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Posidonia im Mittelmeer: Warum Skipper beim Ankern genau hinschauen sollten

Das Ankern auf Posidonia-Seegraswiesen ist in weiten Teilen des Mittelmeers verboten. Foto: Wikimedia Commons/F. Ducarme (CC-BY-SA 4.0)

27.07.2026

Ein Urteil aus Frankreich zeigt die Folgen von Schäden an Posidonia-Wiesen. So erkennen Skipper geschützte Seegrasflächen und ankern verantwortungsvoll.

Das Ankern auf Posidonia-Seegraswiesen ist in weiten Teilen des Mittelmeers seit Jahren verboten oder stark eingeschränkt. Aktuell sorgt ein Urteil aus Frankreich für Aufmerksamkeit: Wie SegelReporter berichtet, wurde erstmals ein Bootseigner nach einer Strandung dazu verurteilt, für die Zerstörung einer Posidonia-Wiese mehr als 110.000 Euro zur Wiederherstellung der Meeresumwelt zu zahlen. Der Eigner hatte das auf Grund gelaufene Wrack trotz mehrfacher behördlicher Aufforderungen über Monate nicht bergen lassen. Während das Schiff nach und nach zerfiel, wurden rund 200 Quadratmeter der geschützten Seegraswiese zerstört.

 

Vorkommen von Posidonia

Posidonia kommt ausschließlich im Mittelmeer vor. Die dichten Seegraswiesen sind Lebensraum für zahlreiche Fisch- und Wirbellosenarten, produzieren Sauerstoff, speichern Kohlenstoff und schützen die Küsten vor Erosion. Da Posidonia nur sehr langsam wächst, können Schäden über Jahrzehnte sichtbar bleiben.

 

Handlungsempfehlungen für Skipper

Für Skipper gibt es deshalb klare Handlungsempfehlungen: Vor dem Ankern sollte geprüft werden, welcher Untergrund unter dem Boot liegt. Wo Posidonia wächst, sind vielerorts Bojenfelder eingerichtet oder Ankerverbote ausgeschildert. Ist kein Sandgrund vorhanden, sollte auf einen anderen Ankerplatz ausgewichen oder eine zugelassene Boje genutzt werden.

Hilfreich sind dabei aktuelle Seekarten und die Online Karte DONIA, die Posidonia-Wiesen und geeignete Sandflächen zum Ankern anzeigen. Gerade an den Küsten Frankreichs, Spaniens und Italiens sind solche Karten mittlerweile ein wichtiges Hilfsmittel für eine umweltschonende Törnplanung.

Die wichtigste Regel bleibt einfach: Nur dort ankern, wo der Untergrund frei von Posidonia ist. Das schützt nicht nur einen der wertvollsten Lebensräume des Mittelmeers, sondern verhindert auch Konflikte mit den Behörden und mögliche Bußgelder.

 

Verhalten auf Posidonia-Wiesen

  • Nicht auf Posidonia ankern. Wenn möglich ausschließlich auf Sandgrund ankern.
  • Seekarten und Apps nutzen. Viele Karten und Apps (z. B. DONIA) zeigen Posidonia-Felder an.
  • Bojenfelder bevorzugen. In vielen Schutzgebieten wurden Ankerbojen eingerichtet.
  • Anker kontrollieren. Beim Einholen darauf achten, ob Seegras am Anker hängt – das kann ein Hinweis sein, dass auf Posidonia geankert wurde.
  • Bei Unsicherheit Ankerplatz wechseln. Ist der Untergrund nicht eindeutig als Sand erkennbar, besser einen anderen Platz wählen.
  • Lokale Vorschriften beachten. Je nach Revier gelten zusätzliche Ankerverbote oder besondere Schutzbestimmungen.

 

Hinweis: Dieser Artikel ist im Rahmen einer Kooperation zwischen dem ADAC und Segelreporter erschienen. Tipp: ADAC Mitglieder erhalten 10 % Rabatt auf die Segelreporter-Jahresmitgliedschaft mit dem Code ADAC10.

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