Mecklenburgische Seenplatte

Idyllische Seen und Wasserstraßen

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Im größten zusammenhängenden Binnenrevier Europas erschließen zahlreiche Seen und Wasserstraßen unberührte Landschaften zwischen Elbe, Havel und Oder.

Traumhafte Törns auf idyllischen Seen und Entdeckungen auf Wasserwanderungen durch die Mark Brandenburg mit der Yacht oder dem Hausboot. Vielfalt ist Trumpf in diesen Binnenrevieren.
Entlang der wenig befahrenen Elde geht es meist beschaulich durch Mecklenburgs Kornkammer. Wenig Verkehr, beschauliche Häfen, reizvolle alte Ackerbürgerstädte und Schlösser bestimmen das Bild. Zuvorderst sei das Schweriner Schloss auf seiner kleinen Insel im gleichnamigen See genannt.
Auf den Mecklenburgischen Oberseen zwischen der kleinen Fachwerkstadt Plau am See mit seiner blauen Hubbrücke und Rechlin in der Kleinen Müritz ist mehr los. An der Müritz empfehlen sich Landgänge in Waren, Röbel und Ausflüge in den Nationalpark.

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Wichtig!

Die Verbindung zwischen Berlin und der Mecklenburgischen Seenplatte bleibt weiterhin unpassierbar. Laut Pressemeldung vom WSA Eberswalde vom 20.08.2019 wird die Schleuse Zaaren erst im November 2019 für ca. vier Wochen für einen ersten Probebetrieb geöffnet. Die täglichen Öffnungszeiten werden noch bekannt gegeben.

Die endgültige Verkehrsfreigabe soll im April 2020 sein.

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Kleinseenplatte

Tausend Seen sind über die Havel und die Müritz-Havel-Wasserstraße miteinander verbunden. Gastliegeplätze und Häfen ermöglichen Stadtspaziergänge in Fürstenberg, Rheinsberg oder Mirow. Ruhiger ist es auf Nebengewässern der Woblitz oder dem Zechliner See.
Die Region um die Obere Havel erstreckt sich von Fürstenberg bis Liebenwalde. Der Fluss fließt in Brandenburg vorbei an ursprünglicher Natur und kulturellem Erbe. Darunter sind technische Denkmäler wie der Ziegeleipark Mildenberg in der Tonstichseenlandschaft nahe Zehdenick. Nicht zu­letzt gelangt man über die Ruppiner Gewässer in die Geburtsstadt Theodor Fontanes, Neuruppin.

ADAC Stützpunkte von Schwerin bis Eberswalde

Zwischen Elde, Müritz und Rheinsberger Seen warten fünf Marinas auf ADAC Skipper.

ADAC Stützpunkte – bieten Clubmitgliedern und Inhabern des Internationalen Bootsscheins vom ADAC (IBS) Vorteile. Diese Marinas sind an der Flagge der ADAC Sportschifffahrt und am Stützpunktschild zu erkennen.

Kurz vor der Mündung der Elde-Müritz-Wasserstraße in die Müritz liegt die Marina Eldenburg zwischen Kölpinsee und Binnenmüritz. Modern ausgerüstete Gastliegeplätze gibt es auf Anfrage. Die Marina bietet u.a. Reparaturservice, einen Bootsshop und ein Res­taurant.
Der nächste ADAC Stützpunkt ist die WSC-Marina am Westufer der Müritz in der Bucht vor Röbel. 95 Liegeplätze finden sich an T-förmigen Schwimmstegen mit seitlichen Auslegern. Hinzu kommt eine Wassertankstelle am Steg.
Die Marina Müritz in Rechlin am Südostufer der Müritz gehört zum Verbund der Rundtörn Marinas. Die Ausstattung umfasst Landstromversorgung, Wasser am Steg, W-Lan, gepflegte Sanitäranlagen, eine Bootstankstelle, einen 90-t-Travellift und eine Abwasser­entsorgungsanlage.
Am Granzower Möschen, einem kleinen See, liegt die Minimarina Ferienpark Mirow nahe Granzow. Ein komfortabler Logenplatz in der Natur, von dem aus sich großartige Sonnenuntergänge erleben lassen. Der Steg ist auf hölzernen, fest eingerammten Dalben angebracht und mit Strom- und Wasseranschlüssen ausgestattet, W-Lan ist vorhanden.
Die Marina Wolfsbruch in Kleinzerlang/Rheinsberg ist der ideale Ausgangspunkt zur Erkundung der Rheinsberger und Uckermärki­schen Seen. Sie besitzt eine Boots­tankstelle, eine Versorgungsanlage, Kran und Slipanlage sowie 150 Liegeplätze. Auf einer Insel stehen Ferienhäuser mit eigenem Anlegesteg zur Anmietung bereit.

Wasserstraßen, Kanäle und Seen sind traumhafte Reviere für Ferien auf dem Hausboot, der eigenen Motoryacht oder Charterboot.

Durch die vier Reviere der Region – Elde, Mecklenburgische Oberseen, Kleinseenplatte und Obere Havel –führen folgende Wasserstra­ßen, die teils führerscheinfrei mit Charterschein zu befahren sind:

  • Müritz-Elde-Wasserstraße (MEW)
  • Stör-Wasserstraße (StW) mit Schweriner See
  • Müritz-Havel-Wasserstraße (MHW) mit Nebengewässern
  • Obere Havel-Wasserstraße (OHW) stromauf ab Schleuse Liebenwalde
  • Ruppiner Gewässer (RuG) zwischen den Schleusen Alt-Friesack und Lindow
  • Werbelliner Gewässer (WbG)

Törns

Eine Woche dauert der abwechslungsreiche Elde-Oberseen-Törn von Schwerin zum Hafendorf Müritz (144 km/8 Schleusen). 3-4 Tage sollten sich Skipper und Hausbootfahrer auf der landschaftlich schönen Strecke von Neustrelitz nach Fürstenberg (34 km/4 Schleusen) auf der Oberen Havel-Wasserstraße Zeit nehmen. In 3 Tagen kann der Törn vom Hafendorf Müritz nach Rheinsberg und zurück absolviert werden (89 km/8 Schleu­sen).

Große Rundtour

Nicht führerscheinfrei, aber lohnend für Skipper mit Patent ist die ›Große Rundtour‹ durch Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Berlin. Diese folgt bei Oranienburg dem Oder-Havel-Kanal nach Berlin zu den Potsdamer und Brandenburger Havelseen zur Unteren-Havel-Wasserstraße und von dort in die Elbe. Wegen der Strömung der Elbe sollte diese Rundtour am besten im Uhrzeigersinn absolviert werden.

Auf einigen Gewässern gilt ein Nachtfahrverbot zwischen 22 und 5 Uhr, auch ist Segeln auf vielen Kanälen verboten. Die erlaubten Geschwindigkeiten liegen zwischen 5 und 25 km/h. Da das Tankstellennetz nicht flächendeckend ist, sollte stets auf ausreichende Treibstoffvorräte geachtet werden.

Stör-Wasserstraße mit Schweriner See (StW)

Der Schweriner See und die Stör-Wasserstraße mit ihrem Kanal sind ein Nebenarm der Müritz-Elde-Wasserstraße. Der Schweriner See präsentiert in prominenter Insel­lage mit dem Schloss den Regierungssitz Mecklenburg-Vorpommerns am Wasser. Außen- und Innensee dürfen nur in der bezeichneten Fahrrinne durchfahren werden. Südlich von Schwerin beginnt an der Schleuse Banzkow bei km 10,9 die schnurgerade Stör-Wasserstraße. Deren Ufer säumen Naturschutzgebiete, in denen Rehe und Eisvögel zu beobachten sind. Am Elde-Dreieck bei km 56 schließt die Hauptstrecke der Müritz-Elde-Wasserstraße an.

Müritz-Elde-Wasserstraße (MEW)

Die Müritz-Elde-Wasserstraße (MEW) ist 180 km lang. Sie beginnt mit km 0 bei Dömitz an der Elbe und endet bei km 180 in Buchholz am Müritzsee. Allein zwischen Elbe und der Müritz sorgen 18 Schleusen für die Schiffbarkeit. Auf der MEW gilt bei einer Wasserspiegelbreite von weniger als 40 m ein ab­solutes Liegeverbot. Auf den großen Seen ist nur für das ausgetonnte Fahrwasser eine Tiefe von 1,40 m gewährleistet. Mindertiefen außerhalb der Strecken sind nicht gekennzeichnet.

Die ersten 120 km schlängelt sich die MEW im kanalisierten Flussbett der Elde bis Plau an den Mecklenburgischen Oberseen. Natur pur erleben Skipper auf dem weitgehend naturbelassenen Gewässer durch romantische Flussauen. In Dömitz erwarten den Skipper an Land die Festung aus dem 16. Jh. und im Ortsteil Klein Schmöllen eine der größten Binnenwanderdünen Euro­pas. Heide prägt hier das Landschaftsbild, wo­hingegen im weiteren Verlauf der Wasserstraße grüne Wiesen und Weiden die Ufer säumen. Man passiert Schleusen, einige davon mit Selbstbedienung, und kleine Anleger in ebenso ­kleinen Orten. Die Hubbrücke in Grabow bei km 30,8 besitzt eine Durchfahrtshöhe von 3,10 m.

Mecklenburgische Oberseen

Elde-Städte wie Grabow, Parchim und Lübz zeigen mittelalterliche Fachwerk- und Backsteinarchitektur. Beschaulich ist die Fachwerkstadt Plau am See mit der denkmalgeschützten Hubbrücke. Sie hat ca. 2 m Durchfahrtshöhe und ist mit einer Wechselsprechanlage ausgerüstet. An der Plauer Schleuse verlässt die MEW die Elde und erreicht mit dem Plauer See die Mecklenburgischen Oberseen. Weiter geht es über den Petersdorfer See zur Inselstadt Malchow. Dort wird die Drehbrücke nur zur vollen Stunde (in der Saison von 9-20 Uhr) für Boote mit mehr als 2,25 m Höhe geöffnet. In der Wartezeit kann das Kloster mit Orgelmuseum besichtigt oder eine Rast in einem der Restaurants mit See- und Hafenblick eingelegt werden.

Danach führt die MEW durch den Flee­sen- und den Kölpinsee. ­Anlegen kann man im ADAC Stützpunkt Marina Eldenburg (Nr.22) am Reeck­kanal, ehe in der Binnenmüritz Waren (km 150) erreicht wird.

Müritz

Die 112,6 km2 große Müritz weitet sich nach Süden und erreicht an ihrer breitesten Stelle stolze 12 km. Für Segler ist sie ein paradiesisches Revier, selbst wenn sich bei starkem Wind bisweilen eine unruhige, raue See aufbauen kann.

Hausbootfahrer, die mit Charterschein unterwegs sind, müssen auf der Müritz strenge Regeln beachten. Ein Großteil des Ostufers gehört zum Müritz-Nationalpark – hier ist z.B. entsprechend Abstand zum Ufer zu halten. Häfen befinden sich in großer Zahl am Westufer, darunter der ADAC Stützpunkt WSC Röbel (Nr. 28). Wer Röbel anlaufen will hält sich ab km 155 nach Steuerbord. Am Südende der Müritz wartet der ADAC Stützpunkt Marina Mü­ritz (Nr. 24) auf Skipper und an der Kleinen Müritz Häfen in Rechlin. Vor Vipperow zweigt der Müritzarm Backbord über die Müritz-Havel-Wasserstraße nach Mirow ab. Steuerbord geht es in den Müritzsee, wo die Müritz-Elde-Wasserstraße bei km 180 vor Buchholz endet.

Müritz-Havel-Wasserstraße (MHW)

Die 32 km lange Müritz-Havel-Wasserstraße (MHW) schlängelt sich von der Müritz durch kleine und große Seen sowie vier Schleusen. Sie führt zur Strelitzer Seenplatte.

Nach der Müritz passiert die Müritz-Havel-Wasserstraße Mirow mit der Schlossinsel samt gotischer Johanniterkirche. Nördlich des Mirower Sees liegt am Granzower Möschen der ADAC-Stützpunkt Minimarina Ferienpark Mirow. Die MHW verlässt bei km 22 den Mirow See und durchläuft danach Zotzensee, Mössen-, Vilz-, Labussee und Canower See. Im wei­teren Verlauf gehen am kleinen Pälitzsee bei Kleinzerlang in südwestlicher Richtung die Fluss-/Kanalstrecken über Hütten-, Jagow- und Schlabornkanal zu den Rheinsberger Gewässern ab. In östlicher Richtung ist über Fürstenberg und die Seenkette am Havel­oberlauf die Obere Havel-Wasserstraße zu erreichen.

Rheinsberger Gewässer (RbG)

In diesem weitgefächerten und schönen Seengebiet lohnen Landgänge. In Rheinsberg empfiehlt sich ein Bummel durch Stadt und Schlosspark auf Spuren Friedrichs II. In der einstigen preußischen Nebenresidenz verbrachte der Kronprinz von 1736–40 die Zeit vor seiner Thronbesteigung. Hinter der Schleuse Wolfsbruch erreicht man den ADAC Stützpunkt Marina Wolfsbruch (Nr. 40). Noch vor dem Rheinsberger See schließen Steuerbord die 9 km langen, reizvollen Zechliner Gewässer an.

Obere Havel-Wasserstraße (OHW)

Die Obere Havel-Wasserstraße (OHW) verbindet Brandenburger Ge­wässer mit der Mecklenburgischen Seenplatte. Als eine der schönsten Wasserstraßen Europas durchfließt sie eine eiszeitlich geformte Fluss- und Seenlandschaft, in der Kranich, Eisvogel und Fischadler zuhause sind. Viele der 320 Seen entlang der Wasserstraßen sind durch den Müritz-Nationalpark ­geschützt. Daher ist das Befahren einiger Seen mit Sportbooten nicht gestattet. Die OHW beginnt bei Liebenwalde und ist über den 3 km langen Malzer Kanal (MzK) mit der Havel-Oder-Wasserstraße (HOW) verbunden. Endpunkt ist nach 94 km der Zierker See bei Neustrelitz.

Nebengewässer

An der OHW reihen sich zahlreiche Gewässer auf: die Wentower Gewässer (Länge 11 km) bei km 25 in Marienthal, die Templiner Gewässer (TIG; Länge 22 km) bei km 32,3 und die Lychener Gewässer (LyG; Länge 9 km) bei km 55 in Himmelpfort am Stolpsee. Bis zum Stolpsee vor Fürstenberg verläuft die OHW in einem schmalen Fluss- bzw. Kanalbett und passiert einige Schleusen. Danach öffnen sich viele Seen: in Fürstenberg der Schwedt-, der Baalen- und Röblinsee, dahinter Ziern- und Ellbogensee. Vor Strasen führt die Müritz-Havel-Wasserstraße nach Westen.

Richtung Neustrelitz geht es durch den Großen Priepertsee, den westlichen Wangnitzsee, den Finow- und Woblitzsee. Hier fließt die Havel zum Großen Labussee, während die Hauptstrecke dem Kammerkanal nach Neustrelitz am Zierker See folgt. Schmale Fluss- und Kanal­abschnitte verbinden diese Seen. Anlege- und Versorgungsmöglichkeiten gibt es an den großen Seen in Fürstenberg, Wesenberg und Neustrelitz, an Nebenstrecken in Lychen und Templin.

Havel-Oder-Wasserstraße mit Finowkanal

Die Havel-Oder-Wasserstraße (HOW) ist die 134,9 km lange Verbindung von Berlin zur Oder. Die führerscheinpflichtige Hauptstrecke ist der von der Berufsschifffahrt stark frequentierte Oder-Havel-Kanal. Auf der HOW gelangt man von Berlin zur Oder und kann in nur zwei Tagen die Ostsee erreichen. Die Wassertiefen betragen bis zu 2,3 m. Die geringste Brückendurchfahrtshöhe ist 4,0 m. Auf der Hauptstrecke der HOW zwischen Marienwerder km 54 und dem Schiffshebewerk Niederfinow km 78 gilt für die Berufsschifffahrt wegen der geringen Kanalbreite eine Einbahnregelung. Sportboote sind davon ausgenommen, dürfen aber nicht überholen und müssen bei Gegenverkehr ans rechte Ufer heranfahren. Das Verkehrsaufkommen der Berufsschifffahrt bestimmt die Schleusenzeiten. Die Sportschifffahrt muss Wartezeiten in Kauf nehmen. An der Hauptstrecke von Berlin zur Oder liegen Schleusenanlagen in Spandau, Lehnitz, die Schiffshebewerkanlage Nieder­finow und zwei Schleusen in Hohensaaten.

In Oranienburg zweigen der Oranienburger Kanal (OrK) bei km 21 und die Flussstrecke der Oranienburger Havel (OHv) bei km 25 zum Ruppiner Kanal ab. Vor der Schleuse Lehnitz bei km 28,6 wird der Lehnitzsee mit guten Ankermöglichkeiten außerhalb der Fahrrinne erreicht. Bei km 29,2, 35,5 und 37,0 gibt es Liegeplätze, jedoch ohne Service. Vor der Einmündung des Malzer Kanals (MzK) bei km 40,5 existiert ein Warteplatz für die Berufsschifffahrt. Sportboote dürfen hier an wartenden Schiffen vorbeifahren. Bei Gegenverkehr muss langsam und rechts gefahren werden. Ankern und Festmachen ist verboten.

Auf der Hauptstrecke der Havel-Oder-Wasserstraße befindet sich bei km 54,9 in Marien­werder eine gut ausgestattete Marina nahe dem Abzweig in den Werbellin­kanal (WbK). Bei km 78 der HOW erwartet den Skipper das 1927-34 aus 13 800 t Stahl gebaute Schiffshebewerk Niederfinow, das einen Höhenunterschied von 36 m ausgleicht. Kurz darauf mün­det der Finowkanal (FiK) in die HOW. Bei Hohensaaten bedient die Westschleuse die der ­Alten Oder folgende Hauptstrecke, die bei km 134,9 nahe Friedrichsthal in die Oder mündet. Die Ostschleuse hingegen führt zum kurzen ›Verbindungskanal Ost‹ (VKH ) in die Oder.

Finowkanal und Langer Trödel

Der Finowkanal steht unter
Denkmalschutz und verläuft als Nebenstrecke parallel zum Oder-Havel-Kanal zwischen Zerpenschleuse und Lieper Schleuse. Auf dem Finowkanal bleiben Freizeitkapitäne beim Durchfahren der 12 Schleusen unter sich. Anlagen aus 250 Jahren Industriegeschichte wechseln sich ab mit idyllisch-natürlichen Uferabschnitten. Seit Sommer 2016 ist das ›Langer Trödel‹ genannte Kanalstück zwischen Liebenwalde und Zerpenschleuse für die Sportschifffahrt wieder geöffnet. Es schafft für Charterer die Verbindung von Mecklenburger und Rheinsberger Gewässern (RbG) und der Oberen Havel-Wasserstraße (OHW) zur Havel-Oder-Wasserstraße (HOW) und dem Finowkanal. Zu den Werbelliner Gewässern (WbG) kreuzt man bei km 50 die HOW und zweigt im Finowkanal bei km 59 in den Werbellinkanal ab. Der Finowkanal selbst führt über Eberswalde bis zu seiner Mündung in die HOW bei Liepe.

Ruppiner Gewässer (RuG)

Von Oranienburg auf der HOW kommend zweigen der Oranienburger Kanal (km 21) und die Flussstrecke der Oranienburger Havel (km 25) in den Ruppiner Kanal ab, der Havel und Ruppiner See verbindet. Die Ruppiner Gewässer um Neuruppin sind im Gegensatz zu den großen Charterrevieren an den Oberseen noch für ruhesuchende Skipper geeignet. Ruhig schlängelt sich der Rhin durch die Landschaft der Ruppiner Schweiz zwischen Lindow und der Fontanestadt Neuruppin.

Schöne Landschaften und viel Kultur für entspannte und erlebnisreiche Törns bieten Elde, Müritz sowie Mecklenburgische Großseen- und Kleinseenplatte.

Im Gebiet liegen die Häfen der Reviere Schweriner See, die Müritz-Elde-Wasserstraße (MEW) mit
Stör-Wasserstraße (StW), die Mecklenburgischen Großseen und die Mecklenburgische Kleinseenplatte. Die Elde ist vielen weitgehend unbekannt. In ihrem ursprünglichen Bett aber zwischen Dömitz und Parchim ist sie ein ideales Gewässer für Flusswanderungen. Den Törn durch naturbelassene Flussauen lockern die Landgänge in Kleinstädten auf.
Ein Abstecher in die zwischen sieben Seen gelegene Landeshauptstadt Schwerin über die Stör-Wasserstraße bietet viel Kultur. Die quirlige Altstadt, das Theater und viele Galerien stehen im Kontrast zum verträumten Elde-Flusswandern. Norddeutsche Backsteingotik und alle Ruhe der Provinz lassen sich am besten beim Landgang in Parchim erleben.
Die Müritz ist Deutschlands größter Binnensee und ähnelt einem kleinen Meer. Sie ist das Herz der Mecklenburgischen Großseen, zu denen der Plauer See, Fleesensee und der Kölpinsee zählen. Diese reihen sich wie Perlen an der Müritz-Elde-Wasserstraße auf. Bis ans Ostufer der Müritz reicht der Müritz-Nationalpark, der u.a. Fisch-, Seeadlern und Kranichen ein Refugium bietet.
Auf der Kleinseenplatte um Mirow, Rheinsberg und Fürstenberg erstrecken sich Seen am Haveloberlauf und an der Müritz-Havel-Wasserstraße (MHW) mit kleinen ruhigen Ankerbuchten, schönen Gasthäfen und beschaulichen Kleinresidenzen. Zwischen diesen ist aber ein wahrer Schleusenmarathon zu bewältigen.

Kleine Häfen und große Marinas erschließen das attraktive Revier in Nordbrandenburg, in der Uckermark und im Ruppiner Land.

Im Norden des Märkischen Reviers finden sich Marinas am Templiner See. Hier mäandert die Obere Havel noch wild durch Wiesen und Wälder, darf sie doch bis Zehdenick noch in ihrem eigenen Bett fließen. Im weiteren Verlauf ist die Havel wasserbaulich zur Schifffahrtsstraße ausgebaut, ehe sie im Süden vollends im Oder-Havel-­Kanal (OHK) aufgeht.
Südlich Prenzlau zeigt sich eine weitgehend unberührte Naturlandschaft bei den idyllischen Uckermärkischen Seen nahe dem Biosphärenreservat Schorfheide. Nordwärts fließt die Uecker dem Stettiner Haff zu.
Industriekultur und eine schöne Landschaft prägen die Reviere am Werbellinsee und am Finowkanal (FiK), Deutschlands älteste intakte Wasserstraße und technisches ­Kulturdenkmal. Auf dem Langen Trödel, der Verlängerung des Finowkanals zwischen Zerpenschleuse und Liebenwalde, kreuzt kein Berufsverkehr den Kurs. Hier sind Sportschiffer mit eigenem Boot und Charterer unter sich.
Die Ruppiner Gewässer (RuG) um Neuruppin, ebenfalls fernab großer Wasserstraßen und abseits der Berufsschifffahrt, laden ebenfalls zu entschleunigtem Cruisen ein.

Törn-Planung

Ein gelungener Bootsurlaub schafft Zeit zum Genießen und entschleunigt.

Fahr- und Liegezeiten – Viele Gewässer und Wasserstraßen Nord­brandenburgs und der Mecklenburgischen Seenplatte sind Charterreviere. Diese können mit Hausbooten, Motoryachten und Watercampern auch ohne Sportbootführerschein befahren werden. Wassertouristische Informationen dazu verzeichnet die Internetseite www.das-blaue-paradies.de.
Charterer, Hausbootfahrer und Bootsurlauber auf eigenem Kiel sollten entschleunigen und genügend Zeit mitbringen. Bei drei bis fünf Stunden Fahrzeit können etwa 50 km zurückgelegt, ein bis zwei Landgänge absolviert und in einer idyllischen Bucht noch ein Badestopp eingelegt werden. Zur reinen Fahrzeit kommt noch das Schleusen – und schon ist der Tag auf dem Wasser gut gefüllt.
Auf der Müritz-Havel-Wasserstraße und der Oberen Havel-Wasserstraße kommt es in der Vor- und Nachsaison außerdem zu Pausen im Schleusenbetrieb, ansonsten können an fast allen Schleusen stets Wartezeiten anfallen.
Im Hafen des Etappenziels sollte bis zum Spätnachmittag festgemacht werden, danach kann es in der Saison schnell eng werden. Manche Häfen erheben eine Kurzliegegebühr bei Landgängen, andere verzichten generell darauf.
Die Wassertiefen sind an der Müritz oft recht gering, dieser Umstand beschert bei Starkwind eine unangenehm kurze und steile Welle mit Höhen von über einem Meter.

wie, wo, was: Notrufnummern und Adressen, die Ihren Törn im Revier erleichtern.

Service und Information:
Notrufnummer 112

ADAC Notrufzentrale München
Tel. +49 89 22 22 22

Wasserschutzpolizei
Plau Tel. +49 387 35 13 87 90,
Dömitz Tel. +49 387 582 21 64,
Waren/Müritz Tel. +49 39 91 747 30,
Schwerin Tel. +49 385 55 57 60

Wasserschifffahrtsämter
www.wsa.de

Schleusen, Brücken, Wasserstände, Verkehrsinformationen und polizeiliche Anordnungen unter elwis.de

Wetterberichte

In Marinas und Hafenämtern hängen meist Wetterprognosen aus.

Deutscher Wetterdienst,
www.dwd.de/seewetter

Wind-, Wellenvorhersagen,
www.windfinder.de

Yachtcharter und Hausboot mieten:

Der ADAC Partner CharterCheck hilft mit einem Vergleichs- und Buchungsportal bei der Suche nach einer Yacht oder einem Hausboot, das auch ohne Führerschein gefahren werden kann.

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