Vereinigte Staaten von Amerika

USA

Die Vereinigten Staaten von Amerika zählen mit ihren Küsten am Atlantik, Pazifik, Golf von Mexiko und den Großen Seen zu den vielseitigsten Wassersportrevieren der Welt. Auf mehreren Zehntausend Kilometern Küstenlinie, zahllosen Binnengewässern und ausgedehnten Flusssystemen finden Segler, Motorbootfahrer und Wassersportler nahezu jede denkbare Revierform – von geschützten Binnengewässern über weitläufige Küstenfahrten bis hin zu anspruchsvollen Hochseerevieren.

Die Ostküste

An der Ostküste erstreckt sich ein abwechslungsreiches Segelgebiet von Neuengland im Nordosten bis nach Florida im Süden. Besonders beliebt sind die Küstengewässer der Bundesstaaten Maine, Massachusetts, Rhode Island und Maryland. Die Region um die Chesapeake Bay gilt als eines der größten und bedeutendsten Segelreviere Nordamerikas. Geschützte Buchten, zahlreiche Marinas und historische Hafenstädte bieten ideale Bedingungen für längere Törns. Weiter südlich locken die Küsten Floridas mit ganzjährig warmem Klima, tropischen Inseln und dem Zugang zu den Florida Keys sowie den Bahamas.

Eine besondere Bedeutung für Fahrtensegler und Motorbootfahrer hat der Intracoastal Waterway (ICW). Dabei handelt es sich um ein rund 4.800 Kilometer langes Netz aus natürlichen Wasserwegen, Flüssen, Buchten, Kanälen und Lagunen entlang der Atlantik- und Golfküste. Der ICW ermöglicht es, große Teile der US-Ostküste und des Golfs von Mexiko weitgehend geschützt vor den Bedingungen auf offener See zu befahren. Die Wasserstraße verläuft von Massachusetts über Florida bis nach Texas und verbindet zahlreiche Städte, Marinas und Ankerplätze miteinander. Besonders bei Langfahrtseglern und sogenannten „Snowbirds“, die saisonal zwischen den nördlichen Bundesstaaten und Florida pendeln, ist der Intracoastal Waterway äußerst beliebt. Die Route bietet eine hervorragende Infrastruktur, zahlreiche Versorgungsmöglichkeiten und geschützte Fahrwasser, erfordert jedoch aufgrund von Brücken, Gezeiten, Strömungen und teilweise begrenzten Wassertiefen eine sorgfältige Törnplanung.

Golfküste

An der Golfküste bieten die Bundesstaaten Florida, Alabama, Mississippi, Louisiana und Texas weitläufige Küstengewässer mit zahlreichen Marinas und geschützten Buchten. Beliebte Ausgangspunkte für Wassersportler sind unter anderem Pensacola, Tampa Bay, Galveston oder Corpus Christi. Die Region zeichnet sich durch vergleichsweise warme Wassertemperaturen und eine lange Wassersportsaison aus.

Pazifik

Die Pazifikküste bietet dagegen ein deutlich anspruchsvolleres Revier. Von Kalifornien über Oregon bis nach Washington prägen oft starke Winde, hohe Dünung und teils anspruchsvolle Wetterbedingungen das Segeln. Zu den bekanntesten Revieren zählen die Bucht von San Francisco, die Monterey Bay sowie die Gewässer rund um Seattle und den Puget Sound. Besonders die San Francisco Bay genießt weltweit einen hervorragenden Ruf unter Seglern.

Great Lakes

Ein einzigartiges Binnenrevier bilden die Großen Seen (Great Lakes) an der Grenze zu Kanada. Die fünf riesigen Süßwasserseen – Oberer See, Michigansee, Huronsee, Eriesee und Ontariosee – verfügen zusammen über mehr als 17.000 Kilometer Küstenlinie. Aufgrund ihrer Größe bieten sie Bedingungen, die denen auf See häufig sehr ähnlich sind. Zahlreiche Häfen, Inseln und Nationalparks machen die Region zu einem beliebten Ziel für Fahrtensegler.

Flüsse

Auch das weit verzweigte Binnengewässersystem der USA besitzt große Bedeutung. Besonders bekannt sind der Mississippi mit seinen Nebenflüssen, der Tennessee River, der Columbia River sowie zahlreiche große Stauseen und Seen. Der Lake Powell in Utah und Arizona, der Lake Mead in Nevada sowie der Lake Tahoe an der Grenze zwischen Kalifornien und Nevada gehören zu den bekanntesten Binnenrevieren des Landes.

Alaska

Zu den spektakulärsten Wassersportgebieten der USA zählt außerdem der Bundesstaat Alaska. Die dortige Küste mit ihren Fjorden, Gletschern und nahezu unberührten Naturgebieten bietet außergewöhnliche Segel- und Motoryachtreviere, stellt jedoch aufgrund der Wetter- und Navigationsbedingungen hohe Anforderungen an Schiffsführer und Besatzung.

Die Infrastruktur für Bootssportler ist in den USA insgesamt hervorragend ausgebaut. Entlang der Küsten und Binnengewässer stehen tausende Marinas, Yachtclubs, Werften und Servicebetriebe zur Verfügung. Viele Häfen bieten moderne Versorgungsmöglichkeiten, Tankstellen, Reparaturservices sowie Gastliegeplätze. Die Ausstattung und Gebühren können jedoch je nach Region und Bundesstaat erheblich variieren.

Das Klima reicht von arktischen Bedingungen in Alaska über gemäßigte Zonen an den Großen Seen bis hin zu subtropischen und tropischen Regionen in Florida, Hawaii und Puerto Rico. Entsprechend unterscheiden sich auch die Segelsaisons. Während in den nördlichen Revieren die Saison häufig auf die Sommermonate beschränkt ist, ermöglichen die südlichen Küstenregionen ganzjähriges Wassersportvergnügen.

Besondere Aufmerksamkeit sollten Skipper den regionalen Wetterbedingungen widmen. An der Atlantik- und Golfküste verläuft die Hurrikansaison offiziell von Juni bis November. An der Pazifikküste können starke Küstenwinde und Nebelfelder die Navigation erschweren. Auf den Großen Seen wiederum können Wetterumschwünge sehr schnell auftreten und selbst im Sommer zu anspruchsvollen Bedingungen führen.

Durch die enorme geografische Vielfalt, die ausgezeichnete Infrastruktur und die große Auswahl an Revieren gehören die Vereinigten Staaten zu den abwechslungsreichsten Wassersportdestinationen weltweit. Sowohl Einsteiger als auch erfahrene Blauwassersegler finden hier geeignete Fahrtgebiete für nahezu jede Art von Törn.

Marinas in diesem Revier

Wissenswertes

Einreisebestimmungen

Für deutsche Staatsangehörige ist für touristische Aufenthalte in den USA grundsätzlich ein gültiger Reisepass erforderlich. Für die visumfreie Einreise im Rahmen des Visa Waiver Program (VWP) muss vor Reiseantritt eine elektronische Reisegenehmigung (ESTA) beantragt werden. Die Genehmigung sollte rechtzeitig vor der Abreise eingeholt werden und ist in der Regel für mehrere Einreisen innerhalb eines Zeitraums von zwei Jahren gültig.

Für längere Aufenthalte oder bestimmte Reisezwecke kann ein Visum erforderlich sein. Die jeweils aktuellen Einreisebestimmungen sollten vor Reiseantritt bei den zuständigen US-Behörden überprüft werden.

Einreise mit dem Sportboot

Sportboote, die aus dem Ausland in die USA einlaufen, müssen unverzüglich nach Ankunft bei den zuständigen Behörden angemeldet werden. Zuständig ist insbesondere die US-Zoll- und Grenzschutzbehörde (U.S. Customs and Border Protection – CBP).

Der Schiffsführer ist verpflichtet, die Einreise von Schiff und Besatzung unmittelbar nach Ankunft in einem US-Hafen oder einer zugelassenen Anlaufstelle zu melden. Bis zur Freigabe durch die Behörden dürfen Besatzungsmitglieder das Boot in der Regel nicht verlassen.

Je nach Anlaufhafen und Region können unterschiedliche Meldeverfahren gelten. Teilweise erfolgt die Anmeldung telefonisch oder über spezielle elektronische Meldesysteme. Die zuständigen Behörden informieren über die jeweils geltenden Verfahren.

Mitgeführt werden sollten insbesondere:

Die US-Behörden führen Einreise- und Zollkontrollen regelmäßig und teilweise sehr streng durch. Verstöße gegen Melde- und Zollvorschriften können zu erheblichen Geldbußen führen.

Bootsdokumente

Ausländische Sportboote sollten jederzeit folgende Dokumente an Bord mitführen:

  • amtlicher Bootsregistrierungsnachweis
  • Eigentumsnachweis
  • Versicherungsunterlagen
  • Reisepässe der Besatzung
  • gegebenenfalls Funkzeugnisse und Schiffsfunklizenz
  • Für deutsche Sportboote empfiehlt sich als Eigentums- und Registrierungsnachweis beispielsweise der Internationale Bootsschein (IBS) des ADAC.

Führerscheinregelungen

Die Vorschriften zum Führen von Sportbooten unterscheiden sich in den USA von Bundesstaat zu Bundesstaat erheblich. Eine landesweit einheitliche Regelung existiert nicht.

In vielen Bundesstaaten werden ausländische Sportbootführerscheine für vorübergehende Aufenthalte anerkannt. Teilweise gelten zusätzliche Altersvorschriften oder Nachweispflichten über absolvierte Sicherheitskurse („Boating Safety Courses“).

Bei Charterbooten können darüber hinaus zusätzliche Anforderungen des jeweiligen Vercharterers gelten.

Vor Fahrtantritt sollten die Bestimmungen des jeweiligen Bundesstaates geprüft werden.

Funk

Für den Betrieb von UKW-Seefunkanlagen gelten die Vorschriften der Federal Communications Commission (FCC). Für ausländische Sportboote sollten die erforderlichen Funkzeugnisse und Schiffsfunkdokumente mitgeführt werden.

In Notfällen ist UKW-Kanal 16 der internationale Notruf- und Anrufkanal.

Sicherheitsausrüstung

Die Anforderungen an die Sicherheitsausrüstung richten sich nach Bootsgröße, Fahrtgebiet und Art der Nutzung. Zuständig sind insbesondere die Vorschriften der U.S. Coast Guard.

Je nach Bootstyp und Fahrtgebiet können unter anderem vorgeschrieben sein:

  • zugelassene Rettungswesten für alle Personen an Bord
  • Rettungsring oder anderes Wurfrettungsmittel
  • Notsignalmittel
  • Feuerlöscher
  • Schallsignalanlage
  • Navigationslichter
  • geeignete Ankereinrichtung

Unabhängig von den gesetzlichen Mindestanforderungen sollte die Sicherheitsausrüstung stets an Fahrtgebiet, Wetterbedingungen und Besatzungsstärke angepasst werden.

Eine gute Orientierung bietet die Übersicht „Empfohlene Mindest- und Sicherheitsausrüstung für Boote und Yachten“.

Naturschutz- und Umweltvorschriften

In den USA bestehen zahlreiche bundesstaatliche und regionale Umweltvorschriften. Besonders in Nationalparks, Meeresschutzgebieten, Korallenriffen und Schutzgebieten können zusätzliche Regelungen gelten.

Das Einleiten von Öl, Treibstoff, Abfällen oder anderen Schadstoffen in Gewässer ist verboten. Müll darf grundsätzlich nicht über Bord entsorgt werden.

In vielen Schutzgebieten bestehen Ankerverbote oder besondere Vorschriften zum Schutz empfindlicher Seegrasflächen, Korallenriffe und mariner Lebensräume.

Mehrwertsteuer und Zoll

Die USA verfügen nicht über eine landesweit einheitliche Mehrwertsteuer. Stattdessen erheben die Bundesstaaten und teilweise auch Kommunen eigene Verkaufssteuern (Sales Tax), deren Höhe regional unterschiedlich ist.

Bei der vorübergehenden Einfuhr eines ausländischen Sportbootes können besondere Zoll- und Aufenthaltsregelungen gelten. Wer sein Boot für einen längeren Zeitraum in den USA stationieren möchte, sollte sich vorab bei den zuständigen US-Zollbehörden über die geltenden Vorschriften informieren.

Mehrwertsteuernachweis für Boote

Auch außerhalb der Europäischen Union kann es sinnvoll sein, Nachweise über Eigentum und die ordnungsgemäße Versteuerung des Bootes mitzuführen. Insbesondere bei längeren Auslandsaufenthalten sollten Kaufvertrag, Rechnung oder andere Eigentumsnachweise jederzeit verfügbar sein.

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