Litauen

Litauen

Litauen ist der südlichste der drei baltischen Staaten und bietet Wassersportlern ein vergleichsweise kleines, aber reizvolles Segelrevier an der Ostsee. Die litauische Küste erstreckt sich über rund 90 Kilometer und liegt zwischen Lettland im Norden und der russischen Exklave Kaliningrad im Süden. Trotz der kurzen Küstenlinie verfügt Litauen über einige der interessantesten Natur- und Küstenlandschaften der gesamten Ostseeregion.

Das wichtigste Segelrevier des Landes ist das Kurische Haff (Kuršių marios), eine große, vom offenen Meer durch die Kurische Nehrung getrennte Lagune. Das geschützte Binnenrevier bietet ideale Bedingungen für Segler, Motorbootfahrer und Wassersportler. Flache Gewässer, überschaubare Distanzen und zahlreiche Anker- und Hafenmöglichkeiten machen das Haff besonders attraktiv für Familien und Einsteiger.

Die Kurische Nehrung gehört zu den landschaftlichen Höhepunkten Litauens. Die schmale Landzunge mit ihren weitläufigen Dünenlandschaften zählt zum UNESCO-Welterbe und bietet zahlreiche geschützte Buchten sowie reizvolle Anlaufpunkte. Orte wie Nida, Juodkrantė oder Pervalka verbinden maritime Infrastruktur mit einzigartiger Natur und kulturellem Erbe.

Das wichtigste Zentrum des litauischen Wassersports ist die Hafenstadt Klaipėda. Sie ist der einzige Seehafen des Landes und Ausgangspunkt für Törns auf der Ostsee sowie ins Kurische Haff. Moderne Marinas, Werften, Versorgungsmöglichkeiten und gute Verkehrsanbindungen machen die Stadt zu einem idealen Start- und Zielhafen.

Für erfahrene Segler bietet die offene Ostsee attraktive Möglichkeiten für längere Küstentörns. Von Klaipėda aus lassen sich die Küsten Lettlands, Polens, Schwedens oder Finnlands erreichen. Die Entfernungen sind überschaubar und machen Litauen zu einem interessanten Ausgangspunkt für Ostseetörns.

Die beste Zeit für Wassersportaktivitäten liegt zwischen Mai und September. In den Sommermonaten sorgen angenehme Temperaturen, lange Tage und meist moderate Windverhältnisse für gute Bedingungen. Besonders das Kurische Haff erwärmt sich vergleichsweise schnell und ermöglicht bereits im späten Frühjahr einen frühen Saisonstart.

Litauen verbindet die Vorzüge eines geschützten Binnenreviers mit den Möglichkeiten der offenen Ostsee. Moderne Infrastruktur, kurze Wege, wenig überlaufene Häfen und eine außergewöhnliche Naturlandschaft machen das Land zu einem attraktiven Ziel für Skipper, die die Ostsee abseits der großen Tourismusströme entdecken möchten.

Marinas in diesem Revier

Marina
Bojenfeld
Ankerplatz
Marina

Minija (Minge)

Der Fluss Atmata ist mit Wassertiefen um 2,5 m in der Fahrrinne gut schiffbar. Im Ort Minija (Minge) hat ein Segelclub eine Steganlage, an der auch Gastboote willkommen sind.
Marina

Klaipeda Smiltyne

Clubhafen des Klaipeda Yacht Club auf der Kurischen Nehrung, der Stadt gegenüber. Hier liegt man ruhiger als im Kastellhafen.
Marina

Juodkrante (Schwarzort)

Versorgungspier des Dorfes auf der Kurischen Nehrung. Keinerlei Hafenbewirtschaftung für Sportboote.
Marina

Sventoji

Neu geplantes Ferien- und Segelzentrum mit Appartementhäusern und Yachthafen an der Mündung des Flusses Sventoji. Die Steganlagen sind wohl schon errichtet und in Bewirtschaftung. Die Bebauung an Land ist wohl noch nicht in Arbeit (alles Stand Ende 2011).
Marina

Klaipeda (Memel): Kastellhafen

Gemütlicher Sportboothafen am Kastell, recht nah zur Innenstadt.
Marina

Nida (Nidden)

Fischerei und Bootshafen des traditionellen Ferienortes auf der Kurischen Nehrung.
Marina

Pervalka (Perwelk)

Pier des Dorfes Pervalka auf der Kurischen Nehrung. Sportboote können festmachen, wenn sie Fahrgast- und Versorgungsschiffe nicht behindern.
Alle Marinas anzeigen

Wissenswertes

Sportbootführerscheine

Amtliche deutsche Sportbootführerscheine (SBF See)werden bei vorübergehendem Aufenthalt grundsätzlich anerkannt, sofern sie für die jeweilige Bootsart und das Fahrtgebiet gültig sind.

Sicherheitsausrüstung

Für Sportboote muss eine den Bootsgrößen und Einsatzbedingungen angemessene Sicherheitsausrüstung mitgeführt werden. Dazu gehören insbesondere geeignete Rettungsmittel, Feuerlöscher, Navigationslichter sowie weitere vorgeschriebene Ausrüstungsgegenstände. Der Schiffsführer ist dafür verantwortlich, dass sich die Ausrüstung in einem ordnungsgemäßen und einsatzbereiten Zustand befindet.

Empfohlene Sicherheitsausrüstung für Sportboote in Litauen

  • Rettungsweste für jede Person an Bord (passende Größe und Auftriebsklasse)
  • Rettungsring oder anderes geeignetes Rettungsmittel
  • Feuerlöscher in ausreichender Anzahl und Größe
  • Verbandskasten / Erste-Hilfe-Ausrüstung
  • Signalmittel (z. B. Handfackeln, Rauchsignale oder Signalhorn, abhängig vom Fahrtgebiet)
  • Anker mit ausreichend Ankerleine oder Kette
  • Festmacherleinen und Fender
  • Bilgenpumpe oder Lenzvorrichtung
  • Navigationslichter entsprechend den Kollisionsverhütungsregeln (KVR)
  • UKW-Seefunkanlage (für Seereviere empfohlen, teilweise vorgeschrieben)
  • Aktuelle Seekarten oder elektronische Navigationsmittel
  • Kompass als Navigationshilfe
  • Werkzeug und Ersatzteile für kleinere Reparaturen
  • Taschenlampe oder Suchscheinwerfer
  • Reservebatterien bzw. Notstromversorgung für wichtige Geräte
  • Notfallkontakte und wichtige Dokumente in wasserdichter Verpackung

Für Fahrten auf der offenen Ostsee sollte die Sicherheitsausrüstung dem jeweiligen Fahrtgebiet und den Wetterbedingungen angepasst und gegebenenfalls um zusätzliche Rettungs- und Notfallausrüstung ergänzt werden. Orientierung bietet die ADAC-Übersicht „Empfohlene Mindest- und Sicherheitsausrüstung für Boote und Yachten“

Bootsdokumente und Registrierung

Beim Führen eines Sportbootes sollten die Registrierungsunterlagen des Bootes, ein Eigentumsnachweis sowie ein gültiges Ausweisdokument mitgeführt werden. Der Internationale Bootsschein (IBS) des ADAC wird als Eigentums- und Registrierungsnachweis anerkannt und empfohlen.

Mitführen von Ausweisdokumenten

Alle Personen an Bord sollten ein gültiges Ausweisdokument mitführen. Für EU-Bürger genügt grundsätzlich ein gültiger Personalausweis oder Reisepass.

UKW Funkanlagen

Für den Betrieb einer UKW-Seefunkanlage sind die entsprechenden Funkzeugnisse erforderlich. Die Funkanlage muss ordnungsgemäß registriert (Zuteilungsurkunde/SSL) sein. Es gelten die internationalen Vorschriften des mobilen Seefunks.

Alkohol

Das Führen eines Sportbootes unter Alkoholeinfluss ist verboten. Bereits geringe Alkoholmengen können die Sicherheit auf dem Wasser erheblich beeinträchtigen.

Naturschutzgebiete

Besondere Schutzbestimmungen gelten insbesondere im Bereich der Kurischen Nehrung, des Kurischen Haffs sowie in ausgewiesenen Natur- und Vogelschutzgebieten. Fahrverbote, Ankerverbote oder Zugangsbeschränkungen sind zu beachten. Das Betreten geschützter Dünenbereiche außerhalb gekennzeichneter Wege ist vielfach untersagt.

Mehrwertsteuer für Boote innerhalb der EU

Auch wenn Kontrollen seltener geworden sind, kann innerhalb der Europäischen Union jederzeit ein Nachweis über die ordnungsgemäß entrichtete Mehrwertsteuer für ein Boot verlangt werden. Als Nachweis dienen beispielsweise die Originalrechnung des Bootes, Einfuhrdokumente oder vergleichbare Unterlagen.

Umweltvorschriften

Das Einleiten von Öl, Treibstoff, Fäkalien, Müll oder anderen Schadstoffen in Gewässer ist verboten. Abfälle sind in den dafür vorgesehenen Annahmestellen der Häfen und Marinas zu entsorgen. In sensiblen Naturgebieten gelten teilweise zusätzliche Schutzbestimmungen.