Die östlichste Stadt Italiens liegt nur 80 km vom Balkan entfernt. Von den Ruinen des Stauferkastells reicht bei klarem Wetter der Blick bis zu den Bergen Albaniens. Schon in der Antike war Otranto ein wichtiger Hafen, im Mittelalter schifften sich hier Kreuzfahrer auf dem Weg nach Jerusalem ein. Hauptattraktion der Stadt ist die Kathedrale S. Maria Annunziata (begonnen um 1080) mit ihrem gewaltigen Bodenmosaik. Der Bilderreigen aus biblischen Szenen und Sagengestalten, der sich um einen Lebensbaum gruppiert, setzt sich aus rund 10 Mio. Mosaiksteinen zusammen. In der Kapelle der Märtyrer liegen hinter Glas die Gebeine von 800 Bürgern aus Otranto, die von türkischen Soldaten 1480 getötet wurden, weil sie sich weigerten, zum Islam überzutreten.