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Praktische Prüfung für den SBF See: Diese Manöver musst du können

Welche Manöver kommen in der SBF See Praxisprüfung dran? Alle Pflichtaufgaben, mögliche Zusatzmanöver und Tipps, worauf Prüfer wirklich achten.

Die praktische Prüfung zum Sportbootführerschein See soll den Prüfern zeigen, dass angehende Skipper ein Sportboot sicher unter Maschine führen können. Neben grundlegenden Fahrmanövern gehören auch navigatorische Aufgaben zum Prüfungsumfang.

Die gute Nachricht vorweg: Für jede Prüfungsaufgabe steht in der Regel ein zweiter Versuch zur Verfügung. Ein Fehler führt also nicht automatisch zum Nichtbestehen. Die gesamte Praxisprüfung dauert meist nur wenige Minuten.

 

Die Pflichtmanöver

Zu jeder Prüfung gehören fünf Pflichtmanöver. Diese müssen allesamt mit ausreichendem Ergebnis absolviert werden. Folgende Manöver müssen dabei absolviert werden:

  • Rettungsmanöver "Mensch über Bord"
  • Anlegen
  • Ablegen
  • Steuern nach Kompasskurs
  • Peilen

 

Rettungsmanöver „Mensch über Bord“

Das Rettungsmanöver zählt zu den wichtigsten Aufgaben der Prüfung. Dabei wird eine über Bord gegangene Person durch eine Boje simuliert. Der Prüfling muss zeigen, dass er die Situation erkennt, die Boje ständig im Blick behält und das Boot kontrolliert zur Aufnahme zurückführt.

Prüfer achten dabei ivor allem auf Übersicht, sichere Bootsführung und eine kontrollierte Annäherung an die Boje. Entscheidend ist weniger das fahren nach Lehrbuch, sondern die sichere Durchführung des Manövers.

 

Anlegen

Beim Anlegen soll nachgewiesen werden, dass das Boot sicher und kontrolliert an einen Liegeplatz gebracht werden kann. Entscheidend sind eine angemessene Geschwindigkeit, eine vorausschauende Planung und die sichere Kontrolle des Bootes bis zum Stillstand.

Wer das Manöver ruhig und ohne hektische Kurskorrekturen ausführt, zeigt, dass er das Boot auch auf engem Raum sicher beherrscht.

 

Ablegen

Auch beim Ablegen steht die sichere Bootsführung im Mittelpunkt. Der Prüfling soll zeigen, dass er das Boot kontrolliert vom Liegeplatz lösen und auf den gewünschten Kurs bringen kann.

Dabei spielen die Wirkung von Ruder und Antrieb sowie mögliche Einflüsse von Wind und Strömung eine wichtige Rolle.

 

Steuern nach Kompasskurs

Zum Prüfungsumfang gehört das Fahren eines vorgegebenen Kompasskurses. Hierbei wird überprüft, ob der Bewerber einen Kurs korrekt ablesen und möglichst genau einhalten kann.

Wichtig sind eine ruhige Steuerführung und die Fähigkeit, Kursabweichungen rechtzeitig zu erkennen und auszugleichen.

 

Peilen

Gefordert wird entweder eine einfache Peilung oder eine Kreuzpeilung. So lässt sich die Richtung oder die Position bestimmen.

Diese Aufgabe dient dem Nachweis grundlegender navigatorischer Kenntnisse und gehört zu den festen Bestandteilen der praktischen SBF-See-Prüfung.

 

Weitere mögliche Fahrmanöver

Zusätzlich zu den Pflichtmanövern können die Prüfer bis zu drei weitere Manöver verlangen. Aus mehreren möglichen Aufgaben müssen zwei mit ausreichendem Ergebnis absolviert werden.

Zu den Manövern, die abgefragt werden können, zählen:

  • Kursgerechtes Aufstoppen
  • Wenden auf engem Raum
  • Fahren nach Schifffahrtszeichen oder Landmarken

Bitte beachten: Für Inhaber des Sportbootführerscheins Binnen mit Antriebsmaschine entfällt dieser Prüfungsteil.

 

Kursgerechtes Aufstoppen

Das Boot soll kontrolliert zum Stillstand gebracht werden, ohne dabei wesentlich vom ursprünglichen Kurs abzuweichen. Dafür müssen Geschwindigkeit, Bremsweg und Rudereinsatz richtig eingeschätzt werden.

Im Fokus steht die Fähigkeit, das Boot auch in einer unerwarteten Situation sicher zu stoppen und unter Kontrolle zu halten.

 

Wenden auf engem Raum

Hier muss das Boot innerhalb eines räumlich eingeschränkten Bereichs gedreht werden. Gefragt sind ein gutes Gefühl für die Eigenschaften des Bootes sowie ein koordinierter Einsatz von Ruder und Antrieb.

Das Manöver kommt besonders in Häfen und engen Fahrwassern vor und gehört daher zu den wichtigen Grundlagen der Bootsführung und somit der Prüfung.

 

Fahren nach Schifffahrtszeichen oder Landmarken

Der Prüfer nennt ein Schifffahrtszeichen oder eine markante Landmarke, die anschließend angesteuert werden soll. Dabei wird überprüft, ob sich der Bewerber auf dem Wasser orientieren kann und Anweisungen zum Kurs sicher umsetzt.

 

Neben den Fahrmanövern können auch noch weitere Fähigkeiten, wie das Anlegen einer Rettungsweste oder Sicherheitsgurtes oder das Absetzen von mindestens einem Manöverschallsignal abgefragt werden.

 

Worauf Prüfer besonders achten

Viele Prüflinge konzentrieren sich ausschließlich auf die eigentlichen Manöver. Mindestens ebenso wichtig ist jedoch das Verhalten während der gesamten Prüfung. Prüfer achten auf ausreichenden Ausguck, eine sichere Verkehrsbeobachtung und eine vorausschauende Bootsführung.

Kleine Ungenauigkeiten führen nicht automatisch zum Nichtbestehen. Entscheidend ist, dass die Aufgaben sicher, nachvollziehbar und ohne Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer ausgeführt werden.

 

Gute Vorbereitung ist alles

Die Praxisprüfung verlangt keine außergewöhnlichen Fähigkeiten. Gefordert werden die Grundlagen einer sicheren Bootsführung und Navigation. Wer die Manöver regelmäßig übt, die Wirkung von Ruder und Antrieb versteht und in der Prüfung Ruhe bewahrt, schafft eine gute Grundlage für den erfolgreichen Erwerb des Sportbootführerscheins See.

 

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