Ein traumhafter Segeltörn durch die Ionischen Inseln in Griechenland führt von Lefkada nach Ithaka. Der Buchautor und erfahrene Skipper Ilias Bosdas stellt den Törn vor und verrät, worauf Skipper achten müssen.
Törn von Lefkada nach Ithaka: Die wichtigsten Infos in der Übersicht
- Schwierigkeit: Sehr einfach
- Start- und Endpunkt: Lefkada (oder Preveza)
- Dauer: 1 Woche
- Länge gesamt: 85 sm
- Durchschnittliche tägliche Törndauer: 2 h 30 min
- Beste Reisezeit: Frühling, Sommer (nicht im August)
- Schiffsverkehr: Sehr hoch
- Worauf achten: Anlegen und Ankern
Tag 1: Von Lefkada nach Meganisi
Die wichtigsten Eckdaten zur Etappe:
- Dauer: 2 Stunden
- Badestopp: Atheni bay
- Zielort: Hafen von Vathy
- Tipp für die Übernachtung: Atheni-Bucht
- Plan B: Odyseas Marina oder Ankern in der Atheni-Bucht
Die Insel
Mit einem Segelboot habe ich Meganisi das erste Mal 2010 besucht, mit einem damals fast ausgemusterten, 30 Jahre alten Kreuzer. Es war Hochsaison mitten im Sommer, doch wir waren nur vier Boote in der Atheni-Bucht, der Hauptbucht im Nordosten, wo die meisten Segler Schutz suchen und die einen atemberaubenden Blick auf die Milchstraße bietet.
Auch heute noch ist Meganisi ein Juwel im Ionischen Meer, obwohl es dort unzählige Segelboote gibt. Dennoch ist die Insel mit ihrer unberührten Schönheit immer noch ein Ort der Ruhe und Erholung. Trotz ihres Namens, der auf Griechisch "Große Insel" bedeutet, ist Meganisi klein, aber sie bietet wunderschöne Landschaften, kristallklares Wasser und charmante Dörfer. Die Insel ist berühmt für ihre Fjorde auf der Nordseite, die sich perfekt zum Schwimmen und Ankern eignen.
Der Törn von Lefkada nach Meganisi
Der Fahrt vom Hafen von Lefkada nach Meganisi ist wunderschön - der Blick auf das Meer mit den umliegenden Bergen wird von Segelbooten untermalt, die gleichzeitig diese Route befahren. Die 11 Seemeilen lange Route führt in südöstlicher Richtung zum Hafen von Vathy, dem ersten Zwischenstopp dieser Reise.
Die erste Herausforderung besteht darin, Lefkada über den künstlichen Kanal zu verlassen, der auf eine Tiefe von 5 m ausgebaggert wurde. Bei der Navigation in diesem Kanal sind einige Punkte zu beachten:
- Die Höchstgeschwindigkeit im Kanal beträgt 5 Knoten
- Tiefe und Breite entsprechen aufgrund regelmäßiger Baggerarbeiten möglicherweise nicht den Angaben in den Seekarten.
- Es gibt keine Gezeiten.
- Gelegentlich treten Strömungen von 1 bis 2 Knoten auf, die das Manövrieren erschweren.
- Das Ankern ist verboten.
- Pfähle mit roten und grünen Dreiecken markieren die Grenzen des Kanals.
- Da der Verkehr sehr dicht ist, muss aus Sicherheitsgründen ein ausreichender Abstand zum vorausfahrenden Boot eingehalten werden.
- Skipper sollten konzentriert sein und das Steuerrad festhalten, da der Platz begrenzt ist und die Gefahr des Auflaufens groß ist.
- Wer zum ersten Mal hier ist, sollte nicht nachts fahren.
Sobald das südliche Ende des Kanals erreicht ist, wird Kurs auf die Bucht von Vathy in Meganisi genommen. Die vorherrschende Windrichtung ist Nord-Norwest und überschreitet nicht 10 bis 12 Knoten, sodass vor dem Wind gesegelt wird.
Auf der Backbordseite bietet sich ein Blick auf die Bergkette Pindos mit einer durchschnittlichen Höhe von 2.000 m und einer kargen Landschaft auf den Gipfeln. Auf der Steuerbordseite sieht man den Berg Elati (1.182 m), den höchsten Gipfel von Lefkada. Die Landschaft ist atemberaubend mit dem steilen Berg in nächster Nähe zum Meer und den Hängen mit den grünen, dichten Wäldern der Insel Lefkada. Besondere Vorsicht ist beim Xeiromyti-Riff auf der südöstlichen Seite von Skorpios geboten. Das Riff ist gut kartografiert.
Ein sehr schöner Ort zum Schwimmen ist die Atheni-Bucht. Dieser Ankerplatz ist auch für eine Übernachtung (Plan B) zu empfehlen, falls der Hafen von Vathy voll ist.
Das Ziel: Vathy Bay
Das Ziel der ersten Tagesetappe ist die Bucht von Vathy mit ihrem Hafen. Wenn man sich der Bucht nähert, ist die Einfahrt erst aus nächster Nähe zu erkennen. Vathy verfügt über einen öffentlichen Hafen und einen privaten Yachthafen, der Odyseas Marina.
Im öffentlichen Hafen können Skipper mit ihrem Anker an den mit einer blauen Linie markierten Positionen anlegen. Der Meeresboden ist schlammig und der Anker hält gut. Wasser und Strom sind an den meisten Liegeplätzen gegen eine geringe Gebühr verfügbar.
Die Odyseas Marina ist privat und sollte im Voraus reserviert werden. Es sind Festmacherleinen installiert, daher sollte der Anker nicht verwendet werden. Das Personal zeigt den Liegeplatz und hilft beim Anlegen.
Plan B: Atheni-Bucht
Falls der Hafen von Vathy voll ist und auch in der Odyseas Marina keine Liegeplätze verfügbar sind, kann man auch mit dem Heck zu den Felsen in die Atheni-Bucht fahren. Dieser Ankerplatz ist nur 3 Seemeilen von der Bucht von Vathy entfernt. Besondere Vorsicht ist in den seichten Gewässern zwischen Meganisi und Alafonisi sowie zwischen Meganisi und Mikro Nisopoulo geboten. Skipper sollten diese Felsen vorsichtig umfahren und es vermeiden, zwischen ihnen hindurchzufahren.
Tag zwei: Die Sivota-Bucht auf Lefkada
Die wichtigsten Eckdaten zur Etappe:
- Dauer: 1 h 30 min
- Badestopp: Ammoglossa
- Zielort: Schwimmstege bei Sivota
- Must visit: Sivota
- Plan B: Sivota Bucht oder Mikros Gialos
Die Insel
Egal, wen man fragt: Mit Ausnahme der Einheimischen werden alle sagen, dass Lefkada keine Insel sei. Lefkada ist jedoch in der Tat eine Insel, die für ihre atemberaubenden Strände, ihr türkisfarbenes Wasser und ihre üppig grünen Landschaften bekannt ist. Sie ist durch eine Schwimmbrücke mit dem griechischen Festland verbunden, die sich öffnet, damit Schiffe von Süden nach Norden fahren können. Die Brücke bietet einen einfachen Zugang und bewahrt gleichzeitig den Charme der Insel.
Berühmte Strände wie Porto Katsiki, Egremni und Kathisma an der Westküste ziehen Besucher mit ihrem blauen Wasser und ihren dramatischen Klippen an, aber leider sind sie für einen Besuch mit dem Segelboot nicht zu empfehlen.
Das Wasser ist sehr tief und alle Stellen sind dem offenen Meer ausgesetzt. Die Insel ist weitläufig, und ein eintägiger Zwischenstopp mit dem Segelboot bietet einen Einblick in alles, was sie zu bieten hat.
Sivota, das zweite Ziel dieser Reise, ist ein wunderschöner Ort. Tagsüber ist es dort recht ruhig, nachts hingegen viel lebhafter. Die weitere Umgebung bietet traumhafte Strände mit herrlichem Wasser und weißem Sand, die für ihre Schönheit und ihre wilde Kulisse bekannt sind. Wenn man dieselbe Reise in zwei Wochen unternimmt, hat man mehr Flexibilität, all diese schönen Orte zu besuchen.
Von Meganisi nach Sivota
Die Etappe von Meganisi nach Sivota ist mit nur 7 Seemeilen die kürzeste dieser Reise und dauert bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 5,5 Knoten etwa 1 Stunde und 30 Minuten. Nördlich von Meganisi kann man mit raumem Wind und dann im Kanal zwischen Meganisi und Lefkada vor dem Wind segeln.
Ein schöner Ort zum Schwimmen ist die Insel Ammoglossa. Skipper sollten in Küstennähe zu bleiben, da die Tiefe in der Mitte des Kanals zwischen Ammoglossa und Meganisi 20 m beträgt. Es empfiehlt sich, in einer Tiefe von 8 bis 10 m zu ankern und 30 m Kette auszulassen. Unbedingt sollte man testen, ob der Anker gut hält, indem man den Rückwärtsgang einlegt und anhand eines festen Punktes an Land überprüft, ob man abtreibt oder nicht.
Das Ziel: Die Bucht von Sivota
Die Bucht von Sivota hat sich in den letzten zehn Jahren hinsichtlich der Anlegemöglichkeiten erheblich weiterentwickelt. Es gibt zehn private Schwimmstege mit jeweils vielen verfügbaren Liegeplätzen. An allen Stegen sind Festmacherleinen installiert, sodass ein Anker nicht verwendet werden darf. Das Personal vor Ort ist sehr freundlich und sorgt dafür, dass Skipper in diesem engen Raum ohne Beschädigung Ihres Bootes anlegen können. Wasser und Strom sind an allen Liegeplätzen und Schwimmstegen verfügbar.
Reserviert werden sollte im Voraus, damit bei der Ankunft ein Platz zur Verfügung steht. Das reicht in der Regel am Vorabend. In der Hochsaison sollte man zwei oder sogar drei Tage im Voraus reservieren.
Plan B: Ankern in der Sivota-Bucht oder Mikros Gialos
Falls alle Schwimmstege in der Bucht von Sivota belegt sind, gibt es zwei Alternativen in der Region. Die erste Möglichkeit ist, in der Bucht von Sivota vor Anker zu gehen. Dafür sollte eine ausreichend lange Kette verwendet und sichergestellt werden, dass das Boot genügend Platz zum Schwenken hat. In der Regel ist die Bucht überfüllt, und in unmittelbarer Nähe zu vielen anderen Booten kann es schnell mal eng werden.
In diesem Fall kann man auch in der Mikros-Gialos-Bucht vor Anker gehen. Hier sollte man so nah wie möglich an die Küste heranfahren und den Anker in einer Tiefe von 10 bis 15 m werfen. Der Meeresboden besteht aus einer Mischung aus Sand und Seegras, es sollte also sichergestellt werden, dass der Anker mit einer ausreichenden Kettenlänge (>45 m) richtig eingegraben ist. Um zu testen, ob der Anker richtig gesetzt ist, sollte der Rückwärtsgang eingelegt werden.
Tag 3: Zur Insel Kefalonia
Die wichtigsten Eckdaten zur Etappe:
- Dauer: 2 h
- Badestopp: Emplisi
- Zielort: Hafen von Fiskardo
- Must visit: Die Höhle von Melissani
- Plan B: Ankern in der Bucht von Fiskardo
Die Insel
Kefalonia, die größte der Ionischen Inseln, bietet eine Vielzahl von Landschaften, von wunderschönen, unberührten Stränden bis hin zu grünen Bergen, und ist damit der perfekte Ort für Naturliebhaber. Auf der Insel befindet sich die Melissani-Höhle, ein Naturwunder mit kristallklarem türkisfarbenem Wasser. Besucher können diese unterirdische Höhle mit dem Boot erkunden.
Mittags, wenn das Sonnenlicht durch die Öffnung der Höhle fällt, entsteht ein magisches Zusammenspiel von Licht und Farben. Ein weiteres Muss ist die Drogarati-Höhle, eine riesige unterirdische Kammer, die mit Stalaktiten und Stalagmiten verziert ist und die geologische Bedeutung der Insel verdeutlicht.
Neben ihren Höhlen beherbergt Kefalonia Weinberge, Berge und bezaubernde Strände wie Myrtos, die für ihre leuchtend blauen Farbtöne und atemberaubenden weißen Steine bekannt sind. Mit Wanderwegen und weitem Blick ist der Berg Enos (1.628 m) wirklich beeindruckend, da er so nah am weiten Meer liegt.
Ein einziger Tag mit einem Segelboot in Kefalonia reicht nicht aus, um alles zu sehen, was die Insel zu bieten hat. Dennoch ist die Schönheit von Fiskardo ein reizvoller Einstieg in den Charme der Insel.
Von Lefkada nach Kefalonia
Ein Segeltörn von Lefkada nach Kefalonia ist eine der schönsten Reisen im Ionischen Meer. Vor einem liegen die atemberaubenden Inseln Kefalonia und Ithaka, während sich an der Steuerbordseite die Weite des offenen Meeres endlos bis zum Horizont erstreckt.
Das tiefe Blau des Ionischen Meeres verleitet dazu, nach Westen abzubiegen und Kurs auf Italien zu nehmen, aber die rationale Stimme im Kopf erinnert daran, dass die Zeit begrenzt ist und die Reise irgendwann enden muss, um zu den Anforderungen des Alltags zurückzukehren. Diese Freiheit, die das Meer bietet, ist ein wirklich erstaunliches Gefühl, das sich nur schwer in Worte fassen lässt.
Die Hauptwindrichtung ist Nordwest, mit einer Geschwindigkeit von typischerweise 12 bis 15 Knoten. Ist das Kap Doukato hinter sich gelassen, spürt man die großen, aber erträglichen Wellen des offenen Ionischen Meeres.
Diese Passage mit ihren langen, aber nicht aggressiven Wellen, ist etwas Besonderes und in der Ägäis kein zweites Mal zu finden. Mit vollständig geöffnetem Großsegel und Genua segelt man bequem auf einem breiten Kurs.
Die Bucht von Fiskardo ist schwer zu erkennen, man sollte also immer auf den Kurs achten, um nicht abzudriften und Zeit zu verlieren.
Das Ziel: Die Bucht von Fiskardo
Wer in der Hochsaison in die Bucht von Fiskardo einfährt, sollte besondere Vorsicht walten lassen. Es gibt sehr viele Segelboote, kleine Fähren, Yachten und sogar Menschen, die von ihren Booten aus schwimmen.
Der kleine Hafen befindet sich auf der Westseite der Bucht und es ist selbst in der Nebensaison unmöglich, einen Liegeplatz zu finden. Es gibt unweit zum Hafen jedoch auch verfügbare Ankerplätze. Skipper sollten mit ihrem Anker und ihren Heckleinen mit dem Heck zu diesen Stellen am Kai anlegen. Wasser und Strom sind an einigen Liegeplätzen entlang des Hafenkai verfügbar.
Plan B: Ankern in der Bucht von Fiskardo
Der Hafen von Fiskardo ist sehr klein, aber gleichzeitig sehr beliebt. Skipper sollten darauf vorbereitet sein, dass der Plan B zum Plan A wird. Das sollte aber kein Grund zur Sorge sein, schließlich gibt es viele Segler, die das zum ersten Mal machen, sodass sich alle gegenseitig helfen.
Am besten legt man mit dem Heck zu den Felsen an und verwendet dabei die Leinen an Land. Die Tiefe beträgt 10 bis 15 m. Deshalb sollte gewartet werden, bis der Anker den Meeresboden erreicht hat, bevor man den Motor rückwärts laufen lässt. Es gibt viele Felsen, an denen die Heckleinen befestigt werden können. Ist der Vorgang abgeschlossen, sollte man sich vergewissern, dass der Anker richtig sitzt und den Motor rückwärts laufen lassen, um ihn zu testen.
Tag 4: Von Kefalonia nach Ithaka
Die wichtigsten Eckdaten zur Etappe:
- Dauer: 2 h 30 min
- Badestopp: Gidaki
- Zielort: Hafen Vathy
- Must visit: Das Städtchen Vathy
- Tipp für eine Übernachtung: Bucht von Kioni
- Plan B: Ankern in der Bucht von Vathy
Die Insel
Keine andere Insel ist so eng mit der Seefahrt verbunden wie Ithaka, die Heimat von Odysseus, dem Helden aus Homers Odyssee. Ithaka ist reich an Geschichte und Mythen und ein Symbol für Sehnsucht, Ausdauer und die Unerschütterlichkeit des menschlichen Geistes.
Die malerische Landschaft mit ihren Olivenbäumen, felsigen Küsten und türkisfarbenen Gewässern bietet allen Besuchern, insbesondere Seglern, einen Ort der Ruhe und Erholung. Der Hauptort der Insel, Vathy, verfügt über einen charmanten Hafen, der von traditioneller Architektur umgeben ist, während archäologische Stätten wie die Höhle der Nymphen und die Ruinen von Alalcomenae einen Einblick in ihre historische Vergangenheit geben.
Ithaka ist nicht nur eine wunderschöne Insel, sondern steht auch für eine zeitlose Idee – einen Ort der Erfüllung und Zugehörigkeit. Seit Jahrhunderten inspiriert sie Dichter, Reisende und Träumer dazu, ihre eigene Version von Ithaka zu finden, was sie zu einem Symbol von universeller Anziehungskraft und Charme macht.
Von Kefalonia nach Ithaka
Der Törn von Fiskardo auf Kefalonia nach Vathy, dem Hauptort der Insel Ithaka beträgt etwa 14 Seemeilen. Die Windrichtung ist Nord-Nordwest, sodass man aufgrund des scheinbaren Windes zunächst bis zum Kap A. Ioannis auf einem am-Wind-Kurs segelt. Sobald das nördlichste Kap von Ithaka umrundet ist, ändert sich der Kurs auf Südost und es wird vor dem Wind gesegelt.
Auf der Ostseite (Leeseite) von Ithaka ist mit Böen zu rechnen, die jedoch in der Regel nur in Küstennähe auftreten.
Auf dem Weg nach Vathy kommt man an der Bucht von Kioni vorbei. Die markanten Windräder am Eingang der Bucht sind schon von Weitem sichtbar. Dieser Ort ist wirklich wunderschön und verfügt über ein sehr traditionelles Küstendorf auf einer Bergklippe.
Der grüne Wald mit Oliven-, Kiefern- und Zypressenbäumen schafft eine einzigartige Landschaft. Wer sich entscheidet, in Kioni anzulegen, sollte sich darauf einstellen, dass es Böen vom Berg hinunter in die Bucht gibt.
Der kleine Hafen von Kioni ist oft voll, daher sollte man mit dem Heck zu den Felsen fahren und die Leinen an Land verwenden.
Wer bis nach Vathy weitersegelt, findet mit dem Strand von Gidaki einen schönen Ort, um zum Schwimmen anzuhalten. Geankert werden sollte in einer Tiefe von 8 bis 10 m. Es sollte sichergestellt werden, dass genügend Platz zum Schwenken besteht, da dieser Ort in der Regel mit vielen Segelbooten überfüllt ist.
Das Ziel: Vathy
Direkt im Hafen von Vathy gibt es eine Handvoll guter Liegeplätze, an denen mit dem Heck voran angelegt werden kann. Das sind die besten Liegeplätze, aber leider sind sie begrenzt und daher oft belegt. Alternativ kann man auch mit dem Heck an mehreren Stellen im westlichen Hafenbereich anlegen.
Der Meeresboden ist schlammig und 10 m tief. Wenn es möglich ist und das Nachbarboot auf die gleiche Weise angelegt hat, sollte man den Anker etwas nördlich fallen lassen. Auf diese Weise hält er beim Rückwärtsfahren und auch beim Anlegen besser. Man sollte mehr als 45 m Ankerkette auslassen und schnell rückwärts zum Kai fahren, da der Nordwestwind das Boot schnell vom Zielort abtreiben lässt. Wasser und Strom sind an den meisten Liegeplätzen zu angemessenen Kosten verfügbar.
Plan B: Ankern in der Bucht von Vathy
Der Hafen von Vathy ist groß und verfügt über viele Liegeplätze. Allerdings ist er auch sehr beliebt, sodass man oft keinen Platz mehr findet, wenn man spät (nach 16:00 Uhr) ankommt. In diesem Fall kann man auch in der Bucht vor dem Hafen vor Anker gehen. Skipper sollten versuchen, so nah wie möglich am Nordostkai zu ankern, um die Tiefe von 10 m nicht zu überschreiten. Es wird empfohlen, mehr als 40 m Kette auszuwerfen und zu überprüfen, ob der Anker richtig sitzt, falls es in der Nacht zu starken Windböen (> 20 Knoten) kommt.
Tag 5: Kalamos
Die wichtigsten Eckdaten zur Etappe:
- Dauer: 3 h 30 min
- Badestopp: Atokos
- Zielort: Hafen von Kalamos
- Plan B: Ankern in der Hafenbucht oder im Port Leone
Die Insel
Kalamos, die letzte Station dieser Reise, ist ein Schatz an authentischer und natürlicher Schönheit und gilt als eine der unberührtesten Inseln der Region. Dieses versteckte Juwel im Ionischen Meer liegt östlich von Meganisi und besticht durch eine Landschaft mit dichten grünen Wäldern, in denen sich Pinien von den steilen Bergen (750 m) bis hinunter zu den goldenen Stränden erstrecken.
Der Charme der Insel liegt in ihrer Einfachheit und Unberührtheit. Da es fast keine Autos gibt, bietet Kalamos eine seltene Flucht aus der Hektik der Moderne. Das Hauptdorf, das auch als Hafen dient, mit seinen wenigen Geschäften und alten Häusern, die die Besucher – von denen die meisten mit dem Segelboot anreisen – herzlich willkommen heißen, ist wirklich bezaubernd.
Von Ithaka nach Kalamos
Sobald die Bucht von Vathy auf Ithaka hinter sich gelassen ist, setzt man beide Segel setzen und steuert auf Kurs Nordost. Die Strecke von Ithaka nach Kalamos beträgt etwa 20 Seemeilen. Bei günstigem Nordwestwind sollte man je nach den aktuellen Wetterbedingungen auf Halbwindkurs oder Amwindkurs segeln.
Auf dem Weg nach Kalamos kommen Skipper an der Insel Atokos vorbei. Dieser unbewohnte Ort ist eine Privatinsel, aber es ist erlaubt, sich ihr mit dem Boot zu nähern und sogar den Strand zu betreten. Auf ihrer Südostseite befindet sich eine wunderschöne Bucht, die sich ideal zum Schwimmen eignet.
Die zweite Etappe von Atokos nach Kalamos beträgt 10 Seemeilen und dauert somit etwas weniger als 2 Stunden. Wer in den Kanal zwischen Kalamos und Kastos einfährt, sollte mit einigen Böen rechnen, die normalerweise nachmittags aus West-Südwest kommen. Bei starken Böen ist es besser, nur mit der Genua weiterzufahren, da der Kanal zu eng zum Wenden ist.
Das Ziel: Der Hafen Kalamos
Wenn man sich Kalamos nähert, ist der Hafen noch nicht zu sehen, sondern nur die wenigen Häuser des kleinen Dorfes im Südwesten. Es empfiehlt sich, vorsichtig um den langen Kai mit dem Wellenbrecher herum zu navigieren, da sich auf der Ostseite viele Felsen befinden.
Im Hafen von Kalamos fungiert Giorgos, der Besitzer einer Taverne, als inoffizieller Hafenmeister. Normalerweise legen Segelboote mit dem Heck an mehreren, dafür vorgesehen Positionen an. Er schafft es jedoch irgendwie, viel mehr Boote in einer seltsamen Kombination nebeneinander und mit dem Heck zum Kai zu stapeln.
Mein Vorschlag ist, seinen Anweisungen zu folgen und keine Eigeninitiative zu ergreifen. Er erwartet danach nicht, dass Sie in seinem Restaurant zu Abend essen.
Ich weiß nicht, wie viele Jahre Giorgos noch seine „Dienste” als inoffizieller Hafenmeister anbieten wird, aber es ist unglaublich, wie viele Boote er in einem so kleinen Hafen unterbringt.
Plan B: Ankern an der Hafeneinfahrt
Selbst wenn der Hafen voll aussieht und kein Platz mehr frei ist, wird Giorgos einen Liegeplatz finden. Es wird jedoch empfohlen, nicht zu riskieren, bei Nacht in den Hafen einzulaufen, falls Wind aufkommt. Alternativ können Skipper auf der nordöstlichen Seite der Hafeneinfahrt vor Anker gehen.
Der Weg zurück nach Lefkada
Zurück geht es zur Lefkada Marina, die einen sehr guten Schutz bietet. Wer sich von Süden nähert, findet eine Tankstelle, falls aufgetankt werden muss. In der Regel sind alle Boote auf Kanal 69 des UKW-Funkgeräts eingestellt, über den das örtliche Personal zum Liegeplatz gelotst werden kann. Das Personal hilft auch beim Anlegen mit Beibooten, da der verfügbare Platz zum Manövrieren äußerst begrenzt ist. Man sollte beachten, dass der Nordwestwind am Nachmittag und bis zum Sonnenuntergang zunimmt, was das Anlegen erschwert.
Set Sail in Greece: Weitere Segeltörns in Griechenland für Einsteiger und Experten
Dieser Törn stammt aus dem Buch "Set Sail in Greece" von Ilias Bosdas. Auf 332 Seiten hat der erfahrene Skipper die 10 besten Segeltörns Griechenlands ausgewählt und beantwortet alle wichtigen Fragen für einen sicheren und angenehmen Törn. Diese Routen eignen sich ideal für das Chartern von Monohulls oder Katamaranen und dienen auch Eignern als wertvolle Orientierungshilfe. Jeder Törn folgt einer ein- oder zweiwöchigen Reiseroute und startet von wichtigen Charterbasen wie Athen, Lavrio, Lefkas, Preveza, Paros, Kos, Rhodos, Volos, Samos und Chalkidiki.
Die Routen sind von sehr leicht bis sehr schwierig eingestuft und berücksichtigen dabei Wetter, die Verfügbarkeit von Häfen, sicheren Ankerplätzen und Schiffsverkehr. Zu jeder Destination finden Sie praktische Informationen zu Reisezeit, Sehenswürdigkeiten, Schwierigkeitsgrat, möglichen Gefahren und Wetterlagen - alles unterstützt durch Karten. Für den Fall, dass Ihr Wunschhafen belebt ist, stehen Ihnen auch alternative Ankerplätze als Plan B zur Verfügung.