Vom benachbarten Cattólica aus erreicht man nach nur wenigen Kilometern das etwas landeinwärts gelegene mittelalterliche Gradara. Mächtig, mit Zinnen, Wehrgängen, Türmen, Gräben und Zugbrücken erhebt sich die Burg über dem Städtchen, das wechselweise von den Griffi, den Malatesta und den Sforza bewohnt wurde. Die noch vollständig erhaltene Burganlage aus dem 13. Jh. soll Schauplatz der tragischen Romanze zwischen der schönen Francesca da Rimini und dem Stiefbruder ihres Mannes, Paolo Malatesta, gewesen sein. Die mit der Ermordung der Liebenden durch den eifersüchtigen Gatten endende Tragödie haben viele Dichter, u. a. Dante und Ludwig Uhland, nacherzählt. Wegen seiner kühlen Höhenlage ist Gradara vor allem an heißen Sommerabenden ein beliebtes Ausflugsziel.