Marokko

Marokko

Marokko liegt im Nordwesten Afrikas und verfügt über eine rund 3.500 Kilometer lange Küstenlinie am Atlantik sowie am Mittelmeer. Für Wassersportler bietet das Land eine interessante Mischung aus langen Atlantikpassagen, modernen Marinas, historischen Hafenstädten und dem marokkanischen Kulturraum. Im Vergleich zu den klassischen Mittelmeerrevieren ist Marokko noch immer ein eher wenig frequentiertes Fahrtengebiet und spricht vor allem Skipper an, die neue Reviere entdecken möchten.

Das Mittelmeerrevier erstreckt sich von der spanischen Exklave Ceuta bis zur Straße von Gibraltar und weiter entlang der Rif-Küste bis zur algerischen Grenze. Zu den wichtigsten Anlaufpunkten gehören die modernen Marinas von Saïdia, M'diq und Smir sowie die Hafenstadt Tanger. Besonders die Lage an der Straße von Gibraltar macht Tanger zu einem bedeutenden Ausgangs- und Etappenhafen für Fahrten zwischen Mittelmeer und Atlantik.

Die Atlantikküste beginnt westlich von Tanger und reicht über Rabat, Casablanca, El Jadida und Essaouira bis nach Agadir im Süden. Sie unterscheidet sich deutlich von den geschützten Bedingungen vieler Mittelmeerreviere. Starke Dünung, teilweise kräftige Winde und ausgeprägte Gezeiten prägen die Navigation. Die Häfen liegen oft weit auseinander, weshalb eine sorgfältige Törnplanung erforderlich ist. Viele Hafenanlagen dienen primär der Fischerei und dem Handel, bieten inzwischen aber zunehmend auch Liegeplätze für Sportboote.

Ein wichtiges Zentrum für den Wassersport ist die Marina Bouregreg zwischen Rabat und Salé. Sie zählt zu den modernsten Yachthäfen Nordafrikas und bietet gute Versorgungsmöglichkeiten. Auch die Marina von Tanger sowie die Marina Agadir haben sich zu bedeutenden Anlaufpunkten für internationale Fahrtensegler entwickelt.

Besondere Aufmerksamkeit erfordert die Passage der Straße von Gibraltar. Hier treffen Mittelmeer und Atlantik aufeinander, was zu starken Strömungen und teils anspruchsvollen Windverhältnissen führen kann. Gleichzeitig gehört die Region zu den meistbefahrenen Schifffahrtsstraßen der Welt. Eine sorgfältige Navigation und permanente Verkehrsobservation sind daher unerlässlich. Seit einigen Jahren kommt es hier auch immer wieder zur Vorfällen mit Orcas. 

Das Klima variiert je nach Region. Die Mittelmeerküste zeichnet sich durch heiße, trockene Sommer und milde Winter aus. An der Atlantikküste wirken die Einflüsse des Ozeans temperaturausgleichend. Die Hauptsaison für Segler liegt in der Regel zwischen April und Oktober. In den Sommermonaten sorgen die Passatwinde insbesondere an der Atlantikküste häufig für gute Segelbedingungen, können jedoch lokal auch kräftig ausfallen.

Zu den attraktivsten Zielen für Fahrtensegler zählen die historischen Städte Tanger, Rabat und Essaouira. Letztere gilt mit ihrer von Stadtmauern umgebenen Altstadt und ihrem lebhaften Hafen als eines der kulturellen Highlights des Landes. Im Süden locken die langen Sandstrände rund um Agadir, während die Mittelmeerküste mit geschützten Buchten und modernen Marinas aufwartet.

Marokko eignet sich besonders für erfahrene Skipper, die ein abwechslungsreiches Revier mit nordafrikanischem Flair, langen Küstenpassagen und einer interessanten Mischung aus Atlantik- und Mittelmeerbedingungen suchen. Wer sich auf die besonderen nautischen Gegebenheiten einstellt, findet hier ein spannendes Fahrtenrevier abseits der stark frequentierten Segelzentren Europas.

Marinas in diesem Revier

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Wissenswertes

Einreise mit dem Sportboot

Sportboote aus dem Ausland müssen bei der Ankunft in einem offiziellen Einreisehafen einklariert werden. Die Formalitäten erfolgen bei Grenzpolizei, Zoll und Hafenbehörde. Dabei werden die Schiffspapiere und die Ausweisdokumente der Besatzung kontrolliert.

Während des Aufenthalts sollten die ausgestellten Einklarierungsunterlagen stets an Bord mitgeführt werden. Vor dem Verlassen Marokkos ist das Boot ordnungsgemäß auszuklarieren.

Erforderliche Dokumente

Folgende Unterlagen sollten im Original an Bord vorhanden sein:

  • Reisepass aller Besatzungsmitglieder
  • Bootsregistrierung beziehungsweise Eigentumsnachweis (z. B. ADAC Internationaler Bootsschein – IBS)
  • Versicherungsnachweis
  • Gegebenenfalls Funklizenz und Funkzeugnisse
  • Crewliste
  • Einklarierungsunterlagen der marokkanischen Behörden
  • Führerscheine

Für ausländische Wassersportler werden die im Heimatstaat vorgeschriebenen Befähigungsnachweise grundsätzlich anerkannt. Deutsche Sportbootführerscheine werden bei vorübergehenden Aufenthalten akzeptiert.

Beim Chartern einer Yacht können zusätzliche Qualifikationsnachweise verlangt werden.

 

Sicherheitsausrüstung

Jeder Skipper sollte dafür sorgen, entsprechend der Bootsgröße und dem Fahrtgebiet ausreichend Rettungsmittel an Bord mitzuführen. Die Verantwortung für eine angemessene und einsatzbereite Sicherheitsausrüstung liegt beim Schiffsführer.

Besonders bei Fahrten entlang der marokkanischen Atlantikküste sollten die teilweise anspruchsvollen Bedingungen mit Dünung, Strömungen und größeren Distanzen zwischen den Häfen berücksichtigt werden. Eine auf Bootsgröße und Fahrtgebiet abgestimmte Sicherheitsausrüstung dient der Sicherheit der gesamten Besatzung.

Orientierung bietet die Übersicht „Empfohlene Mindest- und Sicherheitsausrüstung für Boote und Yachten“.

Funk

Für den Betrieb einer UKW-Seefunkanlage müssen die entsprechenden Funkzeugnisse und die Schiffsfunkstellenlizenz an Bord vorhanden sein.

Für deutsche Skipper ist in der Regel mindestens das Beschränkt Gültige Funkbetriebszeugnis (SRC) erforderlich.

Mehrwertsteuer für Boote

Marokko gehört nicht zur Europäischen Union. Skipper sollten daher stets einen Nachweis über die ordnungsgemäße Versteuerung ihres Bootes mitführen. Als Nachweis dienen beispielsweise die Originalrechnung, ein Mehrwertsteuernachweis oder Zollunterlagen.

Diese Dokumente können sowohl bei marokkanischen Behörden als auch bei der späteren Wiedereinreise in die Europäische Union von Bedeutung sein.

Naturschutz und Umwelt

Das Einleiten von Öl, Treibstoffresten, Fäkalien, Müll oder anderen Schadstoffen ins Meer ist verboten. In Meeresschutzgebieten und ökologisch sensiblen Küstenabschnitten können zusätzliche Schutzbestimmungen gelten.

Vor dem Ankern in geschützten Bereichen sollten sich Skipper über die örtlichen Vorschriften informieren.

Alkohol

Marokko ist ein islamisch geprägtes Land. Der Konsum von Alkohol ist zwar erlaubt, sollte jedoch mit Rücksicht auf lokale Gepflogenheiten erfolgen.

Für das Führen eines Sportbootes unter Alkohol- oder Drogeneinfluss gelten die allgemeinen Sicherheits- und Strafvorschriften. Bereits geringe Mengen von Betäubungsmitteln können erhebliche strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.

Zollbestimmungen

Sportboote werden bei der Einreise im Rahmen einer vorübergehenden Verwendung eingeführt. Das Boot muss grundsätzlich wieder ausgeführt werden. Bei längeren Aufenthalten oder einer dauerhaften Einfuhr können Zoll- und Steuerabgaben anfallen.

Es empfiehlt sich, sämtliche Ein- und Ausklarierungsdokumente während des gesamten Aufenthalts sorgfältig aufzubewahren.

Besonderheiten für Fahrten in die Straße von Gibraltar

Bei Fahrten zwischen Mittelmeer und Atlantik sind die starken Strömungen in der Straße von Gibraltar sowie der dichte internationale Schiffsverkehr zu berücksichtigen. Eine sorgfältige Törnplanung und permanente Verkehrsobservation sind hier besonders wichtig.

Seit einigen Jahren kommt es vermehrt zu Übegriffen von Orcas auf Segelyachten. Aktuelle Verhaltensempfehlungen gibt es hier.