Mecklenburgische Seenplatte

Idyllische Seen und Wasserstraßen

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Wasserstraßen, Kanäle und Seen sind traumhafte Reviere für Ferien auf dem Hausboot, der eigenen Motoryacht oder Charterboot

Im größten zusammenhängenden Binnenrevier Europas erschließen zahlreiche Seen und Wasserstraßen unberührte Landschaften zwischen Elbe, Havel und Oder.

Die Mark Brandenburg bietet traumhafte Törns auf idyllischen Seen und Entdeckungen auf Wasserwanderun­gen mit der eigenen Yacht oder dem Hausboot. Vielfalt ist Trumpf in diesem Binnenrevier.
Entlang der wenig befahrenen Elde geht es meist beschaulich durch Meck­len­burgs Kornkammer. Wenig Verkehr, beschauliche Häfen, reizvol­le alte Ackerbürgerstädte und Schlösser bestimmen das Bild. Zuvorderst sei das Schweriner Schloss auf seiner kleinen Insel im gleichnamigen See genannt.
Auf den Mecklenburgischen Oberseen zwischen der kleinen Fachwerkstadt Plau am See mit seiner blauen Hubbrücke und Rechlin in der Kleinen Müritz ist mehr los. An der Müritz empfehlen sich Landgänge in Waren, Röbel und Ausflüge in den Nationalpark.

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update vom 28.10.2019

Die Baumaßnahmen an der Schleuse Zaaren sind inzwischen so weit fortgeschritten, dass eine Öffnung der Anlage ab dem 07.11.19 um 12:00 Uhr, dann täglich von 09:00 Uhr bis 15:45 Uhr
für die Schifffahrt möglich sein wird.
Aus heutiger Sicht wird die Schleusenanlage bis voraussichtlich Ende November ´19 von WSV-Personal manuell bedient werden. Regulär wird die Schleuse Zaaren dann nach der Winterpause zu Beginn der Saison ab April 2020 voll automatisiert dauerhaft zur Verfügung stehen.

(Pressemitteilung WSA Eberswalde)

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Kleinseenplatte

Tausend Seen sind über die Havel und die Müritz-Havel-Wasserstraße miteinander verbunden. Gastliegeplätze und Häfen ermöglichen Stadtspaziergänge in Fürstenberg, Rheinsberg oder Mirow. Ruhiger ist es auf Nebengewässern der Woblitz oder dem Zechliner See.
Die Region um die Obere Havel erstreckt sich von Fürstenberg bis Liebenwalde. Der Fluss fließt in Brandenburg vorbei an ursprünglicher Natur und kulturellem Erbe. Darunter befinden sich technische Denkmäler wie der Ziegeleipark Mildenberg in der Tonstichseenlandschaft nahe Zehdenick. Nicht zu­letzt gelangt man über die Ruppiner Gewässer in die Kreisstadt Neuruppin, die Geburtsstadt von Theodor Fontane.

Durch die vier Reviere der Region – Elde, Mecklenburgische Oberseen, Kleinseenplatte und Obere Havel –führen folgende Wasserstra­ßen, die teils führerscheinfrei mit Charterschein zu befahren sind:

  • Müritz-Elde-Wasserstraße (MEW)
  • Stör-Wasserstraße (StW) mit Schweriner See
  • Müritz-Havel-Wasserstraße (MHW) mit Nebengewässern
  • Obere Havel-Wasserstraße (OHW) stromauf ab Schleuse Liebenwalde
  • Ruppiner Gewässer (RuG) zwischen den Schleusen Alt-Friesack und Lindow
  • Werbelliner Gewässer (WbG)
Übersichtskarte
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Infos zu den Törns

Eine Woche dauert der abwechslungsreiche Elde-Oberseen-Törn von Schwerin zum Hafendorf Müritz (144 km/8 Schleusen).

3-4 Tage sollten sich Skipper und Hausbootfahrer auf der landschaftlich schönen Strecke von Neustrelitz nach Fürstenberg (34 km/4 Schleusen) auf der Oberen Havel-Wasserstraße Zeit nehmen.

In 3 Tagen kann der Törn vom Hafendorf Müritz nach Rheinsberg und zurück absolviert werden (89 km/8 Schleu­sen).

Große Rundtour

Nicht führerscheinfrei, aber lohnend für Skipper mit Patent ist die ›Große Rundtour‹ durch Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Berlin. Diese folgt bei Oranienburg dem Oder-Havel-Kanal nach Berlin zu den Potsdamer und Brandenburger Havelseen zur Unteren-Havel-Wasserstraße und von dort in die Elbe. Wegen der Strömung der Elbe sollte diese Rundtour am besten im Uhrzeigersinn absolviert werden.

Auf einigen Gewässern gilt ein Nachtfahrverbot zwischen 22 und 5 Uhr, auch ist Segeln auf vielen Kanälen verboten. Die erlaubten Geschwindigkeiten liegen zwischen 5 und 25 km/h. Da das Tankstellennetz nicht flächendeckend ist, sollte stets auf ausreichende Treibstoffvorräte geachtet werden.

A Stör-Wasserstraße mit Schweriner See (StW)

Der Schweriner See und die Stör-Wasserstraße mit ihrem Kanal sind ein Nebenarm der Müritz-Elde-Wasserstraße. Der Schweriner See präsentiert in prominenter Insel­lage mit dem Schloss den Regierungssitz Mecklenburg-Vorpommerns am Wasser. Außen- und Innensee dürfen nur in der bezeichneten Fahrrinne durchfahren werden. Südlich von Schwerin beginnt an der Schleuse Banzkow bei km 10,9 die schnurgerade Stör-Wasserstraße. Deren Ufer säumen Naturschutzgebiete, in denen Rehe und Eisvögel zu beobachten sind. Am Elde-Dreieck bei km 56 schließt die Hauptstrecke der Müritz-Elde-Wasserstraße an.

B Müritz-Elde-Wasserstraße (MEW)

Die Müritz-Elde-Wasserstraße (MEW) ist 180 km lang. Sie beginnt mit km 0 bei Dömitz an der Elbe und endet bei km 180 in Buchholz am Müritzsee. Allein zwischen Elbe und der Müritz sorgen 18 Schleusen für die Schiffbarkeit. Auf der MEW gilt bei einer Wasserspiegelbreite von weniger als 40 m ein ab­solutes Liegeverbot. Auf den großen Seen ist nur für das ausgetonnte Fahrwasser eine Tiefe von 1,40 m gewährleistet. Mindertiefen außerhalb der Strecken sind nicht gekennzeichnet.

Die ersten 120 km schlängelt sich die MEW im kanalisierten Flussbett der Elde bis Plau an den Mecklenburgischen Oberseen. Natur pur erleben Skipper auf dem weitgehend naturbelassenen Gewässer durch romantische Flussauen. In Dömitz erwarten den Skipper an Land die Festung aus dem 16. Jh. und im Ortsteil Klein Schmöllen eine der größten Binnenwanderdünen Euro­pas. Heide prägt hier das Landschaftsbild, wo­hingegen im weiteren Verlauf der Wasserstraße grüne Wiesen und Weiden die Ufer säumen. Man passiert Schleusen, einige davon mit Selbstbedienung, und kleine Anleger in ebenso ­kleinen Orten. Die Hubbrücke in Grabow bei km 30,8 besitzt eine Durchfahrtshöhe von 3,10 m.

Mecklenburgische Oberseen

Elde-Städte wie Grabow, Parchim und Lübz zeigen mittelalterliche Fachwerk- und Backsteinarchitektur. Beschaulich ist die Fachwerkstadt Plau am See mit der denkmalgeschützten Hubbrücke. Sie hat ca. 2 m Durchfahrtshöhe und ist mit einer Wechselsprechanlage ausgerüstet. An der Plauer Schleuse verlässt die MEW die Elde und erreicht mit dem Plauer See die Mecklenburgischen Oberseen. Weiter geht es über den Petersdorfer See zur Inselstadt Malchow. Dort wird die Drehbrücke nur zur vollen Stunde (in der Saison von 9-20 Uhr) für Boote mit mehr als 2,25 m Höhe geöffnet. In der Wartezeit kann das Kloster mit Orgelmuseum besichtigt oder eine Rast in einem der Restaurants mit See- und Hafenblick eingelegt werden.

Danach führt die MEW durch den Flee­sen- und den Kölpinsee. ­Anlegen kann man im ADAC Stützpunkt Marina Eldenburg (Nr.22) am Reeck­kanal, ehe in der Binnenmüritz Waren (km 150) erreicht wird.

C Müritz

Die 112,6 km2 große Müritz weitet sich nach Süden und erreicht an ­ihrer breitesten Stelle stolze 12 km. Für Segler ist sie ein paradiesisches Revier, selbst wenn sich bei starkem Wind bisweilen eine unruhige, raue See aufbauen kann.
Hausbootfahrer, die mit Charterschein unterwegs sind, müssen auf der Müritz strenge Regeln beachten. Ein Großteil des Ostufers gehört zum Müritz-Nationalpark – hier ist z.B. entsprechend Abstand zum Ufer zu halten. Häfen befinden sich in großer Zahl am Westufer, darunter der ADAC Stützpunkt WSC Röbel (MB193). Wer Röbel anlaufen will hält sich ab km 155 nach Steuerbord. Am Südende der Müritz wartet der ADAC Stützpunkt Marina Mü­ritz (MB197) auf Skipper und an der Kleinen Müritz Häfen in Rechlin. Vor Vipperow zweigt der Müritzarm Backbord über die Müritz-Havel-Wasserstraße nach Mirow ab. Steuerbord geht es in den Müritzsee, wo die Müritz-Elde-Wasserstraße bei km 180 vor Buchholz endet.

D Müritz-Havel-Wasserstraße (MHW)

Die 32 km lange Müritz-Havel-Wasserstraße (MHW) schlängelt sich von der Müritz durch kleine und große Seen sowie vier Schleusen. Sie führt zur Strelitzer Seenplatte.
Nach der Müritz passiert die Müritz-Havel-Wasserstraße Mirow mit der Schlossinsel samt gotischer Johanniterkirche. Nördlich des Mirower Sees liegt am Granzower Möschen der ADAC-Stützpunkt Minimarina Ferienpark Mirow (MB220).
Die MHW verlässt bei km 22 den Mirowsee und durchläuft danach Zotzensee, Mössen-, Vilz-, Labussee und Canower See. Im wei­teren Verlauf gehen am Pälitzsee bei Kleinzerlang in südwestlicher Richtung die Fluss-/Kanalstrecken in den Hüttenkanal zu den Rheinsberger Gewässern ab. In östlicher Richtung ist über Fürstenberg und die Seenkette am Havel­oberlauf die Obere Havel-Wasserstraße zu erreichen.

Rheinsberger Gewässer (RbG)

In diesem weitgefächerten und schönen Seengebiet lohnen Landgänge. In Rheinsberg empfiehlt sich ein Bummel durch Stadt und Schlosspark auf Spuren Friedrichs II. In der einstigen preußischen Nebenresidenz verbrachte der Kronprinz von 1736–40 die Zeit vor seiner Thronbesteigung. Hinter der Schleuse Wolfsbruch erreicht man die Marina Wolfsbruch (MB215). Noch vor dem Rheinsberger See schließen Steuerbord die 9 km langen, reizvollen Zechliner Gewässer an.

E Obere Havel-Wasserstraße (OHW)

Die Obere Havel-Wasserstraße (OHW) verbindet Brandenburger Ge­wässer mit der Mecklenburgischen Seenplatte. Als eine der schönsten Wasserstraßen Europas durchfließt sie eine eiszeitlich geformte Fluss- und Seenlandschaft, in der Kranich, Eisvogel und Fischadler zuhause sind. Viele der 320 Seen entlang der Wasserstraßen sind durch den Müritz-Nationalpark ­geschützt. Daher ist das Befahren einiger Seen mit Sportbooten nicht gestattet. Die OHW beginnt bei Liebenwalde und ist über den 3 km langen Malzer Kanal (MzK) mit der Havel-Oder-Wasserstraße (HOW) verbunden. Endpunkt ist nach 94 km der Zierker See bei Neustrelitz.

Nebengewässer

An der OHW reihen sich zahlreiche Gewässer auf: die Wentower Gewässer (Länge 11 km) bei km 25 in Marienthal, die Templiner Gewässer (TIG; Länge 22 km) bei km 32,3 und die Lychener Gewässer (LyG; Länge 9 km) bei km 55 in Himmelpfort am Stolpsee. Bis zum Stolpsee vor Fürstenberg verläuft die OHW in einem schmalen Fluss- bzw. Kanalbett und passiert einige Schleusen. Danach öffnen sich viele Seen: in Fürstenberg der Schwedt-, der Baalen- und Röblinsee, dahinter Ziern- und Ellbogensee. Vor Strasen führt die Müritz-Havel-Wasserstraße nach Westen.

Richtung Neustrelitz geht es durch den Großen Priepertsee, den westlichen Wangnitzsee, den Finow- und Woblitzsee. Hier fließt die Havel zum Großen Labussee, während die Hauptstrecke dem Kammerkanal nach Neustrelitz am Zierker See folgt. Schmale Fluss- und Kanal­abschnitte verbinden diese Seen. Anlege- und Versorgungsmöglichkeiten gibt es an den großen Seen in Fürstenberg, Wesenberg und Neustrelitz, an Nebenstrecken in Lychen und Templin.

F Havel-Oder-Wasserstraße mit Finowkanal

Die Havel-Oder-Wasserstraße (HOW) ist die 134,9 km lange Verbindung von Berlin zur Oder. Die führerscheinpflichtige Hauptstrecke ist der von der Berufsschifffahrt stark frequentierte Oder-Havel-Kanal. Auf der HOW gelangt man von Berlin zur Oder und kann in nur zwei Tagen die Ostsee erreichen. Die Wassertiefen betragen bis zu 2,3 m. Die geringste Brückendurchfahrtshöhe ist 4,0 m. Auf der Hauptstrecke der HOW zwischen Marienwerder km 54 und dem Schiffshebewerk Niederfinow km 78 gilt für die Berufsschifffahrt wegen der geringen Kanalbreite eine Einbahnregelung. Sportboote sind davon ausgenommen, dürfen aber nicht überholen und müssen bei Gegenverkehr ans rechte Ufer heranfahren. Das Verkehrsaufkommen der Berufsschifffahrt bestimmt die Schleusenzeiten. Die Sportschifffahrt muss Wartezeiten in Kauf nehmen. An der Hauptstrecke von Berlin zur Oder liegen Schleusenanlagen in Spandau, Lehnitz, die Schiffshebewerkanlage Nieder­finow und zwei Schleusen in Hohensaaten.

In Oranienburg zweigen der Oranienburger Kanal (OrK) bei km 21 und die Flussstrecke der Oranienburger Havel (OHv) bei km 25 zum Ruppiner Kanal ab. Vor der Schleuse Lehnitz bei km 28,6 wird der Lehnitzsee mit guten Ankermöglichkeiten außerhalb der Fahrrinne erreicht. Bei km 29,2, 35,5 und 37,0 gibt es Liegeplätze, jedoch ohne Service. Vor der Einmündung des Malzer Kanals (MzK) bei km 40,5 existiert ein Warteplatz für die Berufsschifffahrt. Sportboote dürfen hier an wartenden Schiffen vorbeifahren. Bei Gegenverkehr muss langsam und rechts gefahren werden. Ankern und Festmachen ist verboten.

Auf der Hauptstrecke der Havel-Oder-Wasserstraße befindet sich bei km 54,9 in Marien­werder eine gut ausgestattete Marina nahe dem Abzweig in den Werbellin­kanal (WbK). Bei km 78 der HOW erwartet den Skipper das 1927-34 aus 13 800 t Stahl gebaute Schiffshebewerk Niederfinow, das einen Höhenunterschied von 36 m ausgleicht. Kurz darauf mün­det der Finowkanal (FiK) in die HOW. Bei Hohensaaten bedient die Westschleuse die der ­Alten Oder folgende Hauptstrecke, die bei km 134,9 nahe Friedrichsthal in die Oder mündet. Die Ostschleuse hingegen führt zum kurzen ›Verbindungskanal Ost‹ (VKH ) in die Oder.

Finowkanal und Langer Trödel

Der Finowkanal steht unter Denkmalschutz und verläuft als Nebenstrecke parallel zum Oder-Havel-Kanal zwischen Zerpenschleuse und Lieper Schleuse. Auf dem Finowkanal bleiben Freizeitkapitäne beim Durchfahren der 12 Schleusen unter sich. Anlagen aus 250 Jahren Industriegeschichte wechseln sich ab mit idyllisch-natürlichen Uferabschnitten. Seit Sommer 2016 ist das ›Langer Trödel‹ genannte Kanalstück zwischen Liebenwalde und Zerpenschleuse für die Sportschifffahrt wieder geöffnet.

Es schafft für Charterer die Verbindung von Mecklenburger und Rheinsberger Gewässern (RbG) und der Oberen Havel-Wasserstraße (OHW) zur Havel-Oder-Wasserstraße (HOW) und dem Finowkanal. Zu den Werbelliner Gewässern (WbG) kreuzt man bei km 50 die HOW und zweigt im Finowkanal bei km 59 in den Werbellinkanal ab. Der Finowkanal selbst führt über Eberswalde bis zu seiner Mündung in die HOW bei Liepe.

G Ruppiner Gewässer (RuG)

Von Oranienburg auf der HOW kommend zweigen der Oranienburger Kanal (km 21) und die Flussstrecke der Oranienburger Havel (km 25) in den Ruppiner Kanal ab, der Havel und Ruppiner See verbindet. Die Ruppiner Gewässer um Neuruppin sind im Gegensatz zu den großen Charterrevieren an den Oberseen noch für ruhesuchende Skipper geeignet. Ruhig schlängelt sich der Rhin durch die Landschaft der Ruppiner Schweiz zwischen Lindow und der Fontanestadt Neuruppin.

Zwischen Elde, Müritz und Rheinsberger Seen warten vier Marinas auf ADAC Skipper

ADAC Stützpunkte bieten Clubmitgliedern und Inhabern des Internationalen Bootsscheins (IBS) vom ADAC Vorteile. Diese Marinas sind gut an der Flagge der ADAC Sportschifffahrt und am Stützpunktschild zu erkennen. ADAC Skipper erhalten hier Ermäßigungen bei Vorlage der Clubkarte oder dem IBS vom ADAC auf fol­gende Leistungen:

  • bei der Anmietung von Liegeplätzen
  • beim Winterlager
  • beim Gebrauch technischer Einrichtungen
  • bei der Versorgung von Skipper & Crew

Kurz vor der Mündung der Elde-Müritz-Wasserstraße in die Müritz liegt die Marina Eldenburg (MB180) in einer ruhigen Bucht zwischen Kölpinsee und Binnenmüritz. Modern ausgerüstete Gastliegeplätze gibt es auf Anfrage. Die Marina bietet u.a. einen Bootsshop und ein Res­taurant.
Der nächste ADAC Stützpunkt ist die WSC-Marina -Wasser-Service-Center (MB193) am Westufer der Müritz in der Bucht vor Röbel. 95 Liegeplätze finden sich an T-förmigen Schwimmstegen mit seitlichen Auslegern. Hinzu kommen eine Wassertankstelle am Steg sowie Werkstattleistungen.
Die Marina Müritz (MB197) in Rechlin am Südostufer der Müritz gehört zum Verbund der Rundtörn Marinas. Die Ausstattung umfasst Landstrom und Wasser am Steg, WLAN, Sanitäranlagen, Bootstankstelle, 90-t-Travellift und eine Entsorgungsanlage.
Am Granzower Möschen, einem kleinen See, liegt die Minimarina Ferienpark Mirow  (MB220) nahe Granzow. Ein komfortabler Logenplatz in der Natur, von dem aus sich großartige Sonnenuntergänge erleben lassen. Der Steg auf Dalben ist mit Strom- und Wasseranschlüssen ausgestattet.

Mecklenburger Klassiker

Von Schwerin bis Waren (Müritz). Schöne Landschaften und viel Kultur für entspannte und erlebnisreiche Törns.

Der Törn von Schwerin, der Landeshauptstadt Mecklenburg-Vorpommerns, bis zur ›heimlichen Hauptstadt‹ der Müritz, Waren, führt durch ein abwechslungs- und erlebnisreiches Revier. Die Strecke eignet sich hervorragend auch für Fahranfänger und es ist kein Sportbootführerschein Binnen erforderlich.
Den Törn durch naturbelassene Flussauen lockern die Landgänge in Kleinstädten auf.

 

Traumhafte Region

Der Dichter Fritz Reuter schrieb einst: »Als Gott die Welt erschuf, hat er in Mecklenburg begonnen.«
Reuter wollte damit nichts anderes sagen als: Es ist wundervoll hier! ›Emm-Vau‹, wie das Land abgekürzt gesprochen wird, verfügt über 2028 Seen und über 26 000 Kilometer Flüsse und Kanäle. Mecklenburg ist das am dünnsten besiedelte Bundesland mit der ländlichsten Prägung, und die Natur besticht durch ihre große Artenvielfalt.

Schleusen

Insgesamt warten acht Schleusen darauf, passiert zu werden. Manche werden fernbedient, andere vor Ort von einem Schleusenwärter. Unter elwis.de, dem Informationsportal der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes, sind Informationen zu Betriebszeiten und etwaige Sperrungen zu finden.

In der Hauptsaison kann es vor ­allem vor den Schleusen zu erheblichen Wartezeiten kommen. Daher ist es ratsam, immer mehr Zeit für eine Tagesetappe einzuplanen als üblich.

Abwechslungsreicher Törn

Seeadler, Schlösser, historische Altstädte, Theater, viele Galerien und unberührte Seenlandschaften: Hier kommen sowohl Naturfreunde als auch Liebhaber von Sehenswürdigkeiten auf ihre Kosten. Dazu liegen viele idyllische, ruhige aber auch ­belebte Häfen und Marinas auf dem Weg. Ob Klein oder Groß, ob Jung oder Alt – für jeden Geschmack ist etwas dabei.

 

Infos zum Törn

Der Törn besteht aus etwa 7 Tagesetappen mit einer Gesamtfahrzeit von ca. 20 Stunden (Wartezeiten an Schleusen beachten!). Die Entfernung beträgt von Schwerin bis Waren 238 Kilometer. Die Höchstgeschwindigkeit auf der Müritz-Elde-Wasserstraße beträgt 6 km/h bis km 121 und 9 km/h ab km 121.

A Schwerin

In der schönen Landeshauptstadt Schwerin eignet sich vor allem der Hafen des Schweriner Segler-Vereins (MB280), wenn man die Stadt erkunden möchte. Die weitverzweigte Vereinsanlage mit Wasserwanderrastplatz bietet Gästen Liegeplätze an Betonstegen und festen Brücken (hier nur 0,6 Meter Wassertiefe). Von dort aus ist es nicht weit in die historische Altstadt. Auch um für den anstehenden Törn Proviant zu bunkern, eignet sich der Hafen sehr gut. Schwerin wartet zum Anlegen aber auch mit Alternativen auf: die in der kleinen Bucht Heidensee (›Beutel‹) gelegene Nord-Marina (MB285) mit sehr guter Infrastruktur und Yachthafen Schwerin (MB275), der in der Nähe zum Schweriner Schloss liegt. Wenn Sie das Schloss am liebsten vom Boot aus betrachten wollen, bietet sich in der Marina ›Segelclub Schlossbucht‹ (MB290) eine tolle Aussicht.
Überhaupt ist das Schloss die Sehenswürdigkeit der Stadt. Es gilt als eines der bedeutendsten Beispiele des Romantischen Historismus in Europa. Das oft als ›Neuschwanstein des Nordens‹ bezeichnete Bauwerk beherbergt den Landtag und ein ­Museum. Daneben sollten auch der imposante Dom, das alte Palais, das Arsenal, der Marstall und das Staatstheater besichtigt werden.

B Parchim

Nach rund 6 Kilometern Richtung Süden verlässt man den Schweriner See und erreicht die Stör-Wasserstraße (StW). Weitere 10 Kilometer später erreicht man die erste Schleuse des Tages, Banzkow. 15 Kilometer weiter gelangt man an der nächsten Schleuse in Matzlow-Garwitz in die Elde. Von dort sind es noch weitere 11 Kilometer bis nach Parchim.
Die rund 12 000 Einwohner zählende Kleinstadt erwartet seine Besucher mit zahlreichen Sehenswürdigkeiten. Vor allem die Altstadt mit ihren mittelalterlichen Fachwerkhäusern und das aus dem 14. Jahrhundert stammende Rathaus sind lohnenswerte Ziele.
Zum Erkunden der Stadt eignet sich der zentrumsnahe Wasserwanderrastplatz Fischerdamm (MB125), wo man ­bequem längsseits festmacht.

C Lübz

Der nächste Tag beginnt zunächst mit der Schleuse in Parchim, die direkt hinter dem Wasserwanderrastplatz liegt. Danach folgen etwa 27 Kilometer entlang der Müritz-Elde-Wasserstraße (MEW). Der Weg führt vorbei an wundervollen Naturgebieten, und mit etwas Glück kann man hier den seltenen Eisvogel erblicken. Unterwegs passiert man die kleine Ortschaft Neuburg, hinter der auch gleich die nächste Schleuse wartet. Weiter geht es die MEW entlang, bis man das nächste Etappenziel erreicht: Lübz, wo man in der Stadtmarina (MB135) sehr schön und außer­ordentlich ruhig am Ortsrand liegt. Die Marina befindet sich auf der Ost­seite der Elde in einem eigenen ­Becken.
Lübz ist eine mittelalterlich geprägte Stadt mit liebevoll sanierten Fachwerkhäusern und Türmen gotischer Baukunst. Wer Fahrräder an Bord hat, für den lohnt sich ein Ausflug ins Umland mit seinen vielen Schlössern. Auch ein Besuch des Stadtmuseums empfiehlt sich, wo man unter anderem über die Geschichte der Braukunst informiert wird, die Lübz seit langem prägt.

D Plau am See

Das nächste Teilstück des Törns steht von allem im Zeichen von vier Schleusen, die man durchfährt. Die erste Schleuse befindet sich gleich zum Start in Lübz. Danach folgt man weiter der MEW durch die herrliche Naturlandschaft und durchfährt die beiden Schleusen in Bobzin und Barkow. Nach etwa 23 Kilometern entspannter Fahrt kommt man nach Plau, wo die letzte Schleuse dieses Tages wartet. Gleich dahinter befindet sich der große und gut geschützte Wasserwanderrastplatz Plau (MB145), wo man an seitlichen Auslegern festmacht. Bei der Ansteuerung sollte unbedingt auf die zahlreichen Ausflugsschiffe geachtet werden.

Plau ist auf dem Törn ein echtes Highlight. Die Stadt ist mit ihren Backsteinbauten und Fachwerkhäusern sehr hübsch anzusehen und bietet darüber hinaus mit dem Burgmuseum eine erlebnisreiche Zeitreise. Eine herrliche Aussicht kann man auf der sogenannten Hühnerleiter genießen, einer Brücke, von der aus man den Schiffen und Sportbooten in der Schleuse zuschauen kann. Naturliebhaber sollten unbedingt den Naturschutzpark mit dem Aussichtsturm am Nordwestufer des Plauer Sees besuchen. Mit etwas Geduld kann man von dort oben Seeadler und sogar Fischotter beobachten.

Der Luftkurort Plau ist eine touristische Hochburg und bietet eine breite Auswahl an Gastronomie, Kultur und verschiedenen Veranstaltungen. Hier kann man bei gutem wie schlechtem Wetter auch mal einen ganzen Hafentag einlegen.

Jedes Jahr im Juli findet auf dem Plauer See die ›Badewannenrally‹ statt, bei der man viele skurrile selbstgebaute Wasservehikel bestaunen kann.

Der Plauer See

Nachdem man auf dem Weg bis Plau fast ausschließlich auf Kanälen und Flussläufen unterwegs war, bietet sich ein Ausflug oder eine Rundfahrt über den Plauer See an. Mit 39 km² Wasserfläche ist er der drittgrößte See in Mecklenburg-Vorpommern und der siebtgrößte in Deutschland.

Von Nord nach Süd beträgt seine Ausdehnung rund 15 Kilometer. Die durchschnittliche Tiefe liegt bei 6,8 Metern. In idyllischen und geschützten Buchten liegt man entspannt vor Anker und entschleunigt.

Möchte man sich die Zeit ein wenig auf dem Plauer See vertreiben, ­offenbart der Norden eine Anlegemöglichkeit, bei der vor allem ­Hobbyangler und Räucherfisch-
Liebhaber auf ihre Kosten kommen.

E Fischerei Alt Schwerin

Anlegen direkt beim Fischer. Der kleine Hafen der Fischerei ›Alt Schwerin‹ (MB150) liegt im Nordosten des Plauer Sees in der Wendorfer Bucht und zählt hier zu den Geheimtipps. Man liegt bequem an einem Betonanleger mit begehbaren Auslegern und genießt den herrlichen Blick auf die Bucht und den Plauer See.

Wie man dem Namen entnehmen kann, steht hier alles im Zeichen der Fischerei. Den Besucher erwartet eine reichhaltige Auswahl an vor Ort hergestellten Fischspezialitäten. Wer selbst angeln möchte, bekommt hier Angelkarten für den hauseigenen Angelteich.

Nachdem man den Plauer See bei Lenz nach Osten verlässt, durchquert man zunächst den kleinen Petersdorfer See, erreicht danach den Malchower See und später den Fleesensee. In diesem Bereich sind vor allem die Liegemöglichkeiten Malchow und Yachthafenresort Fleesensee zu empfehlen.

F Malchow

Von Westen kommend befindet sich auf der linken Seite vor der Brücke der Stadthafen. Dieser eignet sich hervorragend, um die schöne Stadt Malchow zu besuchen. Auf der Hin- oder Rückreise sollte man Malchow unbedingt einplanen. Jedes Jahr findet hier am ersten Wochenende im Juli das älteste Heimatfest Mecklenburgs statt. Dann allerdings wird es hier sehr voll, und es empfiehlt sich, vorher einen Liegeplatz zu reservieren oder auf einen der anderen ­Häfen auszuweichen.

In Malchow befindet sich eine Drehbrücke, die man nur im geschlossenen Zustand durchfahren kann, wenn der Aufbau des Bootes nicht zu hoch ist. Je nach Wasserstand beträgt ihre Durchfahrthöhe 1,40 m bis 2,25 m Meter. Die Brücke öffnet in der Hochsaison für größere Boote immer zur vollen Stunde. Pro Jahr passieren bis zu 20 000 Boote diese engste Stelle auf dem Weg zur Müritz. Hier muss mit teilweise erheblichen Wartezeiten gerechnet werden.

G Yachthafenressort Fleesensee

Im Süden des Fleesensees befindet sich mit dem SBS Yachthafenressort eine Marina (MB170), die über eine überdurchschnittlich gute Infrastruktur verfügt. Vom Werftbetrieb bis zur Bootstankstelle findet man hier alles rund um das Thema Boote und Wassersport. Die Marina ist ein echtes Wassersportzentrum.

Westlich vom Fleesensee wartet der Kolpinsee, und nach dessen Überquerung erreicht man über einen kurzen schmalen Abschnitt auf der MEW die Müritz. Auf dem Weg dorthin befindet sich auch eine ADAC-Stützpunkt-Marina.

H Marina Eldenburg

Dieser ADAC Stützpunkt (MB180) befindet sich westlich der Müritz in einer ruhigen Bucht auf dem vorgelagerten Reecksee zwischen Müritzsee und Kölpinsee.

Am Tor zur Müritz liegt man hier sehr ruhig an seitlichen Auslegern in ländlicher und idyllischer Umgebung.

I Müritz

Nach einem erlebnisreichen Törn erreicht man schließlich die Müritz mit seinem Hauptort Waren. Neben einem Besuch der Stadt bietet sich natürlich an, den größten auf deutschem Gebiet befindlichen See zu erkunden, bevor man die Rückreise antritt. Je nach der zur Verfügung stehenden Urlaubszeit kann der folgende Törnvorschlag auch direkt angeschlossen werden.

Text: Stephan Boden

Auf den Spuren Fontanes

Kleine Häfen und große Marinas. Von Waren (Müritz) bis Rheinsberg (Mark), aber auch Natur und Kultur pur.

Einer der schönsten und abwechslungsreichsten Urlaubstörns in der Region führt von der Müritz über ­erlebnisreiche Wasserwanderwege und mehr als 20 Seen bis in die Mark Brandenburg nach Rheinsberg. Das Revier wechselt zwischen großzügigen Wasserflächen und kanal­artigen Abschnitten.

 

Die Müritz

Auf der Müritz besteht für Charterboote ein Befahrensverbot, wenn der Wind über 4 Beaufort Stärke erreicht. Auch kann bereits bei mäßigem Wind eine unangenehme, kurze und steile Welle entstehen. Eine besondere Beachtung sollte man auch den Untiefen und der Betonnung geben. Skipper ohne Erfahrung und Revierkenntnisse sowie ohne Sportbootführerschein sollten stets in der Nähe des Westufers fahren.

Schlösser, Kunst und Kultur

Rechts und links der Wasserwege ­erzählen Schlösser und barocke Prachtbauten von der langen und prunkvollen Geschichte der Region. Viele dieser Sehenswürdigkeiten ­erwarten die Besucher mit einem reichhaltigen Kulturprogramm. Zahlreiche schöne Häfen auf dem Weg laden zur Übernachtung und zu spannenden Landgängen ein.

Durchatmen in der Natur

In der Mark angekommen, die durch Theodor Fontanes Wanderungen weltberühmt wurde, schlängelt sich unser Törn durch Heidelandschaften, Moore und nahezu unberührte Wälder. Adler, Störche, Biber und Reiher bekommt man hier nicht selten zu sehen. Nachdem man die vier Schleusen auf dem Weg passiert hat, gelangt man schließlich nach Rheinsberg, wo wiederum ein großes kulturelles Angebot wartet.

 

Infos zum Törn

Für den Törn sollte man etwa 7 Tage (one way) einplanen. Die Entfernung beträgt 200 Kilometer, mit einer Gesamtfahrzeit von ca. 20 Stunden.
Die Höchstgeschwindigkeit auf der MHW beträgt 9 km/h. Auf Seen und seeartigen Erweiterungen mit einer Breite von mehr als 250 m außerhalb des ufernahen Schutzstreifens beläuft sich die Geschwindigkeit auf 25 km/h.

A Waren (Müritz)

Der Stadthafen in Waren (MB185) zählt zu den beliebtesten Häfen an der Müritz. An den Schwimmstegen haben rund 160 Gäste und Dauerlieger Platz. Der Stadthafen eignet sich gut, um für den Törn Proviant zu bunkern und um die ca. 21 000 Einwohner zählende Stadt zu erkunden. Vor allem der Besuch des Müritzeums ist empfehlenswert. In dem ­modernen Natur-Erlebniszentrum befindet sich unter anderem das größte Süßwasser-Aquarium Deutschlands. Ideal, um sich über die Landschaft zu informieren und auf den anstehenden Törn einzustimmen.

B Röbel

Nach rund 18 Kilometer südlicher Fahrtstrecke über die Müritz erreicht man die kleine malerische Stadt Röbel. Dort findet man einlaufend an Steuerbord zunächst den ADAC Stützpunkt Bootscenter Müritz – WSC Marina (MB193) und danach den Seglerhafen (MB195). Beide Anlagen verfügen über Gastliegeplätze und vielfältige Serviceangebote. Der Stadthafen in Röbel liegt weiter südlich.
Vor allem der Besuch der niedlichen Altstadt von Röbel mit den liebevoll sanierten Fachwerkhäusern lohnt sich. Die Seepromenade gilt als eine der schönsten des Landes. Röbel hat auch den Beinamen ›Bunte Stadt am kleinen Meer‹, was eine ziemlich zutreffende Bezeichnung darstellt.

C Rechlin

Im Südosten der Müritz gelangt man nach etwa 15 Kilometern auf der Müritz durch einen Stichkanal zum ADAC Stützpunkt Marina Müritz – Hafendorf im Claassee (MB197). Der Hafen bietet 350 gut geschützte Liegeplätze und verfügt über eine hervorragende Infrastruktur. Wegen der großen Charterbasis herrscht hier in der Hochsaison stets viel Trubel. ­Dafür ist aber das Serviceangebot, unter anderem mit einer Bootstankstelle, sehr gut.
Wer es lieber ruhiger mag, sollte sich für den etwa 5 Kilometer weiter südlich gelegenen Seglerhafen Rechlin (MB240) entscheiden. Dieser Hafen liegt zugleich sehr zentral und befindet sich direkt am Ort Rechlin.
Für den Landgang bietet sich der ­Besuch der Bolter Mühle an, einer Wassermühle aus dem Jahre 1665, welche heute als Kultur- und Ausflugszentrum genutzt wird. Dazu lohnt sich in Rechlin der Besuch des Luftfahrttechnischen Museums. Im Ortsteil Boek, der im Norden liegt und zu Fuß am besten vom Hafendorf erreichbar ist, befindet sich der Eingang zum Nationalpark Müritz.

D Schleuse Mirow

Von Rechlin aus gelangt man ans südliche Ende der Müritz. Dort fährt man in die MHW, überquert den kleinen Sumpfsee und erreicht nach etwa 7 Kilometern die erste Schleuse des Törns. Je nach Jahreszeit können die Wartezeiten an den Schleusen recht lang sein, weil das Verkehrsaufkommen entsprechend hoch ist. Die Mirower Schleuse verbindet das Kleinseenbegiet Mecklenburg mit dem Großseengebiet Müritz, weshalb sie auch das ›Tor zur Müritz‹ ­genannt wird. Die Hubtore sind schon von weitem sichtbar. Anfänger sollten in der Schleuse langsam und ruhig manövrieren. Schleusen ist viel einfacher, als man denkt.

E Mirow

Vom Hafendorf Rechlin sind es rund 17 Kilometer bis zum Mirower See und Mirow. Der Stadthafen wird seit dem Jahr 2018 saniert. Leider steht noch nicht fest, wann er wieder öffnet. Es gibt aber auf dem See genug Alternativen. Empfehlenswert ist der Hafen vom Bootsservice Rick, der an der Schlossinsel am Ostufer des Mirower Sees liegt.
Sehenswert sind das Schloss und Kavaliershaus, welche heute als Museum dienen und für kulturelle Veranstaltungen genutzt werden.

Kleinseenplatte

Freie Auswahl! So könnte man das bezeichnen, was hinter Mirow auf den Wassersportler wartet. Die Mecklenburgische Kleinseenplatte besteht aus einer atemberaubenden Naturlandschaft mit 300 Seen, die durch Stichkanäle miteinander verbunden sind. Hier kann man sich je nach Lust, Laune und nach Anzahl der Urlaubstage seine Route aus­suchen. Überall liegt man gut geschützt vor Anker.
Die Seenplatte bietet aber auch zahlreiche Häfen und Stege, an ­denen sich Übernachtungsmöglichkeiten in unmittelbarer Umgebung präsentieren.

F Yachthafen Priepert

Sehr schöne, familiär geführte Anlage (MB360) mit insgesamt 150 Liegeplätzen. Die Marina befindet sich am Ellbogensee direkt an der Durchfahrt zum Großen Priepertsee, am linken Ufer der OHW bei km 72,450.
Der Hafen mit Gastliegeplätzen an den Auslegern verfügt über die wichtigsten Serviceeinrichtungen wie Winterlager, Trocken​liegeplätze oder Travellift bis zu 20 t.

G Marina Wolfsbruch

Am Hüttenkanal liegt die für das ­Revier große Marina Wolfsbruch (MB215). Der sehr beliebte Anleger verfügt über ein reichhaltiges Serviceangebot, wie beispielsweise eine Boots­tankstelle. Direkt am Hafen gibt es eine Pizzeria sowie eine bei Wassersportlern bekannte und gern besuchte urige Hafenkneipe.

H Rheinsberg

Nachdem die Kleinseenplatte verlassen wird, gelangt man über die MHW und den Rheinsberger See an den Zielort des Törns: Rheinsberg. Der Weg dorthin ist schleusenfrei. Diese Etappe über Tietzowsee, Jagowkanal, Schlabornsee und weiter über den Repenter Kanal in den Großen Rheinsberger See kann deshalb zügiger durchfahren werden als andererorts üblich. Über einen Stichkanal gelangt man zum Grienericksee. Am Ostufer des Sees befindet sich der Yachthafen (MB213). Die moderne Marina besticht durch ihre gute Lage und eine hervorragende Infrastruktur.
Für den Landgang bietet sich vor allem der Besuch des Rheinsberger Schlosses an, welches als erstes Bauwerk des Friderizianischen Rokokos gilt. Ein Baustil, der nach Friedrich dem II. (der Alte Fritz) benannt wurde. Im Schloss befindet sich das Literaturmuseum Kurt Tucholsky, dessen Werk ›Rheinsberg: Ein Bilderbuch für Verliebte‹ die Stadt über die Grenzen hinaus bekannt machte.
Auch Theodor Fontane war auf seinen ›Wanderungen durch die Mark Brandenburg‹ von Rheinsberg mehr als begeistert. Diese Begeisterung ist nachvollziehbar, wenn man die vielen hübsch restaurierten Häuser aus dem 18. Jahrhundert sieht.
Daneben bietet Rheinsberg eine große Auswahl an Restaurants, Bars, Cafés und Geschäften. Man sollte sich etwas Zeit nehmen, um die Stadt zu besichtigen, bevor die Rückreise zum Müritzsee wieder angetreten wird.

Text: Stephan Boden

Törn-Planung

Ein gelungener Bootsurlaub schafft Zeit zum Genießen und entschleunigt.

Fahr- und Liegezeiten – Viele Gewässer und Wasserstraßen Nord­brandenburgs und der Mecklenburgischen Seenplatte sind Charterreviere. Diese können mit Hausbooten, Motoryachten und Watercampern auch ohne Sportbootführerschein befahren werden. Wassertouristische Informationen dazu verzeichnet die Internetseite www.das-blaue-paradies.de.
Charterer, Hausbootfahrer und Bootsurlauber auf eigenem Kiel sollten entschleunigen und genügend Zeit mitbringen. Bei drei bis fünf Stunden Fahrzeit können etwa 50 km zurückgelegt, ein bis zwei Landgänge absolviert und in einer idyllischen Bucht noch ein Badestopp eingelegt werden. Zur reinen Fahrzeit kommt noch das Schleusen – und schon ist der Tag auf dem Wasser gut gefüllt.
Auf der Müritz-Havel-Wasserstraße und der Oberen Havel-Wasserstraße kommt es in der Vor- und Nachsaison außerdem zu Pausen im Schleusenbetrieb, ansonsten können an fast allen Schleusen stets Wartezeiten anfallen.
Im Hafen des Etappenziels sollte bis zum Spätnachmittag festgemacht werden, danach kann es in der Saison schnell eng werden. Manche Häfen erheben eine Kurzliegegebühr bei Landgängen, andere verzichten generell darauf.
Die Wassertiefen sind an der Müritz oft recht gering, dieser Umstand beschert bei Starkwind eine unangenehm kurze und steile Welle mit Höhen von über einem Meter.

wie, wo, was: Notrufnummern und Adressen, die Ihren Törn im Revier erleichtern.

Service und Information:
Notrufnummer 112

ADAC Notrufzentrale München
Tel. +49 89 22 22 22

Wasserschutzpolizei
Plau Tel. +49 387 35 13 87 90,
Dömitz Tel. +49 387 582 21 64,
Waren/Müritz Tel. +49 39 91 747 30,
Schwerin Tel. +49 385 55 57 60

Wasserschifffahrtsämter
www.wsa.de

Schleusen, Brücken, Wasserstände, Verkehrsinformationen und polizeiliche Anordnungen unter elwis.de

Wetterberichte

In Marinas und Hafenämtern hängen meist Wetterprognosen aus.

Deutscher Wetterdienst,
www.dwd.de/seewetter

Wind-, Wellenvorhersagen,
www.windfinder.de

Yachtcharter und Hausboot mieten:

Der ADAC Partner CharterCheck hilft mit einem Vergleichs- und Buchungsportal bei der Suche nach einer Yacht oder einem Hausboot, das auch ohne Führerschein gefahren werden kann.

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