Irland

Irland

Irland ist die drittgrößte Insel Europas und liegt im Nordatlantik am äußersten Nordwestrand Europas. Politisch teilt sich die Insel in die Republik Irland und das zum Vereinigten Königreich gehörende Nordirland. Im Osten grenzen die Irische See, der Nordkanal und die Keltische See an die Küsten, während sich im Westen der offene Atlantik erstreckt. Für Wassersportler zählt Irland zu den abwechslungsreichsten, zugleich aber auch anspruchsvollsten Revieren Europas. Wechselhaftes Wetter, starke Tidenströme, rasch aufziehende Tiefdruckgebiete und exponierte Küstenabschnitte verlangen sorgfältige Törnplanung und seemännische Erfahrung. Gleichzeitig bieten die irischen Gewässer eindrucksvolle Naturerlebnisse, geschützte Naturhäfen, lange Seefahrertradition und eine wachsende Zahl moderner Marinas.

Besonders die Süd- und Südwestküste verfügen über eine gute nautische Infrastruktur mit modernen Häfen, Marinas und zahlreichen Versorgungsmöglichkeiten. Viele Hafenorte sind zudem Ausgangspunkte für Törns entlang spektakulärer Steilküsten, zu vorgelagerten Inselgruppen oder in geschützte Buchten und Flussmündungen. Die beste Segelsaison reicht in der Regel von Mai bis September, wobei auch im Sommer mit kräftigen Winden, Regenfronten und kühlen Temperaturen gerechnet werden muss.

Die irischen Reviere unterscheiden sich deutlich voneinander:

Ostküste und Irische See

Die Ostküste zwischen Belfast, Dublin und Rosslare gilt als vergleichsweise geschütztes Revier. Hier finden sich größere Hafenstädte, lange Sandstrände sowie zahlreiche Flussmündungen und geschützte Buchten. Bedeutende Yachthäfen liegen unter anderem in Dublin, Dún Laoghaire, Howth und Malahide. Trotz insgesamt moderaterer Bedingungen spielen auch hier starke Tidenströme und dichter Schiffsverkehr eine wichtige Rolle. Das Revier eignet sich gut für Küstentörns sowie Überfahrten nach Wales, Schottland oder zur Isle of Man.

Südküste

Die Südküste zwischen Carnsore Point und Mizen Head zählt zu den beliebtesten Segelrevieren Irlands. Charakteristisch sind geschützte Naturhäfen, breite Buchten und zahlreiche traditionelle Hafenorte. Segelzentren wie Cork Harbour, Kinsale oder Youghal bieten gute Infrastruktur und geschützte Liegeplätze. Rund um markante Kaps und Landspitzen können jedoch kräftige Tidenströme und unangenehme Kreuzseen entstehen.

Südwestküste

Die Südwestküste rund um West Cork und Kerry gilt als nautisches Kernrevier Irlands. Große Naturbuchten wie Bantry Bay, Kenmare River oder Dingle Bay reichen tief ins Landesinnere hinein und bieten auch bei Atlantikwetter vergleichsweise geschützte Fahrwasser. Gleichzeitig ist die Region stark vom offenen Ozean geprägt. Atlantikdünung, felsige Küsten und exponierte Landspitzen wie Mizen Head oder Bull Rock verlangen Erfahrung und sorgfältige Törnplanung.

 

Westküste und Atlantik


Die Westküste entlang des sogenannten „Wild Atlantic Way“ gehört zu den anspruchsvollsten Revieren Europas. Zwischen Connemara, den Cliffs of Moher und Donegal wechseln sich schroffe Felsküsten, Inselgruppen und offene Atlantikpassagen ab. Viele Häfen sind nur bei günstigen Wind- und Seegangsbedingungen sicher anzulaufen. Dafür bietet das Gebiet außergewöhnliche Naturerlebnisse mit einsamen Buchten, kleinen Fischereihäfen und Inselgruppen wie den Aran Islands. Das Revier richtet sich vor allem an erfahrene Skipper und Hochseessegler.

Nordküste und Nordirland

Die Nordküste Irlands und die Gewässer Nordirlands sind geprägt von rauem Wetter, starken Gezeiten und teils erheblichen Strömungen. Bedeutende Reviere sind Belfast Lough und Strangford Lough. Während Belfast Lough vergleichsweise geschützte Bedingungen bietet, gilt die Einfahrt nach Strangford Lough wegen der extrem starken Tidenströme in den Narrows als anspruchsvoll und sollte nur mit genauer Tideplanung erfolgen.

Wissenswertes

Welche Unterlagen und Dokumente sollen Skipper in Irland mitnehmen?

  • je nach Fahrtgebiet einen offiziellen Befähigungsnachweis; deutsche Sportbootführerscheine werden anerkannt
  • gültiger Internationaler Bootsschein (IBS) des ADAC oder anderer Nachweis der Bootsregistrierung
  • Eigentumsnachweis und ggf. Vollmacht des Bootseigners
  • Versicherungsnachweis der Bootshaftpflichtversicherung
  • EU-Konformitätserklärung ab Bootsbaujahr 1998
  • mit einer Sprechfunkanlage an Bord: SRC oder LRC für die Seeschifffahrt sowie die Nummernzuteilungsurkunde für das Funkgerät
  • gültige Ausweisdokumente für alle Crewmitglieder

Was ist in Irland bei der Ein- und Ausreise mit dem Boot zu beachten?

Einreise mit dem Boot auf dem Seeweg

Irland gehört zur Europäischen Union, jedoch nicht zum Schengen-Raum. Bei der Einreise aus einem Nicht-EU- oder Nicht-Schengen-Staat sollte die Gastlandflagge gesetzt und ein Hafen angelaufen werden, in dem gegebenenfalls Einreise- und Zollformalitäten durchgeführt werden können. Bei Ankunft in einem nicht zugelassenen Hafen kann eine vorherige Genehmigung der irischen Behörden erforderlich sein.

Bei der Einreise aus EU-Staaten finden im Regelfall keine systematischen Zoll- oder Grenzkontrollen statt. Dennoch müssen jederzeit gültige Ausweisdokumente mitgeführt werden.

Einreise mit dem Boot auf dem Landweg

Für die Einreise mit einem Boot auf dem Landweg bestehen keine besonderen Vorgaben. Wer mit einem geliehenen oder gecharterten Boot unterwegs ist, sollte eine Vollmacht des Eigners sowie einen Registrierungsnachweis des Bootes mitführen, beispielsweise den Internationalen Bootsschein (IBS) des ADAC. Für Inhaber des IBS stellt der ADAC eine Vollmacht zur Verfügung

Welche Zoll- oder Steuerformalitäten sind in Irland zu beachten?

Für den freien Verkehr innerhalb der EU muss das Boot Unionsware sein. Dies ist in der Regel der Fall, wenn das Boot innerhalb der EU gekauft oder ordnungsgemäß in die EU eingeführt wurde.

Boote aus Nicht-EU-Staaten können unter bestimmten Voraussetzungen vorübergehend zoll- und steuerfrei eingeführt werden. Die Behörden können Nachweise über Eigentum, Flaggenstaat und Mehrwertsteuerstatus verlangen.

Benötige ich einen EU-Mehrwertsteuernachweis für mein Boot?

Auch wenn Kontrollen selten geworden sind, kann innerhalb der EU ein Nachweis über die entrichtete Mehrwertsteuer verlangt werden. Als Nachweis eignet sich insbesondere die Originalrechnung des Bootes mit ausgewiesener Mehrwertsteuer oder ein anderer offizieller Zoll- bzw. Steuerbeleg.

Welche Registrierung für Boote wird in Irland anerkannt?

An der irischen Küste ist eine sichtbare Kennzeichnung des Bootes mit Bootsname und Heimathafen üblich. Eine amtliche oder amtlich anerkannte Registrierung wird empfohlen. Der Internationale Bootsschein (IBS) des ADAC dient zugleich als Registrierungs- und Eigentumsnachweis.

Welche Bootsführerscheine und Funkzeugnisse benötigen Skipper in Irland?

Sportbootführerschein

Für privat genutzte Sportboote besteht in Irland grundsätzlich keine allgemeine Führerscheinpflicht. Ausländische Skipper müssen jedoch die im Heimatland vorgeschriebenen Befähigungsnachweise besitzen. Der deutsche Sportbootführerschein See wird anerkannt. Internationale Befähigungsnachweise wie das International Certificate of Competence (ICC) werden akzeptiert.

Funkzeugnis

Ist eine Funkanlage an Bord, muss mindestens ein Crewmitglied ein der Anlage entsprechendes Funkzeugnis besitzen:

  • SRC (Short Range Certificate) – beschränkt gültiges Funkbetriebszeugnis für UKW und GMDSS
  • LRC (Long Range Certificate) – allgemeines Funkbetriebszeugnis für GW, KW, UKW, Inmarsat und GMDSS

Welche Sicherheitsausrüstung müssen Skipper in Irland mitführen?

Jeder Skipper ist verpflichtet, entsprechend Bootsgröße, Fahrtgebiet und Wetterbedingungen geeignete Rettungs- und Sicherheitsmittel an Bord mitzuführen. Die irischen Behörden empfehlen die Einhaltung des „Code of Practice for the Safe Operation of Recreational Craft“.

Rettungswesten

Für jede Person an Bord muss eine geeignete Rettungsweste oder Schwimmhilfe vorhanden sein. Auf offenen Sportbooten unter sieben Metern Länge besteht unter bestimmten Bedingungen Tragepflicht. Für Kinder und Jugendliche gelten verschärfte Vorschriften.

Signalpistolen

Signalpistolen dürfen mitgeführt werden. Hierfür können nationale Waffen- und Transportvorschriften gelten. Die Mitnahme sollte vor Reiseantritt sorgfältig geprüft werden.

Seefunkanlagen

Aus Sicherheitsgründen wird auf Küsten- und Offshore-Törns eine UKW-Seefunkanlage empfohlen. Für den Betrieb ist eine gültige Funklizenz erforderlich. EPIRBs und andere Notfunkbaken sollten ordnungsgemäß registriert sein.

Was ist in Irland bei Umwelt- und Gewässerschutz zu beachten?

Jegliche Gewässerverunreinigung ist verboten. Öl, Kraftstoffe, Bilgenwasser, Fäkalien und Abfälle dürfen nicht ins Wasser eingeleitet werden. Abfälle und Sondermüll sind ausschließlich über die dafür vorgesehenen Hafenanlagen zu entsorgen.

Fäkalientank

In Häfen, Marinas und küstennahen Gewässern darf kein Fäkalienwasser eingeleitet werden. Entsprechende Absauganlagen in Marinas und Häfen sind zu nutzen.

Notruf auf dem Wasser

Seenotrettung und maritime Notfälle werden in Irland durch die Irish Coast Guard koordiniert.

Notruf:

  • UKW-Kanal 16
  • europaweiter Notruf 112 oder 999

Welche Verkehrsvorschriften gelten für Sportboote in Irland?

Auf irischen Gewässern gelten die Internationalen Regeln zur Verhütung von Zusammenstößen auf See (Kollisionsverhütungsregeln, KVR). Zusätzlich können lokale Hafen- und Schifffahrtsvorschriften gelten.

Fahr- und Ausweichregeln

In Hafengebieten, engen Fahrwassern und Marinaeinfahrten gelten häufig örtliche Geschwindigkeitsbegrenzungen und Vorrangregelungen. Berufsschifffahrt und Fähren ist stets ausreichend Raum zum Manövrieren zu geben.

Ankern

Das Ankern ist in engen Fahrwassern, Hafeneinfahrten, Verkehrstrennungsgebieten sowie in der Nähe von Unterwasserkabeln und Pipelines verboten. Hinweise hierzu finden sich in den Seekarten.

Sperrgebiete

Militärische Sperr- und Übungsgebiete sind in den Seekarten verzeichnet. Temporäre Sperrungen können durch lokale Bekanntmachungen erfolgen. Es gilt das internationale Betonnungssystem IALA A.

Flaggenführung

Die Nationalflagge wird tagsüber geführt und nachts eingeholt. Beim Einlaufen aus dem Ausland wird zusätzlich die irische Gastlandflagge gesetzt.

Welche Versicherungen benötigen Skipper für Sportboote in Irland?

Eine gesetzliche Pflicht zum Abschluss einer Bootshaftpflichtversicherung besteht für private Sportboote in Irland grundsätzlich nicht. Eine leistungsfähige Haftpflichtversicherung wird jedoch dringend empfohlen. Viele Marinas verlangen einen entsprechenden Versicherungsnachweis. DER ADAC bietet entsprechende Versicherungen an

Personaldokumente

  • Reisepass oder Personalausweis.
  • Kinder und Jugendliche benötigen ein eigenes Ausweisdokument.

Kfz-Papiere

Führerschein und Fahrzeugschein bzw. Zulassungsbescheinigung Teil I. Die Internationale Grüne Versicherungskarte wird empfohlen.

Haustiere

Für Hunde, Katzen und Frettchen ist ein EU-Heimtierausweis mit gültiger Tollwutimpfung erforderlich. Zusätzlich verlangt Irland eine Kennzeichnung per Mikrochip. Für Hunde gelten ergänzende Einreisevorschriften, unter anderem zur Bandwurmbehandlung.