden Kanäle fahren nur Boote mit vernachlässigbarem Tiefgang. Sicherer ist der Weg außen herum über Lignano Sabbiadoro. Von dort aus folgt man bei Flut dem Canale di Marano (Achtung, Flachstellen!) und erreicht das pittoreske Marano Lagunare. Die Marina Portomaran liegt nur 300 m vom Zen­trum entfernt.

Nur bei Flut erreicht man von Ligna­no aus über die ausgeschilderten Kanäle die Marina Stella Resort (SuchNr. GV190). Sie liegt wie ein verwunschenes Juwel am Fluss Stella. Um die Zufahrten in die Lagune und zu den Marinas in Lignano Sab­biadoro und Grado sicher­zu­stel­len, hat das Verkehrsminis­te­ri­um in der vergangenen Legisla­tur­periode 33 Millionen Euro in Aus­bag­ge­rungs­arbeiten investiert. Auch der Kanal durch die Lagune zum Fluss Stella wurde ausgebaggert. Unproblematisch für Motorboote mit geringem Tiefgang (max. 80 cm).

Infos zum Törn: Aquileia

Von Grado aus lohnt ein Abstecher nach Aquileia. Die Stadt war Ausgangspunkt für den Handel in die römische Welt. Erst mit der Versandung des Hafens verlor Aquileia seine Bedeutung. Ein Spaziergang entlang der ausgedehnten Reste des römischen Binnenhafens und des Forums versetzt einen direkt in die Römerzeit. Besonders sehenswert ist die romanische Basilika mit ihren frühchristlichen Mosaiken.

Sabbiadoro – der goldene Sand

Von Marano bis Lignano

Wie mit einer schützenden Hand legt sich die Halbinsel von Lignano Sabbiadoro um die Lagune von Marano. Aus der Luft sieht man genau, warum der Strandabschnitt von Lignano Sabbiadoro so heißt: goldener Sand. Tasächlich gehört dieser feinsandige Abschluss der Lagnune zu den bei Touristen beliebten Urlaubszielen der nördlichen Adria. Schon unsere Großväter und Großmütter genossen an der Terrazza a Mare, einer langgestreckten Seebrücke, ihr erstes ­Gelato.

Lignano Pineta ist das Ergebnis ­einer städtebaulich einzigartigen, spiralförmigen Anlage des Architekten Marcello D’Olivo.

In diesem abwechslungsreichen Revier finden sich zahlreiche Marinas, deren Leistungsspektrum ­sowohl den preisbewussten
Do-it-yourself-Eigner als auch den anspruchsvollen Motoryachtbesitzer zufriedenstellt.

Tidenhub und Wassertiefe

Um die durch Winterstürme und natürlichen Sandeintrag der Flüsse in die Lagune immer wieder beeinträchtigten Zufahrten in die Lagune schiffbar zu halten, hat das Verkehrsministerium Friaul-Julisch Venetiens in der aktuellen Legislaturperiode umfangreiche Ausbaggerungsarbeiten durchgeführt.
Davon profitierten die Marinas rund um Lignano Sabbiadoro mit den Zufahrten in die Lagune von Marano.

In den Kanälen können dennoch Flachstellen liegen. Bei Tiefgang über 1,50 m sollte man daher in jedem Fall Informationen bei den Hafenmeistern einholen, bevor man sich in die Kanäle begibt. Generell gilt: Die nördliche Adria ist ein Tiden­revier mit bis zu 1 m
Tidenhub. Daher lagern Winterstürme und der Wechsel von Ebbe und Flut Sand in der Lagune ab. Der Grund ist mit bloßem Auge nicht zu erkennen, da das Wasser durch die Strömungen grünlich gefärbt ist. Die Strömung kann nach starken Regenfällen erheblich sein.

Vorsicht bei der Zufahrt in die Lagune vom Meer bei Scirocco oder Libeccio. Die Ansteuerung ist wegen brechender Wellen gefährlich.

Marina Punta Faro (A)

Ausgangspunkt für Törns in der Lagune ist vielfach Marina Punta Faro – mit ihren 1200 Liegeplätzen der größte Yachthafen der Nordadria (SuchNr. GV165). Die Marina liegt nördlich hinter der halbmondförmigen Landzunge.

Die Marina bietet Yachten bis 40 m Länge Platz, die in der oberen ­Adria sonst nur wenige Anlegemöglichkeiten haben. Sie ist trotz ihrer Größe familiär.

Im geschützten und verwinkelten Hafen finden sowohl Motor- als auch Segelboote Platz. Von einer Ansteuerung bei südlichen oder südöstlichen Winden ist abzuraten, da Wind und Wellen auf die Einfahrt stehen.

Wer die Möglichkeit hat, weicht bei diesen Winden besser über Porto Buso in die geschützten Marinas Sant’Andrea oder Cantieri Marina San Giorgio aus (ca. 3,9 Seemeilen).

Darsena Porto Vecchio (B)

Wesentlich kleiner und ruhig liegt die im Zentrum von Lignano Sabbia­doro angelegte Darsena Porto Vecchio (SuchNr. GV167). Um sie zu erreichen, folgt man dem Fahrwasser nach Lignano und passiert die beiden Leuchtfeuer von Marina Punta Faro an backbord. Nach einer Viertelseemeile ist die Einfahrt zur Darsena Porto Vecchio zu erkennen. Sie ist Backbord von einer Steinschüttung und Steuerbord von Holzpfählen markiert. Hier beginnt die kanalartige Zufahrt in die Marina. An Steuerbord befindet sich eine Bootstanksstelle.

Liegt man erst fest, ist es ein kurzer Spaziergang durch den Ort und über die Landzunge bis zur beliebten Terrazza a Mare, einer See­brücke mit Cafés und fantastischem Feuerwerk zu Mitte August am Feier­tag Ferragosto.

Aprilia Marittima 2000 Dry Marina (C)

Folgt man dem Canale di Marano wenige Hundert Meter weiter, führt der Canale dei Lustri zur Aprilia Marittima 2000 Dry Marina (SuchNr. GV180). Das besondere Konzept der Marina: Die Schiffe können nicht nur im Wasser, sondern auch an Land liegen. Der im Liegeplatz inbegriffene Kranpass bietet Flexibilität. Laufstege verbinden die Boote untereinander, so dass man bequem an Bord gelangt.
Das 50 000 m2 große asphaltierte Gelände steht für eigene Winter­arbeiten und Wartung für Boote
bis 25 m Länge zur Verfügung. ­Umfangreicher Werftservice und Spezialisten für Bordtechnik sind vorhanden.

Marina Resort Punta Gabbiani (D)

Unmittelbar neben Aprilia Marittima 2000 liegt das ebenfalls als Dry Marina aktive Marina Resort Punta Gabbiani (SuchNr. GV175). Die Marina wurde mehrfach für ihr Konzept und ihr Engagement für den Umweltschutz ausgezeichnet. Thermalwasser speist den Pool. Die Marina besitzt das begehrte Gütesiegel Marina Resort.

Die Marina liegt gut geschützt. Jeder der rund 300 Liegeplätze für Boote mit einer Länge von 10 bis 25 m ist mit einem einzigartigen Pump-out-System für Brauchwasser ausgestattet. Wer im Dry-Marina-Bereich liegt, kann sein Schiff über einen Kranpass beliebig ­häufig zu Wasser lassen und auch selbst für Winterarbeiten Hand ­anlegen.

Porto Turistico Marina Uno Resort (E)

Verlässt man die Lagune von Marano und kreuzt weiter in südlicher Richtung die Küste hinab, so wandert der Blick entlang der hellen Sandstrände von Lignano Sabbiadoro. Im Sommer ist jeder Liegestuhl und Sonnenschirm besetzt, aber im Frühjahr und Herbst scheint der Strand endlos. Genau hier, an der Mündung des Tagliamento, liegt Marina Uno Resort (SuchNr. GV170).

Die Marina ist ein gutes Törnziel von Sant‘ Andrea oder Grado kommend. Auch Marina Uno darf sich aufgrund seiner hohen Qualitätsstandards Marina Resort nennen. In der hervorragend ausgestatteten Marina kocht das Team des Restaurants ›El Cason‹ um den ersten ­Michelin-Stern.

Um zur Marina zu gelangen, fährt man den durch Dalben gekennzeichneten Zufahrtskanal ca. 400 m den Fluss hinauf. Dann biegt man Steuerbord in die Hafeneinfahrt ein. Die Hafeneinfahrt ist 23 m breit. Der Zugang ist mit zwei Leuchtzeichen gekennzeichnet. Bei Wind gegen Strom kann die Zufahrt in den Fluss Tagliamento durch Wellengang ungemütlich sein. Daher unbedingt Tidenkalender und Tiefgang beachten! Der Hafenmeister gibt Auskunft über die aktuellen Verhältnisse in der Zufahrt.

Marina Punta Verde (F)

Weiter den idyllischen Fluss Tagliamento hinauf liegt an einer Flussbiegung die Marina Punta Verde (SuchNr. GV185). Sieht man in Marina Uno auch Segelboote, so herrschen in Marina Punta Verde Motorboote vor. Der Fluss Tagliamento ist mit seinen 170 km Länge der größte Fluss Friaul-Julisch Ventiens. In der Marina gibt es einen Fahrradverleih, der es ermöglicht, die Region zu erkunden.

Tipp: Mehr Informationen zu den Marinas aus Friaul-Julisch Venetien bietet die Webseite:
FVGMarinas.com

Infos zum Törn: Hemingway

So zahlreich wie seine Bücher sind die Legenden, die sich um Ernest Hemingway und seine Liebe zur Lagune von Marano ranken. Zu Gast bei seinem Freund und Gastgeber, Baron Raimondo Franchetti, jagte er in der Lagune Enten. Und hinterließ einen unsterblichen Eindruck ihrer Schönheit in seinem Roman ›Über den Fluss und in die Wälder‹.

Der Golf von Triest

Von Muggia bis Triest – im Osten Italiens

Das Revier Friaul-Julisch Venetien ist immer noch ein Geheimtipp. Zwischen Pasta und Prosecco, ­Felsküste und Lagunen erwarten Wassersportler in diesem Revier entspanntes Italien-Feeling, herausragender Service und einzigartige Wasserlandschaften. Für einen Törn durch Friaul-Julisch Venetien und das angrenzende Veneto ist Muggia ein perfekter Ausgangs- oder Zielhafen. Muggia überblickt die Bucht von Triest. Als einzige bei Italien verbliebene Stadt Istriens ist sie venezianisch geprägt. Ob in der Architektur oder im Dialekt – die Stadt verzaubert durch ihr Flair. Der Karneval von Muggia, im Dialekt ›Carneval mujesan‹ genannt, ist ­einer der ältesten Italiens.

Von Porto San Rocco nach Triest (A)

Obwohl Muggia mit seiner Marina Porto San Rocco (SuchNr. GV100) nur 3 Seemeilen von Triest entfernt liegt und man gegenüber die Anlagen des Indu­striehafens sehen kann, ist die gepflegte Marina einer der besten Ausgangspunkte für einen Törn entlang der Küste. Die Mole mit dem Vorhafen schützt die Marina nach Norden. Bei Bora kann man sich den Tag im Restaurant und am Pool vertreiben. Für Transitgäste ist Platz genug.

Mit dem Boot ist es ein entspannter Hüpfer von und nach Triest, um in der Stadt eine der zahllosen Kaffee­variationen zu genießen. Triest ist ohne das Meer nicht vorstellbar. So liegt die Piazza dell’Unità d’Italia, der Hauptplatz der Stadt, auch direkt am Wasser, ein Ort, an dem sich Stadt und Meer umarmen.

Von Triest nach San Giusto (B)

Wer zwischen Porto San Rocco und Triest unterwegs ist, achtet besser auf die Großschifffahrt. Sonderbojen weisen auf Gefahrenstellen und das Verkehrstrennungsgebiet vor Triest hin. Man rundet in der Bucht von Muggia mit respektvollem Abstand die Tanker und gelangt in die Marina San Giusto (SuchNr. GV105). Vom Liegeplatz bis ins Herz der alten Habsburger Stadt sind es nur wenige Meter. Rund um die Barcolana sind Liegeplätze Mangelware. Das Marinalokal liefert Snacks und Getränke an Bord.

Portopiccolo (C)

Fährt man weiter entlang der Küste am Yachtclub Barcola vorbei, erreicht man nach ca. 8,5 Seemeilen Portopiccolo (SuchNr. GV107) in einem ehemaligen Steinbruch. Nicht weit davon liegt das Castello di Duino. Portopiccolo bietet einen fantastischen Rundumblick. Klein, aber fein ist eine Reservierung der wenigen Gastliegeplätze ratsam.

Infos zum Törn: Barcolana

Seit 1969 findet alljährlich zum zweiten Oktoberwochenende die Barcolana statt. Diese größte Segelregatta der Welt ist ein Muss für jeden Segler. Mitmachen kann jeder – ob Maxiyacht oder Opti. Kunstausstellungen, Lesungen, offene Museen und Klassikerregatten sowie ein grandioses Feuerwerk runden das Spektakel ab. Infos unter: www.barcolana.it.

Wind & Wetter: Bora, Scirocco, Maestrale – Die Winde der nördlichen Adria

Heiße, trockene Sommer und milde Winter bestimmen das Klima zwischen Venedig und Triest. Doch wer während seines Törns nur laue Lüftchen erwartet, den belehren die Adriawinde Bora, Sci­rocco und ­Maestrale bald eines Besseren.

Bora

Am be­eindruckendsten ist die Bora. Dieser böige und kalte Wind aus Nordost weht entlang der nördlichen und zentralen Adria­küsten von den Karsttälern Kroatiens herab. Bei klarem Himmel erreicht sie in der Bucht von Triest Orkanstärke und bringt im Winter sogar Schnee und Eis. Somit kann die Bora Wassersportlern extrem gefährlich werden. Eine Boralage kann jeden Segler Tage bis Wochen im Hafen halten.

Scirocco

Der warme, feuchte Südostwind ­Scirocco bringt Regen mit und verursacht in den Flussmündungen gefährliche Wind-gegen-Strom-Situationen. Im März und November treibt er das Wasser vor sich her und baut einen beachtlichen Seegang auf, der das Einlaufen in die Marinas der nördlichen Adria erschwert. Er verursacht auch die jährlichen Überflutungen Venedigs.

Maestrale

Der Maestrale ist ein thermischer Schönwetterwind aus Nordwesten, der am Abend einschläft. Auf der Wetterseite von www.meteo-allerta.it sind gute Warnhinweise erhältlich.

Seewetterberichte:

www.windfinder.de
www.meteoam.it unter Mare

wie, wo, was: Notrufnummern und Adressen, die Ihren Törn im Revier erleichtern.

Service und Information:

Notrufnummer 112

ADAC Notrufzentrale München,
Tel. +49 89 22 22 22

Seenotrettung:
Capitanerie di Porto, Küstenwache,
Il Numero Blu Tel. 1530

Port of Entry:

Wer über See mit seinem Boot in ein Land der EU einreist, muss die Flagge Q setzen und den nächst-gelegenen, für den internationalen Verkehr geöffneten Hafen (Port of Entry) anlaufen.

Die Häfen zum Einklarieren -verzeichnet die Seite der Küstenwache:
www.guardiacosteria.gov.it

Yachtcharter:

Der ADAC Partner CharterCheck hilft mit einem Vergleichs- und Buchungsportal bei der Yachtsuche.
https://skipper.adac.de/charter/

Marinas und Liegeplatzbuchung:

Liegeplätze können bequem aus dem Marina-Portal oder über die App HelloPort ADAC Marina-Portal gebucht werden und ermöglichen so maximale Flexibilität bei der Törnplanung.

 

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