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Autonome Segeldrohnen: Was Skipper beachten sollten

Dänemark testet aktuell autonome Segeldrohnen von Saildrone. © Saildrone

Autonome Segeldrohnen sind zunehmend in Nord‑ und Ostsee unterwegs und stellen neue Fragen an Sicherheit und Seemannschaft. Worauf Skipper bei einer Begegnung achten sollten.

Wie die Plattform SegelReporter berichtet (Paywall), testet Dänemark derzeit in Nord- und Ostsee unbemannte Segeldrohnen zur Überwachung kritischer Infrastruktur. Die autonom segelnden Drohnen des Herstellers Saildrone sind auch in stark befahrenen Revieren unterwegs, etwa in der Køge Bucht südlich von Kopenhagen – also genau dort, wo viele Freizeitskipper unterwegs sind. Bislang werden Systeme mit einer Länge zwischen 8- 20 Meter getestet, es wurden aber bereits Multifunktionsdrohnen angekündigt, die bis zu 150 Fuß lang und bis zu 30 Knoten schnell sind. Im vergangenen Jahr segelten die getesteten Drohnen im dänischen Seegebiet um die 20.000 Seemeilen.

Die Problematik beschäftigt Seerechtler und Experten rund um die Welt. Die US Coast Guard hat bereits im vergangenen Jahr bemängelt, dass die ColRegs von 1972 keine unbemannten Schiffe berücksichtigt und fordert die US Regierung auf, eine entsprechende Änderung in den Kollisionsverhütungsregeln anzustreben. Auch die Küstenwache bezieht ihre Kritik hauptsächlich auf die Ausguckregel.

 

Wie sollten sich Skipper verhalten?

Für die Praxis an Bord entscheidend: Auch diese Drohnen unterliegen grundsätzlich den Internationalen Kollisionsverhütungsregeln (KVR). Allerdings fehlt ihnen etwas Wesentliches – ein menschlicher Ausguck. Genau hier könnte ein Sicherheitsproblem liegen. Zwar verfügen die Systeme über Radar und Kameras, doch diese ersetzen nach geltender Rechtsauffassung keinen „gehörigen Ausguck“.

Begegnet man einer Segeldrohne auf See, empfiehlt sich ein umsichtiges und eher konservatives Verhalten:

  • Die Drohne zunächst wie jedes andere Fahrzeug behandeln und die KVR oder regional geltenden Regeln anwenden.
  • Ist man kurshaltepflichtig, sollte der Kurs grundsätzlich beibehalten werden – jedoch mit erhöhter Aufmerksamkeit.
  • Gleichzeitig immer darauf vorbereitet sein, ein Ausweichmanöver des letzten Augenblicks einzuleiten.

 

Unsicherheiten entstehen vor allem dadurch, dass oft nicht erkennbar ist, ob die Drohne unter Segel oder mit Motor fährt. Diese Unterscheidung ist für die Vorfahrtsregeln eigentlich entscheidend, lässt sich hier aber kaum zuverlässig treffen.

 

Praktische Tipps

Gerade in bekannten Testgebieten gilt:

  • Ausguck konsequent verstärken – besonders bei viel Verkehr.
  • Kurs und Position möglichst genau dokumentieren (GPS-Tracking, Logbuch).
  • Bei kritischen Situationen nach Möglichkeit Beweise sichern, etwa durch Fotos oder Videos.

 

Wichtig ist vor allem, nicht auf das korrekte Verhalten der Drohne zu vertrauen. Die Technik wird zwar als kollisionsresistent beworben, doch das bezieht sich eher auf große Schiffe – für Yachten kann ein Zusammenstoß erhebliche Schäden verursachen.

Wie auch im normalen Schiffsverkehr ist der Umgang mit der Begegnung von Segeldrohnen eine Frage der Vorsicht und guten Seemannschaft.

 

Hinweis: Dieser Artikel ist im Rahmen einer Kooperation zwischen dem ADAC und Segelreporter erschienen. Tipp: ADAC Mitglieder erhalten 10 % Rabatt auf die Segelreporter-Jahresmitgliedschaft mit dem Code ADAC10.

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