Kanaren

Kanaren

Die Kanarischen Inseln gehören zu Spanien und liegen im Atlantik vor der nordwestafrikanischen Küste. Das Archipel umfasst unter anderem Teneriffa, Gran Canaria, Lanzarote, Fuerteventura, La Palma, La Gomera und El Hierro. Die Inselgruppe gilt als anspruchsvolles, aber äußerst abwechslungsreiches Hochsee- und Passatrevier mit ganzjähriger Segelsaison.

Das Klima ist subtropisch mit vergleichsweise geringen Temperaturschwankungen. Die Inseln werden stark von den Nordostpassaten beeinflusst. Zwischen den Inseln entstehen durch Düsenwirkungen und Fallböen teils erhebliche Windverstärkungen. Besonders zwischen Teneriffa und Gran Canaria sowie südlich von Lanzarote und Fuerteventura sind kräftige Beschleunigungszonen bekannt.

Die Kanaren eignen sich sowohl für erfahrene Fahrtensegler als auch für Hochseeeinsteiger mit solider Seepraxis. Aufgrund der offenen Atlantiklage, teils kräftiger Dünung und anspruchsvoller Windverhältnisse sollten Wetterentwicklung und Törnplanung sorgfältig beachtet werden.

Marinas in diesem Revier

Marina
Bojenfeld
Ankerplatz
Ankerplatz

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Wissenswertes

Allgemeines zu den Kanarischen Inseln

Die Kanarischen Inseln gehören zu Spanien und liegen im Atlantik vor der nordwestafrikanischen Küste. Das Archipel umfasst unter anderem Teneriffa, Gran Canaria, Lanzarote, Fuerteventura, La Palma, La Gomera und El Hierro. Die Inselgruppe gilt als anspruchsvolles, aber äußerst abwechslungsreiches Hochsee- und Passatrevier mit ganzjähriger Segelsaison.

Das Klima ist subtropisch mit vergleichsweise geringen Temperaturschwankungen. Die Inseln werden stark von den Nordostpassaten beeinflusst. Zwischen den Inseln entstehen durch Düsenwirkungen und Fallböen teils erhebliche Windverstärkungen. Besonders zwischen Teneriffa und Gran Canaria sowie südlich von Lanzarote und Fuerteventura sind kräftige Beschleunigungszonen bekannt.

Die Kanaren eignen sich sowohl für erfahrene Fahrtensegler als auch für Hochseeeinsteiger mit solider Seepraxis. Aufgrund der offenen Atlantiklage, teils kräftiger Dünung und anspruchsvoller Windverhältnisse sollten Wetterentwicklung und Törnplanung sorgfältig beachtet werden.

Klima und Wetter

Die Kanaren bieten ganzjährig milde Temperaturen. Im Winter liegen die Tageswerte häufig zwischen 18 und 24 Grad Celsius, im Sommer meist zwischen 24 und 30 Grad Celsius.

Der Nordostpassat prägt große Teile des Jahres. Im Sommer weht er häufig beständig mit vier bis sechs Beaufort, lokal deutlich stärker. Im Winter wechseln sich Passatlagen mit Tiefdruckeinflüssen vom Atlantik ab.

Typisch für die Inseln sind starke lokale Unterschiede:

  • Nordküsten sind häufig windiger, wolkiger und stärker der Atlantikdünung ausgesetzt.
  • Südküsten liegen oft im Windschatten der hohen Vulkaninseln und bieten ruhigere Bedingungen.
  • Zwischen den Inseln entstehen Winddüsen mit deutlich höheren Windstärken als in den Vorhersagen angegeben.
  • In den Lee-Zonen größerer Inseln treten Fallböen und unruhige See auf.

Die Sichtverhältnisse sind meist gut. Gelegentlich tritt Calima auf – ein trockener, staubiger Wind aus der Sahara, der die Sicht stark reduzieren und die Temperaturen deutlich erhöhen kann.

Wind- und Seeverhältnisse

Die Kombination aus Passatwind, Atlantikdünung und Beschleunigungszonen macht das Revier anspruchsvoller als viele Mittelmeerreviere.

Besondere Aufmerksamkeit erfordern:

  • Die Kanäle zwischen den Inseln mit teils stark beschleunigtem Wind.
  • Kreuzseen und konfuse Wellen in Düsenbereichen.
  • Atlantische Restdünung auch bei lokal schwachem Wind.
  • Starke Fallböen unter hohen Vulkanhängen.

Vor allem an den Südkaps größerer Inseln können Wind und Seegang kurzfristig deutlich zunehmen. Nachtfahrten zwischen den Inseln sollten nur mit ausreichender Erfahrung und guter Wetterbeobachtung durchgeführt werden.

Reviercharakter

Die Kanaren sind kein klassisches Bade- und Buchtenrevier. Viele Küsten fallen steil ab, geschützte Naturankerplätze sind begrenzt. Stattdessen prägen Marinas, Fischereihäfen und längere Seepassagen das Segeln.

Typisch sind:

  • Tages- und Nachtetappen zwischen den Inseln.
  • Hochseeähnliche Bedingungen mit Atlantikdünung.
  • Gute Infrastruktur in größeren Marinas.
  • Vulkanlandschaften und teils spektakuläre Küsten.
  • Ganzjähriger Charter- und Segelbetrieb.
  • Die Distanzen zwischen den Inseln sind überschaubar, dennoch sollten Wetterfenster sorgfältig gewählt werden.

Revierbesonderheiten der Kanarischen Inseln

Teneriffa

Teneriffa ist die größte Insel des Archipels und wird vom Pico del Teide dominiert. Die Insel bietet mehrere große Marinas und gute Versorgungsmöglichkeiten.

Die Südseite gilt als vergleichsweise geschützt und sonnig. Zwischen Teneriffa und Gran Canaria entsteht häufig eine kräftige Winddüse mit rauer See.

Beliebte Häfen sind unter anderem Santa Cruz de Tenerife, San Miguel Marina und Puerto Colón.

Gran Canaria

Gran Canaria bietet moderne Marinas und gilt als wichtiges Zentrum für Fahrtensegler und Atlantiküberquerer.

Die Südküste ist deutlich trockener und sonniger als der Norden. Rund um Las Palmas befindet sich mit der Marina Las Palmas eine der wichtigsten Basen für Transatlantiksegler.

Lanzarote

Lanzarote ist vulkanisch geprägt und vergleichsweise trocken. Das Revier gilt als windreich. Besonders an der Ost- und Südostküste herrschen oft konstante Passatbedingungen.

Beliebte Ausgangspunkte sind Arrecife und Puerto Calero.

Fuerteventura

Fuerteventura ist für lange Sandstrände und kräftige Winde bekannt. Die Insel ist insbesondere bei Windsportlern beliebt.

Die Ostküste bietet teilweise ruhigere Bedingungen als die offene Westseite.

La Palma

La Palma gilt als grüne und landschaftlich spektakuläre Insel mit teilweise anspruchsvollen Windbedingungen. Die Küsten sind vielerorts steil und nur begrenzt geschützt.

La Gomera

La Gomera ist ruhiger und ursprünglicher als die größeren Inseln. Die Insel eignet sich gut als Zwischenstopp bei Törns zwischen Teneriffa und El Hierro.

El Hierro

El Hierro ist die westlichste und abgelegenste der Hauptinseln. Das Revier ist deutlich ruhiger, aber auch anspruchsvoller. Wetter und Dünung sollten hier besonders aufmerksam beobachtet werden.

Häfen und Marinas

Die Kanaren verfügen über ein dichtes Netz moderner Marinas und Sportboothäfen. In den größeren Häfen sind Treibstoff, Wasser, Strom, Reparaturmöglichkeiten und Proviantversorgung meist problemlos verfügbar.

Während der Hauptsaison und insbesondere im Herbst vor der Atlantiküberquerung kann es in beliebten Marinas eng werden. Reservierungen sind dann empfehlenswert.

Viele Marinas und Häfen verfügen über:

  • Schwimmstege mit Fingerpiers
  • Wasser- und Stromanschlüsse
  • Sanitäranlagen
  • Werften oder Servicebetriebe
  • Restaurants und Einkaufsmöglichkeiten

Bei Atlantikdünung kann es selbst in Häfen zu Schwell kommen.

Ankern

Natürliche geschützte Ankerbuchten sind auf den Kanaren begrenzt. Viele Küsten fallen steil ab, sodass geeignete Tiefen oft erst dicht unter Land erreicht werden.

Der Untergrund besteht häufig aus Sand, Lava oder Fels. Gute Haltegründe finden sich vor allem auf Sandflächen.

Wegen Schwell und wechselnder Windverhältnisse ist sorgfältige Aufmerksamkeit erforderlich. Nicht jeder tagsüber ruhige Ankerplatz bleibt auch nachts sicher.

Navigation und Sicherheit

Die Navigation gilt grundsätzlich als unkompliziert, erfordert aber Aufmerksamkeit bezüglich Wind- und Seeverhältnissen.

Wichtiges:

  • Düsenwirkungen zwischen den Inseln berücksichtigen.
  • Wetterberichte möglichst mehrfach täglich prüfen.
  • Atlantikdünung auch bei schwachem Wind beachten.
  • Nachtansteuerungen nur gut vorbereitet durchführen.
  • Auf Fischereifahrzeuge und Fischereimarkierungen achten.
  • Aktuelle Seekarten und elektronische Navigation sollten regelmäßig aktualisiert werden.

Beste Reisezeit

Die Kanaren sind ganzjährig segelbar.

  • Frühjahr und Herbst gelten oft als besonders angenehm.
  • Im Sommer herrscht meist stabiler Passat mit teils kräftigem Wind.
  • Im Winter wechseln stabile Wetterlagen mit Atlantiktiefs.

Für Einsteiger sind die Monate mit moderateren Windverhältnissen häufig angenehmer. Ambitionierte Segler schätzen die konstanten Passatbedingungen im Sommer.

Charter- und Ausbildungsrevier

Die Kanaren sind ein bedeutendes Charterrevier. Charterbasen befinden sich unter anderem auf Teneriffa, Gran Canaria und Lanzarote.

Viele Segelschulen und Ausbildungszentren nutzen das Revier wegen der anspruchsvollen Bedingungen für Hochsee- und Meilentörns.

Bei Chartertörns sollten Erfahrung mit Starkwind, Reffen und Atlantikdünung vorhanden sein.

Atlantik und Langfahrt

Die Kanaren gelten als einer der wichtigsten Ausgangspunkte für Atlantiküberquerungen. Besonders Gran Canaria mit der Marina Las Palmas spielt für Fahrtensegler und Blauwassercrews eine zentrale Rolle. Von hier starten jedes Jahr zahlreiche Yachten Richtung Karibik, Kapverden oder Südamerika.

Vor allem im Herbst sammeln sich in Las Palmas viele Langfahrtsegler zur Vorbereitung auf die Passatroute über den Atlantik. Die Kombination aus guter Infrastruktur, technischen Versorgungsmöglichkeiten, konstanten Passatbedingungen und günstiger geografischer Lage macht die Insel zu einem bedeutenden Starthafen für Transatlantiktörns.

Auch Teneriffa und Lanzarote werden als Ausgangshäfen für Langfahrten genutzt.

 

 

 

 

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