Großbritannien

Großbritannien

13

Großbritannien - Revierübersicht

Die Küsten des Vereinigten Königreichs zählen zu den vielfältigsten und anspruchsvollsten Wassersportrevieren Europas. Von stark tidegeprägten Revieren im Ärmelkanal über die flachen, sandbankreichen Küsten der Nordsee bis hin zu den fjordartigen Gewässern der schottischen Westküste reicht die Bandbreite.

Große Tidenhübe, teils sehr starke Gezeitenströme, wechselhafte Wetterbedingungen und dichter Schiffsverkehr erfordern in nahezu allen Revieren eine sorgfältige Navigation und fundierte Tidenplanung.

Reviercharakter

Die meisten Küstengewässer Großbritanniens sind stark vom Tidenhub geprägt, der je nach Region zwischen etwa 2 und über 10 Meter liegen kann. Entsprechend entstehen kräftige Gezeitenströme, die insbesondere an Kaps, Engstellen und in Insellagen erhebliche Geschwindigkeiten erreichen.

Viele Häfen sind tideabhängig und liegen in Flussmündungen oder hinter Barreformationen. Das Trockenfallen von Booten ist in einigen Regionen üblich und Teil der Revierpraxis.

Der Schiffsverkehr ist vor allem im Bereich des Ärmelkanals sowie in der südlichen Nordsee sehr dicht. Verkehrstrennungsgebiete sind strikt zu beachten. 

Die Infrastruktur für Wassersportler ist insgesamt sehr gut. Neben modernen Marinas gibt es zahlreiche traditionelle Häfen mit Moorings oder Trockenliegeplätzen.

Die wichtigsten Reviere Großbritanniens

Südküste Englands (Ärmelkanal)

Die Südküste ist das am intensivsten befahrene Wassersportrevier des Landes. Zwischen Dover und Land’s End wechseln sich Steilküsten, Buchten und Flussmündungen ab. Der Tidenhub liegt meist zwischen 2 und 6 Metern. Besonders anspruchsvoll sind die starken Gezeitenströme sowie der dichte internationale Schiffsverkehr im Ärmelkanal.

Das Revier um den Solent gilt als eines der bedeutendsten Segelzentren Europas, mit entsprechend hoher Verkehrsdichte und sehr guter Infrastruktur.

Im Englischen Kanal herrscht reger Schiffsverkehr, der durch die quer zu den Verkehrstrennungsgebieten verkehrenden Fähren verkompliziert wird. Grobe Verstöße gegen die in den Verkehrstrennungsgebieten geltenden Regeln werden von den britischen und französischen Behörden entsprechend geahndet.

Da der Wassersport an der Südküste des Vereinigten Königreichs sehr intensiv ausgeübt wird, findet der Bootssportler meist kommerziell betriebene Marinas mit hohem Ausstattungsstandard. Eine rechtzeitige Kontaktaufnahme über Funk wird erwartet. Weil die Schiffe häufig im Päckchen an Moorings oder Pfählen liegen, ist ein Beiboot sinnvoll. Auch von Ankerliegern im teilweise recht weit gestreckten Hafengebiet wird Liegegeld erhoben.

 

Ostküste Englands (Nordsee)

Die Ostküste an der Nordsee ist deutlich flacher und durch ausgedehnte Watt- und Sandbankgebiete geprägt. Fahrwasser verändern sich teilweise regelmäßig, eine Navigation mit aktuellen Karten ist zwingend erforderlich.

Die Themse und andere große Flüsse bestimmen das Revier. Starke Tidenströme und eingeschränkte Wassertiefen machen die Planung anspruchsvoll.

Westküste Englands und Wales (Irische See)

Die Küsten an der Irischen See sind abwechslungsreich und stellenweise rau. Große Tidenhübe führen zu starken Strömungen, insbesondere rund um Kaps und Inseln wie Anglesey.

Häfen sind oft tideabhängig. Wetterumschwünge können schnell erfolgen, entsprechend ist eine flexible Törnplanung erforderlich.

 

Schottische Westküste und Hebriden

Die Westküste Schottlands zählt sicher zu den spektakulärsten Revieren Europas. Tief eingeschnittene Meeresarme (Lochs), geschützte Gewässer und die Inselwelt der Hebriden bieten hervorragende Bedingungen für längere Törns.

Der Tidenhub ist hier oft moderater, allerdings treten lokal sehr starke Strömungen auf, etwa in Engstellen zwischen Inseln. Die Infrastruktur ist weniger dicht, dafür sind Naturhäfen weit verbreitet.

 

Nordküste Schottlands

Die Nordküste ist ein anspruchsvolles Hochseerevier. Besonders der Bereich um den Pentland Firth ist bekannt für extrem starke Gezeitenströme und kabbelige See.

Die Bedingungen sind oft rau, das Wetter wechselhaft. Dieses Revier eignet sich vor allem für erfahrene Crews.

 

Kanalinseln

Die Kanalinseln bilden ein eigenständiges Tidenrevier mit einigen der stärksten Strömungen Europas, etwa im Alderney Race.

Großer Tidenhub, enge Zeitfenster bei Hafenansteuerungen und schnelle Wetterwechsel machen präzise Navigation erforderlich.

 

Fazit

Großbritanniens Küsten bieten eine außergewöhnliche Vielfalt an Revieren – von stark frequentierten Segelzentren bis hin zu abgelegenen Naturrevieren. Allen gemeinsam sind die ausgeprägten Gezeitenbedingungen, die eine sorgfältige Planung und navigatorische Erfahrung voraussetzen.

 

 

Marinas in diesem Revier

Marina
Bojenfeld
Ankerplatz
marinakarte_402518
Marina

Darthaven Marina

Ein sehr idyllisches Bild bietet das Städtchen Dartmouth vom Wasser aus - mit seinen alten Häusern, die sich den Hügel hinaufziehen. Diese Kulisse trügt nicht: Bei einem Spaziergang durch den Butterwalk kann man noch säulengestützte Fachwerkhäuschen aus dem 17. Jh. sehen, in der blumengeschmückten Foss Street in kleinen Läden stöbern und die alte St. Saviors Church (1372) besuchen. In ihrem Innern sind besonders die reich verzierte Kanzel (um 1500) und ein Chorgitter mit filigranen Schnitzereien sehenswert. 2 km südlich des Ortes, über der breiten Dart-Mündung, liegt Dartmouth Castle (15. Jh.). Vom Turm der kanonenbewehrten Burg hat man einen herrlichen Blick auf das Flusspanorama.
marinakarte_402532
Marina

Weymouth Marina

Das Seebad Weymouth gelangte schon Ende des 18. Jahrhunderts durch die Urlaubsaufenthalte Georges III. zu Popularität und gilt als eines der frühesten Touristenziele Englands. Die Hauptsehenswürdigkeit an der georgianischen Strandpromenade ist die Jubilee Clock, ein bunter Uhrenturm von 1887. Im Time Walk-Museum kann man eine Zeitreise zurück in die Vergangenheit der Stadt machen. Jedes Jahr im Mai steigt in Weymouth eines der schönsten Drachenfestivals der Welt, das Weymouth International Beach Kite Festival mit vielen Wettkämpfen und Vorführungen.
marinakarte_402585
Marina

Sovereign Harbour Marina

Einen stillen Kontrast zu den übervollen Kanalbädern Englands bilden die Hügel und Schafweiden des Naturparks South Downs, der sich westlich von Eastbourne fast bis nach Winchester erstreckt. Zwischen den Hügeln liegen verträumte Ortschaften, so z. B. Alfriston mit seinen reetgedeckten schwarzen Fachwerkhäusern und Lewes mit einem alten Schloss, dessen Mauerwerk aus den regionalen Flintstein-Kieseln errichtet wurde. Auf dem über 100 km langen South Downs Way, der für Wanderer, Radfahrer und Reiter ausgelegt ist, gelangt man auch zu den Kreideklippen Beachy Head gleich südwestlich von Eastbourne.
marinakarte_402522
Marina

Torquay Marina

Torbay, der rund 35 km lange Küstenstreifen um das Badeort-Trio Torquay, Brixham und Paignton, ist wegen seiner subtropischen Vegetation auch als englische Riviera bekannt. Vom Hafen Torquays und den Sandstränden Babbacombe, Oddicombe und Torre Abbey fällt der Blick auf eine herrliche viktorianische Häuserkulisse - allerdings müssen die alten Fassaden inzwischen mit der wenig attraktiven Urlaubsbebauung wetteifern. Der Ort Brixham strahlt mit seinem Fischmarkt noch Fischerdorf-Flair aus. Krimifans sollten dem Torquay Museum einen Besuch abstatten, das eine umfassende Dokumentation über Leben und Werk der hier geborenen Agatha Christie (1890-1976) bietet. Originalmanuskripte und persönliche Gegenstände der Erfinderin von Hercule Poirot und Miss Marple sind außerdem in der mittelalterlichen Abtei Torre Abbey zu sehen.
marinakarte_402543
Marina

Buckler's Hard Yacht Harbour

Im National Motor Museum von Beaulieu kann man mehr als 250 Motorräder, Oldtimer, legendäre Rennwagen wie Bluebird oder Golden Arrow und Autos aus berühmten Filmen sehen. Das Museum lockt jährlich 400.000 Besucher nach Beaulieu und zählt damit zu den zwanzig touristischen Hauptattraktionen Großbritanniens. Doch auch für Naturfreunde hat die Region einiges zu bieten - Beaulieu liegt mitten im Nationalpark New Forest, einem der großen Wandergebiete Südenglands. Von Bucklers Hard führt ein schöner Weg entlang des Beaulieu River durch Eichenwälder. Das Besucherzentrum des Parks mit Informationen und Kartenmaterial befindet sich in Lyndhurst.
marinakarte_402571
Marina

Southsea Marina

Portsmouth ist seit dem 16. Jh., als hier die erste königliche Werft entstand, der wichtigste Stützpunkt der englischen Kriegsmarine. Im historischen Dockyard des Royal Naval Museums ist u. a. Lord Nelsons (1758-1805) legendärer Dreimaster H.M.S. Victory mit 104 Kanonen, vier Decks samt Kombüsen und Maschinenräumen und einer imposanten Galionsfigur zu besichtigen. 1805 siegte Nelson damit in der berühmten Schlacht von Trafalgar gegen Napoleon, die er selbst indes nicht überlebte. In dem charmanten Stadtteil Southsea mit seinen Piers, den Grünanlagen und den viktorianischen Häusern kann man nicht nur herrlich flanieren, sondern auch im Blue Reef Aquarium die Faszination der Unterwasserwelt erleben. Hier gibt es viele verschiedene Meeresbewohner aus europäischen und tropischen Gewässern zu sehen.
marinakarte_402428
Marina

Falmouth Marina

In dem attraktiven Fischerort Falmouth kann man zwischen vier Sandstränden zum Baden wählen, und der Abend nimmt am schönsten in den Pubs des Custom House Quay seinen Lauf. Links und rechts über der Fal-Mündung sind Pendennis Castle und St. Mawes Castle zu sehen, beide um 1540 von Heinrich VIII. erbaut, um den Hafen schützen. Von ihren Wehrtürmen genießt man einen herrlichen Ausblick über die Bucht. Im hügeligen Hinterland von St. Mawes findet man noch kleine, einsame Badeplätze und Dörfer mit historischen Häusern. Auch die 10 km südlich gelegene Halbinsel The Lizard ist landschaftlich sehr reizvoll und kann auf einem Klippenpfad umwandert werden.
marinakarte_401517
Marina

South Dock Marina

Zu den zahlreichen Sehenswürdigkeiten Londons zählen u. a. der Tower of London, wo die britischen Kronjuwelen aufbewahrt werden, die neugotische Klappbrücke Tower Bridge von 1894, der Palace of Westminster, in dem das Parlament tagt, der Buckingham Palace als Wohnung Königin Elizabeths II., die Westminster Abbey, in der die Könige von England gekrönt und beigesetzt werden, sowie die Westminster Cathedral, die Hauptkirche von Wales und England. Die Wachablösung der Queen’s Guard am Buckingham Palace gehört zu den ältesten und bekanntesten Zeremonien, die man sich nicht entgehen lassen sollte.
marinakarte_402576
Marina

Chichester Marina

Lohnenswert ist ein Spaziergang im historischen Zentrum von Chichester, das von einer mittelalterlichen Stadtmauer umgeben ist. Neben dem Marktkreuz, einem prachtvollen achteckigen Pavillon von 1501, ragen die Türme der Chichester Cathedral empor. Der Bau wurde im 11. Jh. begonnen und bis zum Beginn des 20. Jh. stetig verändert. Berühmt ist die Kirche für ihre Kunstwerke aus 9 Jahrhunderten, insbesondere das Altarbild von Graham Sutherland (1962) und die Glasmalereien von Marc Chagall (1978). Beide Werke sind dem von 1955-77 amtierenden Dekan der Kirche, Walter Hussey, zu verdanken, dessen private Kunstsammlung in der Pallant House Gallery zu bewundern ist. 2 km westlich des Stadtzentrums zeugt der Fishbourne Roman Palace, der auf das 1. Jh. n. Chr. zurückgeht, von der ersten Blütezeit Chichesters. Hier sind u. a. noch prachtvolle Fußbodenmosaike erhalten.
marinakarte_402550
Marina

Shamrock Quay Marina

Mit Southampton verbinden sich die Namen gleich dreier berühmter Schiffe: Am 10. April 1912 stach von hier aus die Titanic zu ihrer Unglücksfahrt nach New York in See. Geschichte und Schicksal des berühmten Luxusliners sind im Southampton Maritime Museum dokumentiert, das in einem Lagerhaus aus dem 14. Jh. untergebracht ist. 1620 legte die Mayflower mit den Pilgrim Fathers an Bord einen Zwischenstopp in Southampton ein, weil Schäden am Schiff repariert werden mussten. Und schließlich hat das größte Passagierschiff der Welt, die Queen Elizabeth 2, in Southampton seinen Liegeplatz. Von den historischen Baudenkmälern Southamptons überstanden nur wenige die deutschen Luftangriffe im Zweiten Weltkrieg. Sehenswert sind die St. Michaels Church (11. Jh.) und das restaurierte Medieval Merchants House (13. Jh.), beide in der French Street. Das Museum of Archeology im Gods House Tower, einem Wehrturm aus dem 15. Jh., zeigt Exponate aus der römischen Vergangenheit und des Mittelalters.
marinakarte_401513
Marina

East Cowes Marina

Osborne House in East-Cowes, das 1851 im Stil einer neapolitanischen Villa mit doppeltem Campanile erbaut wurde, war die Lieblingsresidenz von Queen Victoria. Hier verbrachte sie regelmäßig ihre Sommer. Zu besichtigen sind u. a. das Schlafzimmer der Königin, der Durbar Room, der im indischen Stil eingerichtet ist, sowie Fotos der Königsfamilie. Außerdem sind die Gartenanlagen zugänglich. Weiterer Anziehungspunkt ist die Segelregatta Admirals Cup, die vor Cowes stattfindet und vom Royal Ocean Racing Club organisiert wird. Die Regatta wird bereits seit 1957 ausgetragen und ist eine der bekanntesten auf internationaler Ebene.
marinakarte_402588
Marina

Dover Marina

Die weißen Kreideklippen von Dover waren für unzählige Inselbesucher das Signal, dass sie es nach England geschafft hatten, von Julius Cäsar bis hin zu den Touristen, die sich der Insel seit Generationen mit der Fähre nähern. Daran hat auch die Eröffnung des Eurotunnels nichts geändert - Dover kann sich immer noch rühmen, der meistfrequentierte Passagierhafen der Welt zu sein. Die eindrucksvollsten Kreidefelsen befinden sich östlich der Stadt, wo ein Küstenpfad die besten Tiefblicke bietet. Über der Stadt erhebt sich das berühmte Dover Castle (12.-14. Jh.) mit seinen bis zu 6 m dicken Mauern. Hier ist englische Geschichte auf engstem Raum zu sehen: ein römischer Leuchtturm aus dem 1. Jh. steht neben einer wiederaufgebauten angelsächsischen Kirche aus dem Jahr 1000, und in den 6 km langen unterirdischen Gängen der robusten normannischen Festung befindet sich Winston Churchills Kommandozentrale aus dem Zweiten Weltkrieg.
marinakarte_401515
Marina

Ramsgate Marina

Das Dickens House Museum von Broadstairs erinnert an die besondere Beziehung des Schriftstellers Charles Dickens zu dieser Stadt. Seit 1837 kam Dickens regelmäßig hierher und verfasste hier den Großteil seines Werkes David Copperfield. Im Museum sind u. a. Gegenstände aus Charles Dickens Besitz zu begutachten. Zur Sammlung gehören auch einige Briefe, die Dickens von oder über Broadstairs schrieb. Zu seiner Ehre findet auch das Dickens Festival statt, das sich großer Beliebtheit erfreut. Während des Festivals tragen sowohl die Einwohner von Broadstairs als auch Besucher Kleidung aus der Zeit Dickens und können an Spielen und Teeparties teilnehmen.
marinakarte_402627
Marina

Suffolk Yacht Harbour

Wer Englands älteste römische Stadt sehen will, kann von Ipswich aus einen Ausflug in das nahe gelegene Colchester unternehmen: die Stadt wurde 43 n. Chr. gegründet und kommt sogar im Comic-Klassiker Asterix bei den Briten als Camulodunum vor. Das ausgedehnte Colchester Castle, eine normannische Burg aus der Zeit Wilhelm des Eroberers (um 1080 erbaut), steht auf den Fundamenten einer römischen Befestigung, von der noch einige antike Mosaiken erhalten sind. Im Museum ist eine Sammlung römischer, aber auch alter britischer Statuen, Münzen und Nutzgefäße zu besichtigen.
marinakarte_402541
Marina

Yarmouth Harbour

Yarmouth ist ein guter Ausgangspunkt, um den äußersten Westen der Isle of Wight auf schönen Fußwegen zu erkunden. Nur wenige Kilometer von Yarmouth entfernt stößt man auf die Wahrzeichen der Insel, the Needles. Diese drei riesigen Kalkfelsen ragen vor der Westspitze aus dem Wasser. Auf dem westlichsten der Felsen steht seit 1859 ein Leuchtturm. Im Norden der Needles leuchten die Sandklippen von Alum Bay in 22 verschiedenen Farben. Auch das Yarmouth Castle, ein Küstenfort Henrys VIII., ist einen Besuch wert. Von hier hat man einen weiten Blick über den New Forest jenseits des Solent.
Alle Marinas anzeigen

Wissenswertes

Regeln und Bestimmungen für Großbritannien

Einreise mit dem Boot nach Großbritannien

Einreise mit dem Boot auf dem Seeweg

Einreise auf dem Seeweg

Wer mit einem Sportboot nach Großbritannien einreist oder von dort ausläuft, muss vor der Reise einen Pleasure Craft Report (sPCR) an die UK Border Force und HM Revenue and Customs übermitteln.

In dieser Meldung sind Angaben zum Boot, zum Skipper, zur Crew sowie zum Reiseverlauf zu machen. Die Übermittlung muss innerhalb eines vorgegebenen Zeitfensters vor der Ankunft oder Abfahrt erfolgen. Änderungen sind unverzüglich zu aktualisieren. Eine unterlassene oder verspätete Meldung kann sanktioniert werden.

Bei meldepflichtigen Einreisen ist die gelbe Q-Flagge zu setzen, sobald das Boot die britischen Hoheitsgewässer (12-Seemeilen-Zone) erreicht. Sie darf erst nach Abschluss der Anmeldung bei den zuständigen Behörden wieder niedergeholt werden.

Zusätzlich sind die britischen Einreisebestimmungen zu beachten. Für viele visumfrei Reisende ist vor Reiseantritt eine Electronic Travel Authorisation (ETA) erforderlich. Dies gilt grundsätzlich auch für Crewmitglieder. Die ETA ersetzt nicht die Grenzkontrolle und garantiert keine Einreise.

Der ADAC stellt auch generelle Informationen zur Einreise nach Großbritannien zur Verfügung uns gibt Brexit-Tipps.

Sicherheitsausrüstung

Für privat genutzte Sportboote bestehen im Vereinigten Königreich keine pauschal festgelegten gesetzlichen Mindestausrüstungen allein auf Grundlage der Bootslänge.

Der Schiffsführer ist jedoch verpflichtet, im Rahmen seiner Sorgfaltspflicht für eine angemessene Sicherheitsausrüstung zu sorgen. Art und Umfang richten sich insbesondere nach Größe, Bauart, Nutzung und Fahrtgebiet des Bootes.

Eine gute Unterstützung bei der Zusammenstellung der geeigneten Sicherheitsausrüstung bietet die Übersicht ›Empfohlene Mindest- und Sicherheitsausrüstung für Boote und Yachten‹.

Personaldokumente

Für die Einreise nach Großbritannien ist grundsätzlich ein gültiger Reisepass erforderlich

Besondere Bestimmungen für Kinder und Jugendliche

Kinder und Jugendliche benötigen ein eigenes gültiges Reisedokument.

Bei Reisen ohne oder nur mit einem Sorgeberechtigten kann es erforderlich sein, eine Einverständniserklärung der Erziehungsberechtigten sowie Angaben zum Aufenthaltsort mitzuführen.

.

Umsatzsteuer für Boote innerhalb der EU

Seit dem Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union gelten die EU-Regelungen zur Mehrwertsteuer nicht mehr unmittelbar.

Für Boote ist bei der Einreise der britische Zoll- und Steuerstatus maßgeblich. Ein in der EU entrichteter Mehrwertsteuernachweis ersetzt keine britische Zollanmeldung.

Unter bestimmten Voraussetzungen kann ein Boot vorübergehend zollfrei eingeführt werden („Temporary Admission“). Dabei sind die geltenden Fristen und Nutzungsbedingungen zu beachten.

Kfz-Papiere (bei Anreise mit Trailer)

Mitzuführen sind:

  • Führerschein
  • Zulassungsbescheinigung Teil I

Die Mitnahme der Internationalen Grünen Versicherungskarte wird empfohlen.

Haustiere

Für die Einreise mit Haustieren gelten die Bestimmungen des britischen Pet Travel Scheme.

In der Regel erforderlich sind:

  • Mikrochip-Kennzeichnung
  • gültige Tollwutimpfung
  • ggf. vorgeschriebene Bandwurmbehandlung bei Hunden

Die Einreise ist nur unter Einhaltung der festgelegten Verfahren zulässig. Bei Verstößen kann das Tier zurückgewiesen oder unter Quarantäne gestellt werden.

Weitere Informationen unter www.defra.gov.uk