Kroatische und slowenische Adria

Revier der Superlative: Die östliche Adria zwischen Istrien und Süddalmatien

Die östliche Adria zwischen Istrien und Süddalmatien ist in Europa nautisch nicht mehr zu toppen. Klares Wasser, bezaubernde Inseln, Buchten, Land und Leute laden zu einem unvergessenen Urlaub ein.

Gemessen an ihrer Fläche gehören Slowenien und Kroatien in Europa zu den kleineren Ländern, vergleichbar mit Dänemark, Irland und der Schweiz.

Wendet man sich aber der Küste zu, ergibt sich ein anderes Bild. Mit einer Küstenlinie von knapp 5900 km Länge halten Slowenien und Kroatien die mediterranen Nachbarn Spanien (4964 km) und Frankreich (4853 km) locker auf Dis­tanz. Deutlich mehr bieten hier nur Italien (7600 km) und Griechenland (13 676 km).

Aber bevor man 5900 km Küstenlinie mit dem Boot entdeckt und befahren hat, braucht man schon ein paar Skipperjährchen. Und es ist vor allem nicht nur Festlandküste zu beackern – die macht nämlich nur rund 1800 km aus – sondern auch die 4058 km lange Küstenlinie der 1185 Inseln, Felsen und Riffe.

Dass es bei einer solchen Küstenlinie unzählige Buchten, Ankerplätze, Naturhäfen und Marinas gibt, die für jeden Wind den richtigen Schutz bieten, versteht sich von selbst. Und genau das macht den besonderen Reiz des Reviers aus.

Es kommt hinzu, dass in mehr als 50 Marinas ein hoher Standard an technischem Service geboten wird. Aber die Betreiber der Marinas haben auch begriffen, dass ihre Häfen nicht nur Bootsparkplätze, sondern auch touristische Aufenthaltsorte für Menschen sind. Dementsprechend wurde das Lifestyle-Angebot in vielen Marinas in den letzten Jahren deutlich ausgebaut und verbessert.

Das kommt nicht nur den Dauerliegern in den Marinas zugute, sondern auch den Chartergästen, deren Zahl stetig wächst. Zur Zeit gibt es in den kroatischen Marinas rund 3900 Charterboote, davon 3000 unter Segeln und 900 Motorboote. Zahlen, die kein anderes Wassersportland in Europa auch nur annähernd erreicht. Also auch hier ist Kroatien einsame europäische Spitze.

Istrische Perlen und Kvarner Bucht: vom slowenischen Izola bis Ilovik

Der Reiz zweier Länder: vom slowenischen Izola bis Ilovik, die Blumeninsel Kroatiens.

Ein Hauch von Venedig

Das ist schade, denn auf der 50 Seemeilen langen Strecke gibt es außer Brijuni zwar keine nennenswerten Inseln, dafür aber zauberhafte Städtchen, die oft auf ins Meer ragenden Landzungen liegen und mit ihren an Venedig erinnernden Glockentürmen Bilder prägen, die man nicht so schnell vergisst. Und außerdem natürlich daran erinnern, dass Istrien 400 Jahre lang unter venezianischer Herrschaft stand. Wer sich also vom venezianischen Flair außerhalb der Serenissima verzaubern lassen möchte, ist an der istrischen Westküste genau richtig.

Kurs auf die Kvarner Bucht

Da in der Kvarner Bucht die Bora häufiger und gelegentlich auch kräftiger auftritt als in südlicheren Regionen Kroatiens, ist diese Region bei Skippern ein wenig gefürchtet. Mit dem notwendigen Respekt vor diesem Seegebiet und einem offenen Ohr für Wetterbericht und die Windvorhersagen findet man immer ein geeignetes Schlupfloch, um der Bora ein Schnippchen zu schlagen, wenn man die großartigen Inseln in der Kvarner Bucht ansteuert.

Insel Cres als Barriere

Der direkte Kurs von der Südspitze Istriens auf die im östlichen Teil der Bucht liegenden Inseln Krk und Rab ist durch die Insel Cres versperrt: Wie eine Barriere verläuft die Insel über 35 Seemeilen von Norden nach Süden durch die Bucht. Cres muss nördlich oder südlich umrundet werden, um nach Krk und/oder Rab zu kommen. Auf direktem Weg lägen zwischen der Südspitze Istriens (Kap Kamenjak) und der Marina Punat auf Krk nur 33 sm. Bei nördlicher Umfahrung sind es 50 sm. Ähnlich verhält es sich mit Rab: direkt 36sm, südliche Umfahrung über den Kanal von Osor 42 sm.

Marina Izola

Mit 750 Liegeplätzen und gutem technischem Service ist die slowenische Marina Izola (SuchNr. SL130) ein idealer Ausgangspunkt für einen Törn in der östlichen Adria. Das gilt für Chartergäste und Trailerkapitäne. Stellplätze für Pkw, Trailer und Hebevorrichtungen bis 50 t sind vorhanden. Hotel, Schwimmbad und ein Casino sorgen für einen kurzweiligen Aufenthalt. Die sehenswerte Altstadt von Izola, nordöstlich der Marina auf einer ehemaligen Insel gelegen, erreicht man zu Fuß in zehn Minuten.

Piran

Der Kurs auf Kroatien führt am wunderschönen slowenischen Städtchen Piran (SuchNr. SL155) vorbei. Der Glockenturm der Kathedrale Sveti Jurij, am Nordrand der auf einer Landzunge befindlichen Altstadt gelegen, ist weithin sichtbar. In der Altstadt, direkt am Hafen, fasziniert der Tartiniplatz mit seinen venezianischen Palästen und Häusern. An der sanierten Zollmole des Hafens kann ausklariert werden. Glück hat, wer hier einen Platz für die Nacht findet.

Umag

An diesem Hafen führt kein Weg vorbei, wenn man mit dem Boot aus der nördlichen Adria kommend Kroatien ansteuert. Umag (SuchNr. HR115) ist wichtiger Grenzhafen und Port of Entry. Die Einreiseformalitäten (Hafenamt, Zoll, Polizei) können vom 1. April bis 31. Oktober auf der Südmole der Marina erledigt werden oder ganzjährig an der Zollpier vor der Altstadt im Süden der weiträumigen Bucht. Am Kai vor dem Hotel Kristal zwischen Zollpier und Mole liegt man in greifbarer Nähe zur quirligen Altstadt. Wer Service für Boot und/oder Crew braucht, findet am gegenüberliegenden Ufer, in der ACI Marina Umag, alles was er braucht.

Rovinj

Das Juwel unter den Perlen Istriens: Weithin sichtbar steht der Glockenturm der Kirche Sveta Eufemia auf dem Hügel einer Landzunge, auf dessen sanften Hängen sich bis hinab ans Meer dicht an dicht die Häuser der Altstadt drängen. Als wollten sie dem Meer trotzen, stehen die Häuser bis ans Ufer. ­Etliche Restaurants bieten neben istrischen Spezialitäten auch fabelhafte Terrassen mit Aussicht aufs Meer. Als besonders spektakulär sei das ›La Puntulina‹ genannt.

Mit schönem Blick auf die Altstadt liegt man in der ACI-Marina Rovinj (SuchNr. HR160), die sich südlich vom Stadthafen ein wenig hinter der Insel Sv. Katarina versteckt. Die Marina ist seit 2018 wieder eröffnet und bietet 200 Liegeplätze für Boote bis 18 m Länge.

Pula

Der Kurs von Rovinj nach Pula führt am Brijuni-Archipel vorbei, eine der Ausnahmen an der ansonsten inselarmen Küste. Teilweise noch immer Sperrgebiet und Liege­ge­büh­ren von 207 € pro Nacht (Stand 2018) für Boote bis 14,99 m Länge im einzigen Hafen, Veliki Brijun, sind nicht gerade ein Schnäppchen.

Deshalb lassen wir den Brijuni-
Archipel an Steuerbord liegen und fahren südlich vom Leuchtturm Rt. Proština in die rund 3 sm tief ins Land schneidende Bucht von Pula ein. Die Stadt und die ACI Marina (SuchNr. HR180) liegen am südöstlichen Rand der Bucht. Bei der Ansteuerung sieht man ein wenig nordöstlich der Marina die Arena, ein von Kaiser Augustus errichtetes Amphitheater, das im 1. Jh. n. Chr. erbaut wurde und 26 000 Besuchern Platz bot. Damit ist es das sechstgrößte römische Amphitheater weltweit. Eine Besichtigung ist Pflicht. Weitere sehenswerte römische Bauwerke in der Altstadt sind der Augustus­tempel am Forum und der Sergierbogen.

Wer exzellent essen möchte, ­verholt sein Boot in die südlich
von Pula liegende Bucht Veruda, macht in der Marina Bunarina (SuchNr. HR189) fest und lässt sich im ›Ribarska Koliba‹ verwöhnen.

Cres

Nachdem wir die Südspitze Istriens (Kap Kamenjak) passiert haben, nehmen wir im Kvarner mit rw 56° Kurs auf die Insel Cres und zwar zunächst auf das Kap Pernat, die nordöstliche Landspitze der Bucht von Valun. Ist das Kap erreicht, sind es nur noch 3,5 sm mit rw 84° in die Bucht von Cres, an der im Nordosten die sehenswerte Inselhauptstadt liegt und im südöstlichen ­Zipfel die ACI-Marina Cres (SuchNr. HR280) 530 Liegeplätze bietet. Das Marinarestaurant ›Mistral‹ zählt zu einer der vier »mediterranen Oasen für Feinschmecker«.

Eine faszinierende Landschaft und weitgehend unberührte Natur ­umgeben die Bucht. Die Insel ist ­eines der Rückzugsgebiete des majestätischen Gänsegeiers. Es lohnt sich also, den Blick zum Himmel zu richten.

Punat

Mit Kap Jablanac umrunden wir den nördlichsten Punkt der Insel Cres und halten ab Kap Grota mit rw 150° auf die Westküste der Insel Krk zu. Dem Küstenverlauf folgend, passieren wir die beliebten Ankerbuchten Torkul, Fuska und Sv. Juraj, dann Krk, den Hauptort der Insel mit zwei Tankstellen. Rund 2 sm östlich davon erreichen wir die Einfahrt zum ADAC Stützpunkt Marina Punat (SuchNr. HR260). Die in einer fast geschlossenen, gut geschützten Bucht am Ostufer liegende Marina ist ohne Wenn und Aber das he­rausragende nautische Zen­trum der Kvarner Region. Dafür sprechen nicht nur die 900 Wasser- und 500 Landliegeplätze, sondern vor allem der technische Service rund ums Boot und die sehr gute touristische Ausstattung der Marina.

Rab

Die historische Altstadt des gleichnamigen Hauptortes der Insel Rab ist ein Postkartenort. Beim Bummel durch die Gornija ulica, die autofreie Hauptstraße der oberen Altstadt, liegen die Glockentürme von nicht weniger als fünf Kirchen wie an einer Perlenschnur aufgereiht von Süd nach Nord hinter­einander: Marienkirche, Andreas­kirche, Justinakirche, Heilig-Kreuz-Kirche und Johanniskirche.

Die Tür zum romanischen Glockenturm der Johanniskirche ist stets offen, und wer die Mühen der schmalen Holztreppen nicht scheut, dem öffnet sich oben der schönste Panoramablick über Rab: Die auf einer Landzunge liegende Altstadt, die Türme, das blaue Wasser der Adria. Dieses Bild geht nicht so schnell aus dem Kopf. Einen schönen Blick auf die ›Breitseite‹ der Altstadt ermöglicht die ACI Marina (SuchNr. HR310), die am Ostufer der Hafenbucht der Altstadt gegenüber liegt.

Wem in der Hochsaison das touristische Gedränge in der Altstadt zu groß wird, der verholt sein Boot in den Barbatski Kanal. Im Ortsteil Barbat, nur gut eine Seemeile südlich vom Getümmel, finden sich am Steg der Restaurants ›Aco‹ oder ›Leut‹ noch erholsame Ruhe und eine gute Küche.

Lošinj

Kanäle, die eine Insel durchschneiden, können sehr hilfreich sein: So verkürzt der Privlaka-Kanal, der die Insel Lošinj teilt, den Törn von Rab nach Mali Lošinj um 11 sm (19 statt 30)! Die nur 2 m hohe Kanalbrücke wird täglich um 9 und 18 Uhr geöffnet. Die Wassertiefe im Kanal beträgt 2,2 m. Bei Bora kann die Kanalpassage gefährlich werden!

Der Kanal führt vom Meer in die langgestreckte Hafenbucht von Mali Lošinj, einem bemerkenswert schönen Städtchen im südlichen Zipfel der Bucht. Stadtferne Liegeplätze gibt es in den Marinas nördlich und südlich vom Kanal (SuchNr. HR295/HR325). Direkt an der Altstadt liegt man im Stadthafen von Mali Lošinj, was Liegeplätze hier sehr begehrt macht. Die zur Verfügung stehende Sanitäranlage ist klein, die Benutzung teuer. Dennoch ist der Hafen in der Hauptsaison oft überfüllt. Auf dem Weg nach Ilovik, der Westküste von Lošinj Richtung Süden folgend, passiert man die traumhaften Buchten Krivica und Balvanida. In beiden liegt man an konzessionierten Bojen und kann die Seele baumeln lassen. Das fußläufig zu erreichende Restaurant ›Balvanida‹ sorgt für das leibliche Wohl.

Ilovik

Rund 60 Muringplätze an Molen, 80 konzessionierte Bojenplätze und vier kreuzförmige Schwimmpontons bilden das Liegeplatzpotenzial (SuchNr. HR323) vor dem Örtchen Ilovik im Kanal zwischen den Inseln Ilovik und Sv. Petar: keine Marina, kaum Service. Wasser und Strom gibt es lediglich auf der Hauptmole. Dennoch ist Ilovik ein ungemein liebenswerter Ort, dessen allgegenwärtige subtropische Blütenpracht der Insel den Spitznamen ›Blumeninsel‹ eingebracht hat. Der Aufstieg auf den 92 m hohen Berg Dida wird mit einer großartigen Aussicht auf den Kanal und die umliegende Inselwelt ­belohnt.

Infos zum Törn:

Dieser Törn mit neun Zielen ist 180 sm lang – Rückfahrt nicht eingerechnet. Steuert man alle Ziele an, reicht das für einen 10-tägigen Urlaub. Navigatorisch ist der Törn unkompliziert. Die Strecke von Pula durch den Kvarner nach Cres (40 sm) sollte nur bei stabiler Wetterlage und nicht bei angekündigter Bora in Angriff genommen werden.

Krka und Kornaten: Küste und die Inseln Norddalmatiens

Die Küste und die Inseln Norddalmatiens
von Zadar bis Šibenik bieten Traumreviere für traumhaft schöne Törns.

Norddalmatien punktet mit sehenswerten Städten wie Zadar, Biograd, Tribunj, Vodice und Šibenik an der Festlandsküste sowie mehreren Riegeln vorgelagerter Inseln, die sich von Dugi Otok und Ugljan im Nordwesten über Pašman und Kornat sowie Murter bis in den Archipel von Šibenik im Südwesten erstrecken. Ein Revier mit einer verwirrenden Vielzahl von kleinen und mittelgroßen Inseln, in dem unfassbar viele Törnvarianten denk­bar sind und in dem, je nach Wind und Wetter, der nächste ­sichere Hafen oder die nächste ­sichere Bucht immer nur wenige Meilen vom Standort entfernt sind.

Auf historischen Spuren

Zu den Highlights bei den Küstenstädten zählt die auf einer Halbinsel gelegene Altstadt von Zadar, die einem Museum unter freiem Himmel gleicht: Überreste römischer Bauwerke, alte Stadtmauern und -tore aus dem Mittelalter, aber auch Kunst der Moderne finden sich hier, wie die Meeresorgel am ›Platz an der Sonne‹ an der Nordwestspitze der Altstadt. Auch Šibenik begeistert mit seiner Altstadt und der Jakobskathedrale aus dem 1. Jh., die zum UNESCO Weltkulturerbe gehört.

Oasen im Meer

Während in den Küstenorten durchweg modern ausgestattete Marinas auf Boot und Crew warten, gibt es auf den Inseln nur eine Handvoll Marinas, dafür aber vor allem traumhafte Ankerbuchten und einfache Fischerhäfen, die in den letzten Jahren für die Bedürfnisse der Sportschifffahrt ausgebaut wurden.

Dass die Kornaten mit der Hauptinsel Kornat ein ganz besonderes Highlight im kroatischen Küstenmeer sind, ist längst kein Geheimnis mehr. Die 89 Inseln und Riffe dieses Archipels gehören zum ›Nationalpark Kornati‹, dessen Besuch gebührenpflichtig ist.

Trotz des ständig teurer werdenden Eintritts ist das Interesse der Skipper an den Kornaten ungebrochen. 2017 wurde der Nationalpark von mehr als 17 000 Booten besucht. Und das aus gutem Grund: In fast 40 Buchten mit teils einfachen, teils soliden Steganlagen haben die Kurnatare, die Landbesitzer in den Kornaten, das Land ihrer Väter wieder nutzbar gemacht und einfache bis mondäne Gaststätten ­gebaut, die man hier ›Konobas‹ nennt.

Diese Oasen im Meer, umgeben von glasklarem Wasser, bilden ein nautisches Paradies, das in Europa seinesgleichen sucht.

Zadar

Fünf Seemeilen südlich der Altstadt von Zadar liegt in Sukošan die Marina Dalmacija (SuchNr. HR350), die mit 1200 Liegeplätzen nicht nur die größte Marina an der östlichen Adria, sondern mit ihrem umfassenden Service für Boot und Crew das wichtigste nautische Zentrum Norddalmatiens ist. Ein guter Startpunkt also für Trailerkapitäne, aber auch für Chartergäste, denn der internationale Flughafen von Zadar ist von Sukošan nur ein paar Kilometer entfernt. Und zur dicht an der Altstadt von Zadar gelegenen Marina Zadar (SuchNr. HR345) sind es von hier auch nur 6 sm.

Die vor Zadar parallel zur Festlandsküste verlaufenden Inseln Pašman und Ugljan bilden eine natürliche Barriere für die Fahrt zu den weiter südwestlich gelegenen Inseln Iž und Dugi Otok. Wenn da nicht ein kleines Schlupfloch wäre, das in rw 223° gut 2 sm von der Marina Dalmacija entfernt Ugljan und Pašman trennt: die Ždrelac-Passage. Hat man auch das am südwestlichen Ausgang der Passage vorgelagerte Eiland Kara­tunić passiert, liegt Veli Iž, die Inselhauptstadt von Iž (rw 298°), gut 6 sm voraus. Mit ihren 45 Liegeplätzen ist die kleine Marina (SuchNr. HR360) ein wunderschönes Kontrastprogramm zur Dalmacija. Ort und Insel strahlen eine behagliche Ruhe aus. Am Kleinboothafen bei der Kirche serviert die Konoba ›Mandrać‹ Grillsteaks vom Feinsten. Nur 1 sm südlich der Marina bildet die dem Ort Knež vorgelagerte Insel Knežak eine mit gebührenpflichtigen Bojen (SuchNr. HR373/HR374) ausgestattete Lagune. Ein Plätzchen zum Chillen, Schlemmen und Träumen.

Naturpark Telašćica

Am südlichen Ende der langgestreckten Insel Dugi Otok frisst sich über fast 4 sm die Bucht Telašćica in die Insel. Ein Naturpark, der trotz Gebühren von rund 30 € für ein 11 m Boot bei Skippern äußerst beliebt ist. Der Traum, in einer einsamen Bucht zu liegen, ist also vorbei. Trotzdem: Der Besuch dieses Naturparks sollte auf dem Plan jeder Crew stehen, die in Norddalmatien unterwegs ist. Buchten wie beispielsweise ›Mir‹ sind zu meiden, solange die Ausflugsboote Badegäste dorthin befördern. Sind die am späteren Nachmittag verschwunden, schwojen nur noch die vor Anker liegenden Boote vor sich hin. Unser Tipp: die Bucht Magrovica am äußersten nördlichen Ende der Telašćica, gut versteckt hinter den beiden Skolj Inseln. Man liegt hier gut geschützt.

Nationalpark Kornati

Vom Skipper unbemerkt geht am südlichen Ausgang der Telašćica-Bucht in Höhe der Meerenge Vela Proversa der Naturpark in den Nationalpark Kornati über. Wie schon geschrieben: Hier werden erneut Gebühren fällig, aber das sollte niemanden abhalten, dieses einmalige Revier anzusteuern. Spielt das Wetter einmal total verrückt, bietet die ACI Marina Piškera (SuchNr. HR405) auf der Insel Panitula sichere Liegeplätze. Ansonsten haben Skipper und Crew die Qual der Wahl: Fast 40 Buchten mit urigen Konobas stehen zur Auswahl. Auf der Insel Kornat begründete der ­Fischer Ante Mitte der neunziger Jahre mit der nach ihm benannten Kono­ba den fabelhaften Auf­stieg der Kornaten zum Paradies für Skipper. Ante starb 2007. Die Konoba wird heute von seinem Sohn Jure geführt. Der 89 m hohe Berg Vrujsko, der sich am Südufer der Vrulje-Bucht erhebt, wird in Erinnerung an den beliebten Fischer von den Yachties heute ›Mc Ante‹ genannt. Der Aufstieg beschert einen atemberaubenden Blick über die Kornaten.

Murter

Bei Opat umrunden wir die Südspitze der Insel Kornat und nehmen mit rw 36° Kurs auf die gut 7 sm entfernte Nordspitze der Insel Murter. Die Einfahrt in die Bucht, an welcher der Hauptort der Insel, Murter, liegt, ist wegen vorgelagerter Inseln, Riffe und Flachstellen ein wenig tricky. Mit wachen Augen auf Seekarte und/oder Plotter sind diese Hindernisse aber unproblematisch zu umfahren.

Wer technischen Service oder Sprit benötigt, liegt in der Marina Hramina (SuchNr. HR438) richtig, welche einlaufend an Backbord am Nordostufer der Bucht liegt. Wer schlemmen und den alten Ort genießen will, macht im südlichen Scheitel der Bucht an den restauranteigenen Stegen der Konobas ›Fabro‹ oder ›Tic Tac‹ fest. Eine weitere zu empfehlende Adresse ist das ›Fine Food Murter‹ im alten Ortskern des Dorfes.

Krka

Auf südöstlichem Kurs geht es durch das Inselgewirr des Archipels von Šibenik der Mündung des Flusses Krka entgegen. Das sind von Murter über Tisno 15 sm. Die Klappbrücke in Tisno ist von Mai bis September in Betrieb. In geschlossenem Zustand beträgt die Durchfahrtshöhe 1,5 m. Beim Durchqueren dieser Meerenge ist besondere Aufmerksamkeit auf die Gezeitenströmungen geboten. Der Versatz des Bootes kann hier gleich einige Meter betragen.

Nördlich eines mächtigen Kastells führt der Kanal Sv. Ante in den ­Unterlauf des Flusses Krka. Voraus liegt Ši­benik, wo man südlich der Stadt in der mondänen Marina Mandalina (SuchNr. HR450) festmachen kann. Für einen Stadtbesuch kann aber auch die städtische Pier ein wenig südlich der Jakobskathedrale genutzt werden.

Sehnsuchtsziel sind natürlich die Krka-Wasserfälle, die nach 9 sm teilweise atemberaubender Fahrt durch den Flusscanyon mit Skradin erreicht werden. Da der Nationalpark Krka und seinen sieben Wasserfällen mit dem eigenen Boot nicht mehr angesteuert werden darf, muss man in Skradin in ein Taxiboot umsteigen oder vom Dorf Skradin zu Fuß zu den Fällen laufen. Ein grandioser Abschluss des Törns ist garantiert.

Infos zum Törn:

Sechs Ziele, 90 sm – one way: kurze Etappen und viel Zeit zum Entdecken. Die Höhe der Brücke in der Ždrelac-Passage beträgt 16,5 m. Die Klappbrücke in Tisno (Murter) öffnet um 9 und 17 Uhr. Die Wassertiefe östlich der Brücke beträgt bei NW nur 1,70 m, die Strömung aus wechselnden Richtungen bis zu 5 kn. Auf der Krka bestehen Speedlimits: Kanal Sv. Ante 10 kn, vor Šibenik 5 kn, Šibenik bis Skradin 6 kn.

Der tiefe Süden: die großen Inseln Mittel- und Süddalmatiens

Die großen Inseln Mittel- und Süddalmatiens zwischen Trogir und Dubrovnik prägen das Gesicht der südlichen kroatischen Adria.

Knapp 180 Kilometer Luftlinie liegen zwischen den Städten Trogir und Dubrovnik. Aufs Wasser übertragen wären das ziemlich genau 100 Seemeilen. Aber: Fünf große Inseln und eine langgestreckte Halbinsel machen den direkten Weg unmöglich. Stets muss man ausweichen, umrunden und manchmal auch zurück. Aber genau dies macht den Reiz dieses unfassbar schönen Inselreviers aus.

Der Weg durch die Inseln

Auch klar, dass sich aus der geographischen Anordnung der Inseln eine Vielzahl von Törnvarianten ergibt, die man nicht vorausplanen, sondern von Wind und Wetter abhängig machen sollte. So macht es beispielsweise bei Bora wenig Sinn, an der Nordküste von Brač oder Hvar zu kreuzen. Die Süd­küste von Korčula bei Jugo ist ebenso wenig empfehlenswert. Also der Tipp: Die Tagesetappen wetterabhängig planen und im Fall des Falles auch mal einen Umweg in Kauf nehmen, indem man auf der windgeschützten Seite einer Insel kreuzt. Man sollte aber auch wissen, dass die Bora im Sommer durchschnittlich nur an zwei Tagen im Monat weht.

Trogir

Wir starten in der modernen Marina Baotić (SuchNr. HR484) in Seget Donji, weniger als eine Seemeile westlich der sehenswerten Altstadt von Trogir. Die Fahrt zum Flughafen Split beträgt 8 Minuten. Die Marina bietet alles, was Chartergäste und Trailerfahrer brauchen. Ein Besuch der bezaubernden Altstadt von ­Trogir sollte zum Pflichtprogramm gehören. Dort lädt der Stadtpier oder gegenüber die ACI Marina ­Trogir (SuchNr. HR485) zum Festmachen ein.

Šolta

Unser Ziel ist Maslinica, ein ehemaliger Fischerhafen an der Westküste von Šolta, der mit viel Einfühlungsvermögen in einen schönen Sportboothafen (SuchNr. HR508) umgebaut wurde. Am Südufer des gut geschützten Hafens wurde ein ehemaliger Palast in das noble Hotel ›Martinis Marchi‹ umgewandelt.
Das hauseigene Restaurant bietet gehobene Küche. Sollte der Hafen überbordend voll sein, kann man
in der Bucht Šešula, nur eine Seemeile südlich vom Hafen, vor Anker gehen.

Brač

Auf dieser großen Insel gibt es tatsächlich nur einen Ort mit Marina: Milna. Dafür sind es hier aber auch gleich drei Häfen, die sich Marina nennen: Marina Vlaška (SuchNr. HR519) am Buchteingang am Nord­ufer, das Nautički Centar Milna (SuchNr. HR524) am Südufer östlich der Tankstelle und unmittelbar ­daneben die ACI Marina Milna (SuchNr. HR520).

Milna besticht durch seine prächtigen zweistöckigen Häuser aus Bra­čer Stein, die im 18. und 19. Jh. von den hier lebenden Reedern und Kapitänen gebaut wurden. Faszinierend ist das sich je nach Sonnenstand verändernde Farbenspiel auf den eigentlich weißen Wänden der prächtigen Palazzi.

Sv. Klement und Hvar

Mit südlichem Kurs halten wir auf die Ostspitze der Insel Hvar zu, drehen nach Umrunden des Kap Pele­grin auf rw 142° und steuern so ­direkt die Bucht Palmižana auf der Insel Sv. Klement an. Erst nach Passieren des gut sichtbaren Einzelgefahrenzeichens und des grünen Feuers an der Westseite der Bucht, kommt die dort gut versteckte ACI Marina Palmižana (SuchNr. HR540) in Sicht. Ein Naturhafen vom Feinsten.

Steigt man über den Hügel südlich der Marina in Richtung der Bucht Vinogradišće, erreicht man ein Arboretum exotischer Pflanzen und mittendrin das Restaurant ›Palmi­žana Meneghello‹. Von der Terrasse schweift der Blick Richtung Süden über die Bucht Vinogradišće, wo na­türlich auch mit dem Boot an ­gebührenpflichtigen Bojen festgemacht werden kann.

Auch dem hippen Hvar, Hauptort der gleichnamigen Insel, muss man einen Besuch abstatten. Doch sollte man das nicht mit dem eigenen Boot machen. Die wenigen Liegeplätze im Hafen sind meist schon mittags vergeben, und ständig steht unangenehmer Schwell im Hafen. Also nutzen wir eines der in der Marina Palmižana startenden Taxiboote, die nach Vereinbarung nahezu rund um die Uhr zwischen der Marina und der Stadt Hvar pendeln.

Korčula

Zwischen Palmižana und Korčula, dem Hauptort der gleichnamigen Insel, liegen 35 Seemeilen. Natürlich muss man die vom Wasser umgebene, auf einer ovalen Halbinsel liegende Altstadt von Korčula mit ihren beeindruckenden Türmen und Mauern gesehen haben. Nicht umsonst gilt das ›kleine Dubrovnik‹ sogar als eine der schönsten Städte Kroatiens. Aber diese Schönheit hat ihren Preis. Nachdem auch die Kreuzfahrtindustrie Korčula als Zielhafen entdeckt hat, platzen die Touristenströme in den engen Gassen der Altstadt aus allen Nähten. Die ACI Marina (SuchNr. HR550) liegt nur 300 m vom Südeingang zur Altstadt entfernt.

Mljet

Pomena und Polače sind zwei Buchten an der West- bzw. Nordwestküste der Insel Mljet. Von beiden Buchten aus hat man Zugang zum Nationalpark Mljet, dem mit Aleppokiefern, Eichen und Steineichen dicht bewaldeten westlichen Teil der Insel. Im Nationalpark liegen zwei Salzseen (Veliko und Malo Jezero), die als geologisches Phänomen von weltweiter Bedeutung gelten. Zur Klosterinsel Sveta Marija im Veliko Jezero verkehrt stündlich ein Ausflugsboot. Dass beide Buchten – auch wegen der zahlreichen Restaurants – bei Skippern sehr beliebt sind, liegt auf der Hand. Weniger bekannt und deshalb etwas ruhiger ist die Bucht Okuklje an der Nordküste der Insel wenig östlich der Ortschaft Prožura. Die Bucht ist traumhaft geschützt und bietet Muringplätze mit Wasser und Strom vor den Restaurants.
Unser Tipp: das ›Maran‹ (einlaufend 2. Muringfeld an Steuerbord).

Pelješac / Stonski Kanal

Ein kleiner aber feiner Abstecher, der abseits vom großen Yachtenstrom von und nach Dubrovnik liegt, führt uns in den Stonski Kanal, der vom südöstlichen Sporn der Halbinsel Pelješac und dem Festland gebildet wird. Die Einfahrt in den Kanal westlich der Insel Olipa ist nur 4,5 sm von Okuklje entfernt. Weitere 3 sm auf dem Kanal Richtung Ston, und wir liegen vor der Bucht Kobaš am Nordufer des Pelješac. Lange Zeit ein von Journalisten gehüteter Geheimtipp mit ›Luka’s Taverna‹, hat sich der Spot zu einem beliebten Skippertreff
mit mittlerweile zwei Konobas (›Luka’s‹ und ›Fischerhaus‹) und einem Edelrestaurant, dem ›Gastro Mare‹ gemausert.

Kobaš ist auch idealer Ausgangspunkt für einen Besuch der 3 sm entfernten Stadt Ston. Der Anleger vor der Stadt ist ausgebaut und mit Mu­rings versehen worden. Da der Wasserstand im Kanal schwankt und zeitweise nur 2 m Tiefgang bietet, sollten Skipper von Yachten mit grö­ßeren Tiefgängen ab Kobaš aufs Dinghi umsteigen. Gran­­dios ist ein Rundgang auf der alten Wehrmauer. Eine kleine Wanderung über den Berg in die Ortschaft Mali Ston empfiehlt sich. Hier kann die Spezialität aus den Gewässern der Bucht von Mali Ston genossen werden: Austern! Die ›Kapetanova kuca‹ an der Hafenfront wäre dafür eine Top-Adresse.

Dubrovnik

Ohne Wenn und Aber die schönste Stadt Kroatiens. Ein Rundgang über die komplett erhaltene Stadtmauer, ein abendlicher Bummel über den Stradun: Das sind Eindrücke, die man nicht so schnell vergisst. Und wo bleibt derweil das Boot? Entweder stadtfern, aber ruhig, in der ACI Marina Dubrovnik (SuchNr. HR580) am Flusslauf der Dubro­vačka oder stadtnah, aber unruhig, in der neuen Marina Frapa Dubrovnik (SuchNr. HR600) am Südufer der Hafenbucht von Gruž.

 Infos zum Törn:

Mit sieben Tagesetappen und einer Distanz von 135 sm bietet dieser Törn eine Woche Entspannung pur. Navigatorisch gibt es keine besonderen Schwierigkeiten. An der Nordküste von Kor­čula, zwischen Rt Kneže und 17°12‘ E (Pelješki Kanal) beträgt das Speedlimit 12 kn, an der Ostküste zwischen der Altstadt und dem Ort Lumbarda 4 kn.

Wind & Wetter: Bora, Jugo, Maestral & Co.

An der slowenischen und kroati­schen Adriaküste herrscht mediterranes Klima mit trockenen, heißen Sommern. Die durchschnittlichen Temperaturen liegen im Sommer zwischen 26 und 30° C, im Winter zwischen 5 und 10° C. Auch wenn im Sommer zumeist die Sonne scheint und laue Lüftchen wehen, kann es auch mal zur Sache gehen.

Bora

Kalter und trockener, frischer bis stürmischer Wind aus nordöstlicher Richtung, der bei hohem Luftdruck entsteht und vom Festland aus in heftigen, stoßartigen Böen von den Bergen auf das Wasser stürzt. Regel: Buchten am Fuß der Gebirge bilden keinen Schutzort, sondern sind bei Bora besonders gefährdet. Orkanstärke ist möglich!

Jugo (Schirokko)

Ein feuchter, warmer Wind aus Ost-Südost bis Süd-Südost, der in der Nordadria vorwiegend von März bis Juni, in der Südadria vorwiegend von Oktober bis Ende Januar auftritt. Lang anhaltender Jugo erzeugt hohen Seegang. Regel: Da Jugo gut vorhersehbar ist und sich nur langsam zu Sturmstärke entwickelt, bietet er meist genug Zeit, um Crew und Boot in Sicherheit zu bringen.

Maestral

Der klassische Sommerwind an der östlichen Adria. Er weht bei hohem Luftdruck und schönem Wetter tagsüber aus Nordwest, erreicht meist nicht mehr als 5 Bf. und schläft mit Sonnenuntergang ein. Die See bleibt leicht bis mäßig bewegt.

Vorhersagen:

www.meteo.hr

www.windfinder.com

wie, wo, was: Notrufnummern und Adressen, die Ihren Törn im Revier erleichtern.

Service und Information:

Notrufnummer 112

ADAC Notrufzentrale München
Tel. +49 89 22 22 22

App: Nautical Info Service Croatia (NIS) – die offizielle Notruf- und Info-App Kroatiens

Seenotrettung:

Slowenien:
SAR Tel. +386 56 63 21 08,
VHF Kanal 16

Kroatien:
SAR Tel. +385 51 195,
VHF Kanal 16

Pannenhelfer:

EmergenSea Tel. +385 996 112 112
SeaHelp Tel. +385 919 112 112
SeaTow Tel. +385 99 222 80 00

Ports of Entry:

Slowenien:
Ganzjährig: Koper, Piran
Saisonal (1.5.-31.10.): Izola

Kroatien:
Ganzjährig: Umag, Poreč, Rovinj, Pula, Raša-Bršica, Rijeka, Mali Lošinj, Zadar, -Sibenik, Split, Ploče, Korcula, Ubli, Dubrovnik
Saisonal (1.4.-31.10.): Umag ACI-Marina, Novigrad, Božava, Sali, Primošten, Hvar, Stari Grad (Hvar), Vis, Komiža, Cavtat, Vela Luka

Yachtcharter:

Der ADAC Partner CharterCheck hilft mit seinem Vergleichs- und Buchungsportal bei der Yachtsuche. ADAC Mitglieder erhalten Vergünstigungen unter www.skipper.adac.de/yachtcharter

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