Türkei

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Die Türkei verbindet Europa mit Asien und nimmt damit auch nautisch eine besondere Stellung ein. Mit den Meerengen Bosporus und Dardanellen verfügt das Land über zwei strategisch bedeutende Wasserstraßen, die das Schwarze Meer mit dem Mittelmeer verbinden. Die Küsten erstrecken sich über rund 8.300 Kilometer entlang des Schwarzen Meeres, des Marmarameeres und des Mittelmeeres und bieten eine große Vielfalt an Wassersportrevieren.

Die türkischen Küsten zeichnen sich durch eine hohe landschaftliche Vielfalt aus: von langen Sandstränden über zerklüftete Felsküsten bis hin zu dicht bewaldeten Gebirgszügen, die oft unmittelbar ans Meer reichen. Viele Buchten sind nur vom Wasser aus erreichbar und bieten geschützte Ankerplätze mit guter Haltequalität. Das Wasser ist in weiten Teilen sehr klar, insbesondere im Süden und Südwesten.

Nennenswerte Gezeitenhübe treten in der Türkei kaum auf und sind für die Törnplanung in der Regel ohne Bedeutung. Allerdings können windbedingte Strömungen lokal stark ausgeprägt sein, insbesondere in Engstellen, zwischen Inseln sowie in den Meerengen Bosporus und Dardanellen. Dort herrschen teils kräftige Oberflächen- und Gegenströmungen, die bei der Navigation zwingend berücksichtigt werden müssen.

Typisch für viele Reviere sind ausgeprägte lokale Windsysteme. Im Sommer dominiert an der Ägäisküste der Meltemi, ein trockener, oft kräftiger Nord- bis Nordwestwind, der insbesondere in den Nachmittagsstunden auffrischt. In Küstennähe kommt es häufig zu Fallböen, vor allem dort, wo hohe Gebirge dicht an die Küste heranreichen. Beim Runden von Kaps können Winddreher bis zu 180° sowie plötzliche Windzunahmen oder -abnahmen auftreten.

Die wichtigsten Reviere im Überblick

Ägäisküste (Westtürkei)

Das Revier zwischen Çeşme und Bodrum gehört zu den anspruchsvolleren Segelgebieten der Türkei. Hier wirkt der Meltemi besonders stark, was für sportliches Segeln sorgt, aber auch Erfahrung erfordert. Die Küste ist reich gegliedert mit zahlreichen Halbinseln, Inseln und tief eingeschnittenen Buchten. Beliebte Teilreviere sind der Golf von Gökova und die Datça-Halbinsel.

Südwestküste (Lykische Küste)

Die sogenannte Lykische Küste rund um Fethiye, Göcek und Kaş gilt als eines der besten Charterreviere im Mittelmeer. Der Meltemi ist hier deutlich abgeschwächt, die Bedingungen sind moderater und auch für weniger erfahrene Crews geeignet. Charakteristisch sind zahlreiche gut geschützte Buchten, kurze Distanzen und eine sehr gute Infrastruktur mit modernen Marinas.

Türkische Riviera (Südküste)

Östlich von Antalya bis Alanya erstreckt sich die Türkische Riviera. Die Küste ist hier weniger stark gegliedert, mit längeren Strandabschnitten und größeren Distanzen zwischen geeigneten Ankerplätzen. Thermische Winde spielen eine größere Rolle als der Meltemi. Das Revier ist insgesamt ruhiger, jedoch auch weniger abwechslungsreich für Segler.

Marmarameer und Bosporus

Das Marmarameer rund um Istanbul ist stark von Berufsschifffahrt geprägt. Im Bosporus herrscht dichter Verkehr sowie eine komplexe Strömungssituation mit teils gegenläufigen Strömungen in verschiedenen Tiefen. Dieses Revier ist navigatorisch anspruchsvoll und eher erfahrenen Skippern vorbehalten.

Schwarzmeerküste

Die türkische Schwarzmeerküste ist für den Wassersport von untergeordneter Bedeutung. Sie gilt als rauer und wetteranfälliger, mit weniger Marinas und eingeschränkter Infrastruktur. Häfen sind oft funktional und weniger auf den Tourismus ausgerichtet.

Häfen und Marinas

Beim Einlaufen in eine Marina erfolgt die Anmeldung in der Regel per UKW-Funk. Der jeweilige Arbeitskanal ist an der Hafeneinfahrt ausgeschildert. In vielen modernen Marinas wird man anschließend von einem Schlauchboot empfangen und zum Liegeplatz eingewiesen. Dieser Service ist typisch für die Türkei und funktioniert in der Praxis zuverlässig.

Die Infrastruktur ist insbesondere im Südwesten hervorragend ausgebaut. Viele Marinas entsprechen internationalem Standard und bieten umfassende Serviceleistungen für Yachten und Crews.

Marinas in diesem Revier

Marina
Bojenfeld
Ankerplatz
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Marina

D-Marin Didim

Ein Muss ist die Besichtigung des nur einige Kilometer entfernten Didyma, wo man Kleinasiens größte Tempelruine bestaunen kann. Das Didymaion, ein im 6. Jh. v. Chr. begonnenes, nie vollendetes Heiligtum für den Orakelgott Apollon, ist auch heute noch beeindruckend, obwohl nur noch wenige der 20 m hohen Säulen stehen. Die gewaltigen, gut erhaltenen Medusenhäupter sollten einst den Tempelfries schützen. Die Orakelstätte war so berühmt, dass Anfragen und Geschenke von weither kamen, sogar vom ägyptischen Pharao Necho (610-595 v. Chr.). Wer einen ganzen Tag Zeit hat und motorisiert ist, dem sei ein Ausflug an den traumhaft am Fuße des Latmos-Gebirges gelegenen Bafa-See empfohlen.
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Marina

D-Marin Göcek Marina

Die traumhafte Lage Göceks im nordwestlichen Winkel der Fethíye-Bucht mit den vorgelagerten kleinen Inselchen hat die Entwicklung des Ortes zu einem Zentrum des Jachttourismus begünstigt. Skipper finden hier eine Infrastruktur vor, die nichts zu wünschen übrig lässt. Der Ort ist außerdem ein guter Ausgangspunkt für eine Besichtigung der berühmten Felsengräber von Fethíye, und der Traumstrand von Ölü Deniz ist auch nicht weit.
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Marina

Port Bodrum Yalikavak

Bodrums Hauptsehenswürdigkeit ist das im Nordosten der Stadt gelegene Johanniterkastell St. Peter, das um 1420 von Kreuzrittern errichtet wurde und fast vollständig erhalten ist. Es beherbergt auch ein Museum der Unterwasserarchäologie, dessen Prunkstück das Schiffswrack von Uluburun aus der Bronzezeit ist. In Bodrum befand sich auch eines der antiken sieben Weltwunder, das monumentale Grab von König Mausolos, das den Begriff Mausoleum prägte. Heute kann man noch das Gelände und die in den Felsen gearbeitete Grabkammer besichtigen.
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Marina

Çanakkale Marina

Ein Muss ist der Besuch des Archäologischen Museums von Çanakkale, dessen Schwerpunkte die Funde aus Troja und die Grabbeigaben aus dem 11 km südlich von Çanakkale liegenden Tumulus von Dardanos, benannt nach dem Gründer von Troja, bilden. Die Ausgrabungsstätte des antiken Troja liegt rund 40 km südlich von Çanakkale. Bis heute ist umstritten, ob der Hisarlık genannte Siedlungshügel, der von dem berühmten deutschen Archäologen Heinrich Schliemann (1822-1890) entdeckt wurde, tatsächlich der Schauplatz ist, an dem der von dem Dichter Homer in der Ilias beschriebene Trojanische Krieg stattfand. Auf dem Grabungsgelände können Überreste aus neun Siedlungsepochen von 2600 v. Chr. bis 14 n. Chr. unterschieden werden.
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Marina

Setur Kuşadası Marina

Der Name des lebhaften Ferienortes stammt von der kleinen vorgelagerten Taubeninsel, die von einem osmanischen Kastell beherrscht wird und durch einen Damm mit dem Festland verbunden ist. Die Hauptsehenswürdigkeit von Kuşadası ist der Mehmet Paşa Han, eine ehemalige Karawanserei (1680), die schön renoviert und zu einem stimmungsvollen Hotel umgebaut wurde. Der große Basar von Kuşadası bietet alles, was das Touristenherz begehrt, u. a. gibt es dort mehr als 150 Läden, die Lederwaren verkaufen.
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Marina

Setur Kalamiş-Fenerbahçe Marina

In der Metropole am Bosporus, die Asien und Europa, Tradition und Moderne in sich vereint, birgt jedes einzelne Stadtviertel einen eigenen Kosmos. Bereits das absolute Pflichtprogramm ist tagesfüllend: die Hagia Sophia (6. Jh.), die Blaue Moschee (1609-16) und der Topkapı-Palast mit seinem prächtigen Harem. Ebenfalls im Altstadtzentrum liegt der gedeckte Große Basaar, in dessen labyrinthartigen Gassen sich schon mancher Tourist verlaufen hat. Einen unvergesslichen Eindruck hinterlässt das Treiben an und auf der Galata-Brücke, mit Fischbratereien, Brückenanglern und lebhaftem Stadtfährenverkehr. Im gegenüber liegenden Viertel Karaköy eröffnet der Galata-Turm (14. Jh.) einen grandiosen Ausblick über die 16-Millionen-Metropole. Von hier ist es nicht mehr weit nach Beyoğlu mit seiner lebendigen Flaniermeile Istiklal Caddesi, zahlreichen Jugendstilhäusern, netten Cafés und Restaurants.
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Marina

Çelebi Marina

In der südöstlichen Altstadt von Antalya ist vor allem das schön restaurierte Hadrianstor (130 n. Chr.) sehenswert. An seiner Westseite schließt ein malerisches Stadtviertel mit schmalen Gassen und Erkerhäusern an. Einen fantastischen Blick über die Bucht hat man vom Teehaus neben dem Turm von Hıdırlık. Das nördliche Stadtzentrum wird vom Yivli Minarett, dem Wahrzeichen Antalyas, überragt, das 1219 vom bedeutendsten Seldschukenherrscher Alaeddin Kaykobad I. errichtet wurde. Etwas tiefer liegt die Alaeddin Camii (1372/73) mit ihren ziegelgedeckten Kuppeln und antiken Säulen im Innenraum. Ein beliebter Treffpunkt ist der Konakturm, unweit nördlich davon liegt das lebhafte Basarviertel. Das reich bestückte archäologische Museum von Antalya am westlichen Stadtrand ist das bedeutendste an der türkischen Mittelmeerküste. Es zeigt Funde vor allem aus Lykien und Pamphilien, besitzt aber auch eine byzantinische Abteilung.
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Marina

Marmaris Netsel Marina

Die Reize von Marmaris liegen vor allem in der herrlichen, ruhigen Umgebung und den Ausflugsmöglichkeiten. Im Ort selbst sind eine kleine Festung, eine Karawanserei und der malerische Freitagsmarkt sehenswert. Der lebhafte Basar hingegen ist ganz auf Touristenwünsche zugeschnitten. Unbedingt empfehlenswert ist ein Ausflug ins Dalyan-Delta, das in einem Schilfmeer gelegen ist. Von hier aus kann man auch der antiken Hafenstadt Kaunos und ihren in Fels gehauenen Tempelgräbern (4.-2. Jh. v. Chr.) einen Besuch abstatten. Auf einer Sandbank, die das Delta vom Meer trennt, liegt der traumhafte Iztuzu-Strand, eines der weltweit letzten Eiablage-Gebiete der Meeresschildkröte. Der Strand darf deshalb auch nachts nicht betreten werden.
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Marina

Setur Ayvalık Marina

Bis zum Bevölkerungsaustausch von 1923 war Ayvalık hauptsächlich von Griechen bewohnt - was man dem Städtchen mit dem griechischen Flair auch heute noch ansieht. Um den Fischerhafen gruppieren sich zahlreiche hübsche Restaurants. Die meisten der ehemals orthodoxen Kirchen Ayvalıks wurden zu Moscheen umgewandelt, im Zentrum der Altstadt hat sich nur die Taxiarchenkirche erhalten, eine Emporenbasilika, die heute als Museum genutzt wird. Im Unterschied zu den Touristen-Hochburgen des Südens dominieren in Ayvalık noch die Einheimischen, und man kann hier in das türkische Alltagsleben eintauchen. Nördlich vor Ayvalik liegt ein Archipel von 20 meist unbewohnten Inseln, die sich gut zum Baden und Picknicken ansteuern lassen. Auch zu Fuß gelangt man über einen Damm am Nordende des Ortes zunächst auf die kahle Insel Dolap Adası und dann über eine Brücke auf das grüne Alibey Adası. Hier warten auf den Besucher gute Fischrestaurants, und man kann zwischen Olivenhainen herrlich wandern.
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Marina

Kemer Türkiz Marina

Kemer hat in den letzten Jahrzehnten eine rasante touristische Entwicklung durchgemacht, und so blieben vom ursprünglichen Ortskern nur noch einige ältere Häuser rund um den Hafen erhalten. Lohnend ist ein Ausflug in die antike Ruinenstadt Phaselis, die etwa 15 km südwestlich malerisch auf einer kleinen Halbinsel am Fuß des Taurosgebirges liegt. Erhalten sind u. a. die Reste des Amphitheaters, von dem man einen herrlichen Blick zum Gipfel des Tahtalı Dağ hat, die mehr als 20 m breite Prachtstraße und ein Teil des Aquädukts. Phaselis war einst eine bedeutende Seehandelsstadt mit drei Häfen, und sogar Alexander der Große soll hier 334 v. Chr. einige Wochen verbracht haben.
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Marina

Yes Marina

Die touristische Hauptattraktion von Fethíye ist zweifellos seine traumhafte Lage in der Nähe des berühmten Strandes von Ölü Deniz, der auf einer feinsandigen Landzunge im türkisblauen Meer liegt. Doch hat die Stadt ein weiteres Highlight zu bieten: die antiken Felsengräber, die zu den schönsten ihrer Art zählen. Sie sind in die Steilwand über der Stadt gearbeitet und über eine Serpentinentreppe erreichbar. Am besten erhalten ist das ionische Tempelgrab des Amyntas (4. Jh. v. Chr.) mit der detailgenauen Darstellung einer antiken Tempeltür. Bei den kleineren Gräbern handelt es sich um bescheidenere lykische Haus- und Höhlengräber. Lohnend ist auch ein Besuch im kleinen Museum von Fethíye, das griechische und römische Keramik und Grabstelen zeigt.
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Marina

Alanya Marina

Das markanteste Bauwerk von Alanya ist der 33 m hohe Rote Turm am Fuß des Burghügels. Er war der wichtigste Eckpfeiler des Befestigungsrings, den der seldschukische Herrscher Alaeddin Kaykobad I. im 13. Jh. errichten ließ. Der Burgberg lässt sich am besten zu Fuß erkunden. Die Straße führt durch das Haupttor an der byzantinischen Georgskapelle vorbei, von dort über die Süleymaniye Moschee mit ihrem zwölfeckigen Minarett und der zum Hotel umfunktionierten Karawanserei zur Hauptfestung Iç Kale, von der man einen herrlichen Blick auf Meer und Küste genießt. In der Nähe des Kleopatra-Strandes liegt das sehenswerte Museum von Alanya mit Funden aus prähistorischer, griechischer und römischer Zeit.
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Marina

Sığacık Teos Marina

Das Ortsbild von Sığacık wird von der Festung dominiert, die von den Genuesen im 15. Jh. aus Überresten des antiken Teos errichtet wurde. Die weitläufige Ruinenstätte von Teos, etwas außerhalb gelegen, beeindruckt mehr durch ihre schöne Lage als durch gut erhaltene Bauwerke. Das Hauptheiligtum der Stadt, aus der übrigens der griechische Philosoph Demokrit stammte, war der Dionysos-Tempel (2. Jh. v. Chr.), einst der größte seiner Art in der griechischen Welt. Heute sind nur noch das Fundament und einige wieder aufgerichtete Säulen zu sehen. Das ehemalige Theater ist leider stark zerstört, besser erhalten und malerisch gelegen ist dagegen das Odeion.
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Port Alaçati Marina

Alaçati hat sich vor allem als Windsurfing- und Kitesurfing-Zentrum in der Türkei einen Namen gemacht. Oberhalb des Dorfes ist das Wahrzeichen von Alaçati, die drei steinernen Windmühlen, weithin zu sehen. Im Ort gibt es noch einige über 100 Jahre alte Häuser, die im osmanischen Stil erbaut wurden, und zahlreiche Cafés, Restaurants und kleine Läden, in denen Kunsthandwerk und Produkte aus der Region verkauft werden.
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Marina

Çeşme Marina

Die Halbinsel Çeşme ist das wichtigste Naherholungsgebiet für die Einwohner der 3,5-Millionenstadt Izmir und wegen ihrer Thermalquellen auch ein beliebtes Ziel für Kuraufenthalte. In Çeşme thront über dem Hafen das Kastell mit seiner mächtigen Festungsmauer, das im 14./15. Jh. von den Genuesen angelegt und von den Osmanen erweitert wurde. Es beherbergt eine Moschee und ein kleines archäologisches Museum. Im Sommer finden auf der Freilichtbühne kulturelle Veranstaltungen statt.
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Wissenswertes

Regeln und Bestimmungen für die Türkei

Einreise

Für die Einreise in die Türkei werden verschiedene Dokumente und Schiffspapiere benötigt: Erforderlich sind insbesondere

  • ein gültiges Transitlog. Das Transitlog ist das zentrale Dokument für die Ein- und Ausreise von Yachten. Die Ausstellung erfolgt üblicherweise vor Ort über Agenten oder Servicebüros in Marinas
  • Eigentums- bzw. Registrierungsnachweis der Yacht (z. B. der ADAC Internationale Bootsschein)
  • die Reisedokumente der Personen an Bord 
  • ein Befähigungsnachweis des Skippers
  • eine in der Türkei gültige Versicherungspolice

Für die Einreise in die Türkei über See ist das Einklarieren in einem offiziellen Port of Entry erforderlich. Beim Einlaufen werden in der Regel die türkische Gastlandflagge und die internationale Signalflagge „Q“ gesetzt.

Sicherheitsausrüstung

Yachten müssen mit einer dem Fahrtgebiet und der Größe entsprechenden Sicherheitsausrüstung ausgestattet sein. Eine gute Unterstützung bei der Zusammenstellung der geeigneten Sicherheitsausrüstung bietet die Übersicht „Empfohlene Mindest- und Sicherheitsausrüstung für Boote und Yachten“. Die türkische Gastlandflagge muss von 8 Uhr bis Sonnenuntergang gehisst sein.

Umweltbestimmungen Türkei

Für die Abwasserentsorgung gelten in der Türkei strenge Umweltvorschriften, die in den vergangenen Jahren deutlich verschärft wurden.

Sowohl Schwarzwasser aus Bordtoiletten als auch Grauwasser aus Duschen, Waschbecken und Pantry dürfen in türkischen Gewässern grundsätzlich nicht unbehandelt ins Meer eingeleitet werden. Anfallende Abwässer sind an Bord zu sammeln und über zugelassene Entsorgungseinrichtungen an Land oder durch autorisierte Sammelboote zu entsorgen.

Die frühere „Mavi Kart“ (Blue Card) wurde durch ein digitales System ersetzt. Maßgeblich ist heute die Registrierung im elektronischen Abfallmanagementsystem („Maritime Waste Application“ / Denizcilik Atıkları Uygulaması). Bestehende Blue-Card-Nummern wurden in dieses System übernommen.

„Die App ist für Android und Apple-iOS verfügbar und sollte idealerweise bereits vor der Einreise installiert werden.

Yachten, die sich länger als zwei Tage in türkischen Gewässern aufhalten, müssen zeitnah registriert werden, in der Praxis meist beim ersten Einlaufen in eine Marina. Im Zuge der Registrierung erhält das Schiff eine eindeutige Kennung, über die sämtliche Entsorgungen digital erfasst werden.

Jede Abwasserentsorgung erfolgt über eine zugelassene Pump-Out-Station oder ein Sammelboot und wird elektronisch dokumentiert. Die entsprechenden Nachweise sollten an Bord vorgehalten werden, da sie bei Kontrollen durch Hafenbehörden oder die Küstenwache vorgelegt werden müssen.

In stark frequentierten Revieren wie Göcek, Fethiye oder Ayvalık wird die Einhaltung dieser Vorschriften besonders streng kontrolliert. Bei Verstößen drohen empfindliche Bußgelder sowie weitere behördliche Maßnahmen.

 

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Versicherung

Eine Bootshaftpflichtversicherung ist für Fahrten in türkischen Gewässern dringend erforderlich und wird in der Praxis bei der Einklarierung als Nachweis verlangt. Die Police muss in der Türkei gültig sein. Auch der ADAC bietet entsprechende Versicherungen. Mitglieder des ADAC und Inhaber des Internationalen Bootsscheins vom ADAC bekommen Vergünstigungen auf die Versicherungsprämie.

Sportbootführerscheine

Für das Führen einer Yacht ist ein gültiger Befähigungsnachweis des Heimatlandes erforderlich. Es wird empfohlen, entsprechende Dokumente im Original sowie in Kopie mitzuführen. Das glt auch für die entsprechenden Funkscheine.

Personaldokumente

Deutsche Staatsangehörige können mit Reisepass, vorläufigem Reisepass, Personalausweis, vorläufigem Personalausweis oder Kinderreisepass in die Türkei einreisen. Für touristische Aufenthalte bis zu 90 Tagen innerhalb von 180 Tagen ist kein Visum erforderlich.

Alle mitreisenden Personen, einschließlich Kinder, benötigen ein eigenes gültiges Reisedokument

Besondere Bestimmungen für Kinder und Jugendliche

Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren benötigen ein eigenes Ausweisdokument, ab 10. Lebensjahr mit Lichtbild.

 

Kfz-Papiere Führerschein und Fahrzeugschein bzw. Zulassungsbescheinigung Teil I. Internationale Grüne Versicherungskarte empfohlen (gilt nur für europäischen Teil; bei Reisen in den asiatischen Landesteil Bestätigung der Kfz-Versicherung über die Gültigkeit der Police oder Abschluss einer Kurzzeitversicherung). Mindestdeckungssummen im Versicherungsfall liegen deutlich unter deutschen Standards.

Auch wenn die Einreise grundsätzlich mit Personalausweis möglich ist, wird bei Reisen mit Fahrzeug die Mitnahme eines Reisepasses empfohlen. Ist der Fahrer nicht Halter des Fahrzeugs, sollte eine Vollmacht mitgeführt werden.

Haustiere

Für die Einreise mit Haustieren sind ein EU-Heimtierausweis, ein Mikrochip sowie eine gültige Tollwutimpfung erforderlich. Zusätzlich kann ein tierärztliches Gesundheitszeugnis verlangt werden.

Da die Bestimmungen im Detail variieren können, sollte die Einreise mit Tieren vorab mit der zuständigen türkischen Vertretung abgestimmt werden.