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Bord-Tablets: Worauf man achten sollte

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Tablets sind an Bord von Booten wichtige Helfer und können auch bei der Navigation unterstützten. Foto © Stephan Boden

Tablets können viele Aufgaben an Bord erfüllen und die Auswahl am Markt ist riesig. Worauf es bei Bord-Tablets ankommt und was ein gutes Modell auszeichnet, verrät unser Ratgeber.

Navigation, Kommunikation, Fotografie und Unterhaltung: Tablets erfüllen viele Aufgaben an Bord. Nicht nur auf kleinen Booten ohne eingebautem Plotter kommen Pads und Tabs zum Einsatz - auch auf größeren Yachten trifft man kaum einen Skipper ohne die handlichen (Fast-)Alleskönner.

Vor allem zur Navigation mit digitalen Seekarten und entsprechenden Apps werden Tablets sehr häufig benutzt. Die Auswahl am Markt ist riesig - von preiswert bis teuer, von klein bis groß, von Apple bis Android und von leichten, schicken Tablets bis zu robusten Outdoorgeräten gibt es alles, was das Herz begehrt. Herzen auf Booten und Yachten schlagen jedoch anders und so begrenzt sich die Auswahl für den Gebrauch auf See. Worauf kommt es also an?

 

Inhaltsverzeichnis

  • Navigation mit Tablets
  • Worauf beim Akku von Tablets zu achten ist
  • Wie man Tablets vor Wasser schützt
  • Worauf es bei der Ausstattung von Tablets ankommt
  • Der ideale Platz fürs Tablet an Bord

 

Navigation mit Tablets mittels GPS

Vor allem zur Navigation werden Tablets heute vielfach auf Booten und Yachten eingesetzt. Egal ob Navionics, Orca, Savvy Navvy, NV-Charts oder andere gebräuchliche Navi-Apps - die meisten Tablets können mit der Software umgehen. Es gibt jedoch einiges zu beachten, um sicher zu gehen, dass unterwegs keine Probleme auftauchen.

 

Auf die GPS Hardware achten

Vor allem sollte das Tablet über einen integrierten Satellitenempfänger zur Positionsbestimmung verfügen. Bei den meisten Android-Tablets gehört die Unterstützung von GPS beziehungsweise anderen Satellitensystemen wie Galileo oder GLONASS inzwischen zur Standardausstattung. Bei Apples iPads ist die Situation etwas anders: Nur die Modelle mit Mobilfunkfunktion – also mit SIM-Karten-Slot beziehungsweise eSIM-Unterstützung – verfügen auch über einen eigenen GNSS-Empfänger und können ihre Position unabhängig von einer Internetverbindung bestimmen.

Immer wieder sorgt das für Verwirrung, weil viele Nutzer davon ausgehen, dass für die Navigation zwingend eine Mobilfunkverbindung erforderlich ist und dadurch Roaming-Kosten entstehen. Das ist jedoch nicht der Fall. Die Satellitennavigation funktioniert völlig unabhängig vom Mobilfunknetz. Die SIM-Funktion ermöglicht lediglich die mobile Datenverbindung, während der GNSS-Empfänger die Positionsdaten direkt von den Satelliten empfängt.

Wer sich für ein günstigeres WLAN-iPad entscheidet, sollte wissen, dass diese Modelle keinen eigenen Satellitenempfänger besitzen. Zu Hause oder im Hafen scheint die Navigation häufig trotzdem zu funktionieren, weil der Standort über bekannte WLAN-Netzwerke näherungsweise bestimmt werden kann. Sobald jedoch keine Internetverbindung mehr besteht, ist eine zuverlässige Positionsbestimmung nicht mehr möglich. Alternativ lassen sich WLAN-iPads allerdings auch mit externen GPS-Empfängern koppeln.

Es gibt aber auch vereinzelt noch preiswerte Android-Tablets, die zwar auf ihrer Feature-Liste "Navigation" aufführen, jedoch nicht über GPS, sondern nur über Mobilfunk navigieren können. Probleme treten heute vor allem bei sehr günstigen No-Name-Geräten auf, bei denen die Spezifikationen nicht immer eindeutig sind. Solche Geräte sollte man vor dem Kauf ggf. testen. Dazu einfach das WLAN und die mobilen Daten deaktivieren und danach kontrollieren, ob es einen Standort-Fix gibt.

Bei Android-Tablets empfiehlt es sich, auf Geräte namhafter Hersteller zu setzen. Zwar verfügen heute die meisten Markenmodelle über eine zuverlässige Satellitennavigation, bei sehr günstigen No-Name-Tablets können jedoch Einschränkungen auftreten. Nicht immer sind die verbauten GNSS-Empfänger und deren Anbindung an das Betriebssystem optimal umgesetzt.

In Einzelfällen kann das dazu führen, dass Navigations-Apps die Position ungenau erfassen oder die Standortbestimmung zeitweise aussetzt. Die Entwickler der Navi-Programme berücksichtigen zwar die Besonderheiten vieler Geräte, dennoch lassen sich Probleme bei Billigimporten nicht immer ausschließen. Wer bei der Navigation auf Nummer sicher gehen möchte, greift daher besser zu Tablets etablierter Hersteller.

 

Worauf beim Akku von Tablets zu achten ist

Wird ein Tablet über viele Stunden als Kartenplotter genutzt, stellt das hohe Anforderungen an den Akku. Im Cockpit ist die Displayhelligkeit aufgrund der Sonneneinstrahlung meist auf die höchste Stufe eingestellt, während der Bildschirm dauerhaft eingeschaltet bleibt. Unter diesen Bedingungen erreichen viele Geräte keinen ganzen Segeltag ohne Nachladen.

Beim Kauf lohnt es sich daher, auf eine möglichst große Akkukapazität zu achten. Gleichzeitig gilt es, eine ausgewogene Balance zwischen Laufzeit und Leistung zu finden. Denn leistungsstarke Prozessoren verbrauchen in der Regel mehr Energie. Für die meisten Navigationsanwendungen ist jedoch keine besonders hohe Rechenleistung erforderlich.

Digitale Seekarten, Routenplanung oder die Einbindung von AIS-Daten bringen selbst Tablets der Mittelklasse kaum an ihre Leistungsgrenzen. Wer das Gerät überwiegend zur Navigation nutzt, kann daher guten Gewissens zu einem Modell greifen, das eher auf lange Akkulaufzeiten und ein helles Display als auf maximale Performance ausgelegt ist.

 

Laden und Ladeleistung

Geht dem Tablet unterwegs die Energie aus, ist eine leistungsfähige Lademöglichkeit Gold wert. Viele aktuelle Geräte unterstützen Schnellladefunktionen über USB-C, sodass sich der Akku in vergleichsweise kurzer Zeit wieder auffüllen lässt. Das ist besonders praktisch, wenn das Tablet während einer Pause unter Deck geladen werden soll.

Noch komfortabler ist eine leistungsstarke Powerbank. Damit kann das Tablet auch während der Navigation im Cockpit weiter betrieben und gleichzeitig geladen werden. Beim Kauf von Ladegeräten und Powerbanks lohnt es sich daher, auf ausreichende Ladeleistung und moderne USB-C-Anschlüsse zu achten.

Für längere Törns bieten sich zudem faltbare Solar-Ladematten mit USB-Ausgang an. Sie können das Tablet bei entsprechender Sonneneinstrahlung unterwegs mit zusätzlicher Energie versorgen und die Bordstromversorgung entlasten.

Wer eine dauerhafte Lösung bevorzugt, installiert einen wasserdichten USB-Ladeanschluss direkt im Cockpit. Entsprechende Einbaulösungen für den Anschluss an das Bordnetz sind inzwischen in zahlreichen Ausführungen erhältlich und sorgen dafür, dass dem elektronischen Helfer auch auf langen Schlägen nicht die Energie ausgeht.

 

Wie sich Tablets auf Booten vor Wasser schützen lassen

Im Handel finden sich zahlreiche Möglichkeiten, die Tablets vor Wasserschäden zu schützen. Gängige Varianten sind

  • Rugged Cases
  • Aqua Packs
  • Wasserdichte Outdoor-Tablets

 

Rugged Cases: Robust und mit Grenzen

Sogenannte Rugged Cases für den Outdoor-Bereich sind wasserdicht und stoßfest. Allerdings kosten gute Lösungen auch recht viel Geld. Wechselt man nach einiger Zeit auf ein anderes Tablet-Modell, können diese Schutzhüllen meistens nicht mehr benutzt werden. Außerdem gibt es nur wenige Hüllen, die auch beim Anschluss einer Stromversorgung über die USB-Buchse wasserdichtigkeit garantieren.

 

Preiswert: Die Aqua Packs

Preiswerter sind sogenannte Aqua Packs. Das sind wasserdichte Klarsichthüllen, in denen das Tablet bei Bedarf wasserfest verpackt werden kann. Klart es dann wieder auf, holt man es einfach heraus. Der Vorteil: diese Aqua-Packs kann man auch für mehrere Modelle gleicher Größe benutzen. Tipp: Eine Nummer größer kaufen, um bei längerem Gebrauch auch ein USB-Powerpack zur Stromversorgung mit einpacken zu können. Denn wasserdicht verpackt lassen sich die Tablets nicht laden.

 

Wasserdichte Outdoor-Tablets: Die sicherste Alternative

Am sichersten sind reine Outdoor-Tablets, die bereits in einem wasserdichten Gehäuse stecken. Achten sollte man auch hier darauf, dass auch eine wassergeschützte Stromversorgung möglich ist. Letztlich sind solche Geräte häufig jedoch sündhaft teuer.  Da ist es meistens preiswerter, wenn man mit Android-Tablets arbeitet, sich ein Backup-Tablet ins Schapp zu legen, falls mal eines über Bord geht. 10-Zoll-Tablets, die problemlos navigieren können, findet man von namhaften Herstellern bereits für um 150 Euro.

 

Welche Ausstattung Tablets auf Booten benötigen

Die meisten Tablets verrichten in erster Linie als Kartenplotter ihre Arbeit an Bord. Die restlichen Aufgaben nach dem Törn sind meistens Routenplanung, E-Mails und Internet. Für diese Aufgaben reichen Tablets mit kleiner Ausstattung vollkommen aus. Hohe Grafik- und Rechenleistung benötigt man indes kaum für ein Bord-Tablet, außer man möchte am Abend unter Deck 4K-Filme ansehen oder Filme schneiden und Bilder bearbeiten.

Neben klassischen Tablets von Apple und Android-Herstellern haben sich inzwischen auch spezialisierte Lösungen für den Einsatz an Bord etabliert. Das norwegische Unternehmen Orca, ursprünglich durch seine Navigations-App bekannt geworden, bietet mit dem Orca Display 2 ein eigens für den Wassersport entwickeltes Navigationsdisplay an. Das für den Bordalltag konzipierte Gerät läuft auf Android-Basis und kombiniert Tablet-Funktionen mit einer auf den Einsatz im Cockpit abgestimmten Hardware.

Dazu gehören eine besonders hohe Displayhelligkeit für bessere Ablesbarkeit bei Sonnenlicht, eine wasserdichte Ausführung, spezielle Halterungssysteme mit induktiver Lademöglichkeit sowie die nahtlose Integration in das Orca-Ökosystem mit App, Routing und NMEA-Bordnetz-Anbindung. Solche Speziallösungen sind deutlich teurer als Standard-Tablets, bieten dafür aber Vorteile, die klassische Consumer-Geräte auf See nur eingeschränkt leisten können.

 

Wichtig: Das Betriebssystem von Tablets

Fast noch wichtiger als die technische Ausstattung ist das Betriebssystem und die Frage, wie lange der Hersteller das Gerät mit Updates versorgt. Denn irgendwann verlangen neue Versionen von Navigations-Apps eine Betriebssystemversion, die auf älteren Tablets nicht mehr installiert werden kann. Das kann dazu führen, dass ein ansonsten einwandfrei funktionierendes Gerät für die Navigation nur noch eingeschränkt nutzbar ist. Gerade vermeintliche Schnäppchen entpuppen sich deshalb mitunter als teure Fehlentscheidung, wenn der Software-Support bereits nach wenigen Jahren endet.

Vor dem Kauf lohnt sich daher ein Blick auf die Update-Politik des Herstellers. Bei Huawei-Geräten sollte beispielsweise geprüft werden, ob die gewünschten Navigations-Apps und die dafür benötigten Dienste überhaupt verfügbar sind. Auch bei Apple empfiehlt es sich, nicht zu älteren Gerätegenerationen zu greifen, die möglicherweise schon bald keine aktuellen iPadOS-Versionen mehr unterstützen.

Im Bordalltag ist es außerdem sinnvoll, das Tablet so einzurichten, dass sich Funktionen wie WLAN, Bluetooth oder Mobilfunk schnell aktivieren und deaktivieren lassen. Sobald der Hafen verlassen wird, können nicht benötigte Verbindungen abgeschaltet werden. Das spart Energie und verlängert die Akkulaufzeit – ein nicht zu unterschätzender Vorteil auf längeren Schlägen.

 

Auf die Rückseite des Tablets kommt es an

Auch die Materialwahl der Oberfläche von Tablets spielt an Bord eine größere Rolle, als man zunächst vermuten würde. Tablets mit glatten Glasrückseiten sehen zwar hochwertig aus, erweisen sich auf einem Boot aber nicht immer als praktisch. Bei Lage, Seegang oder einer unachtsamen Bewegung rutschen sie deutlich leichter von der Cockpitbank oder dem Kartentisch. Griffige, matte Oberflächen bieten hier Vorteile. Wer bereits ein Tablet mit glatter Rückseite besitzt, kann mit einer Silikon- oder Gummihülle für zusätzlichen Halt sorgen und gleichzeitig das Gehäuse besser vor Stößen schützen.

Empfehlenswert ist außerdem eine Displayschutzfolie aus gehärtetem Glas. Dieses sogenannte Panzerglas dient als zusätzliche Schutzschicht und kann im Fall eines Stoßes oder Sturzes verhindern, dass das eigentliche Display beschädigt wird. Denn auch moderne Tablets mit besonders widerstandsfähigem Glas sind nicht unverwundbar – und eine gesprungene Displayscheibe gehört zu den häufigsten Schäden im Bordalltag.

 

Den richtigen Platz für das Tablet finden

Doch wohin mit dem Tablet, wenn es unterwegs griffbereit und sicher befestigt sein soll? Die Auswahl an Halterungen ist groß. Viele Lösungen stammen ursprünglich aus dem Automobilbereich und eignen sich auch für den Einsatz im Cockpit. Empfehlenswert sind möglichst universelle Halterungen, die sich an unterschiedliche Gerätegrößen anpassen lassen. Wer dagegen eine fest verschraubte Speziallösung für ein bestimmtes Tablet wählt, schränkt sich beim nächsten Gerätekauf unter Umständen unnötig ein.

Bei Saugnapfhalterungen sollte auf eine ausreichend große Auflagefläche geachtet werden. Modelle mit mehreren Saugnäpfen bieten in der Regel mehr Halt als einfache Einpunktlösungen. Wichtig ist zudem, die Montagefläche gründlich zu reinigen und zu entfetten, damit die Befestigung auch bei Schwell und Vibrationen zuverlässig hält.

Mindestens ebenso wichtig wie die Halterung selbst ist die Wahl des richtigen Standorts. Ideal ist ein Platz unter der Sprayhood, wo das Tablet vor Gischt, Regen und direkter Sonneneinstrahlung geschützt ist. Grundsätzlich sollten Navigations-Tablets im Cockpit möglichst schattig montiert werden. Bei direkter Mittagssonne lässt die Ablesbarkeit deutlich nach, gleichzeitig steigt die Gefahr einer Überhitzung. Besonders iPads reagieren vergleichsweise empfindlich auf hohe Temperaturen und können sich zum Schutz der Elektronik vorübergehend abschalten. Bis die Geräte ausreichend abgekühlt sind, vergehen mitunter einige Minuten.

Wer häufig bei starker Sonneneinstrahlung unterwegs ist, kann die Ablesbarkeit mit passenden Sonnenblenden verbessern. Diese sind für verschiedene Displaygrößen erhältlich und reduzieren störende Reflexionen.

Bereits beim Kauf lohnt sich außerdem ein Blick auf die maximale Displayhelligkeit. Gerade sehr günstige Tablets werben oft mit viel Speicher und einer umfangreichen Ausstattung, sparen aber ausgerechnet am Bildschirm. Ein lichtschwaches Display kann die Navigation bei hellem Tageslicht schnell zur Geduldsprobe machen.

 

Fazit zu Bord-Tablets

Das perfekte Bord-Tablet gibt es nicht. Entscheidend ist vielmehr, dass das Gerät zu den eigenen Anforderungen passt. Wer vor allem navigieren möchte, sollte auf einen zuverlässigen Satellitenempfänger, ein gut ablesbares Display, eine lange Akkulaufzeit und eine durchdachte Stromversorgung achten. Mit einer robusten Halterung und dem richtigen Platz im Cockpit wird aus einem gewöhnlichen Tablet ein wertvoller Helfer an Bord. Wer häufiger und unter anspruchsvollen Bedingungen unterwegs ist, findet inzwischen zudem spezielle Navigationsdisplays oder -Tablets für den Wassersport, die noch besser auf die Anforderungen auf See zugeschnitten sind.

 

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