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Mit dem Boot ins Mittelmeer: Über Mosel und Saar

Wer am Weg ins Mittelmeer Mosel oder Saar befahren möchte, startet in den meisten Fällen in Koblenz.

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Wer mit dem Boot ins Mittelmeer fahren möchte und über ausreichend Motorleistung für die Fahrt rheinaufwärts verfügt, kann für die Route nach Frankreich über Mosel und Saar zwischen zwei äußerst lohnenden Strecken wählen. Beide Routen führen schließlich nach Nancy beziehungsweise Neuves-Maisons. Von dort geht es auf der klassischen Westroute über den Canal des Vosges, die Saône und die Rhône bis ins Mittelmeer.
Folgende zwei Routen stehen zur Auswahl:

  • Über die Mosel nach Nancy
  • Über die Mosel nach Konz und weiter über die Saar den Rhein-Marne-Kanal nach Nancy

Nachfolgend haben wir alle Informationen zu beiden Routen im Detail zusammengestellt.

Auf der Mosel von Koblenz nach Konz

Allgemeine Informationen

  Deutschland
Distanz 198 km: Koblenz - Konz
Schleusen 10
Fahrtzeit 26 h
Gewässer Mosel

 

Schleusenlänge, max. Schiffsbreite, Mindestdurchfahrtshöhe, Tiefgang

  Schleusenlänge max. Schiffsbreite Mindestdurchfahrtshöhe bei HSW maximal zulässiger Tiefgang
Mosel 176 m 6,00 m 6,00 m 2,50 m
Moselkanal 137 m 6,00 m 6,00 m 2,80 m

 

Der Routenverlauf von Koblenz nach Konz im Detail

Der Törn beginnt bei der ersten Schleuse "Schleuse Mosel" in Koblenz gleich nach dem deutschen Eck. Ab hier wird dem zweitlängsten Nebenfluss des Rheins für 12 km gefolgt bis zur Marina Winningen, die sich zum Bunkern anbietet. Die direkt hinter dem Campingparadies der Ferieninsel Winningen in einem Seitenarm der Mosel gelegene Marina versorgt Skipper mit allem was das Herz begehrt: Tankstelle für Benzin und Diesel, Schiffswerft, Gaststätte und Einkaufsmöglichkeiten. Bei einer Gesamtkapazität von 216 Booten ist meist ein Liegeplatz für Gastlieger vorhanden.

Weiter geht es mitten durch eines der bekanntesten Weinanbaugebiete Deutschlands. Ein mit Weinreben umsäumtes hochaufragendes Ufer macht diese Fahrt durchs enge Moseltal zu einem einzigartigen Erlebnis.

Zwischen Moselkilometer 25 und 27 finden Sportbootfahrer gleich zwei Liegemöglichkeiten: den Yacht-Club Löf e.V. und den Hafen Brodenbach. Die Steganlage des Yacht-Clubs Löf liegt bei Moselkilometer 25,5 am linken Ufer geschützt hinter einer Mole. Gastboote bis etwa 15 Meter Länge finden hier Liegeplätze; Wasser und Strom stehen am Steg zur Verfügung. Der Club empfiehlt, die Anlage vom Unterwasser anzulaufen und das Fahrwasser erst kurz vor dem Steg zu verlassen.

Moselaufwärts liegt bei Kilometer 27,5 der Hafen der Wassersportfreunde Brodenbach e.V. im ADAC am rechten Ufer. Die Anlage verfügt über 57 Liegeplätze; festgemacht wird mit dem Bug zur Mauer und achtern an Bojen. Gastlieger können sich direkt an den Hafenmeister wenden.

Auch für einen längeren Zwischenstopp bietet sich die Gegend an. Vom Yacht-Club Löf werden unter anderem Ausflüge zur Burg Thurant bei Alken, zur Ehrenburg bei Brodenbach und zur Burg Eltz sowie Wanderungen durch die Weinberge empfohlen. Direkt ab Löf führt beispielsweise eine rund sieben Kilometer lange Wanderung über das Nachtigallental und durch das Mühlental von Kattenes.

Cochem

Bereits ab Kilometer 49,5 ist die Reichsburg von Cochem zu sehen. Wer seine Reise nach Cochem mit Ankunft am ersten Augustwochenende legt, kann das mittelalterliche Burgfest mitnehmen. Eine Vorabreservierung bzw. frühes Ankommen im Yachthafen Cochem während dieser Zeit ist allerdings obligatorisch. Direkt zu Füßen der Burg findet sich auch ein knapp 100 m langer Anleger auf der linken Uferseite, allerdings ohne Versorgungsmöglichkeit.

Senheim - Shuttertstock/ Arnold.Petersen[/caption]

Auf der mäandernden Mosel taucht bei km 68 der Yachthafen Senheim auf. Guter Service und gute Ausstattung sind bei diesem Stützpunkt der ADAC Sportschifffahrt vorzufinden. Für Boote, die über 14 m lang sind wird um vorherige Kontaktaufnahme gebeten. Ansonsten ist stets ein Liegeplatz für Gäste frei.

Bernkastel-Kues

Um einen Besuch von Bernkastel-Kues kommt man auf einem Moseltörn fast nicht herum. Die historische Altstadt mit ihrem sehenswerten Marktplatz und den prächtigen Fachwerkhäusern bietet reichlich Gelegenheit für einen Landgang. Überregional bekannt ist der Ort zudem für Veranstaltungen wie das Mosel Musikfestival und das Weinfest der Mittelmosel.

Einen geeigneten Liegeplatz findet die Crew beim Campingpark Bernkastel-Kues, der unmittelbar an der Mosel liegt und über eigene Bootsliegeplätze verfügt. Zum Angebot des Campingparks gehören unter anderem Sanitäranlagen, Waschmaschinen und Wäschetrockner, WLAN sowie ein Brötchenservice.

Bernkastel - Shuttertstock/ Lapping Pictures[/caption]

Nach einer Fahrtstrecke von 114 km erreicht man bei Mosel-km 178,3 LU den Yachthafen von Schweich, das Wassersportzentrum Kreusch. Hier finden Skipper eine umfassende Versorgung. Neben den Liegeplätzen stehen unter anderem eine Bootstankstelle sowie ein 80t-Kran für Service- und Wartungsarbeiten zur Verfügung.

Trier/Konz

Wer Trier besuchen möchte, muss leider etwas außerhalb festmachen. Rund 5 km hinter der Altstadt liegt der Yachthafen Trier-Monaise, wo Gastlieger ihren Liegeplatz vorab anfragen sollten. Alternativ bietet sich der etwa 2,5 km weiter flussabwärts gelegene Wassersportclub Konz an. 

Bei Konz steht schließlich auch die Entscheidung über den weiteren Törnverlauf an: Der Mosel weiter folgen oder bei Kilometer 200,8 nach links in die Saar abbiegen.

Trier - Shutterstock/LiborK[/caption]

Auf der Mosel von Konz nach Nancy (Neuves-Maisons)

Allgemeine Informationen

  Deutschland Frankreich
Distanz 42 km: Konz - Apach 148 km: Apach - Nancy (Neuves-Maisons)
Schleusen 3 14
Fahrtzeit 6 h 24 h
Gewässer Mosel Moselle / Moselle Canalisee

 

Der Routenverlauf von Konz nach Nancy im Detail

Egal, ob auf der Mosel weiter gefahren wird oder in die Saar eingebogen wird ab hier befährt man eine Teilstrecke der sogenannten Drei-Länder-Tour bzw. Sauerkrauttour. Die beiden Namen dieser Rundtour erklären sich von selbst. Je nachdem ob rechts- oder linksherum gefahren wird beginnt oder endet diese Tour in Konz.

Weiter auf der Mosel wird der Fluss bereits nach wenigen Kilometern zum Grenzfluss zwischen Deutschland und Luxemburg und führt und vorbei an Ortschaften wie Grevenmacher, Palzem oder Remich.

Ab Schengen wird die Mosel nun endgültig zur Moselle. Nach dem Grenzübertritt nach Frankreich ist an der Écluse d’Apach eine Vignette für die Befahrung der französischen Gewässer erforderlich. Gleichzeitig reduziert sich die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf 15 km/h.

Von der Schleuse Apach bis zum Zusammenfluss vom Rhein-Marne Kanal und der kanalisierten Mosel bei Toul sind 126 km und 12 Schleusen zu bewältigen. Die geschätzte Fahrtzeit beträgt gut vier Tage.

Knapp 50 Kilometer sind auf der Mosel bzw. der kanalisierten Mosel zurückzulegen bis Metz erreicht wird. Der Fluss stellt in diesem Bereich keine besondere Anforderung an die Fahrkünste des Schiffführers. Durch relativ ebenes Gelände mit geringer Strömung bewegt sich das Gewässer fort. Auf dem Weg bis Metz liegt der Sportboothafen Port de plaisance Nautic’Ham, die eindeutig beste Wahl, um auf dieser Strecke zu nächtigen oder auch um Schwarz- oder Grauwasser zu entsorgen.

An den Schwimmstegen für bis zu 100 Booten sind vier Gästeliegeplätze ausgewiesen. 16-A-Stromanschlüsse, Waschraum mit Waschmaschine, Trockner, Toiletten und WLAN-Zugang. Darüber hinaus können in der am Hafen vorhandenen Werft (Boat'Ham) Wartungs- und Reparaturarbeiten an Boot durchgeführt werden. In Fußmarschweite befinden sich einige Restaurants. Wer nicht gehen möchte, leiht sich Fahrräder aus. Der Hafen besitzt allerdings keine Tankstelle.

Wer in Thionville (Diedenhofen) liegen möchte, sucht einen Platz an der Liegestelle gleich nach der Robert-Schumann-Schleuse. Das Liegeplatzangebot in der Stadtmitte ist dürftig. Eine gute Option ist, bis nach Metz weiterzufahren und entweder Im Metz See (Maximaler Tiefgang 1,50 m!) im kleinen Sportboothafen einen Platz zu finden oder 3 km nach dem Wasserkraftwerk von Metz bei Moselkilometer  PK 301 im Yacht Club von Metz zu übernachten.

Lorraine - Shuttertstock/Petair[/caption]

Wir folgen der Mosel bis Neuves-Maisons. Landschaftlich wird es wieder ein wenig hügeliger und ein Abstecher nach Nancy lohnt sich immer.

Auf der Saar von Konz nach Nancy (Neuves-Maisons)

Nach dem Abzweig von der Mosel in die Saar befährt man ab Saarkilometer 0 den anderen Teil der Sauerkrauttour. Auf der Saar wird es idyllisch. Kein Großschiffverkehr mehr, nur noch Charter- und Privatboote begegnen.

Allgemeine Informationen

  Deutschland Frankreich
Distanz 104 km: Konz - Saargemünd 64 km: Saareguemines - Nancy (Neuves-Maisons)
Schleusen 9 66
Fahrtzeit 15 h 38 h
Gewässer Saar Sarre / Canal de houillères de la Sarre Canal de la Marne au Rhin

 

Schleusenlänge, max. Schiffsbreite, Mindestdurchfahrtshöhe, Tiefgang

 

Schleusenlänge

max. Schiffsbreite Mindestdurchfahrtshöhe bei HSW maximal zulässiger Tiefgang
Saar 39 m 5,00 m 3,65 m 1,80 m
Saarkanal 39 m 5,00 m 3,65 m 1,80 m

 

Der Routenverlauf auf der Saar von Konz nach Nancy im Detail

Venedigfans kommen bereits in Saarburg voll auf ihre Kosten. Hier sollte zur Besichtigung der bezaubernden Altstadt und der Burganlage der erste Halt eingelegt werden. Zum Festmachen bietet sich bei km 10,4 LU der Gästeanleger des Wassersportclub Saarburg 1978  e.V. an. Aber auch beim Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt von Saarburg findet sich eine Möglichkeit, kurz zu verweilen.

Saarburg - Shutterstock/SCStock[/caption]

Kurz hinter Mettlach wartet mit der Saarschleife das erste landschaftliche Highlight der Reise. Besonders aus der Luft zeigt sich eindrucksvoll, welche außergewöhnliche Form die Saar hier in die Landschaft gezeichnet hat. 

Wenig später kann bei km 44,2 im sehr gut ausgestatteten Yachthafen Merzig die Seele baumeln lassen. Boote bis 15 m finden hier Platz - auch Gastlieger. Wem es hier zu früh für einen Stopp ist, der kann weiter schippern bis zum Yacht- und Wassersportclub Dillingen e.V.. Ein kleiner feiner Hafen, der ebenfalls Platz für Gäste offeriert.

Saarschleife - imago-images/Shotshop[/caption]

Grandiose Aufführungen und Veranstaltungen sind in Völklingen zu besichtigen. Das UNESCO Weltkulturerbe Völklinger Hütte, eine ehemalige Eisenhütte, die bis heute noch zur Gänze erhalten ist, erleuchtet nachts mit einer Lightshow, die seinesgleichen sucht. Seit 1994 können Besucher wie auf einem Lehrpfad die imposante Gebläsehalle oder eindrucksvolle Hochöfen und damit die Vergangenheit der Stahlindustrie kennen lernen. Der Sportbootanleger bei km 75,1 befindet sich in Fußmarschweite zu dieser Attraktion.

Um die Landeshauptstadt des Saarlands zu besuchen, bietet sich ein Stopp im Osthafen von Saarbrücken an. Der Motorboot-Club Saar e.V. stellt hier für Gäste Liegeplätze zur Verfügung und bietet deshalb einen guten Ausgangspunkt für eine Städterundfahrt. Aber auch entlang des Flusses sind mehrere Anleger mit direkter Innenstadtanbindung sowie 24h-Anleger verfügbar.

Am Zusammenfluss von Saar und Blies geht es rechts zur Écluse n° 28 Sarreguemines. Mit der ersten französischen Schleuse ist auch sprachlich der Grenzübertritt geschafft: Aus dem Flusskilometer (km) wird fortan der Point Kilométrique (PK).
Und ganz wichtig: Vignette nicht vergessen!

In Sarreguemines liegt man sehr beschaulich im Port de Sarreguemines in der Stadtmitte oder fährt weiter bis zum Yachthafen von Sarreguemines. Dieser oder der Hafen in Wittring sind hier die attraktivsten Yachthäfen für Durchreisende. Ab Saargemünd befinden wir uns auf dem Canal de houillères de la Sarre. Bis zur Anschlussstelle des Rhein-Marne Kanals sind es noch 63 km.

Landschaftlich gehört der Canal des Houillères de la Sarre zu den besonders abwechslungsreichen Wasserwegen dieser Route. Da der Saarkanal höher liegt als die ursprüngliche Saar, hat man ab Sarreguemines stets wunderschöne Ausblicke auf Land und Natur. Zwischen Wäldern, Wiesen und kleinen lothringischen Ortschaften führt der Kanal mitten hinein in das „Land der Seen“. Bei Gondrexange, Mittersheim und am Étang du Stock geht die schmale Kanalstrecke immer wieder in große Wasserflächen über.

Gerade diese Kombination macht den besonderen Reiz des Reviers aus: Eben noch fährt man auf einem von Bäumen gesäumten Kanal, wenig später öffnet sich der Blick über einen weitläufigen See. Wälder und grüne Ufer reichen vielerorts bis ans Wasser und verleihen dem Abschnitt einen ausgesprochen naturnahen Charakter. Das nur leicht hügelige „Pays des Étangs“ ist von zahlreichen weiteren Teichen durchzogen und bildet damit eine für Lothringen charakteristische Seenlandschaft.

Bis Herbitzheim schlängelt sich die Saar entlang des Kanals. Danach sehen wir den Fluss nur noch kurz beim Städtchen Saaralbe bevor er sich gänzlich vom Kanal, auf dem wir fahren, entfernt. In Port du Harskirchen liegt man sicher und direkt am Fluss. Gegenüber befindet sich ein Campingplatz. Dort können kleinere Einkäufe getätigt werden. Wer hier keinen Liegeplatz mehr finden sollte, kann auf die in Mittersheim gelegene, deutlich größere Anlegestelle, mit viel Grün auch für Wohnmobile ausweichen.

Ca 700 m nach der Ecluse n° 2 in Belles-Forêts befindet sich an der linken Seite ein Anleger für ca. 10 Boote, allerdings keinerlei Versorgungsmöglichkeiten.

Bei Port de Huillon befinden wir uns kurz vor dem Zusammenfluss von Saarkanal und Rhein-Marne Kanal, biegen dort rechts ab in Richtung Metz/Nancy und befindet uns damit auf dem Rhein-Marne Kanal. Nach ca. 5 km kommen wir zur Écluse n°2 de Réchicourt-le-Château. Diese im Jahre 1965 fertiggestellte Schleuse bugsiert ein Boot beeindruckende 16 m in die Höhe und ist damit die Schleuse mit der höchsten Fördermenge im gesamten französischen Wasserstraßennetz. Die Zeitersparnis zur alten Schleusenkette, damals bestehend aus sechs Schleusen, beträgt ganze 5 h.

Bei PK 209 stoßen wir auf den Port Fluvial de Lagarde. Eine Charterstation, die mit einem Rundumservice aufwartet. Auch ein gutes Restaurant befindet sich in unmittelbarer Nähe.

Knapp 40 km sind es von hier aus noch bis zur Anschlussstelle Laneuville, wo wir nach links in den Nancy Verbindungskanal (Canal de jonction de Nancy) einfahren. Dieser leitet uns nach weiteren 10 km in den Canal des Vosges und beschert uns damit ein Wiedersehen mit der Mosel.
Achtung: Der Nancy Verbindungskanal ist nur bis zu einem Maximaltiefgang von 1,80 m bei Normalpegel befahrbar. Boote mit größerem Tiefgang fahren geradeaus und müssen die Runde nördlich um Nancy und Toul schippern.

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