Sicherheit an Bord – Rettungshelfer

Allgemein

Die Zeiten, in denen Christoph Kolumbus und James Cook monatelang auf den Weltmeeren unterwegs waren ohne Kontakt zur Heimat und ohne Aussicht auf Hilfe in Notfällen sind glücklicherweise lang vorbei. Moderne Elektronik hilft Wassersportlern und Berufsschifffahrt, die Kommunikation weltweit aufrecht zu erhalten. Dabei stehen verschiedene Systeme zur Auswahl.

EPIRBs

EPIRBs (für Emergency Position Indicating Radio Beacon) sind eine effektive Art,  SAR-Rettungsstellen zu alarmieren. Zu diesem Zweck bestimmt eine EPIRB-Boje nach der Alarm-Auslösung zunächst die eigene Position und sendet dann einen Notruf über einen oder mehrere Satelliten (Frequenz 406 MHz) oder auch nur Küstenfunkstellen aus. Vollautomatisch werden Datensätze übermittelt, in denen die Fahrzeugkennung, die letzte aktuelle Position mit Uhrzeit sowie die Bewegungsrichtung und Geschwindigkeit enthalten sind.

SART

Es wird zwischen zwei SART-Systemen unterschieden:

  • Radar-SART
    Der „SEARCH AND RESCUE TRANSPONDER“ sendet, nachdem er aktiviert wurde, Funksignale aus, sobald er durch den Radarstrahl eines Schiffes erfasst wurde. Per Radarschirm erleichtern diese Signale die Zielfahrt
  • AIS-SART
    Der „SEARCH AND RESCUE TRANSPONDER“ an Personen oder Rettungsinseln sendet, nachdem er aktiviert wurde, ein eindeutiges AIS-Notsignal aus, welches als AIS-SART auf den AIS-Empfängern dargestellt werden kann.

Autonome Notsender

Auf dem Markt gibt es lizenzfreie MOB-Systeme, die völlig unabhängig von anderen Technologien und SAR arbeiten. Ein GPS-gestützter Sender an Rettungsweste kommuniziert mit Empfänger an Bord und alarmiert die Crew mit Positionsangabe.

MOB-System für Binnenseen

So manchem Skipper erscheint auf Süßwasserseen ein Mensch-über-Bord-System übertrieben: „Zur Not schwimme ich ans Ufer“, wird lapidar die Gefahr verharmlost. Da aber gerade in der Alpenregion das Wetter gefährlich schnell umschlagen kann, hätten andere wiederum so ein lebensrettendes System sehr gerne an Bord. Haben sie aber nicht, weil alle MOB-Systeme nur für Küste und Meer oder im Süßwasser nur sehr eingeschränkt zugelassen sind.

Autarkes Rettungssystem
Alle MOB-Systeme? Nein, seit drei Jahren gibt es ein Mensch-über-Bord-System, das für alle Gewässer erlaubt ist, also auch für Binnengewässer. Es benötigt weder Unterstützung von externer Hilfe wie z.B. der SAR oder Wasserschutzpolizei noch von anderen Technologien (z.B. wie AIS, GMDSS, VHF etc.) und kann problemlos auf jedem Bootstyp eingesetzt werden, sogar auf Schlauchbooten. Deshalb führt es der FSR, der Fachverband für Seenotrettungsmittel, in seiner Broschüre unter der Kategorie „Autarkes Rettungssystem“.
Es handelt sich um das Man-Over-Board-Operating-System MOBOS. Das besteht aus einem Empfänger an Bord und den Sendern, die an der Weste oder Kleidung befestigt werden. Im Notfall MOB geht der Alarm sofort an den Empfänger, von wo aus nun die Rettung direkt eingeleitet wird. Die Funkfrequenz die das System nutzt, ist lizenz- und gebührenfrei.

Help Yourself
„Help Yourself“ lautet die Philosophie. Denn das eigene Boot, von dem aus der MOB ins Wasser gefallen ist, befindet sich in über 95% aller Notfälle dem Verunglückten am nächsten. Von hier aus geht die Rettung am schnellsten – wenn man weiß, wo der MOB ist …

Hier greift MOBOS: Unmittelbar nach dem Aktivieren schickt der Sender einen ersten Alarm, womit die Crew sofort über den Notfall informiert ist. Kurze Zeit später sendet er seine GPS-Position, die nun in einer leicht verständlichen Grafik auf dem Bildschirm des Empfängers angezeigt wird. Jetzt weiß der Skipper genau, wo sein MOB im Wasser liegt, auch wenn er den nicht sieht, und er braucht nur noch hinzufahren.

Drei Jahre jung, 14 Jahre Erfahrung
Das System wird in Deutschland von der Firma Seareq hergestellt, die bereits 2004 ein ähnliches System entwickelt hat, um Taucher zu orten und zu retten, wenn die von einer Strömung abgetrieben wurden. Dank der direkten Notrufübertragung an das eigene Boot, konnten alle Rettungen binnen weniger Minuten eingeleitet werden.

Erhöhung der Sicherheit
Das System ist ein Gewinn für alle Binnenskipper, denen bisher keine elektronischen MOB-Systeme zur Verfügung standen. Die Einsätze sind vielfältig, auch für Vereine, wo es speziell beim Kinder- und Behindertensegeln die Sicherheit immens erhöht.

Seefunk

Der Klassiker – Per Digital Selective Call (DSC) wird per Knopfdruck vom Funkgerät ein Notruf samt Schiffs-Identifikationsnummer (MMSI) sowie Position ausgesandt. Funkgeräte müssen zugelassen werden, der Erwerb eines Funkbetriebszeugnisses (SRC) ist notwendig.

Wissenswertes

Vor Antritt des Törns sollten sich alle Crew-Mitglieder mit dem an Bord vorhandenen System vertraut machen und nach Bedienungsanleitung Funktionstests durchführen. Um Hilfe beim
Seefunk-Notverkehr zu geben, hat der Fachverband Seenot-Rettungsmittel einen Info-Flyer erstellt, auf dem alle wichtigen Formulierungen vermerkt sind. Der Flyer ist wasserfest laminiert und sollte für Notfälle gut sichtbar am Funkgerät bereitliegen. Interessierte können sich so einen Flyer kostenlos zuschicken lassen. Eine kurze Mail mit den Adressdaten an info@fsr.de.com genügt.

Weitere Infos zu Seenot-Rettungsmitteln gibt es auf der Seite des Fachverbands  fsr.de.com 

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