Canal du Midi
Marinas in diesem Revier
Wissenswertes
Aktuelle Informationen
Vor der Fahrt ist es wichtig, die aktuellen Informationen über die Situation am Canal du Midi einzuholen. Vor allem niedrige Wasserstände können eine Tour durch den kanal erheblich einschränken, bzw. je nach Tiefgang unmöglich machen. Aktuelle Informationen auf dem VNF Portal.
Vignette
Für private Sportboote ist auf dem Canal du Midi eine VNF-Vignette erforderlich. Sie muss für Boote gelöst werden, die länger als fünf Meter sind oder einen Motor mit mehr als 7,29 kW (9,9 PS) besitzen. Die Vignette gilt nicht nur für den Canal du Midi, sondern für das gesamte von der französischen Wasserstraßenverwaltung Voies Navigables de France (VNF) betriebene Wasserstraßennetz. Die VNF empfieht ausdrücklich, die Vignette onine zu kaufen.
Preise
Die Gebühren richten sich nach der Bootslänge und der gewünschten Nutzungsdauer. Angeboten werden Tages-, Wochen-, Monats- und Jahresvignetten. Als Orientierung kostet eine Sieben-Tage-Vignette für eine zehn Meter lange Yacht rund 80 Euro, für zwölf Meter etwa 95 Euro und für 13 Meter rund 100 Euro. Charterboote verfügen in der Regel bereits über eine gültige Vignette.
Schleusen
Der Canal du Midi verfügt über 63 Schleusenanlagen. Darunter befinden sich zahlreiche Doppel-, Drei-, Vier- und Siebenfachschleusen. Die bekannteste ist die siebenstufige Schleusentreppe von Fonseranes bei Béziers, die zu den größten Schleusenanlagen Europas zählt.
Je nach Abschnitt werden die Schleusen entweder automatisch oder von Schleusenpersonal bedient. An automatischen Schleusen löst die Bootsbesatzung den Schleusenvorgang selbst aus, während an größeren oder stärker frequentierten Anlagen Schleusenwärter den Betrieb koordinieren.
In der Hauptsaison sind die Schleusen täglich geöffnet. Mittags wird jedoch auf den meisten Abschnitten eine etwa einstündige Pause eingelegt. An der Schleusentreppe von Fonseranes sowie an der Rundschleuse von Agde gelten teilweise feste Passagezeiten. Vor Reisebeginn lohnt sich deshalb ein Blick auf die aktuellen VNF-Betriebszeiten.
Bootsabmessungen
Der Canal du Midi wurde im 17. Jahrhundert gebaut. Entsprechend begrenzen niedrige Brücken und relativ flache Fahrwasser die Abmessungen der Boote.
Für Sportboote gelten - abhängig von den aktuellen Bedingungen - folgende Maximalwerte:
- maximale Bootslänge: rund 30 Meter
- maximale Breite: 5,50 bis 5,70 Meter (je nach Abschnitt)
- garantierte Wassertiefe: 1,40 Meter
- geringste lichte Höhe: 3,30 Meter in der Brückenmitte
Besonders wichtig ist die niedrige Brücke von Capestang. Durch ihre gewölbte Form nimmt die nutzbare Durchfahrtshöhe zu den Seiten deutlich ab. Maßgeblich ist deshalb nicht nur die Gesamthöhe des Bootes, sondern auch dessen Breite und die Position von Steuerstand, Solarpaneelen oder Geräteträgern.
Segelyachten können den Canal du Midi ausschließlich mit gelegtem Mast befahren.
Geschwindigkeit
Auf dem Canal du Midi gilt grundsätzlich eine Höchstgeschwindigkeit von 8 km/h. In Häfen, an Liegeplätzen sowie beim Passieren anderer Boote oder Angler muss die Geschwindigkeit entsprechend reduziert werden, um Wellenschlag und Uferschäden möglichst gering zu halten.
Bootsführerschein
Wer mit dem eigenen Sportboot unterwegs ist, benötigt die nach den nationalen Vorschriften erforderliche Fahrerlaubnis. Für deutsche Skipper ist dies auf dem Canal du Midi in der Regel der Sportbootführerschein Binnen für motorisierte Boote.
Bei führerscheinfreien Charterbooten gilt eine Sonderregelung. Nach einer ausführlichen Einweisung stellt das Charterunternehmen eine zeitlich befristete Fahrgenehmigung für das gemietete Boot aus.
Funk
Ein UKW-Funkgerät ist auf dem Canal du Midi für Sportboote grundsätzlich nicht vorgeschrieben. Die Kommunikation mit Schleusen erfolgt meist direkt vor Ort oder über das Schleusenpersonal. Ein Mobiltelefon sollte griffbereit iegen, um bei Störungen oder Fragen Kontakt mit der VNF aufnehmen zu können.
Liegeplätze und Versorgung
Entlang des Kanals stehen zahlreiche Marinas, kommunale Häfen und öffentliche Anleger zur Verfügung. Viele verfügen über Strom- und Wasseranschlüsse sowie Einkaufsmöglichkeiten in unmittelbarer Nähe. Besonders beliebte Orte wie Carcassonne, Castelnaudary, Le Somail oder Béziers sind in der Hauptsaison oft bereits am Nachmittag gut belegt.
Beste Reisezeit
Die Saison dauert in der Regel von Ende März bis Ende Oktober. Besonders angenehm gelten Mai, Juni und September. Im Hochsommer können Temperaturen von deutlich über 30 Grad erreicht werden. Gleichzeitig nimmt der Charterverkehr im Juli und August erheblich zu, sodass vor den Schleusen längere Wartezeiten entstehen können.
Etappenplanung
Obwohl der Canal du Midi nur rund 240 Kilometer lang ist, bestimmen die zahlreichen Schleusen die einzelnen Tagesetappen. Für die komplette Strecke zwischen Toulouse und dem Étang de Thau sollten mindestens zehn bis zwölf Tage Fahrt eingeplant werden. Wer unterwegs historische Städte besichtigen oder mehrere Ruhetage einlegen möchte, sollte eher zwei Wochen oder mehr vorsehen. Lohnenswert ist ein Botsurlaub auf dem Kanal ohnehin.
Aktuelle Informationen
Vor Reisebeginn empfiehlt sich ein Blick auf die aktuellen Schifffahrtsmeldungen der VNF. Dort werden Sperrungen, Bauarbeiten, Wasserstände, geänderte Schleusenzeiten oder Einschränkungen aufgrund von Trockenheit veröffentlicht. Gerade in den Sommermonaten können diese Informationen für die Reiseplanung entscheidend sein.
















